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13.10.11

Integration durch Sport - TC Submarin Pößneck mit dem Grünen Band ausgezeichnet

 

Sprache verbindet - Integration durch Sport mit dem Grünen Band ausgezeichnet

 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Commerzbank AG zeichnen den Tauchclub Submarin Pößneck mit dem "Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein" aus. Das Konzept zur Nachwuchsarbeit des Sportvereins aus Thüringen legt besonderen Wert auf die Integration ausländischer Jugendsportler und hebt sich damit von den rund 200 Bewerbern ab. Der TC Submarin ist Mitglied im Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und erhält für sein Engagement nach 1992 und 2005 zum dritten Mal das "Grüne Band".

Pößneck, 12. Oktober 2011: Im Beisein des Bürgermeisters Michael Modde und des Landrates des Saale-Orla-Kreises Frank Roßner - zugleich Vorsitzender des Kreissportbundes - verleihen Isabel Menzel und Carsten Kribbe von der Commerzbank AG dem ersten Vorsitzenden und Gründer des TC Submarin Dr. Rainer Mohorn feierlich das "Grüne Band". "Jeder Euro des Grünen Bandes ist gut angelegt, denn er erspart mindestens zwei Euro für Resozialisierungsmaßnahmen", freut sich Mohorn. Mit dem Nachwuchsförderpreis werden im Rathaus der Stadt Pößneck heute sowohl die sportlichen als auch die sozialen Erfolge im Verein prämiert.

Das Integrationskonzept des TC Submarin stellt seit der ersten Auszeichnung 1992 ein Vorzeigeprojekt bei der Jugendarbeit dar, indem kontinuierlich die beiden Leitaspekte Sport und Integration kombiniert werden. Schon im Kindes- oder Jugendalter treffen Sportler unabhängig von ihrer Herkunft aufeinander und übernehmen als Vereinskollegen Verantwortung. Im Verein werden nicht nur Teamgeist, Fairness, Disziplin und Freude als Werte vermittelt, sondern auch Freizeitaktivitäten oder Vereinsfeiern organisiert. Mit diesem Gesamtangebot können Migranten schnell in die Gemeinschaft aufgenommen und ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung geleistet werden.

Fairness und Gemeinschaftsgefühl: Sport tut Deutschland gut

Die Ergebnisse der Studie der Deutschen Sporthilfe und der Deutschen Sporthochschule Köln, die am 05. Oktober in Berlin von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich und DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach vorgestellt wurden, verdeutlichen den positiven Einfluss von Spitzensportlern auf die Gesellschaft: Für 87 Prozent der Deutschen haben Sportler eine Vorbildfunktion in punkto Fairness und für 85 Prozent bezogen auf das Gemeinschaftsgefühl. Innenminister Friedrich betont hierbei: "Sport tut Deutschland gut. Der Sport schafft Gemeinschaftserlebnisse, kreiert Vorbilder für Kinder und Jugendliche und ist ein wichtiger Integrationsfaktor."

Nachhaltige Strategie für Integration
Das Ziel einer Annäherung zwischen Einheimischen und Migranten wird durch den stetigen Abbau von Sprachbarrieren verfolgt. Die so entstehenden multinationalen Freundschaften fördern den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und wirken sich nachhaltig auf die Integration aus. Durch Bekanntschaften im Verein unterstützen deutsche Mitschüler ihre ausländischen Vereinskollegen auch bei sprachlichen Anfangsschwierigkeiten im Unterricht.
Damit das Integrationskonzept gelingt, achten die Vereinsverantwortlichen auf das Erlernen der deutschen Sprache und einen guten Schulabschluss. Schulische Probleme werden im Verein thematisiert und durch Kooperationen mit Schulen können Hilfestellungen gegeben werden. Vielfach werden Kontakte zum lokalen und privaten Netzwerk hergestellt, damit das Betreuungsangebot über das Vereinsleben hinausgeht. Auch Arbeitsstellen werden über Vereinskontakte vermittelt, um die Eingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Vereinsgründer Mohorn ist sichtlich bewegt von der Ehrung und freut sich über die erneute Anerkennung der Jugendarbeit: "Ich bin so stolz auf das, was wir hier seit vielen Jahren leisten und dass wir die Auszeichnung nun schon drei Mal bekommen haben. Wir bringen junge Menschen durch Sport zusammen und begleiten sie auf ihrem privaten Lebensweg. Danke an alle Helfer im Verein, den beteiligten Lehrern und Eltern. Sie alle stehen hinter unserem Leitspruch: Wir kümmern uns um unsere Leute."
An einen konkreten Fall erinnert sich Mohorn gern zurück: "Mit 17 Jahren kam ein Ukrainer zu uns in den Verein, der kein Wort deutsch sprechen konnte. Mit Vereinskollegen besuchte er die gleiche Klasse, die ihn in der Schule gleich zu Beginn unterstützten. Über unsere Vereinsaktivitäten wurde er in die Gemeinschaft integriert. Mittlerweile spricht er perfekt Deutsch und hat ein Studium erfolgreich abgeschlossen. Wenn unsere Arbeit solche Früchte trägt, können wir uns glücklich schätzen."

Das Grüne Band: Jury und Botschafter
Die hochkarätige Jury setzt sich mit Vertretern aus Sport und Wirtschaft zusammen und verleiht seit 25 Jahren das Grüne Band. An der Spitze stehen Michael Vesper, Generaldirektor des DOSB, und Uwe Hellmann, Leiter des Brand Management der Commerzbank AG. Insgesamt wurden in diesem Jahr 50 Sportvereine prämiert. Der Förderpreis wird an Vereine der olympischen und nicht-olympischen Verbände verliehen. Seit 1986 haben bereits 200.000 Kinder und Jugendliche in über 1.550 Vereinen von dem mit 5.000 Euro dotierten Preis profitiert. Botschafter des "Grünen Bandes" sind unter anderem Fußballerin Birgit Prinz und Leichtathletin Ariane Friedrich.

TC Submarin Pößneck
Der TC Submarin wurde im Jahre 1972 gegründet und bietet als Mitglied im VDST alle Sportarten rund um das Sporttauchen an. Dazu gehören die Sparten Finswimming, Unterwasser-Rugby und Orientierungstauchen. Der größte sportliche Vereinserfolg als Resultat langfristiger Talentförderung ist der diesjährige Weltmeistertitel des erst 20-jährigen Christoph Oefner über 20 Kilometer im Finswimming, der sich im Rahmen der Verleihung in das "Goldene Buch" der Stadt Pößneck eintragen durfte. Der TC Submarin ist nach eigenen Angaben der mitgliederstärkste Verein in der Region des Saale-Orla-Kreises. Rund die Hälfte aller Mitglieder ist noch minderjährig. Bei Taucher-Hochzeiten wird traditionell mit Langflossen Spalier gestanden.


Bild Copyright VDST
Im Bild: Isabel Menzel, Dr. Rainer Mohorn und Carsten Kribbe bei der Verleihung

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