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24.09.10

Mit den Tanzgarnelen schweben

 

Ehrenamtlich für Natursport und Artenschutz

Mit den Tanzgarnelen schweben

 

Sie tanzen in großen Schwärmen: Schwebegarnelen sind in deutschen Gewässern immer häufiger anzutreffen und TaucherInnen sind nun aufgerufen, ihre Beobachtungen an den Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) weiterzugeben. Zusammen mit dem Netzwerk „Lebendige Seen Deutschland“ des Global Nature Fund (GNF) sammelt der VDST durch seine Aktion „NEOBIOTA 2010“ neue Erkenntnisse über die bisher fremden Schwebegarnelen.

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich auch unter Wasser einiges getan: fast unbemerkt bekommen einheimische Tiere und Pflanzen Gesellschaft aus weit entfernten Ländern. Ob amerikanische Sonnenbarsche, Ochsenfrösche oder Süßwassermedusen, alle sind heute in heimischen Gewässern anzutreffen. Sie gehören zu den sogenannten Neobiota: Tiere und Pflanzen, die in Deutschland nicht heimisch sind, hierher einwandern und sich wohlfühlen.

 

Der Blick unter die Wasseroberfläche ist gefragt

„Bis jetzt wissen wir viel zu wenig über die Schwebegarnelen und das wollen wir ändern“, sagt Dr. Ralph O. Schill, Biologe der Universität Stuttgart. „Wir setzen dabei auf unsere Taucher! Sie sind die einzigen, die regelmäßig unter die Wasseroberfläche schauen und bei ihren Tauchgängen alle Beobachtungen in Logbüchern dokumentieren“, meint der Fachbereichsleiter für Umwelt und Wissenschaft des VDST zuversichtlich.

Dass auch TaucherInnen ohne wissenschaftlichen Hintergrund ausgezeichnete Beobachter sein können, hat das Projekt Neobiota bereits gezeigt. 2005 startete der VDST die erste Aktion „NEOBIOTA“, um mehr über Verbreitung und Einfluss der Neobiota in deutschen Gewässern zu erfahren. Auf der Grundlage der gesammelten Daten konnten bis heute drei wissenschaftliche Studien veröffentlicht werden.

 

Steckbriefe der Tiere findet man auf der Webseite neobiota.info

Die gesuchten Schwebegarnelen treten gerade in der kühlen Jahreszeit in großen Schwärmen auf. Es handelt sich meist um die Donau-Schwebegarnele, die Rotflecken-Schwebegarnele und die Schwarzmeer-Schwebegarnele.

Auf der Webseite www.neobiota.info finden Interessierte umfangreiche Informationen über Aussehen, Herkunft und Lebensweise von nicht-heimischen Lebewesen sowie eine aktuelle Verbreitungskarte, wo die gemeldeten Funde angezeigt werden.

 

Mitmachen und Gewinnen

Der VDST ruft nun zusammen mit dem GNF alle SporttaucherInnen auf, ihre Beobachtungen zu melden. „Einwandernde Tiere und Pflanzen haben weltweit rasant zugenommen und verdrängen in der Natur oft heimische, teils vom Aussterben bedrohte Arten. Daher ist die Zusammenarbeit von Naturschützern und Gewässernutzern wie Tauchern sehr wichtig, um mehr über die Entwicklung unter der Wasseroberfläche zu erfahren“, begrüßt Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des GNF die Aktion. Mit der Eingabe der Beobachtungen über die Neobiota-Webseite kann jeder einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Biodiversität der heimischen Seen leisten. 

Unter allen TeilnehmerInnen verlost der VDST  monatlich drei Bücher „Süßwasserbiologie – Spezialkurs zur Tauchausbildung“. Erste Ergebnisse werden auf der 42. Internationalen Bootsausstellung in Düsseldorf (22.01.-30.01.2011) am Stand des VDST präsentiert.

 

Download  Bilder druckfähig

Bilder (Copyright VDST; Fotografin Martina Bauder)

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