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23.01.16

Lebensraum und Restaurant zugleich: die Wasserpflanze des Jahres 2016

 

Der Flutende Wasserhahnenfuß (Ranunculus fluitans) wird vom Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) zur Wasserpflanze des Jahres 2016 gewählt um auf seine zahlreichen, wichtigen Funktionen für den Lebensraum Fließgewässer aufmerksam zu machen.

 

Der Flutende Wasserhahnenfuß wurde vom Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) zur Wasserpflanze des Jahres 2016 gekürt. „Damit möchten wir auf seine zahlreichen, wichtigen Funktionen für den Lebensraum Fließgewässer aufmerksam machen“, erklärt Dr. Ralph O. Schill, Umweltreferent im VDST und Biologe.

 

Unter Wasser unscheinbar, ein weißes Blütenmeer an der Oberfläche

Der Flutende Wasserhahnenfuß wurde 1779 von dem französischen Botaniker und Zoologe, Jean-Baptiste de Lamarck beschrieben. Die meiste Zeit des Jahres ist sie eine wenig beachtete Wasserpflanze, die man in größeren, schnell fließenden Bächen und kleineren Flüssen findet. Diese werden vorwiegend nicht wärmer als 18°C und haben eine gute Sauerstoffversorgung. Mit zunehmender Größe eines Fließgewässers und der einhergehenden Trübung bzw. Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit und Temperaturerhöhung verschwindet sie wieder. Um sie herum kommen als typische Pflanzenarten oft  Laichkräuter, Wasserpest und Sumpfschwertlilien vor. Der Flutende Wasserhahnenfuß hat nur Unterwasserblätter, die sehr lang und sehr kräftig sind. Charakteristisch sind die großen weiten Blüten, die sich oberhalb der Wasseroberfläche befinden und Flüsse in ein weißes Blütenmeer verwandeln können.

 

Lebensraum und Restaurant zugleich

„Das dichte Blattwerk unter Wasser und an der Wasseroberfläche stellt einen sehr wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl an im Bach und Fluss lebenden Tieren da“, so Schill, „besonders die Wasserinsektenlarven und kleine Krebse finden hier einen guten Schutz vor Fressfeinden und gleichzeitig einen reich gedeckten Tisch.“ Auch für die Jungfische von Barbe, Rotfeder, Flussbarsch und Zander ist das Grün Lebensraum und Restaurant zugleich. Größere Vorkommen beeinflussen aber auch maßgeblich die Struktur des Gewässers in dem die Wurzeln den Gewässergrund stabilisieren, die Erosion am Grund verringern und damit einen positiven Einfluss auf den Uferbereich haben.

 

Foto: VDST, Klaus van de Weyer

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