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Tauchausbildung

Inklusion – auch beim Tauchen

Im Verband Deutscher Sporttaucher wird Inklusion als wichtiger Bestandteil des Tauchsports angesehen. Wie wichtig dem VDST und seinen Mitgliedern der Umgang mit Menschen mit körperlicher Behinderung ist, war auch am 22. November 2013 in Geeste beim Einsteigerkurs „Tauchen mit Behinderung / Modul 1“ wieder sichtbar. So konnten Jürgen Schonhoff, Organisator des Seminars, und Norbert Wotte, TL 4, neben vielen interessierten Tauchern und Tauchlehrern auch den Ersten Vorsitzenden des Württembergischen Landesverbandes für Tauchsport (WLT), Michael Ruoß, die Vizepräsidentin des Saarländischen Tauchsportbundes (STSB), Astrid Wolfssteller, den Ausbildungsleiter des STSB, Jürgen Meier sowie den Bundesausbildungsleiter, Theo Konken, in Geeste begrüßen.

Der Praxisteil im Hallenbad am Samstag- und Sonntagvormittag beinhaltete eine umfangreiche theoretische Einführung in das Tauchen mit körperbehinderten Menschen. Neben den medizinischen Grundlagen, den Besonderheiten bei einer körperlichen Behinderung und der damit verbundenen speziellen Tauchausrüstung, wurde auch der taucherische Umgang mit diesen Personen fokussiert.

Im Rahmen der Praxisausbildung im Hallenbad hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, in gegenseitigen Einvernehmen, das Tauchen mit Personen zu üben, welche unterschiedliche körperliche Behinderungen hatten.

Wesentlicher Schwerpunkt im Seminar war die Frage, welche Brevets als körperbehinderter Taucher im VDST absolviert werden können. Hierzu hat der VDST eindeutige Regeln aufgestellt. Für denjenigen, der aufgrund seiner Behinderung keine Fremd- oder Eigenrettung durchführen kann, sind die Brevets DD (Disabled Diver) Grundtauchschein, DD Basic und DD* möglich. Hier werden besondere Prüfungsbedingungen gefordert, die der Behinderung des Betroffenen entsprechen. Dabei kann es durchaus auch zu Taucheinschränkungen kommen. Eine ärztliche Untersuchung, wie bei jedem Taucher, ist auch bei körperbehinderten Menschen obligatorisch. Die Prüfungsbedingungen für körperlich behinderte Taucher sind über den VDST erhältlich.

Allerdings gibt es auch Menschen mit einer Behinderung, die durchaus eine Fremd- und Eigenrettung durchführen können und durch ihre Behinderung dem nicht behinderten Taucher in nichts nachstehen. Bei diesen Tauchern besteht durchaus die Möglichkeit ihre Tauchprüfung nach den Bedingungen von Nichtbehinderten durchzuführen. Da sie in der Lage sind, ihrem Tauchpartner oder sich selbst in einer gefährlichen Situation zu helfen, können sie natürlich auch den Werdegang nichtbehinderter Taucher beschreiten. Die Zwei- oder Drei- Sternausbildung bis hin zum Tauchlehrer ist dann unter Umständen auch für einen körperbehinderten Menschen möglich.

Voraussetzung ist aber immer die Fremd- und Eigenrettungsfähigkeit des Tauchschülers sowie das OK des Taucharztes.