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22.01.18

Die Stern-Armleuchteralge ist die Wasserpflanze des Jahres 2018

 

Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) hat gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) die Stern-Armleuchteralge (Nitellopsis obtusa) zur „Wasserpflanze des Jahres 2018“ gewählt. Damit soll auf die zunehmende Gefährdung einer Charakterart von Klarwasserseen als einem der europaweit am stärksten bedrohten Lebensräume hingewiesen werden.

 

„Aktuell sind nur rund ein Viertel aller Seen in Deutschland in einem guten ökologischen Zustand. Oder anders herum ausgedrückt, die meisten unserer Gewässer sind in einem mäßigen, unbefriedigenden oder sogar schlechten Zustand“, erklärt Prof. Dr. Ralph O. Schill, Fachbereichsleiter Umwelt und Wissenschaft im Verband Deutscher Sporttaucher (VDST).

Pünktlich zum Start der weltweit größten Wassersportmesse "boot" in Düsseldorf hat daher der VDST zusammen mit dem Tauchsportverband Österreich (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) die Stern-Armleuchteralge (Nitellopsis obtusa) zur „Wasserpflanze des Jahres 2018“ ernannt.

Mit der Aktion „Wasserpflanze des Jahres“ weisen die drei Verbände auf die anhaltende Verschlechterung vieler sensibler Tauchgewässer in Deutschland, Österreich und der Schweiz hin und bringen Sporttauchern, und auch allen anderen Wassersport- und Naturfreunden die Schutzbedürftigkeit der Unterwasservegetation näher. Denn viele Veränderungen in Gewässern werden häufig zuerst von den Sporttaucherinnen bemerkt.

 

Die ausgewählte Stern-Armleuchteralge (Nitellopsis obtusa) hat in den zurückliegenden Jahren zwar nicht in Bezug auf ihre geografische Verbreitung, wohl aber in Bezug auf ihre Ausdehnung und Tiefenzonierung innerhalb der Gewässer, in denen sie lebt, massive Bestandseinbrüche zu verzeichnen. Dies zeigen unter anderem Ergebnisse des Projektes „Tauchen für den Naturschutz“, einer Kooperation des VDST mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU). „Die Armleuchteralgen sind in unseren Klarwasserseen besonders gute und sensible Bioindikatoren, die eine Aussage über die Wasserqualität ermöglichen. Daher ist ein Monitoring, wie es im Projekt „Tauchen für den Naturschutz“ zusammen mit Sporttaucher stattfindet auch besonders wichtig“ ergänzt Schill.

 

Ihren Namen hat die Stern-Armleuchteralge von den sternchenförmigen weißlichen Sprossknollen. Diese stärkehaltigen Sprossknollen nennt man Bulbillen. Sie machen die Art im Vergleich zu anderen Armleuchteralgen unverwechselbar. Die von ihr gebildeten Grundrasen bieten für viele Wasserinsekten, Muscheln, Schnecken, Krebse und Jungfische einen wichtigen Schutz. Die dichte Pflanzendecke verhindert ein Aufwirbeln des Sedimentes und somit ein Freisetzen von im Seeboden gebundenen Nährstoffen. Gleichzeitig gibt die Stern-Armleuchteralge pflanzenhemmende Stoffe ab und unterdrückt dadurch das Phytoplankton. Die Seen werden dadurch klarer und da das einfallende Licht tiefer eindringen kann, kann auch die Stern-Armleuchteralge in ausgedehnteren Tiefen wachsen. Je klarer das Wasser, desto mehr Licht in größeren Tiefen und desto tiefer kann der Lebensraum von Wasserpflanzen besiedelt und klar gehalten werden. Dies gelingt in erster Linie den Armleuchteralgen, da sie in ihren Zellen Kalk einlagern und so dem großen Wasserdruck in der Tiefe trotzen können.

Die Sternarmleuchteralge kommt in ganz Deutschland vor und sie ist auch in den meisten europäischen Ländern zu finden.

 

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