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Foto & Video

Ulleungdo-Dokdo International Photography Competition 2016

12. - 16.10. 2016, Ulleungdo-Dokdo, Korea

Für Deutschland nehmen Thomas Lüken und Petra Piekenbrock teil.

Bericht von P. Piekenbrock

11.10.2016

Wir sind schon einen Tag eher angereist und heute gibt es ab 18 Uhr einen Willkommens-Dinner in Seoul. Es sind auch schon ganz viele bekannte Gesichter in der Lobby, aus der Schweiz, den Niederlanden und hey, Pedro und Rui aus Portugal sind auch da. Das koreanische Essen im Restaurant ist lecker, angesichts der frühen Weiterfahrt am nächsten Morgen um 04:00 Uhr aber auch schnell vorbei. Die meisten hatten eine ähnlich stressige Anreise, daher wollen alle auch nur noch schnell ins Bett.

12.10.2016

Der Wecker klingelt um zwei Uhr nachts: Wieso wollten wir noch gleich an dem Wettbewerb teilnehmen? Die Abfahrt ist überpünktlich um 3:45 Uhr. Um sieben Uhr sind wir an der Fähre, gegen zwölf Uhr im Hafen von Ulleungdo und nach kurzer Busfahrt im Daea-Resort.

Jetzt haben wir kurz Zeit, unsere Sachen zu verstauen, Kameras zusammenbauen und so weiter, bevor es im Zeitplan weitergeht.

15 - 16 Uhr Technical Meeting:
die Tauchplätze und die Abläufe werden vorgestellt.
Wir müssen vier Bilder abliefern in den Kategorien Weitwinkel mit Model, Weitwinkel ohne Model, Fisch und Makro.
Es gibt einige Fragen zu klären und aufgrund des Protests einiger Teilnehmer wird ein ausgelostes Team auf ein anderes Boot verlagert, damit immer jeweils sieben Teams gleichzeitig an einem Tauchplatz sind. Wir sind dadurch nur noch mit den Niederländern und Kroaten auf einem Boot.


17 - 18 Uhr Opening Ceremony:
für jedes teilnehmende Land wird ein Schild und eine Fahne bereitgestellt. Die Ansprachen der verschiedenen Koreaner werden von Kevin, einem in Korea lebenden Amerikaner, auf Englisch übersetzt. Beeindruckende Organisation der Koreaner.

18:30 Dinner:
Etwas gewöhnungsbedüftig, da es fast ausschliesslich kalte Speisen gibt. Warm sind nur die Suppe und der Reis.

Dann ruft das Bett, da die nächsten Tage einem engen Terminplan folgen und wir immer früh raus müssen.

13.10.2016

Um viertel nach vier klingelt der Wecker. Frühstück gibt es von fünf bis sechs Uhr. Pünktlich um 06:30 fährt uns ein Bus zum Hafen, wo wir die Fähre zur Insel Dokdo nehmen. Dort finden heute und morgen die ersten vier Wettbewerbstauchgänge á maximal 70 Minuten statt, es sind keine  Übungstauchgänge vorgesehen.

Unser erster Tauchplatz heisst Kokkiribawi und wir probieren es mit Makro bzw. Fisch, um uns erst mal einen Eindruck zu verschaffen.

Die Wassertemperatur liegt bei zirka 20 Grad. Die Sicht ist mittelprächtig und die Landschaft erweist sich als felsig mit buntem Bewuchs, einigem Kelp, unterschiedliche Fische, unter anderem ein cooler gelber Blennie.

Motive für Makro (hier sind keine Fische erlaubt) zu finden, erweist sich als nicht ganz so einfach. Es gibt kleine Garnelen, die sich aber bei Annäherung sofort weit in die Felsspalten zurückziehen, ein paar Nacktschnecken und recht hübsche, bunte Seesterne.

Nach einer Pause von 1 1/4 Stunden starten wir zum zweiten Tauchgang, diesmal am Dongnimmunbawi (Gate of Heaven). Dort gibt es viel Fisch bei mässiger Sicht, bunte Grundeln, winzige Schraubensalbellen und Kelp.

Nach dem Tauchgang geht es etwas gehetzt zur Fähre, wir sind spät dran. Zurück im Hotel starten wir sofort zum Abendessen durch, da das Restaurant nur bis 20 Uhr geöffnet hat. Anschliessend nur noch duschen, Kamera machen und platt einschlafen, denn das war ganz schön anstrengend.

14.10.2016

Der Tag hat einen ähnlichen Ablauf wie der 13.10. und machen heute die  Weitwinkel-Aufnahmen. Die Tauchplätze sind dieses Mal:

  • Ddongyeo, wo sich kleine Gorgonenfächer, schwarze Korallen, Fischschwärme und - wie fast überall - Kelp antreffen lassen
  • Keungajebawi (Sealions Rock, Sky Window), mit Canyons, Überhängen, Strömung und - Kelp.
 

15.10.2016

Am letzten Wettbewerbstag tauchen wir direkt vor Ulleungdo und wollen heute noch mal Makro-Motive aufnehmen. Unsere letzten beiden Tauchplätze sind:

  • Mulsaibawi mit viel Fisch, guter Sicht und - na klar, jeder Menge Kelp. Ich finde auch noch einen Oktopus, der sich aber so weit in seine Höhle zurückzieht, dass sich eine Aufnahme nicht lohnt
  • Gwan Uem (Double Cave), ein Tauchplatz mit zwei nebeneinanderliegenden Höhlen, die über Wasser beginnen und sich unter Wasser fortsetzen und ausserhalb der Höhlen schön bunt bewachsene Steilwände mit Dutzenden von Nacktschnecken bieten.

Nach dem letzten Tauchgang beim Zusammenpacken des Tauchzeugs rutscht Thomas auf dem Boot aus und stösst sich unglücklich einen Zeh, der danach ziemlich schmerzt und schief steht - also ab zur Klinik. Und das, wo wir doch heute bis um 22 Uhr die Bilder zur Bewertung abliefern müssen. Ich befürchte schon, die Bilder alleine heraussuchen zu müssen, aber alles halb so wild: Thomas ist nach ca. einer Stunde wieder da, der Zeh ist laut Röntgenbild nicht gebrochen, puh, Glück gehabt. Wir überlegen zusammen, welche Bilder wir einreichen und dann geht es zur Bildabgabe. Damit ist der stressige Teil des Wettbewerbs vorbei.

16.10.2016

Heute vormittag steht eine Besichtigungstour an. Wir fahren mit dem Bus zu einem Felsen im Meer (Geobuk-Bawi/ Turtle-Rock), dürfen zehn Minuten aussteigen und fotografieren. Sehr lustig, wie die Asiaten, die man bei uns bei einer Besichtigungstour sieht. Die Fahrt geht weiter zum Hyangmok Observatory. Mit einer Kabinenbahn fährt man auf den Berg und nach einem kurzen Fußweg hat man von oben eine wunderschöne Aussicht

 

Der nächste Halt ist an einer Fabrik, die Süssigkeiten aus Kürbis herstellt und danach an einer Gaststätte, wo es original koreanisches Bimbimbab für alle gibt. Der eine oder andere sehnt sich allmählich nach einem saftigen Filetsteak.

Anschliessend fahren wir zurück zum Hotel, Tauchzeug ins Zimmer holen, da es nach Regen aussieht und dann auch wie aus Eimern schüttet. An dieser Stelle bedanken wir uns beim Wetter, dass uns an den Wettbewerbstagen Sonne und Wolken bei um die 20 Grad Celsius bescherte.

Um 15 Uhr werden wir mit dem Bus zur Preisverleihung gebracht. Es gibt für alle Teilnehmer einen Kristallblock mit eingelaserter Darstellung von Dokdo und ein Seidentaschentuch. Nach einer kurzen Ansprache der Gastgeber folgt die Siegerehrung für den zeitgleich ausgetragenen, nationalen Wettbewerb, danach für die internationalen Teilnehmer.

Thomas und ich freuen uns riesig über den dritten Platz in der Kategorie Makro, aber auch für die anderen Plazierten aus den Niederlanden, der Schweiz, Portugal, Kroatien, Philippinen, Malaysia und Korea, mit denen wir engeren Kontakt hatten bzw. haben.

 

Fazit

Der Wettbewerb war anstrengend, es hat aber viel Spass gemacht, Kontakt zu den Teilnehmern aus den unterschiedlichen Nationen zu bekommen. Leider hatten wir nur wenig Kontakt zu den Koreanern, da die internationalen Teilnehmer zu einer Gruppe zusammengefasst wurden und auch im Bus, auf den Booten und im Restaurant zusammengesetzt wurden.

Das Tauchen war interessant und hat uns einen besonderen Eintrag in unser Logbuch beschert, da Dokdo normalereise nicht betaucht werden darf.

Wir sind beeindruckt von der Organisation, Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Flexibilität der Koreaner und bedanken uns für die Einladung und insbesondere bei Mr. KIM, Hyoungtae, der sich mit viel Einsatz um die Organisation gekümmert hat und auch vor Ort jederzeit ansprechbar war.

Platz 3 Kategorie Makro