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Leistungssport

UWR Europameisterschaften 2017


Die 10. UWR Europameisterschaften finden vom 26. Juni bis zum 01. Juli 2017 in Helsinki / Finnland statt.

8 Federationen werden um die Kronen im europäischen UWR spielen. Beide deutsche Mannschaften reisen als Titelverteidiger nach Helsinki.

Folgende Federationen nehmen mit folgenden Mannschaften teil:
+ Dänemark - Damen- und Herren-Mannschaft
+ Deutschland - Damen. und Herren-Mannschaft
+ Finnland - Damen und Herren-Mannschaft
+ Norwegen - Damen- und Herren-Mannschaft
+ Österreich - Damen-Mannschaft
+ Schweden - Damen- und Herren-Mannschaft
+ Türkei - Damen- und Herren-Mannschaft


Analyse über Verletzungen und Überlastungsschäden beim UW-Rugby bei der EM

Ein deutsche Medizinstudentin erhebt für ihre Doktorarbeit während der EM  Daten / Informationen über Verletzungen und Überlastungsschäden im UW-Rugby.

Zum besseren Verständnis der möglichen Verletzungen und Überlastungsschäden sollen die Unterwasser-Rugby-Verletzungen aus der Vergangenheit von möglichst vielen Athleten erfasst werden. Hierzu würden werden Sie gebeten einen umfangreichen Fragebogen auszufüllen, dessen Ausfüllen etwa 10-15 Minuten dauert.

Bei den 10. UW-Rugby-Europameisterschaften sollen hierzu im internationalen Bereich deratige Informationen gesammelt werden.
In einem zweiten Ansatz werden dann deratige Informationen aus dem nationalen Bereich gewonnen.

Die im Rahmen der Studie gewonnenen Daten werden ohne Namensnennung pseudonymisiert (verschlüsselt mittels eines Zahlencodes) aufgezeichnet und eventuell in Fachzeitschriften, sowie auf Fachkongressen veröffentlicht. Ein Rückschluss von den veröffentlichten Daten auf Ihre Person ist somit nicht möglich.


Tag 6 (Final-Tag) - Samstag, 01. Juli 2017

Deutschland mit Rekordsieg zu Bronze

Im kleinen Finale um Platz 3 wollte das deutsche Team vieles besser machen als in der Vorrunde. „Wir hatten die schon beim ersten Mal in der Tasche. Heute sind sie dran“, rief Kapitän Lukas Tadda die Mission des Tages aus.
Und gleich von Beginn machte Deutschland deutlich, dass das kein einfaches Spiel für Schweden werden wird. Schon in Minute 3 wurde der Schwede Peter Aronsson wegen Treten für 2- Minuten auf die Strafbank gesetzt. Kapitän Lukas Tadda nutze die Gelegenheit zur 1:0 Führung (4min) in Überzahl. Die nach dem Tor wieder vollständigen Schweden drängten auf einen schnellen Ausgleich, kamen aber nicht bis ans deutsche Tor. In der 10. Spielminute drückten die Schweden Deutschland erstmal in die eigene Hälfte. „Hört auf das Spiel so langsam zu machen“, ermahnte Tadda seine Kameraden aus dem Wasser und forderte seine Mannschaft damit auf nicht nach zu lassen. Andreas Weissenberger folgte dem Aufruf und beendete eine gelungene Angriffswelle zum 2:0 Zwischenstand (12min). In der Schlussphase wurde das Spiel längere Zeit unterbrochen. Eine finnische Spielerin, mit Kreislaufproblemen vor dem vorrangegangen Spiel der Damen, bekam medizinische Unterstützung und musste von Sanitätern abtransportiert werden. Nach dem Wiederanpfiff dann aber wieder Deutschland am Drücker. Der leicht angeschlagene Bela Csanyi ließ sich dabei weder das letzte Spiel nehmen, sondern erzielte zudem noch die 3:0 Führung 9 Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit.
Ein unerwartetes Führungs- Polster zur Halbzeit ließ das deutsche Team aber nicht in Sicherheit wiegen. Die zweite Halbzeit sollte ebenso ehrgeizig wie die erste gespielt werden. So war es auch kein Wunder, dass bereits nach 38 Sekunden nach dem Wiederanpfiff Jens Dingel das zwischenzeitliche 4:0 erzielte.
Schweden war nach dem frühen Rückschlag in Durchgang zwei sichtlich geknickt, kämpfte dennoch tapfer weiter. In der 22. Minute erhöhte Lukas Tadda dann noch einmal zum 5:0 und die Trainer nutzen die anschließende Unterbrechung zur Doppelauswechslung. Michael Nosseir kam für Markus Heckrath, der nach einem Schlag auf den Nacken etwas angeschlagen war. Felix Walcher löste Torschütze Jens Dingel im Sturm ab. In der 27 Minute dann der letzte Wechsel. Martin Meskes kam für Stürmerkollege Martin Schottmüller. Somit kamen alle 15 Spieler im letzten EM Spiel noch einmal zum Einsatz. 7 Sekunden vor dem Ende erzielte dann auch noch Nationalmannschafts- Neuling und jüngstes Mitglied des Teams Manuel Gassner seinen ersten Nationalmannschaftstreffer zum 6:0 Endstand. Mit dem 6:0 Sieg über Schweden feiert das deutsche Team nicht nur eine Frustbewältigung nach dem knappen Verpassen des Finaleinzugs sondern gleichzeitig auch den höchsten Sieg gegen Schweden in der Nationalmannschaftsgeschichte.

Deutschland verpasst den 5ten EM Titel

Im Finale der Damen trafen zwei lange Rivalen aufeinander. Norwegen und Deutschland entschieden alle bisher ausgespielten Europameisterschaften für sich. So stand Deutschland als amtierender Welt- und Europameister als Favorit des EM Finales fest und war auf dem besten Weg zum 5ten EM Titel und zweitem Titel in Folge. Aber auch Norwegen bewies in der Vorrunde Siegerambitionen, gewann Norwegen alle Spiele sehr deutlich.
Die Begegnung der beiden erfolgreichsten EM Teams begann sehr ausgeglichen. Ein hochklassiges Spiel wurde erst in der 5. Spielminute erstmals mit einem Freiwurf für Norwegen unterbrochen. Stetig wechselnde Druckphasen auf beiden Seiten ließen lange Zeit keinen Sieger erahnen. In Minute 11 dann der erste gefährliche Angriff von Norwegen. Ein Ballverlust ließ die Norwegerinnen schnell ans deutsche Tor kommen. Auf der deutschen Seite wurde schnell ausgewechselt und frische Energie ins Wasser gebracht. Der Angriff konnte erfolgreich abgewehrt werden. Zum Ende der ersten Halbzeit kam dann Deutschland zunehmend besser ins Spiel. Norwegen konzentrierte sich mehr aufs Verteidigen. 1.23min vor Ende der ersten Halbzeit dann der plötzliche Führungstreffer Norwegens. Die nur für das Finale eingeflogene Stürmerin Amanda Barsten verwandelte ein erstklassiges Anspiel unter dem Deckel zum 1:0 Führungstreffer. Die deutschen Damen zeigten sich zunächst von dem Rückstand unbeeindruckt, und warteten geduldig auf den Wideranpfiff.
In der zweiten Halbzeit ohne Wechsel schaffte es das deutsche Team immer wieder über lange Phasen die Norwegerinnen eng an den eigenen Korb zu binden. Der Ball wollte aber nicht ins Tor. Die Norwegerinnen auf der anderen Seite versuchten das Spiel mit ihrem berüchtigten Eckenspiel zum Ende zu führen. Bei diesem berüchtigten Eckenspiel wird intensiv mit vier bis fünf Spielern in der gegnerischen, geschlossenen Ecke Aufzug gefahren. Das Eckenspiel wirkt lange harmlos, die Gefahr dabei birgt das schnelle Umschalten der Norwegerinnen zum plötzlichen Torangriff. Die deutschen Damen ließen jedoch keiner dieser Angriffe zu und schaffte es auch immer wieder die 
Norwegerinnen aus der eigenen Ecke zu drängen. Das intensive Vorchecking ermöglichte Deutschland zwar zahlreiche Balleroberungen, Norwegen kam aber immer wieder auch durch ebenso aggressives Vorchecking wieder in Ballbesitz. Einer dieser Schlagabtausche nutze Matchwinnerin Amanda Barsten 4.12min vor dem Ende zum 2:0 Siegtreffer. Das deutsche Team löste sich nach Ballgewinn von der eigenen Wand und stürmte nach vorne. Barsten gelang die Balleroberung und ein schneller Konter auf den leeren deutschen Korb.
Mit zwei Wechseln wollten die Bundestrainer um Jörg Oertel und Tanja Scherer noch einmal neue Ideen ins Wasser bringen. Norwegen gelang es aber das Spiel zunehmend an die Wasseroberfläche zu ziehen und das Spiel über die Restspielzeit zu klammern.
Mit dem 2:0 Sieg im Finale gewinnen die Norwegerinnen den insgesamt 4ten EM Titel und ziehen mit Deutschland in der Statistik gleich. Deutschland konnte sich über weite Phasen gut verkaufen, hatte insgesamt mehr vom Spiel. Es darf gespannt sein, wie beide Mannschaften das erneute Aufeinandertreffen auf der Weltmeisterschaft in zwei Jahren vorbereiten.

Endplatzierung Herren:
1. Norwegen
2. Dänemark
3. Deutschland
4. Schweden
5. Türkei
6. Finnland
7. Spanien

Endplatzierung bei den Damen:
1. Norwegen
2. Deutschland
3. Schweden
4. Finnland
5. Türkei
6. Dänemark
7. Österreich
8. Spanien

Anekdoten:
+ Die Türkischen Herren konnten in allen Spielen in der ersten Hälfte ein Tor erzielen

+ Das 6:0 gegen Deutschland ist die höchste Niederlage die Schweden jemals auf offiziellen Meisterschaften kassiert hat

+ Wie schon 2011, gelang nun auch 2017 im selben Bad der Doppelsieg der norwegischen Damen und Herren. 2011 wurden sie Weltmeister.

+ Die Damen aus Österreich errangen gegen Spanien nicht nur ihren ersten Sieg, sondern beinahe auch den ersten zweistelligen Erfolg. Das Spiel endete 9:0 nach 1:0 Halbzeitstand

+ 2017 ist der erste EM Erfolg der Norwegischen Herren in der Geschichte

+ Es ist erst die zweite Meisterschaft, und zudem in Folge, auf der die schwedischen Herren keine Medaille holen konnten.

+ Am Ende an die Meisterschaft werden die Wimpel der Gegner symbolisch verteilt. Wer und weshalb welchen Wimpel bekommt bleibt allerdings ein Geheimnis der Teams.

+ Torsten Stanschus - Head of Delegation - berichtete für Sie bereits auf der WM 2015 in Cali – und sagt danke fürs Lesen.


Tag 5 - Freitag, 30.06.2017

Deutsche Damen im Traumfinale

Bei den deutschen Damen lief alles nach Plan. Nach einer souverän gespielten Vorrunde, trifft man nach einem 1:0 Sieg gegen Finnland im Finale auf Wunschgegner Norwegen. Das Spiel, mit deutlich mehr Freiwürfen auf finnischer Seite, spielte sich zu großen Teilen im Mittelfeld ab. Beide Mannschaften konnten sich lange nicht in der gegnerischen Hälfte festsetzten.
In Durchgang zwei gewannen die deutschen Damen deutlich mehr Spielanteile. Bundestrainer Jörg Oertel erinnerte seine Spielerinnen: „Ihr seid die Weltmeisterinnen, also spielt auch so. Ich kann das nicht für euch tun. Das ist euer Spiel. Ruft eure Leistung ab und wir gehen als Gewinner raus“. Gesagt getan. In Minute 19 kam zwar Finnland noch einmal zu einer kurzen Druckphase, wechselte aber gleichzeitig mit drei Spielern im langen Wechsel aus. Diese Gelegenheit nutzen die deutschen Damen zur Balleroberung und Tempogegenstoss. Nur wenige Sekunden später gelang dann der ersehnte 1:0 Führungstreffer durch Maren Janko. „Für dich Regina“, rief sie nach dem Jubel und widmete ihr Tor Torjägerin Regina Pavlovic, die sich heute nicht wohl fühlte und somit aussetzte. Nach der Führung wirkten die Finninnen dann etwas unorganisiert. Einer Auszeit der deutschen Mannschaft in Minute 25 ließen die Finninnen unmittelbar ihre Auszeit folgen. Die somit entstandene zwei-minütige Unterbrechung tat beiden Mannschaft gut. Dennoch verlief das Spiel in der Schlussphase hektisch und emotional. Während auf der finnischen Seite insgesamt Freiwürfe gegen Deutschland gepfiffen wurden, bekamen die deutschen Damen erstmals in Minute 26 einen Freiwurf zugesprochen. Die wohl gefährlichste Szene dann in der Schlussminute. Finnland gelang nach einer kurzen Druckphase direkt eine gute Kombination. Waren zuvor nur Einzelaktionen auf den deutschen Korb zu sehen, fand erstmal 28 Sekunden vor dem Ende ein Pass am Tor eine finnische Abnehmerin auf der offenen Seite. Die deutsche Verteidigung stand jedoch sicher und verhinderte schlimmeres. Auch ein Freiwurf 18 Sekunden unmittelbar vor dem deutschen Korb zeigte noch einmal die Nervosität unter welcher die Finnen zu kämpfen hatten. Anstelle eines letzten Angriffs getreu dem Motto „alles nach vorne“, fiel der Ball direkt nach dem Anhupen herrenlos nach wenigen Pässen auf den Boden. Die befürchtete letzte Angriffswelle Finnlands verpuffte dadurch.
Mit dem 1:0 Sieg steht Deutschland somit, wie bereits im EM Finale 2010 und WM Finale 2015, im Finale gegen Norwegen.

Besser gespielt und dennoch verloren

„Wir haben gut gespielt. Alles richtig gemacht. Aber leider nicht das Tor geschossen“, resümiert Bundestrainer Wilhelm Nier die Partie. Und tatsächlich sind sich die Spieler einig, dass die Leistung zu den besten zählt die eine deutsche Herren-Nationalmannschaft je abgeliefert hat. So hatte das Spiel auch unter den zahlreichen Zuschauern Endspielcharakter. Beide Teams kannten sich bereits aus den beiden WM Finalen 2011 und 2015 sowie aus dem EM Finale 2010.
Wie zu erwarten begann das Spiel mit norwegischem Ballbesitzt und einer ersten Druckphase auf das deutsche Tor. Die schwimmstarken Nordländer sind für ihre schnellen und konterstarken Spieler bekannt, daher war das deutsche Team darauf vorbereitet. Das gesamte Match stand unter dem Motto: „Defense“. So lautete in diesem Jahr auch der Schlachtruf der Mannschaft.
Ein schnelles hin und her von Korb zu Korb ließ lange Zeit keinen Vorteil einer Mannschaft erkennen. Ballverluste wurden direkt in schnelle Kontergegenstöße umgewandelt, diese wurden jedoch auch oft von Ballverlusten verfolgt. Das temporeiche Spiel fand in der 9 Spielminute eine erste Pause als Norwegen verdächtig lange zur Freiwurfausführung benötigte. In Minute 10 dann sogar eine Auszeit des amtierenden Weltmeisters. Lukas Tadda ermahnte sein Team – „Ihr wisst alle genau was jetzt kommt“- und spielte damit auf den Spielzug der Norweger im Finale 2011 an. In diesem WM Finale hatte Norwegen im exakt selben Bad bereits schon einmal nach einer Auszeit mit Freiwurfvorteil ein schnelles Tor nach geglücktem Spielzug erzielt. Doch dieses Jahr war die deutsche Auswahl wacher. 3 Minuten vor der Halbzeit dann der Schock. Sebastian Lange erhielt eine 2 Minute Strafe als er einen gegnerischen Spieler vom deutschen Korb schob. Und es sollte sogar noch schlimmer kommen. Der zweite Unterwasserschiedsrichter pfiff nur wenige Sekunden später ein weiteres Foul für Treten. Somit mussten gleich zwei deutsche Spieler gleichzeitig auf die Strafbank. Die doppelte Unterzahl, die auf Topniveau als sichere Torchance gilt, überstanden die deutschen nicht nur durch konsequentes Verteidigen sondern auch durch eine geschlossene Mannschaftsleistung. Von Nervosität oder Frust war keine Spur. Das Team nahm die Herausforderung an und ließ die Tormaschine Norwegen einfach nicht zum Abschluss kommen. Nach Ablauf der Strafzeit kam das deutsche Team dann sogar nochmal in Ballbesitz und zu einer abschließenden Druckphase. Die exakt richtige Reaktion und gleichzeitig eine Vorschau für die zweite Halbzeit.
In Durchgang zwei wurde das Spiel nämlich zunehmend hitziger. Neben Klammereien an der Wasseroberfläche, tauchten auch zunehmend Spieler mit fehlenden Ausrüstungsgegenständen auf. Die Reservespiele hinter den Wechselbänken mussten ein ums andere Mal in die Ersatzausrüstungskisten greifen.
Nach einer torlosen und weitgehend unterbrechungslosen zweiten Halbzeit, ging es für beide Teams in die 15- minütige Verlängerung mit Golden Goal-Entscheidung.
Deutschland wirkte in dieser Phase frischer. Norwegen gelang es jedoch immer wieder die Schlinge am eigenen Korb mit wuchtigen Befreiungskontern zu lösen. Alle diese Konter konnten zwar vom deutschen Vorchecking noch vor dem eigenen Tor entschärft werden, Norwegen verschaffte sich damit allerdings ausreichend Luft um nach Ballverlusten bereits wieder sicher in der Verteidigung stehen zu können. In der 37. Minute dann der erste Wechsel auf deutscher Seite. Hannes Hofmann kam für Michael Nosseir und sollte noch einmal frische Impulse in die Angriffswellen bringen. In der 39 Minute dann direkt auch die vermutlich besten Chancen des Spiels, als die norwegische Verteidigung einmal Lücken in der Ablöse zeigte. Ein Stürmer bekam aber den Ball geklammert und konnte retten. 4 Minuten vor Ende dann noch einmal ein Schock. Unterwasser- Schiedsrichterin Kajsa Lindman tauchte auf und zeigte auf Torwart Christian Prowald. Dieser erhielt glücklicherweise nur eine allerletzte Ermahnung für Halten. Die kurze Unterbrechung reichte offensichtlich Norwegen zum Luftholen, kamen sie im Anschluss noch einmal Druckvoll. 3:05 Minuten vor Ende dann der Schock. Iver Bjönerem, Matchwinner im WM Finale 2015, konnte eine Vorgabe am Tor eiskalt von der Wand und mit reichlich Kraft und Schwung ins deutsche Tor verwandeln. Der 1:0 Treffer war gleichzeitig der Schlusspfiff des Spiels. Deutschland ist nach einer hervorragenden Leistung leider trotzdem torlos aus Rennen um den EM Titel geflogen. Im morgigen Spiel gegen Schweden geht es nun um Bronzemedaille, gegen die man sich in der Vorrunde 1-1 getrennt hatte. Norwegen trifft im Finale auf Vorrunden- Gegner Dänemark und möchte neben dem EM Titel auch Revanche für die 1:0  Niederlage im ersten Aufeinandertreffen nehmen.

Morgige Spiele:

Herren Blau
Deutschland - Schweden 12 Uhr deutsche Zeit
Damen Weiß
Deutschland – Norwegen 13.15 Uhr deutscher Zeit

Ausblick:

Die deutschen Herren kennen ihren Halbfinalgegner bereits aus der Vorrunde. Dort konnte man früh in Führung gehen und weite Teile des Spiels dominieren. Jedoch konnte Schweden in der zweite Hälfte eine ihrer weniger Chancen zum Ausgleichstreffer nutzen. Die Schweden konnten zudem mit gleich zwei Toren im Spiel gegen Dänemark (2:3 Endstand) sowie dem Golden Goal Sieg über die Türkei im Viertelfinale ihre Torgefährlichkeit unterstreichen. Für das deutsche Team wird es wichtig sein die Konzentration über die gesamte Zeit aufrecht zu erhalten. Auf dem Papier gilt Deutschland als Favorit.

Bei den deutschen Damen ist der Gegner etwas schwerer zu analysieren. Das Spiel der Norwegerinnen wirkt sehr tagesformabhängig. Auf der WM verlor das deutsche Team in der Vorrunde gegen Konterstarke Norwegerinnen mit 2:1. Gewannen aber im abschließenden Finale dominant 3:0. Die Norwegerinnen spielten sich heute souverän mit einem 3:0 gegen Schweden durchsetzen. Alle drei Tore fielen in der ersten Halbzeit.

Sowohl das kleine Finale um Bronze bei den Herren, wie auch das große Finale um den EM Titel bei den Damen werden sicherlich wieder hochklassige Spiele. Beide Teams gelten in den Begegnungen als Favoriten, müssen dieser Rolle nun aber auch gerecht werden. Die Spiele werden wieder live via Livestream übertragen und kommentiert.

Anekdoten:
+ Schweden gewann nach der unterwartet hohen 0:5 Niederlage, heute die zweite Begegnung gegen die Türkei 2:1 per Golden Goal. Das Tor fiel 8 Sekunden vor Ende der Verlängerung.

+ Die Türken konnten ihre Serie – Torerfolg in der ersten Halbzeit – auch am heutigen Wettkampftag fortsetzten. 

+ CMAS Präsidentin Anna Arzhanova ist seit gestern auf der Europameisterschaft. Sie stelle sich der Fragen der UWR Community bei einem offenen Dialog im Pool im Anschluss an die Spiele. Heute war sie den Tag über im Bad und hat die Spiele beobachtet. Es fand spannender und konstruktiver Austausch statt.

+ Die Dänen gewannen ihr Halbfinale gegen Schweden mit 3:2 und stehen somit zum ersten Mal seit 1997 wieder im Finale. Dänemark war 1982 erstmals und bisher einzige mal Europameister. Die Meisterschaft wurde damals in Malmö ausgetragen.

 

Tag 4 - Donnerstag, 29.06.2017

Gruppensieg für deutsche Herren

Für das heutige Spiel gegen Finnland haben sich die Herren viel vorgenommen. So wurde bei der Analyse des Schweden- Spiel vor allem Einzelaktionen sowie zu geringe Tauchbereitschaft kritisiert. Kapitän Lukas Tadda selbst versprach der Mannschaft sich deutlich mehr am Spielaufbau zu beteiligen, sieht er diesen als Schlüssel zum Torerfolg. Und vieles von dem was vorgenommen wurde, konnte auch umgesetzt werden. Nach kurzem Kampf unmittelbar nach dem Anhupen, konnte sich Deutschland bereits früh in der gegnerischen Hälfte festsetzten. Eine Vorlage von Andreas Weißenberger, unterstützt durch einen Block von Hannes Hofmann, konnte Mannschaftsführer Lukas Tadda zum 1:0 verwandeln. Die Führung in Minute 7 ließ Deutschland deutlich selbstbewusster auftreten, allerdings auch neue Schwächen aufzeigen. „Am gegnerischen Tor ist kein Ball. Also geht mehr zum Ball und hört auf euch alle immer ans Tor zu legen“, ermahnte Tadda seine Kameraden. Das angesprochene Aufbauspiel schwächelte in dieser Phase des Spiels am zu frühen Positionieren von Spielern. Gleichzeitig gelangen den Finnen zunehmende Befreiungsschläge. Eine dieser Gegenwelle kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit scheiterte an einem Torabschluss, obwohl der deutsche Korb unbesetzt war. Eine sehr gefährliche Situation, jedoch auch die einzige nennenswerte auf finnischer Seite zu diesem Zeitpunkt.
Für die zweite Hälfte wünschte sich Bundestrainer Wilhelm Nier noch mehr Impulse im Forechecking und brachte mit den Einwechslungen von Manuel Gassner und Martin Meskes zwei frische Stürmer ins Spiel. Dieser Wind verhalf Deutschland zu einem guten Start in Durchgang zwei. Erst in Minute 21 kam Finnland zur ersten eigenen Druckphasen und konnte für einige Minuten das Spiel in die deutsche Hälfte ziehen. Bis zum Ende des Spiels war dann aber wieder Deutschland die spielbeherrschende Mannschaft. 1.40min vor Ende des Spiels gelang Deutschland noch einmal eine intensiven Angriffsphase über mehrere Wellen, welche das Publikum auf der Tribüne mehrmals aufstöhnen lies. Es blieb allerdings beim prüfen der finnischen Verteidigung. Ein weiterer Treffer gelang dem deutschen Team nicht. Mit dem 1:0 Endstand ist Deutschland nun Gruppenerster und erwartet nun nach dem Ausspielen der Hoffnungsrunde seinen Gegner am morgigen Freitagnachmittag um 15Uhr deutscher Zeit.

„Jetzt kommen die KO Runden. Und gegen solche Teams (Finnland) können wir zu 0 spielen. Das haben wir gezeigt“, erklärt Lukas Tadda und spricht dabei auf die Historie Finnlands an, waren sie erst zuletzt 2005 Europameister und 2007 gar Weltmeister bei den Herren.

Ein spannende Wende gab es heute ebenfalls zu berichten. Das erwartete Torjagen der Schweden gegen die Türkei aufgrund des Direktvergleichs zwischen ihnen und Deutschland im Kampf um die Gruppenplatzierung wurde unerwartet und erstaunlich hoch von Schweden verloren. Nach einem 2:0 Rückstand zur Halbzeit, konnte die Türkei die Führung zu einem 5:0 ausbauen. Erstaunlich war dabei, dass Torschütze Andreas Bergenholtz die gesamte zweite Halbzeit das Spiel von außen betrachtete. Einige Stimmen bei anderen Teams vermuten, dass Schweden nicht unglücklich über die Niederlage sei, da aufgrund der gestrigen Niederlage von Weltmeister Norwegen gegen Dänemark, nun der Gruppenerste die Aufgabe hat den Weltmeister zu schlagen. Und dieser spielte am gestrigen Abend nicht in Bestbesetzung. Der Ausfall einer Flugverbindung sorgte dafür, dass ein wichtiger Spieler der Norweger gestern nicht dabei sein konnte, er soll aber heute zur Mannschaft dazu stoßen.
Auch das deutsche Team war sich dieser Konstellation vor Spielbeginn bewusst. Ein Taktieren oder Abschenken eines Spiels um Gruppenzweiter zu werden, war für den amtierenden Europameister zu keinem Zeitpunkt ein Thema.

„Wir wollen unseren Titel verteidigen. Dafür haben wir das Team nominiert. Dafür sind wir hier“, machte Bundestrainer Wilhelm Nier deutlich.


Gruppensieg für deutsche Damen

Im letzten Gruppenspiel der Gruppe B Damen ging es im direkten Duell zwischen Deutschland und Schweden um den Gruppensieg. Schweden hätte zum Gruppensieg bereits ein Unentschieden gereicht, Deutschland unter Zugzwang brauchte für den Gruppensieg einen Sieg. Und ebenso aktiv begannen die deutschen Damen auch die Begegnung. Bereits nach drei Minuten gab es die eine 2- Minuten Strafe für Schweden wegen Halten am Korb. Deutschland in Überzahl drückte Schweden bedrohlich an den Korb und konnte einige gute Chance herausspielen. Die Schwedinnen waren zu diesem Zeitpunkt frisch genug um die Strafzeit unbeschadet zu überstehen. Deutschland ließ aber auch im Anschluss an das Powerplay Schweden nicht aus der eigenen Hälfte. In der 11 Minute dann erlöste Laura Dörflinger ihre Mannschaft mit dem verdienten 1:0 Führungstreffer. Eine weitere gute Chance folgte bereits zwei Minuten später. Schweden hatte lediglich in den letzten 30 Sekunden der ersten Hälfte eine kurze Druckphase in der deutschen Spielfeldhälfte.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel zunehmend ruppiger. Die Schiedsrichter ließen jedoch viele Szenen laufen. So nahm neben der Aggressivität im Spiel auch die Anzahl der Kämpfe an der Wasseroberfläche zu. Ungewöhnlich dabei oft, dass phasenweise bis zu 5 Spielerinnen sich an den Klammereien beteiligten.
Dennoch wurde das Spiel deutlich von Deutschland dominiert. In Spielminute 25 konnte ein Angriff Deutschlands nur durch eine Schulter im Korb verhindert werden. Der Schiedsrichter entschied zurecht auf Strafwurf. Regina Pavlovic verwandelte diesen souverän nach nur 18 Sekunden gegen die schwedische Nummer 9 Therese Blennert. Das nun zunehmend hitzige Spiel wurde gleichzeitig auch immer lauter. Das Spiel wurde nicht nur zunehmend an die Wasseroberfläche gezogen, sondern auch von teilweise harten und auch unfairen Tätigkeiten begleitet. Die internationalen Schiedsrichter legte diese allerdings als sportlich- internationale Härte aus. Nadine Griebl verschaffte sich selbst Luft mit dem 3:0 in der 29min und ließ ihrer Freude lautstark freien Lauf.
Ein durchweg kontrolliertes Spiel ließ die schwedischen Damen lediglich in der Schlussphase zu einer Torchance kommen. Eine dieser wenigen Torgelegenheiten reichte den Schwedinnen zum 3:1 Ehrentreffer 40 Sekunden vor Ende der Partie.


Morgige Spiele:
Herren (blau): Norwegen/Spanien/ Türkei – Deutschland 15 Uhr MEZ
Damen (blau): Finnland – Deutschland 14 Uhr MEZ


Ausblick:

Die deutschen Herren wird der Halbfinalgegner erst noch durch eine Hoffnungsrunde ausgetragen. Am wahrscheinlichsten ist die Halbfinalkonstellation gegen Norwegen. Bard- Inge Peterson, Matchwinner im WM Finale 2011 und 2015, wird rechtzeitig zum Spiel dabei sein. Im Vorrundenspiel gegen Dänemark hatte er noch gefehlt. Norwegen, als amtierender Doppelweltmeister, gilt natürlich auch als Finalfavorit. Die Konstellation Deutschland und Norwegen, die sowohl das letzte EM Finale 2010 sowie die beiden WM Finale 2011 und 2015 austrugen, hat den Stellenwert eines Finalspiels. 2011 gelang Norwegen in exakt demselben Becken der erste WM Sieg in der norwegischen Unterwasserrugby Geschichte. Bard- Inge Peterson erzielte damals den Siegtreffer bei einem 2 Minuten Überzahlspiel. Morgen werden die Karten sicherlich neu gemischt. Das deutsche Team muss nicht verstecken und hat bewusst diesen Weg und diese Begegnung gesucht. Anpfiff ist um 15Uhr deutscher Zeit.

Bei den Damen steht der Gegner Finnland bereits fest. Mit drei Siegen aus drei Spielen und einem Gegentor steht Deutschland als Favorit fest. Finnland kämpfte sich durch  ein 2:1 gegen die Türken und ein 1:0 gegen Dänemark ins Turnier, verlor allerdings gegen Vizeweltmeister Norwegen mit 0:1. Die Norwegerinnen vermissen aber noch eine wichtige Spielerin. Amanda Barsten stößt erst am Samstag zu den Endspielen zu ihrem Team dazu. Auf der Weltmeisterschaft 2015 in Cali gewann Deutschland schon einmal gegen Finnland mit 1:0. Morgen haben die Finninnen jedoch Heimspiel und eine große Fangemeinde hinter sich.

Morgen beginnen nun die KO Spiele - und direkt zum Auftakt mit gleich zwei hochklassigen Begegnungen.

Anekdoten:

  • Die 5:0 Niederlage der schwedischen Herren dürfte vermutlich die höchste Niederlage sein, die eine schwedische Nationalmannschaft auf einer offiziellen Meisterschaft je hatte.
  • Die türkischen Herren konnte auf dieser EM bisher in jedem Spiel (Deutschland, Finnland, Schweden) in Halbzeit eins ein Tor erzielen.
  • Die Damen aus Österreich haben mit dem Unentschieden gegen Spanien heute ihren ersten Punkt der jungen Damen- Nationalmannschaftsgeschichte geholt.
  • Es gibt im Hotel beim Frühstücks Buffe einen Schokobrunnen, in den man Früchte und „Rattenspeck“ mit Schokolad
 
 

Tag 3 - Mittwoch, 28. Juni 2017

Vorentscheidung um den Gruppensieg vertagt

Das heutige Spiel der Herren gegen Schweden kann durchaus als Gigantentreffen bezeichnet werden. Nach dem 2:1 Sieg gegen Finnland, stand Rekordweltmeister Schweden im Spiel gegen Deutschland in einer guten Position. Aber auch Deutschland hinterließ mit einem beeindruckenden 5:1 Sieg gegen die Türken klare Ambition auf den Gruppensieg. Das knappe 2:1 der Finnen gegen die Türken, nach vorherigem 0:1 Rückstand, lies im Vorfeld einen kleinen Vorteil für Deutschland erahnen.

Dennoch war es unerwartet, dass Kapitän Lukas Tadda bereits in der zweiten Minute und als zweite Angriffswelle das frühe 1:0 erzielte. Eine hervorragende Teamarbeit, welche die Schweden mit Sicherheit kalt erwischt hat.

Schweden bewies jedoch Klasse und lies sich vom frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil, das Spiel wurde eher auf deutscher Seite hitziger und schnell wurden innerhalb kürzester Zeit vier Freiwürfe gegen Deutschland gepfiffen. Co-Trainer Marcel Mohring reagierte direkt mit einer Auszeit in der achten Minute und versuchte das Team zu beruhigen. Die anfängliche Dominanz, gefolgt von einer langen Druckphase Schwedens, konnte Deutschland in den abschließenden vier Minuten der ersten Hälfte in ein konzentriertes Druckspiel auf den schwedischen Korb umwandeln, sich jedoch nicht mit einem weiteren Tor belohnen.

In der Halbzeitpause fasste Lukas Tadda noch einmal die Spielidee zusammen.
„Unser Plan 1 ist Ballbesitz. Jeder Zweikampf ist so wichtig wie das ganze Spiel“, ermahnte er seine Spieler und sprach die teilweisen unkonzentrierten Pässe an, die den Gegner erst richtig gefährlich werden ließen.

In Halbzeit zwei, mit insgesamt nur zwei Freiwürfen, kam nun allerdings Schweden besser ins Spiel. Wie Deutschland in Durchgang eins, gelang es diesmal den Schweden durch Adreas Bergenholtz nach nur drei Spielminuten den 1:1 Ausgleich zu erzielen. Deutschland reagierte auf diesen Schock zunächst mit einer Auszeit und sammelte sich einen Moment. Zwar hatte das deutsche Team im Anschluss wieder deutlich besser ins Spiel gefunden, Schweden gelang es doch immer wieder,  die zahlreichen guten Chancen nicht in ein Gegentor münden zu lassen. In der letzten Minute wurde es dann gar noch einmal hitzig.

Der Schwede Jens Westerlin verlor die Nerven und schlug emotional aufgeladen nach einem deutschen Spieler. Dabei verfehlte er diesen nur knapp. Der Überwasser-Schiedsrichter ahnte die Tätlichkeit umgehend mit einer 2-Minuten Zeitstrafe. Das 6 gegen 5 Powerplay 49 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit bot noch einmal Großchancen auf deutscher Seite. Die Kraft und Zeit reichte jedoch nicht, sich mit einem abschließenden Siegtreffer zu belohnen.

Der 1:1 Endstand vertagt somit die Vorentscheidung auf den Gruppensieg auf morgen und lässt es zu einem Fernduell werden. Deutschland ist durch den 5:1 Erfolg in der besseren Situation, muss jedoch mit einem Sieg gegen Finnland nachziehen. Die Schweden werden die Aufgabe haben, das Team aus der Türkei möglichst hoch zu schlagen, um aufgrund des besseren Torverhältnisses nicht Gruppenzweiter zu werden. Dabei haben sie den Vorteil, dass sie das Spiel Deutschland gegen Finnland abwarten können.


Deutsche Damen im Halbfinale


Mit einem 21:0 gegen die spanischen Damen konnte sich Deutschland am heutigen Nachmittag für das Halbfinale qualifizieren. Der Gruppensieg wird jedoch erst morgen beim direkten Aufeinandertreffen zwischen Schweden und Deutschland entschieden. Dabei liegt nun Schweden in der besseren Ausgangslage, langt ihnen aufgrund ihres 22:0 gegen Spanien bereits ein Unentschieden um den Gruppensieg für sich zu entscheiden. Trainer Jörg Oertel geht jedoch entspannt an die Sache ran. „Bevor wir hierher kamen wollten wir Schweden schlagen. Und jetzt wollen wir sie immer noch schlagen“.

Das Spiel gegen Spanien unterstreicht das Vorhaben. Nadine Griebl eröffnete das Tore schießen gleich mit einem Doppelschlag in der 3. und 4. Spielminute. Es folgten Tore von Heide Böhm (5. Min.), Stefanie Nusser (6. Min.), Regina Pavlovic (8., 13. und 15. Min), Marion Schlue (9. und 13 Min.), Maren Janko (12. Min.)und Kati Vehlow (13. Min) zum 11:0 Halbzeitstand. Trotz klarer Führung war man dennoch nicht komplett zufrieden im deutschen Team. „Dieses Spiel dient uns dazu, uns zu finden“, erklärt Oertel und fordert zugleich: „Mehr abtauchen. Mehr anbieten. Mehr da sein“ von seinen Spielerinnen.

Es folgten weitere zehn Tore von Stephanie Popp (16. Min.), Kati Vehlow (18. und  29. Min.), Maike Rossmann (20. Min.), Julia Weissenberger (22. und 26. Min.), Maria Schlue (24. Min.), Stefanie Nusser (25. Min.), Linda Ostendorf (28 Min.) und Monika Rost (30. Min.).

Spanien selbst hatte im gesamten Spiel tatsächlich nur einmal eine Situation, in der  sie sich für eine Minute an der deutschen Ecke positionieren konnten. Eine nennenswerte Torchance ließen die deutschen Damen jedoch in der gesamten Partie nicht zu.

nsprache Damenteam / Foto:VDST
Nadine Griebl - Torschützin der ersten beiden Treffer / Foto: VDST
Nadine Griebl (Nr. 3) neben Kati Vehlow / Foto: VDST
Torschütze Lukas Tadda beim 1-0 Führungstreffer / Foto: VDST
Lukas Tada und Bundestrainer Wilhelm Nier / Foto: VDST

Tag 2 - Dienstag, 27. Juni 2017

Sowohl bei den Herren, wie auch bei den Damen konnten die deutschen Teams bei ihren ersten Begegnungen auf der 10. Unterwasserrugby-Europameisterschaft in Führung gehen und souverän gewinnen.

„Wir müssen jetzt mal aufhören so nervös zu spielen“, laute die Ansage von Co- Trainer Marcel Mohring beim 1:1 Halbzeitstand der deutschen Herren gegen die Türkei. In der Anfangsphase kam die Türkei deutlich besser ins Spiel und drückte die ersten 4 Minuten des Spiels Deutschland in die eigene Hälfte. Erst in der 11.  Minute konnte sich Deutschland mit dem 1:0 durch Martin Schottmüller in die erwartete Führung bringen. Die Türken hingegen gaben sich zu keinem Zeitpunkt geschlagen und glichen gar nur 40 Sekunden nach dem Rückstand mit einem 1:1 aus. Eine ruppige erste Halbzeit mit mehreren Freiwürfen und gleich drei Verwarnungen gegen die Türkei übertrug sich glücklicherweise nicht in die zweite Hälfte.

Die Worte der Trainer und Wortführer aus der Mannschaft erzielten die gewünschte Wirkung. Der Krefelder Martin Meskes erzielte in Minute 18 das 2:1. Es folgten weitere Tore durch Lukas Tadda (23. und 26 Minute) zum zwischenzeitlichen 4:1. Kurz vor Ende der Partie wurde Jens Dingel an der eigenen Wechselgasse von einem Gegner beim Verlassen des Wassers festgehalten. Der Referee ahnte diese Tätigkeit mit einer 2 Minuten-Strafe gegen die Türkei. Das abschließende Powerplay verwandelte Jochen Schottmüller quasi mit dem Ablaufen der Zeitstrafe und finalem 5:1 entstand.

Bei den Damen ging es um 14:00 Uhr Ortszeit gegen Turnierneuling Österreich. Als amtierender Europa- und Weltmeister war die Favoritenrolle in diesem Spiel klar gesetzt. Und die deutschen Damen wurden dieser Rolle gerecht. Ein schnelles und faires Spiel mit insgesamt nur fünf Freiwürfen wurde souverän mit 14:0 zu gewonnen.

Regina Palovic durfte sich dabei als erste in die Torschützenliste eintragen (4. und  11 Min.). Es folgten Marion Schlue (6. Min.), Nadine Griebl (7. Min.), Kapitänin Stefanie Nusser (9. Min.) sowie Maike Rossmann (11. Min.). Den 7:0 Halbzeitstand erzielte zum Ende in Durchgang eins Marion Schlue via Strafwurf (13. Min.).

In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Bis auf wenige Befreiungskonter, die jedoch nur selten den Weg zum deutschen Korb fanden, war das Spiel souverän dominiert. Die Torschützenliste zeigt zudem die ausgewogenen dieser Mannschaft. So durften sich neben Marion Schlue (20. Min), Nadine Griebl (21. Min) und Maike Rossmann (30. Min.) zusätzlich Kati Vehlow (17. und 30 Min.), Maren Janko (24. Min.) sowie Linda Ostendorf in die Torschützenliste einreihen.


Morgige Spiele:

Herren (blau): Deutschland – Schweden, 10 Uhr MEZ
Damen (blau): Deutschland – Spanien,  13 Uhr MEZ


Ausblick:

Die deutschen Herren haben vermutlich das härtere Spiel, konnte sich heute Schweden mit 2:1 gegen Finnland durchsetzen.
Die spanischen Damen verloren heute 22:0 gegen die Schwedinnen.


Anekdoten

  • Zum ersten Mal in der UWR-Geschichte nehmen an einer interkontinentalen Meisterschaft mehr Damen- als Herrenmannschaften teil.
  • Die Damen aus Österreich haben heute gegen Deutschland ihr erstes offizielles Länderspiel bestritten.
  • In Wien wird im September 2018 ein Cup für Nationalmannschaften angeboten
  • Die Flugbegleiterin auf dem Hinflug: „Ich hatte schon einmal Unterwasserrugby-Spieler an Bord – 2015“ – damals sind wir mit ihr nach Kolumbien geflogen :)
Ansprache von Co-Trainer Marcel Mohring / Foto: VDST
Torschütze Martin Schottmüller (Nr. 19) / Foto: VDST
Eröffnung der Damen / Foto: VDST
Halbzeitbesprechung bei den Damen / Foto: VDST
Torschützin Regina Pavlovic / Foto: VDST

Tag 1 - Montag, 26. Juni 2017

„Wir wünschen den amtierenden Europameistern viel Erfolg bei der Titelverteidigung“. Mit diesen motivierenden Worten aus dem Cockpit der Lufthansa-Maschine begann am frühen Morgen für die 35-köpfige Unterwasserrugby- Delegation die Mission „Titelverteidigung im Doppelpack“.

Sowohl die deutschen Damen sowie die Herren treten dabei allerdings nicht nur als Titelverteidiger, sondern auch als Favoriten an. Dies wurde bei den ersten Interviews von Livestream-Kommentator Davrel Tien bemerkt, der bereits das Gerücht unserer absoluten Dominanz in der Schwimmhalle verbreitete.

Dabei war zur Eröffnungsfeier und somit auch zu den offiziellen Trainings, der vermutlich gefährlichste Konkurrent Norwegen noch nicht einmal vor Ort. Doch auch andere Mannschaften sind in diesem Jahr nicht zu unterschätzen. Mitfavoriten aus deutscher Sicht bei den Herren sind neben Norwegen ganz klar auch die Dänen sowie der morgige Gegner Türkei. „Wir wissen nicht, was dieses Team ist und kann. Es ist für uns ein völlig unbekannter Gegner“, analysierte Bundestrainer Wilhelm Nier bei der abschließenden Mannschaftsbesprechung.

Bei den Damen geht man selbstbewusster an die Fragestellung heran, sieht man sich selbst ganz klar als amtierender Welt – und Europameister in der Position. „In erster Linie spielen wir gegen uns selbst“, philosophiert Tanja Scherer.

Bei der offiziellen Ballselection fiel der Wunsch, auf den Ballvorschlag von Norwegen zu warten und daher die Ballselection zu verschieben. Eine skandinavische Nation war jedoch dagegen, weshalb die Wahl wie geplant stattfand. Die deutschen Mannschaftsführer Stefanie Nusser und Lukas Tadda konnten dabei auch ihre Favoriten durchsetzen und sind mit der Wahl zufrieden.

Morgige Spiele:

Herren (blau): Deutschland – Türkei;  10 Uhr MEZ
Damen (blau): Deutschland – Österreich 13 Uhr MEZ


Anekdoten:

  • Das diesjährige Bad war bereits Austragungsbad 2005 und 2011 Wettkampfbad. Die Damen holten 2005 und 2011 den zweiten Platz, die Herren wurden 2005 Vierter und 2011 Vizeweltmeister. Beide Teams haben in diesem Bad noch nie gewonnen –  „Beim dritten mal… oder so“.
  • 23Uhr Ortszeit und es ist immer noch hell draußen