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28.10.14

Offene Junioren-Europameisterschaft im UW-Rugby 2014: VDST-Team holt Bronze

 

Das Unterwasser-Rugby feiert im Herbst 2014 seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Grund hatte sich der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) um die Ausrichtung der XI. Offenen Junioren-Europameisterschaft im UW-Rugby beworben. Die Meisterschaft wurde am 25./26. Oktober in Mülheim/Ruhr, nur wenige Kilometer vom Ort des ersten UW-Rugbyspiels, ausgetragen. Am 4. Oktober 1964 hatten sich die Mannschaften aus Mülheim und Duisburg im Essener Grugabad zum ersten nachweisbaren UW-Rugbyspiel getroffen. Deutschland ist damit das Geburtsland dieser einzigen dreidimensionalen Sportart – und im Jubiläumsjahr holte das VDST-Team die Bronzemedaille.

Zu der OECJ-Meisterschaft waren sechs Junioren-Mannschaften – aus Dänemark, Finnland, Kolumbien, Norwegen, Schweden und Deutschland – sowie zwei Juniorinnen-Mannschaften aus Dänemark und Norwegen am 24. Oktober nach Mülheim gereist. Es war das erste Mal, dass Juniorinnen an einer Europameisterschaft teilgenommen haben. Leider hatte ein drittes Juniorinnen-Team aus Kolumbien kurzfristig die Teilnahme abgesagt.

Die Vorrunde wurde bei den Junioren in zwei Gruppen gespielt. Danach ging es über die Qualifizierungsspiele bis ins kleine und große Finale. Durch den altersbedingten Weggang von Athleten kann die Spielstärke der eigenen sowie der gegnerischen Mannschaften im Vorfeld nur schwer eingeschätzt werden – Überraschungen sind daher vorprogrammiert.

Besonders motiviert traten die kolumbianischen Junioren auf, die bereits beim offiziellen Training ankündigten: „Wir werden dieses Mal die Meisterschaft gewinnen.“ Gleich im ersten Spiel gegen die Titelverteidiger aus Deutschland zeigten sie, dass sie dies in die Tat umsetzen wollten. Auch in den weiteren Spielen setzten sie sich gegen ihre Gegner durch.

Das VDST-Team konnte über die Qualifizierungsspiele noch bis ins kleine Finale gelangen. Dort traf es auf die finnischen Junioren. In einem äußerst spannenden und abwechslungsreichen Spiel konnte sich die deutsche Mannschaft mit 1:0-Toren durchsetzen und die Bronze-Medaille gewinnen. Im Finale der Junioren trafen die Kolumbianer auf die Dänen. Im Gegensatz zum Spiel in der Vorrunde konnten die Dänen das Spiel lange offen halten, unterlagen aber letztendlich mit 0:3 Toren. Damit geht der Titel erstmals nach Südamerika.

Beeindruckend waren die dänischen Mädels. Obwohl sie den Norwegerinnen unterlegen waren, spielten sie mit einer tollen Motivation. Ihr einziges Tor feierten sie wie einen Sieg.

Endergebnis
Juniorinnen:
1. Norwegen
2. Dänemark

Junioren:
1. Kolumbien
2. Dänemark
3. Deutschland
4. Finnland
5. Norwegen
6. Schweden

Rüdiger Hüls – Fachbereichsleiter Leistungssport im VDST und Präsident der CMAS UW-Rugby Commission – war hocherfreut, dass erstmals auch Juniorinnen am Start waren: „Ich bin mir sicher, dass bei der nächsten Meisterschaft deutlich mehr Juniorinnen-Teams melden werden.“ Er bedankte sich bei dem TSC Mülheim - an deren Spitze Eva Selic - für die absolut perfekt organisierte Meisterschaft: „Die Organisation lief einfach fantastisch im Hintergrund ab.“

Internationale Zuschauerkulisse dank Liveübertragung im Internet
Public Viewing in der Schwimmhalle und im Wohnzimmer – das war wie bei früheren Meisterschaften auch das Motto dieser OECJ. Mehrere Kameras und Mikrofone fingen das Spielgeschehen unter Wasser und am Beckenrand sowie die Anfeuerungsrufe der zahlreichen Fans ein. Ein Kommentatorenduo absolvierte verbale Höchstleistungen und begleitete sämtliche Spiele in einem Zeitraum von fast 16 Stunden. Zuschauer wurden gleichzeitig mit fachkundigen Spielanalysen und „nebenbei“ mit Antworten auf ihre Fragen im Live-Chat versorgt. Besonders beeindruckend waren die leidenschaftlichen Motivationsansprachen der Trainer während der Spielunterbrechungen, die geschickt mit der Kamera eingefangen wurden. Vor Ort liefen die Spiele auf Großbildschirmen. Wer nicht live in Mülheim dabei sein konnte, freute sich über den speziellen Online-Service: Die Meisterschaft wurde auch in diesem Jahr wieder vom VDST als Livestream via Internet in die ganze Welt übertragen. So konnten auch die Zuschauer zu Hause die Atmosphäre im Schwimmbad miterleben. Zuschauer berichteten, dass unter anderem in Kolumbien, Venezuela und Australien Public Viewing veranstaltet wurde.

Unterwasser-Rugby - eine Mannschaftssportart in drei Dimensionen Unterwasser-Rugby ist eine sehr schnelle Mannschaftssportart, deren Einzigartigkeit sich dadurch auszeichnet, dass sich sowohl der Ball als auch die Spieler in drei Dimensionen bewegen. Mit Flossen an den Füßen erreichen die Spieler hohe Geschwindigkeiten. Zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern versuchen einen schweren und sinkenden Ball ins gegnerische Tor zu versenken. Dieses ist ein schwerer Metallkorb, der sich in einer Tiefe von dreieinhalb bis fünf Metern am Boden des Schwimmbeckens befindet. Das Spiel findet hauptsächlich unter Wasser statt, denn anders als die Schiedsrichter mit Druckluftatemgerät tauchen die Spieler nur auf, um Luft zu holen. In Deutschland wird in den drei Spielbetrieben Süd, West und Nord gespielt; es gibt jeweils eine 1. und 2. Bundesliga mit sieben bis acht Mannschaften.

 

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