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Tauchausbildung

Apnoe-TL-Prüfung auf Gozo, 9. - 15. September 2018


Tag 1 - 10. September 2018

Im Grunde begann die Vorbereitung für den heutigen Tag am vorigen Abend mit der Verkündung des TLvD und der Gruppen und deren Gruppenführer. Juliane war für den Vormittag der TLvD und sie machte sich auch gleich an die Arbeit. Die Gruppenführer für den Vormittag wurden auch eingebunden. Diese mussten das Reel für den Dienstag an dem das Streckentauchen stattfinden soll vorbereiten. Markierungen überprüfen und ggf. neu setzen. Am Sonntagabend trafen sich alle Teilnehmer an der TL-Ausbildung, die Teilnehmer vom Apnoe Workshop sowie die Ausbilder zu einer Vorstellungsrunde und Besprechung für den Ablaufs der kommenden Woche.

Am Montagmorgen ging es dann richtig los. Als erstes um 7:00 Uhr Joga. Am heutigen Tage war Nadja dafür zuständig, uns wach zu machen und schön gedehnt und entspannt in den Tag zu entlassen. Nach einer guten Stunde Joga gab es dann Frühstück. Um 9:00 Uhr war den Treffen an der Tauchbasis, um die letzten Informationen und restliche Ausrüstung wie Blei und Seile für die Vorfächer zu bekommen. Mit drei gut ausgelasteten Jeeps ging es dann zu den Tauchplätzen.

Nach ca. 15 min Fahrzeit über teils ziemlich holprigen Straßen waren wir an unserem ersten Tauchspot Billinghorst Cave angekommen. Unser Basisleiter Mirko hat uns in den Tauchplatz eingewiesen und uns über die auf Gozo spezifischen Rettungselemente aufgeklärt. Anschließend gab Juliane ein Briefing über die bevorstehenden Übungen für den ersten Tauchgang. Jetzt ging es in die Gruppen bestehend aus 3 Prüflingen, einem TL 3-Anwärter und einem TL 3. Nach dem Gruppen- Briefing ging es nun endlich ins Wasser. An den gesetzten Bojen begannen wir mit der Übung "Retten eines Verunfallten Tauchers aus 10m Tiefe". Es wurden mehrere Durchläufe durchgeführt und von den Prüfern Verbesserungen vorgeschlagen. Anschließend haben wir unsere Tauchgänge im Nachbriefing kritisch bewertet.

Nach einer eineinhalbstündigen Pause, leider in der prallen Sonne, gab es ein TLvD-Wechsel. Der Söhnke hat den Job übernommen. Nach dem Tauchplatzbriefing von Mirko hat Söhnke uns zur Rettungskette und den neuen Übungen gebrieft. Thema war Tieftauchen und Sicherung sowie Intervalltachen (4x auf 15m Tiefe mit max. 45-60s Pause an der Oberfläche). Am Ende hatten wir noch Zeit einfach mal so zu Tauchen wie wir das gerne wollten. Manche sind noch mal zum Grund getaucht, andere sind durch einen Kamin am Tauchplatz getaucht.

Nach dem Nachbriefing ging es zurück zur Basis, um unsere Tauchsachen zu verstauen. Anschließend wurde ein "Take of the Day" abgehalten. Im Anschluss hat noch Nadja ihr Referat zum Thema Briefing gehalten.

 
 
 
 

Tag 2 - 11. September 2018

Der Tag begann wie schon der Tag davor mit dem Klingeln des Weckers, der uns unaufhörlich zum neuen Tag begrüßte. Frisch und munter trotteten wir zum Strand. Das morgendliche Yoga bei aufgehender Sonne wird langsam zur Routine, ebenso wie das Beladen der Jeeps kurz darauf an der Tauchbasis - die daran anschließende Abenteuertour zum Tauchplatz über die Schotterpisten der Insel waren für manch einen aber doch überraschend.

Nach einem steilen Abstieg zur Bucht Mgarr Ix-Xinni brutzelte uns die Sonne zwar schon gut gar, aber es galt noch die anspruchsvolle Aufgabe des Vormittages angemessen zu briefen: Zeittauchen und Streckentauchen - mit Aufbau einer entsprechenden Bojenstrecke, durchrotieren von Tauchenden und Sichernden etc. Die dabei im Briefing zu Tage tretenden schauspielerischen Leistungen waren beeindruckend, entsprechend gut klappte später die Umsetzung. Leider entsprach der Tauchplatz nicht den Prüfungsnormen, da die angegebenen Tiefen nicht tatsächlich vorhanden waren.

Nachmittags schlug Murphy's Law dann erneut zu: wenn Dinge schief gehen können, gehen sie schief. Mit der plötzlich aufgetretenen Strömung am zweiten Tauchplatz hatte die Basis nicht gerechnet, so fiel das geplante Tieftauchen ins Wasser. Wir traten eine ebenso holprige und abenteuerliche Rückfahrt Richtung Basis an, und statt Wasser gab’s dann trockene Theorie - unterhaltsam aufbereitet von unseren Referenten. Die gewonnene Zeit konnte so gut genutzt werden, um den morgigen Bootstag zumindest theoretisch vorzubereiten - die Praxis wird sich dann morgen erweisen.


Tag 3 - 12. September 2018

Wir starteten den Tag mit Blick aufs Meer und den Sonnenaufgang vor uns.  Günther leitete ein Stretching zur Vorbereitung für das Tieftauchen an. Die Übungen sollten uns auf den Tag einstimmen, bei dem Tieftauchen mit Sicherung am Vormittag und Tieftauchen als Prüfungstauchgang mit Sicherung am Nachmittag auf dem Programm standen. Wir konnten den Übungen sehr gut folgen und waren danach auch erstmal entspannt.

Der erste Bootstag mit einem Schlauchboot lag vor uns. Wir hatten ein Boot mit 9 m Länge und 2 m Breite zur Verfügung, das vom Tauchbasisleiter Mirco gefahren wurde. Zusammen mit der Apnoe- workshop- Truppe sollten wir uns das Boot teilen. Volker und Michael´s Vortrag vom Dienstag, über das Verhalten und die Sicherheit an Bord half uns, mit der geahnten Enge an Bord umzugehen.

Nach dem detaillierten Briefing des Skippers und des TlvD an Land, konnten wir mit der Beladung des Bootes beginnen. Der Versuch eine Kette zu bilden um den schmalen Pier am Hafen vorschriftsmäßig zu benutzen, scheiterte leider. Wir werden es morgen erneut mit einer Kette zum Beladen probieren. Wir schafften es dennoch, dass Boot zu beladen und selber an der uns zugewiesenen Stelle im Boot Platz zu nehmen. Der Skipper wies uns in die Regeln an Bord ein und zeigte uns, wo der Notfall - und Sauerstoff-Koffer deponiert sind. Danach startete er das Boot und wir fuhren gerade mal 8 min. nach Westen zu unserem Tauchplatz „Little Aazure Window“.

Wir gingen in unseren Gruppen ins Wasser, setzten unsere Bojen und begannen zu tauchen. Alles lief nach Plan und wir erreichten problemlos unsere Tiefen.

Bei der Rückkehr zum Boot beobachteten wir eine simulierte Rettung ins Boot, die sich als nicht sehr einfach erwies. Selbst das Einsteigen ins Boot über die Seite war schon für einige eine Herausforderung.

Die Schwierigkeit der Übung wurde uns bewusst. Wir überlegten, wie denn das als Prüfung zu bewerkstelligen sei. Wie viele Personen benötigt werden, um eine Person in ein Schlauchboot dieser Größe zu retten? Wie würden wir eine verunfallte Person auf dem engen Schlauchboot in eine stabile Seitenlage bringen? Wo hätten die anderen Passagiere im Notfall Platz, wenn eine Person als Notfall im Gang läge?  Dieses Thema beschäftigte uns den ganzen Tag hinweg und wurde auch am Abend noch heftig diskutiert.

Am Nachmittag, nach einer kurzen Pause an Land und wenig Essen, starteten wir mit dem Boot zu unserem Tauchplatz um die Prüfungstauchgänge durchzuführen. Ziel der Übung war das Antauchen einer Schreibtafel in 25m Tiefe, das Beschreiben der Tafel mit dem eigenen Vor- und Nachnamen. Neben der Schreibtafel hing eine GoPro, mit der man noch ein Foto von sich hätte machen können, was aber nicht zwingend erforderlich war. Leider hatte die Kamera während der Tauchgänge ihre Position geändert und war etwas tiefer gerutscht. Da diese Tiefe nicht abgesprochen war, verzichteten einige auf das Foto.

Nachdem die erste Gruppe ihr Eintauchen abgeschlossen hatte startete sie mit ihren Prüfungstauchgängen. Währenddessen konnten die anderen sich noch eintauchen und warten, bis sie an der Reihe waren. Bei der zweiten Gruppe gab es einen Blackout nach dem Tauchgang an der Oberfläche, der sofort erkannt und sehr gut abgesichert wurde. Der Fall wurde abends besprochen und analysiert.

Nachdem wir das Wasser verlassen und zurück an Bord waren, hatten wir nun genügend Gesprächsstoff für den Abend und viel dazu gelernt.

Gegen 19:00 Uhr hörten wir ein anschauliches Referat zum Thema HLW mit Diskussion und praktischen Übungen. Es war ein, für uns, sehr lehrreicher und auch aufregender Tag.


Tag 4 - 13. September 2018

Unser Tag begann wie die anderen zuvor um 7 Uhr mit einer entspannenden Yoga Stunde, geleitet von Jan. Nachdem Frühstück versammelten wir uns vor der Tauchbasis, wo uns Nadja als TLvD detailliert den vormittäglichen Tauchgangsablauf erläuterte. Auf dem Plan standen die wichtigen Themen Rettung aus 15m Tiefe, Transport zum Boot, Verbringen des verunfallten Apnoetauchers ins Boot. Anschließend durfte jeder seinen Schützling auf beengtem Raum medizinisch versorgen, weitere Rettungsmaßnahmen einzuleiten und natürlich die Gabe von Sauerstoff vorzuführen. Wie von den Prüfern bestellt kam dazu ein wenig Wellengang mit Strömung. Das konnte uns aber nicht davon abhalten, unsere Leistungen unter Beweis zu stellen und wir trotzten hartnäckig Wind und Wetter.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause trafen wir uns wieder um 15:30 Uhr am Hafen. Susanna briefte uns als TLvD für den nun anstehenden Prüfungsteil Streckentauchen (60m auf 5m Tiefe). Da die Vorgaben aus der Übungseinheit bereits klar waren, schafften wir es als Gruppe, den Parcour in weniger als den geforderten 5 Minuten aufzubauen.

Fast alle schafften es auf Anhieb, trotz des anstrengenden Vormittags. Wellengang und Strömung konnten uns auch hier nicht bremsen. Der Ablauf und die Sicherung waren bereits bei der Übungseinheit sehr gelungen, daher funktionierte es diesmal auch wie am Schnürchen.

Nach dem Verstauen des Tauchequipments trafen wir uns wieder zum Talk of the Day. Danach hielt Sven, einer unserer TL3-Anwärter, noch ein aufschlussreiches Referat zum Thema Knotenkunde. Abschließend begaben wir uns mit knurrenden Mägen zum Abendessen, um dort das Referat Gebietserkundung für den nächsten Nachmittag zu besprechen und vorzubereiten.

Mitternacht war es dann geschafft und wir konnten uns dann endlich eine Mütze voll Schlaf gönnen.