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06.08.17

VDST-Finswimming-Nachwuchs erfolgreich wie nie bei Jugendweltmeisterschaften

 

Eine sagenhafte Weltmeisterschaft im russischen Tomsk liegt hinter den Nachwuchs-Finswimmern des VDST. Mit zwei Gold-, einer Silber- und vier Bronzemedaille haben die neun Athleten das beste Ergebnis seit 1998 erzielt. Vor 19 Jahren holten die Finswimmer schon einmal sieben Medaillen bei einer Jugendeuropameisterschaft.

Rekorde über Rekorde: Ein Jugendeuroparekord, ein Deutscher Rekord, acht Deutsche Jugendrekorde, jede Menge Altersklassenrekorde, persönliche Bestzeiten und Finalteilnahmen, so viele wie noch nie bei einer JWM, sind die Bilanz unseres jungen Teams um Bundesnachwuchstrainerin Ute Goldberg und Co-Trainer Reiner Dietze aus Dresden.

Die jungen Damen Nele Rudolf, Michele Rütze, Anne Eisenberg und Johanna Schikora haben ihre Erfolgsgeschichte der Europameisterschaften fortgesetzt und zusammen mit JWM-Neuling Antonia Zimmer fantastische Wettkämpfe abgeliefert. Michele Rütze von der SG Dresden krönte ihren JWM-Auftritt mit dem Titel über 50 Meter Apnoe. Johanna Schikora vom TC fez Berlin holte nicht nur Gold über 800 Meter Finswimming, sondern auch einen Jugendeuroparekord nach Deutschland. Zwei Bronzemedaillen erkämpfte sie sich zudem über 200 und 400 Meter Finswimming. Die Rostockerin Nele Rudolf überzeugte nach langer Verletzungspause über 800 und 1500 Meter FS und gewann Bronze und Silber. Zusammen mit Anne Eisenberg schwammen die drei ein Wahnsinnsrennen über 4x200 Meter Finswimming. Bronze und ein Deutscher Jugendrekord, der 11 Sekunden unter der alten nationalen Bestmarke lang. Über 4x100 Meter Finswimming reichte es für die jungen Damen zwar nicht zur Medaillen, aber auch hier unterboten Johanna Schikora, Michele Rütze, Antonia Zimmer und Anne Eisenberg den alten Rekord um fast vier Sekunden.

Die jungen Männer verkauften sich bei ihrem ersten Nationalmannschaftseinsatz auf internationaler Ebene hervorragend. Der Leipziger Duncan Gaida pulverisierte seinen erst in diesem Jahr aufgestellten nationalen Jugendrekord über 1500 Meter FS. 18 Sekunden schneller war er im Aquatics Centre Zvezdniy als noch zu den Deutschen Meisterschaften Anfang Mai und erreichte den vierten Platz. Justus Mörstedt, Robert Golenia und Luis Büttner wuchsen ebenfalls über sich hinaus und schwammen zahlreiche Jugend- und Altersklassenrekorde. Die vier Jungs qualifizierten sich seit 2011 erstmals wieder für beide Staffel-Endläufe und das mit herausragenden nationalen Rekorden, die mit einem fünften und einem sechsten Platz belohnt worden sind.

Europameister Max Poschart schrieb in einer Nachricht an die deutsche Mannschaft: „Ihr seid ja irre!!! Was für ein geiles Team! Riesen Respekt und Glückwünsche an das ganze Team."

Bundesnachwuchstrainerin Ute Goldberg lobte das junge, starke Team, „das sich gegenseitig in der jeder Art und Weise unterstützt hat. Die geschwommenen Zeiten zeugen vom gewachsenen Leistungsvermögen unserer Sportler und lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken. Ein besonderer Dank gilt den Heimtrainern, die ihre Sportler auf den Punkt vorbereitet haben und an unsere Mannschaftsleiterin, die uns hier vor Ort den Rücken freigehalten hat. Die Organisation und Durchführung der Jugendweltmeisterschaften waren gelungen, die Zuschauerränge stets gut gefüllt. Eine Wertschätzung unseres Sports!“

Co-Trainer Reiner Dietze erzählte nach dem Titelgewinn seines Schützlings Michele eine kleine Geschichte: „Als ich Michele vor ca. 5,5 Jahren übernommen habe, habe ich mit ihr und ihrer Mutter ein etwas längeres Gespräch geführt. Beide haben mir erklärt, dass es ihr größter Wunsch ist, in der Nationalmannschaft schwimmen zu dürfen. Darauf habe ich ihnen meine Vorstellungen erklärt, sie langsam aufzubauen und über die Jugend- und die Erwachsenenliga zu führen. Ich habe Ihnen auch erklärt, dass sie die Chance hat, zwei Jahre vor ihrem Jugendende eine Medaille mit der Staffel zu holen und ein Jahr eine Einzelmedaille zu gewinnen, wenn sie sich an das hält, was wir absprechen. Dass es zum Schluss bei einer JWM eine Goldmedaille wird, damit hab ich nicht gerechnet. Der Plan ist aufgegangen, trotz zwischenzeitlicher Diskussionen, warum noch keine Wettkampfflosse, warum noch kein Schwimmanzug und warum erst so spät mit dem Krafttraining beginnen. Wahnsinn! Ich bin super glücklich.“

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