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06.09.11

Gelungene Generalprobe für Orientierungstaucher des VDST

 

Eine Woche vor Beginn der Weltmeisterschaften und Jugend-Europameisterschaften am heimischen Störitzsee bei Berlin haben die Orientierungstaucher des VDST beim Weltcup im kroatischen Fuzine nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht. Obwohl der Wettkampf aus dem vollen Training heraus absolviert wurde, da der Schwerpunkt der Vorbereitung ganz klar auf dem Saisonhöhepunkt liegt, präsentierten sich die Herren bereits in bestechender Form. Die VDST-Damen konnten berufsbedingt nicht an den Start gehen.

Im 640 Meter langen M-Kurs, der einzigen Einzeldisziplin an diesem Wochenende, bei der drei Wendebojen zu umrunden sind und im Ziel ein 32 Meter breiter Korridor möglichst im Zentrum zu treffen ist, konnte Max Lauschus vom TSC Rostock seine Vorjahresplatzierung bestätigen und belegte mit der zweitschnellsten Zeit und zwei Metern Abweichung Rang drei. Willi Krause vom TC Delitzsch, der die deutschen Farben bei den Jugend-Europameisterschaften vertreten wird, belegte im starkbesetzten Feld mit Athleten aus sieben Nationen den siebenten Platz. Daniel Sonnekalb (Delitzsch) und Jan Zeggel (Rostock) vergaben trotz sehr guter Schwimmzeiten durch zu viel Abweichung ihre Chancen auf eine vordere Platzierung und belegten in der Endabrechnung die Ränge zehn und elf.

Das Meisterstück lieferte das Herren-Quartett des VDST jedoch in der Disziplin Mannschaftstreffübung (MTÜ) ab, die bei jedem Weltcup obligatorisch ist, um den Stand der Nationenwertung zu ermitteln und zugleich als Königsdisziplin gilt. Hierbei starten alle vier Athleten gleichzeitig an verschiedenen Startpunkten und treffen sich nach Absolvierung der ersten Strecke zunächst paarweise. Im Anschluss gehen die Paare gemeinsam auf die zweite Strecke, um sich erneut zu treffen und den 250 Meter langen Kurs ins Ziel gemeinsam zurückzulegen. Ein Taucher des Teams gibt dabei Geschwindigkeit und Richtung vor. Analog zum M-Kurs wird im Ziel neben der erreichten Zeit die Abweichung vom Zentrum gemessen. Für ein gutes Resultat müssen die Abläufe perfekt aufeinander abgestimmt sein und alle Sportler sehr gut harmonieren.

Das gelang an diesem Wettkampftag besonders gut. Trotz schwieriger Sichtbedingungen von nur 1,5 Metern wurden alle Orientierungspunkte schnell und präzise erreicht und der Zieleinlauf par excellence mit null Metern Abweichung geschafft. Als die Wettkampfuhr bei 4:56 Minuten stehen blieb, war der Siegesjubel groß, denn vor 20 Jahren hatte eine deutsche Mannschaft zuletzt die magische fünf –Minutengrenze auf dem 550 Meter langen Kurs geknackt. Damit unterstreicht das VDST-Team eindrucksvoll die Titelambitionen bei der Heim-WM. In Kombination mit der Abweichung war es zudem das beste Ergebnis das jemals in dieser Disziplin erzielt wurde. Das bestätigte bei der Siegerehrung auch Wettkampf-Kommissar Tomasz Flavaj: „Ich bin seit knapp 40 Jahren beim Orientierungstauchen dabei. Eine solche Spitzenleistung habe ich in der MTÜ noch nicht gesehen!“

Im Hinblick auf die am 12. September beginnenden Meisterschaften wollte Bundestrainer Hartmut Winkler jedoch keine Prognose wagen: „Mit den bisher gezeigten Leistungen gehören sowohl die Herren als auch die Damen in allen Disziplinen zu Medaillenkandidaten. Letztendlich wird jedoch die Tagesform entscheidend sein, denn die Spitze ist in den vergangenen Jahren sehr dicht zusammengerückt.“

Die Weltmeisterschaften und Jugend-Europameisterschaften im Orientierungstauchen finden vom 12. – 17. September am Störitzsee bei Berlin statt und werden durch den Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) ausgerichtet.

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