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Junge Taucher

Bienvenue à Lyon!

Vom 28. – 30. November 2014 fand in Lyon das 37. Deutsch-Französische Trainerseminar in Lyon statt. Ziel war die gemeinsame Weiterbildung und der Erfahrungsaustausch. Richard Thomas ist seit 8 Monaten der technische Direktor des französischen Tauchsportverbandes. Er arbeitet im französischen Sportministerium für den Tauchsportverband. Für seinen Vortrag über die Erkennung von potentiellen Leistungsträgern hat er Grundlagenliteratur gesichtet und die Zusammenfassungen dargestellt. Dabei wurden die Komplexität und die Schwierigkeiten beim Treffen von Voraussagen über die zukünftige Leistungsfähigkeit eines Athleten offensichtlich. Eine vor Ort besprochene Methode im Umgang mit der Komplexität war die Wichtung der Einflussfaktoren. Auch die Zusammenstellung einiger statistischer Wettkampfdaten half Defizite zu erkennen. Insgesamt kann man sagen, dass die Deutschen und die Franzosen auf dem Geiet der Leistungserkennung mit ähnlichen Methoden arbeiten.

Das Eingangsreferat für die Diskussion zu dem in beiden Ländern aktuellen sportethischen Thema „Gewalt im Sport“ hielt Docteur Phillippe Liotard von der Universität Lyon. Dabei ging es nicht nur um die offensichtliche Gewalt sondern auch die feinen Grenzen zwischen Gewalt und Training. Im Leistungssport arbeitet der Sportler gezielt an seinem Körper. Dabei nimmt er auch Anstrengung bis hin zum Schmerz in Kauf, um so über seine aktuellen Grenzen zu kommen, seine Projekte zu verwirklichen, seinen Zielen näher zu kommen. Eine der zentralen Fragen ist dabei: „Wer will was für wen?“ Kommt die Motivation vom Sportler selbst, so fühlt er sich auch nach der spürbaren körperlichen Arbeiten wohl, ja empfindet sogar Glück. Folgt der körperlichen Anstrengung aber eher Traurigkeit oder sogar das Empfinden von Leid, so arbeitet der Sportler wahrscheinlich nicht aus eigener Motivation und ohne Spaß an der Sache. Die Beziehungen sollten überdacht werden.

Ein Trainer muss sich seinem besonderen Maße an Einfluss, Autorität und Vertrauen gegenüber seinem Sportler bewusst sein. Er sollte seine Rolle immer für die gesunde Entwicklung und Leistungsförderung der Athleten nutzen.

Der neu produzierte Werbefilm des französischen Tauchsportverbandes für die Sportart Nage avec palmes, Schwimmen mit Flossen, vermittelt „das Vergnügen am Gleiten, den Sinn für Geschwindigkeit und einen Sport auf hohem Niveau“. Anschauen lohnt sich: http://www.nageavecpalmes-ffessm.com/

Neben den verschiedenen, durch die Vorträge bestimmten Thematiken, fand weiterer Erfahrungsaustausch bei den gemeinsamen Essen, dem Stadtrundgang und dem Besuch eines Basketballspiels statt. Die deutsche wie die französische Gruppe war eine gesunde Mischung hinsichtlich des Alters und der Regionen (Bundesländer bzw. Departements) aus denen sie kamen. Dementsprechend breit gefächert waren die Erfahrungen. Es gab damit eine Basis für sehr interessante Gespräche.

Am Sonntagmittag waren sich alle einig: es war eine gelungene Veranstaltung und Lyon ist auch privat mal eine Reise wert. Vielen Dank Anne-Edith (Tauchsportverein Lyon) und Christophe Aptel (verantwortlich für den D/F-Austausch im VDST) für die tolle Organisation. Ebenfalls Dankschön dem Deutsch-Französischen Jugendwerk für die finanzielle Unterstützung.

 

Katrin Strößenreuther
Landestrainer und Landessportwart Thüringen