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Leistungssport

Januar 2017: Tournoi Féminin in Rennes

Ein Mal mit dem Zug 9 Stunden quer durch Deutschland und Frankreich und man landet in Rennes in der Bretagne, wo jährlich im Januar das "Tournoi Féminin" ausgetragen wird -- Europa's größtes Freundschaftsturnier für Frauenmannschaften im Unterwasserhockey. Der vorläufige Kader der Nationalmannschaft nutzte die Chance als Test in der Vorbereitung auf die diesjährige Europameisterschaft und belegte einen fünften Platz von 16 teilnehmenden Teams.  

Das Turnier hat einen besonderen Charme, da am Samstag im "Potluck"-Modus gespielt wird: Die circa 160 angereisten Spielerinnen spielen dabei nicht mit ihrer Heimmannschaft, sondern werden bunt zu neuen Teams zusammengewürfelt. Jedes Team wird von einer international erfahrenen Spielerin gecoached. Die perfekte Gelegenheit, neue Taktiktips zu bekommen, Techniktricks zu lernen und herzliche Mitspielerinnen kennenzulernen!

Am Sonntag gilt dann normaler Turnierbetrieb, in dem die deutschen Damen gegen Spielerinnen aus Frankreich, Holland, Belgien, Spanien und der Schweiz antraten. Als Gruppenzweiter qualifizierte sich der Kader für die oberere Hälfte, den Play-Offs um die Plätze 1 bis 8. Gegen den späteren Zweitplatzierten des Turniers, Rennes I, verlor die deutsche Mannschaft knapp in der Nachspielzeit mit 2:3. Es folgten Siege gegen Lille, Marseille und die Belgische Nationalmannschaft, sodass am Ende ein fünfter Platz von 16 teilnehmenden Teams zu Buche stand.


November 2016: UW-Hockey-Kader trainiert in Oberhaching

Welcher Sportler kennt es nicht: Das Gefühl nach einem langen Trainingswochenende Sonntagabend ins Bett zu fallen, todmüde und völlig erschöpft, aber auch einfach glücklich und zufrieden mit sich und der Welt. Zahlreiche Wassereinheiten liegen hinter uns, sowie etliche Stunden im Seminarraum für Theorie und Taktik und Einheiten in der Turnhalle für Ausdauer, Kraft und Dehnen. Ein Wochenende in der Sportschule Oberhaching bietet ideale Trainingsbedingungen. Vom 11. bis zum 13. November trainierte dort der vorläufige Kader der VDST UWH Damennationalmannschaft unter Leitung ihres holländisches Coaches Paul van den Brakel zusammen mit dem Team des Untewasserhockey München e.V.

Der Fokus des Kaders auf seinem Weg zur Europameisterschaft 2017 lag an diesem Wochenende auf der Pucktechnik. Im Unterwasserhockey ist die Technik ein entscheidender Faktor um Zweikämpfe zu gewinnen, das Spiel zu kontrollieren und anschließend aufzubauen. Auch der "Flick", die Technik um einen Pass unter Wasser zu machen, ist maßgeblich für den Erfolg. In vielen Übungen versuchten die Spieler über Hindernisse zu flicken und so ihrem Pass mehr Höhe und Weite zu verleihen. Außerhalb des Wassers konzentrierte sich der Lehrgang auf die Theorie des Spielsystems "2-1-2-1", welches mit zwei Stürmern, einem Mittelfeldspieler, zwei Seitenverteidigern und einem 1 Mitelverteidiger arbeitet. In der Turnhalle stand individuelles Krafttraining zur Stabilisation der Rumpfmuskulatur sowie Faszientraining zur Regeneration mit Hilfe von Blackroles auf dem Programm.

Unter den 30 Teilnehmern befanden sich auch 6 Kinder und ihre Betreuer Ralph Cahn und Marion Brandl. Ausgestattet mit Kinderschlägern und einem Kinderpuck absolvierten sie ihr eigenes Programm, konnten sich aber gleichzeitig viel von den Erwachsenen abschauen. Auf die Frage, was ihr am Wochenende am besten gefallen hat, antwortet ein 12-jähriges Mädchen beim Mittagessen am Sonntag ohne zu zögern: "Als die Erwachsenen ein Spiel mit uns gespielt haben, das war toll. Das war am schönsten!" Und ihre blauen Augen strahlen.


April 2016: Junge Nationalmannschaft im Unterwasser-Hockey erreicht ersten Sieg bei einer WM

Die Deutsche VDST-Unterwasser-Hockey-Nationalmannschaft des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) nahm erstmals an einer Weltmeisterschaft im Unterwasser-Hockey teil und belegte den zehnten Platz auf der Weltmeisterschaftsbühne.

 

Vom 25. März bis 2. April 2016 fand im südafrikanischen Stellenbosch die Weltmeisterschaft im Unterwasser-Hockey (WM) statt. Erstmals entsandte der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) eine Nationalmannschaft in dieser Sportart, um sich im internationalen Vergleich zu messen. Die junge Mannschaft belegte den zehnten Platz von 13 teilnehmenden Teams.

 

Nach einer intensiven Vorbereitung mit monatlichen Trainings- und Turnierwochenende im In- und Ausland reisten 12 Spielerinnen der VDST-Damen-Nationalmannschaft unter Trainer Paul van den Brakel nach Stellenbosch. Im ersten Gruppenspiel trafen die Spielerinnen auf den aktuellen Asienmeister aus den Philippinen und erzielten einen 4:0 Sieg. Dies war ein Fortschritt im Vergleich zur letzten Weltmeisterschaft 2013 in Ungarn, bei der das Team noch gegen die Philippinen in der Nachspielzeit verloren hatte.  In Südafrika blieben die VDST-Damen ohne Gegentor und waren überlegen. Es war der erste Sieg einer deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei einer Unterwasser-Hockey-Weltmeisterschaft.

Im weiteren Verlauf der Gruppenphase trat das Team gegen deutlich stärkere Mannschaften an, wie z.B. den amtierenden Vizeweltmeister Großbritannien, den späteren aktuellen Weltmeister Südafrika oder Spanien und die USA. Hier war das Team chancenlos, sammelte jedoch Erfahrung auf internationalem Niveau.

Nach der Gruppenphase wartete Singapur als Gegner in den Play-Offs. Nach umkämpften 25 Minuten ohne Tor auf beiden Seiten erzielte die deutsche Mannschaft die Führung und hielt das 1:0 die letzten fünf Minuten bis zum Ende. Mit einem zehnten Platz von 13 teilnehmenden Teams erzielt die Mannschaft das für sie beste Ergebnis. "Ich bin sehr stolz auf meine Spielerinnen", lobt Trainer Paul van der Brakel. "Sie blieben in den schwierigen Momenten der Niederlagen stark und brachten die erforderliche Leistung als sie die Chance hatten zu gewinnen." Mannschaftskapitänin Daniela Steidl vom Unterwasserhockey München e.V. fügt begeistert hinzu: "Das ist unglaublich! Die ganze Welt hat gesehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir sind hungrig auf mehr!"

 

Unterwasser-Hockey ist in Deutschland noch nicht so verbreitet wie in den anderen an der Weltmeisterschaft teilnehmenden Ländern, in denen es teilweise wie in Neuseeland sogar Schulsport ist. Für die deutsche Mannschaft, die noch am Anfang ihrer Entwicklung steht, ist dies von daher ein positives Ergebnis.

 

 

Fotos: VDST / Bettina Kuske, Helmut Mathies, Yori Huynh