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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Kas

Hier Eindrücke von der Tauchlehrerausbildung und Prüfung 2016 des Tauchsport Landesverbandes Niedersachsen in Kas unter der Leitung von Landesausbildungsleiter Norbert Wotte.


Tag 1

Nach dem überaus anstrengenden Anreisetag sind die meisten Teilnehmer völlig erschöpft ins Bett gefallen. Das Prüferteam hatte ein Einsehen und es ging dann am nächsten Tag erst um 10:00 Uhr los. Ein reichhaltiges Frühstück führte zu ausreichender Energieaufnahme, denn in den nächsten Stunden sollten wir diese auch ganz dringend benötigen. Das Tauchgepäck wurde im Mavi-Truck verstaut und es ging stante pede zum Hafen, zu unserem wunderschönen Tauchboot, der Mavi. Dort nass geschwitzt angekommen, (denn schon der Weg ist ein Teil der Prüfung) richteten wir geordnet unser Tauchequipment und legten ab. Kurze Zeit später, kamen wir an unserem Apnoe-Prüfungsspot (was für ein Wort) an. Die erste Aufgabe für die TL** Anwärter bestand darin, den Parcours für die Apnoe-Prüfungen aufzubauen. Gesagt getan, alle Teilnehmer hatten vorbildlich bestanden. Keiner hat gemerkt das die Tieftauch-Apnoe-Übung sogar 12 Meter war. Das gibt Selbstverstrauen! Jetzt hieß es Ablegen und einmal kurz um die Ecke zum Event-Of-The-Year! Die Seemeile rief...Die Aufregung war groß! Alle Teilnehmer meisterten aber auch diese Übung mit Bravour, ein Teilnehmer war so gut, dass er fast eine der vorgelagerten, griechischen Inseln erreichte. Respekt! Nach dem anstrengenden und erfolgreichen Vormittag, bescherte uns unsere liebe Hanne ein fabelhaftes Mittagessen. Nach einer kleinen Pause ging es dann frisch gestärkt zu unserem ersten Tauchgang. Juhuuuu. Briefing..., Ausrüstung..., Tauchgangsplanung..., alles das musste jetzt von allen Teilnehmern kurzfristig abgerufen werden.  Ratlosigkeit stand in den Gesichtern der Teilnehmer geschrieben. Unsere Ausbilder gaben uns aber das Gefühl, dass wir alles richtig gemacht haben. Die Gruppen wurden eingeteilt und das Kurzreferat über den Tauchgang  von Oliver Westphal absolviert. Jetzt ging`s  ins warme (30 Grad Wassertemperatur) Mittelmeer. Es soll ja Tauchkollegen geben, die selbst hier mit 7 mm Neopren tauchen. Der Tauchgang als solches, begann mit allerlei Übungen, zum Beispiel Wasser-Nase-Reflex, Blei-Check und dem Luftmanagement. Der Canyon lag wahnsinnig schön vor uns. Nachdem wir durch das bewegte Wasser flanierten und uns bis zur Steilwand schleppten, ging es dann runter zum Wrack. Dort angekommen genossen wir den Anblick des Wracks und der Umgebung. Alle Teilnehmer absolvierten die anstehenden Übungen mit Bravour (Boje aufsteigen lassen, Sicherheitsstopp) und führten Ihre Gruppen sicher in der Strömung zurück zum Boot. Dort angekommen, gab es leckere Melone und zufriedene Ausbilder zu sehen. Das leckere Eis im Hafen von Kas hatten sich alle Bedürftigen verdient; so schön kann Ausbildung sein! Wir freuen uns auf das Abendessen mit Blick aufs Meer und natürlich auf morgen und auf einen neuen Tag auf der Mavi. To be continued...

Euer Oliver Westphal und Holger Lehmann.
Bilder von Theo Konken und Michael Rohde.


Tag 2

Ein neuer Tag im Taucherparadies Kas. Um 06:30 Uhr klingelten bei einigen Teilnehmern die Wecker, bei anderen die Ohren. Nachdem man realisiert hatte, dass man mitten in einer Dauertauchlehrerprüfung steckt, schlug der Puls schneller und das Aufstehen wurde zur Nebensache. Früüüühstück! Ohne Absprache waren fast alle Teilnehmer um 08:00 Uhr schon munter und am reichhaltigen Buffet eingetroffen. Kurz noch ein paar Erfahrungen von gestern ausgetauscht, dann erhoben sich die Massen in Richtung Hafen. Ayran ist der neue Taucher-Fitness-Drink 2016. Der Supermarkt am Hafen hatte soviel davon, dass die das dort sogar verkauft haben! ;-) Auf der Mavi angekommen, hieß es dann Equipment zusammenbauen, und den Tauchlehrer vom Dienst (TLvD) bei seinen Aufgaben nach Kräften zu unterstützen. Unser lieber Holger-Olaf Lehmann hatte sich erwogen gefühlt uns heute Morgen zum Thema Aufstieg unter Wechselatmung eine detaillierte Beschreibung abzuliefern. Die Stimmung war jetzt hervorragend, denn Assi-Iland als Tauchplatz galt es  zu erkunden. Die Übung war für die Teilnehmer eine gut zu meisternde Herausforderung. Zurück an Bord, wurde  fleißig gedebrieft und zack, ehe man sich versah, stand das leckere Mittagessen auf dem Tisch. Die Zeit geht hier so schnell vorüber, dass man wirklich jede Minute genießen muss. TLvD-Wechsel und das nächste Referat von Andres Walther, zum Thema Seemannschaft/Boot, stand an. Andreas führte sehr detailliert aus was bei einem Boot wichtig ist, zum Beispiel wo denn das „Backbord“ ist und warum es so heißt. Hättet Ihr es gewusst? Szenenwechsel! Unser Bundesausbildungsleiter, Theo Konken veranschaulichte der Gruppe, wie man einen verunfallten Taucher an Bord bringen kann und welche Hilfsmöglichkeiten dabei zur Verfügung stehen.  Jetzt wurde das Ganze in die Praxis umgesetzt. Bei dem anstehenden Tauchgang, wurde ein verunfallter Taucher an die Oberfläche verbracht und dort fachmännisch zum Boot transportiert. Nebenbei bemerkt konnte man auf diesem Tauchgang ein versenktes Flugzeug erkunden. Eine DC3 Dakota. Von innen wie von außen, ein absolutes Highlight. Einpacken, Flaschen von Bord und ab ins Hotel bei sengenden 40 Grad, dass gab uns wieder einmal den Rest. Im Hotel angekommen erwartete uns eine kalte Dusche oder der Hotelpool. Wir schließen Tag 2 und freuen uns auf Tag 3,4,5... ;-) Ihr auch?

...to be continued...

Euer Oliver und Holger.
Bilder von Theo Konken und Michael Rohde.


Tag 3

Dass das Aufstehen sowie Frühstücken Highlights des Tages waren, müssen wir ja nicht dauernd erwähnen; war aber auch heute wieder so!

Auf der Mavi (vollzählig) angekommen, wurde wieder fleißig das Equipment zusammengebaut und wir verließen pünktlich den Hafen Richtung ersten Tauchplatz (Sariot Adasi Duvar). Das Referat, auf dem Weg dorthin wurde souverän und professionell von unserem Doc zum Thema Medizin gehalten.

Wir erfuhren, wofür ein Pulsoxymeter nützlich ist und wie die HLW richtig durchgeführt wird.

An einem 3D Modell des Herzens wurde uns der Aufbau sowie auch seine Funktion erklärt.

Wir hingen wie gebannt an seinen Lippen da der Vortrag mit viel Witz, Engagement und Detailgenauigkeit dargeboten wurde.

Am Tauchplatz angekommen wurde der erste Tauchgang an einer wunderschönen bläulich schimmernden Steilwand, mit der Übung „Aufstieg ohne Flossen Benutzung“ durchgeführt.

Alle Teilnehmer meisterten diese Aufgabe obwohl leichte Strömung zu verspüren war und wir konnten beruhig zum Mittagessen übergehen.

Die Mittagspause wurde natürlich wieder sinnvoll genutzt und wir bekamen das nächste Referat von Boie, zum Thema Strömung.

Auch dieses Thema begeisterte alle und wir haben wieder eine Menge dazugelernt.

Der zweite Tauchgang mit der Übung „Fuchsjagt“ stand nun an.

Bei dieser Übung wird eine „KEINE LUFT Situation“ simuliert.

So manch einer hatte dieses dann auch gegen die Strömung umgesetzt.... das war Olympia verdächtig. Auch dieses Hindernis überwandten alle Teilnehmer. Beim Austauchen am Ankerseil hatten einige Teilnehmer sogar noch die Ruhe weg und spielten „schnick, schnack, schnuck“, sowas verdient allerhöchsten Respekt.

An Bord wieder angekommen, packten wir wieder ordentlich unsere Ausrüstung in unsere Kisten und fuhren in unserem Heimathafen nach Kas.

Die Kulisse überwältigt einen immer wieder und man möchte gar nicht weg von hier.

Doch das sollte es noch nicht gewesen sein! Im hoteleigenen Pool wartete noch die letzte Herausforderung: Das statische Zeittauchen. Für die TL1 Anwärter stand eine volle Minute auf dem Programm. Die TL 2 Anwärter mussten mit ganzen 90 Sekunden glänzen.

Auch hier wurden alle Teilnehmer mit Erfolg belohnt und wir konnten wieder einen interessanten Tagesblog für Euch verfassen.

 

Bleibt dran, wir bleiben noch hier... J

 

Euer Oliver Westphal und Holger Lehmann.
Bilder von Theo Konken und Michael Rohde.


Tag 4

Die kleinen, vorgelagerten, griechischen Inseln strahlten in der morgendlichen Augustsonne. Ab und zu sah man ein kleines Boot, das auf dem Wasser einen weißen Streifen Gischt hinter sich her zog. Ein Panorama zum Träumen. Frischer Kaffeeduft bahnt sich seinen Weg durch die Geruchssinne der Prüfungsteilnehmer, wie jeden Morgen. Heute ist der erste Prüfungstauchgang geplant. Zunächst steht aber noch der letzte Vorbereitungstauchgang an. Wie immer, trifft sich die haute Couture des confédération mondiale des activités subaquatiques germany / VDST, auf der mavi, zum morgendlichen „warmwerden“. Unser lieber Tarek ist heute Vormittag unser TLvD (Tauchlehrer vom Dienst). Nach einer herzlichen Begrüßung und dem üblichen Abarbeiten der Formalitäten, wird in den einzelnen Tauchgruppen schon mit dem Briefing des nächsten Tauchganges begonnen. Ein Wracktauchgang mit anschließendem Luftmanagement stand an. Das Wrack, ein ehemaliges Küstensicherungsboot lag auf ca. 35 Metern. Eine Runde drum herum und schon ging es wieder zurück. Nachdem alle Teilnehmer wohlbehalten an Bord zurückgekehrt waren, bereitete Hanne und Ihre fabelhafte Bootscrew das Mittagessen vor. Nach dem Mittagessen konnten wir uns von Klaus Rapp über Tauchen und Diabetes aufklären lassen. Jetzt kam der Moment an dem unser Landesausbildungsleiter Norbert Wotte, das Gesicht verzog und mit ernster Miene verkündete, dass ab diesem Moment die Schonzeit vorbei ist und der erste Prüfungstauchgang für den Nachmittag geplant sei. Nervosität machte sich unter den Prüflingen breit. Trotzdem waren alle guter Dinge die Aufgaben zu bewältigen. Die Rettungsübung, der Transport zum Boot und das Aufnehmen des verunglückten Tauchers wurden von allen gut bewältigt. Die Prüfer waren zufrieden. Nachdem Thorsten Knoll unser Nachmittags-TLvD seine Arbeit an Bord abgeleistet hatte, ging es zurück zum Hotel. Nach einer kurzen Erfrischung und einem Bad im Hotelpool, stellte Bernd Wald (TL***) eine koordinierte Rettungsmaßnahme für die TL**-Anwärter vor. Dabei ist der TLvD der Koordinator und steuert verschiedene Einsatz- und Rettungsgruppen, um verunfallte Taucher zu sichern und zurück an Bord zu bringen. Selbst die TL*-Anwärter ließen sich diese kleine Weiterbildungsmaßnahme nicht entgehen. Wir schließen Tag 4 und hoffen das der nächste Tag 5 genauso gut läuft.

Aus der Prüfungshölle Kas, bei rund 40 °C  

Die so oder so schwitzenden Schreiberlinge Oliver Westphal und Holger Lehmann.
Bilder von Theo Konken und Michael Rohde

 

Tag 5

Schritt für Schritt kommen wir unserem Ziel näher! Heute war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der aufregendste und anstrengendste Tag bisher. Holger Mertens führte die Teilnehmer als Vormittags-TLvD durch das Programm. Erster Tauchgang heute am Riff „Flying Fish“. Der Tauchgang selber war tief mit Übungen, die von den Ausbildern vorgegebenen waren. Vom Tic, Tac, Toe-Spiel bis hin zum Palstek waren allerlei Gedulds- und Denkspiele dabei. Ziel der Übung war das Trainieren der Konzentration und die Beurteilungsfähigkeit auf großen Tiefen. Jetzt wurde ein weiteres Hilfsmittel der Unterwasserkommunikation mit eingebunden, die Schreibtafeln. Wichtige Informationen, wie der zuvor berechnete Umkehrpunkt wurden hier vermerkt, aber auch Allgemeines, wie Äußerungen der Prüfer zu bestimmten Situationen.  Beim Aufstieg wurden stets die Tiefen-, Deko- und Sicherheitsstopps eingehalten. Ausgetaucht wurde auf drei Metern, da einige Teilnehmer hier Ihre restliche Deko absitzen mussten. Zurück an Bord wurde dann ein DCS-Unfall simuliert und der mitgereiste Taucherarzt Albert Brüne, konnte an einem Probanden veranschaulichen, wie in der Realität der Ablauf und die Protokollierung eines solchen Tauchunfalls durchgeführt wird. Außerdem wurde die Abgabe von Sauerstoff simuliert und der Fünf-Minuten-Neurocheck durchgeführt. Dann gab es wie immer leckere, original, türkische Hausmannskost. Nach dem Essen, Übergabe des TLvD von Holger Mertens an Oliver Westphal, dieser wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht was auf Ihn noch zukommen würde. Nach dem Orientierungstauchgang blieben die Ausbilder merkwürdigerweise im Wasser. Die Gruppen kamen an Bord und ein Teil hatte die Ausrüstung schon wieder verstaut. Dann kam das Signal, dass ein Taucher seine Gruppe verloren hatte. Der TLvD avancierte sofort als Rettungsleiter, benannte einen Notfallassistenten und schickte einen Mann auf das Oberdeck um den vermutlichen Unfallort zu beobachten und um dem Rettungsleiter alle wahrnehmbaren Informationen zukommen zu lassen. Der Notfallassistent richtete Notlager an Bord ein, um die verunfallten Taucher sofort versorgen zu können.  Die erste Gruppe, lediglich mit ABC-Ausrüstung ausgestattet, wurde unmittelbar nach dem Notruf zum Unfallort losgeschickt, diese hatten die Aufgabe die vermissten Taucher zu suchen und für das Rettungsteam zu markieren. Nachdem die Taucher gefunden wurden, versuchte die erste Gruppe die Taucher ohne DTG zu erreichen und an die Oberfläche zu bringen.  Dies scheiterte allerdings, da die verunfallten Taucher zu tief waren. Jetzt traf das Rettungsteam ein, dass mit Restdrücken auf den Flaschen und zusätzlichen DTGs von der ersten Gruppe ausgestattet, die ersten Taucher zur Oberfläche brachte und zurück zum Schiff transportierte. Alle Taucher wurden gefunden und zum Schiff zurückgebracht. Dies bedeutete das Übungsende. Die gesamte Aktion dauerte elf Minuten. Ein guter Wert, wie Bernd Wald (TL***) im Nachbriefing feststellte, dies sei aber auch der Verdienst des schnell handelnden TLvDs bzw. Rettungsleiters Oliver Westphal, wie anschließend die Teilnehmer sbestätigten. Jetzt ging es zurück in den Hafen von Kas und ein weiterer Tag ging auf der Mavi zu Ende. In diesem Sinne einen schönen Gruß nach Deutschland.

Euer Oliver Westphal und Holger Lehmann


Tag 6

heute gab es etwas zu feiern! Nachdem die Teilnehmer vollzählig an Bord der Mavi erschienen waren, ausgestattet mit Getränken und Snacks, die der hafennahe Supermarkt, wie jeden Morgen bereit hielt, verkündete der TLvD Holger-Olaf Lehmann, dass unser Prüflingskollege, Boie Bahnsen, heute seinen Geburtstag feierte. Außerdem wurde bekannt, dass Boie seine schriftliche TL**-Prüfung bestanden hatte. Boie ist der Sohn von Hanne Bahnsen sie betreibt die Tauchbasis Mavi-Diving und ist somit unsere gute Seele der Prüfungswoche in Kas. Nach einem Geburtstagsständchen durch alle Anwesenden, gab es sichtlich erfreute Mienen. Boie durfte nebenbei bemerkt auch noch seinen 666 Tauchgang feiern, herzlichen Glückwunsch natürlich auch noch einmal dazu. Jetzt ging es mit Volldampf zu unserem ersten Tauchspot Coban Burmu (Bärenarsch). Der Tauchgang führte uns in eine Grotte, die auf 40+ Meter lag. Das Referat „Sporttauchen in Meeresgrotten“ dazu, hielt Andreas Walther. Die Gruppe tauchte das Dropoff im Flachbereich auf zehn Metern an. Jetzt ging es abwärts ins dunkelblaue Nichts. Vor uns erschien der Eingang zur Grotte, jetzt wissen wir auch warum das Ganze „Bärenarsch“ genannt wird, wenn man hineintaucht und die Lampe ausmacht ist es in der Tat dunkel. Der Ausgang hinter uns schimmerte in einem schwachen blau und die Konturen wirkten verschwommen. Plötzlich eine Hand vor der Maske. Norbert Wotte gab zu verstehen, bis hierhin und nicht weiter. Als wir die Grotte schließlich verließen, hatten wir fast vergessen, dass dies eine Tauchlehrerprüfung war. Wir genossen einfach nur noch den Tauchgang. An Bord wohlbehalten angekommen, gab es die ordnungsgemäßen Debriefings und die Bewertungen. Strahlende Gesichter, nicht nur der Tauchgang selber war ein Highlight sondern auch die gute Arbeit der Tauchgruppen. Olaf Schilgen übernahm nun das TLvD-Zepter. Der zweite Tauchgang stand an. Dieser wurde im Canyon absolviert. Als Übungen stand Jacket im Wasser anlegen, Tauchen ohne Maske und Fuchsjagd auf dem Programm. Da wir den Canyon schon kannten war die Navigation für die Tauchgruppenführer kein Problem, im Gegenteil auch diese Tauchgang avancierte zu einem der Schönsten in dieser Woche. Eine Besonderheit stand in Theo Konkens Gruppe an. Der Gruppenführer, Klaus Rapp, ist Diabetiker und führt immer eine Tube Traubenzucker mit sich. Er selbst hatte noch nie ausprobiert, wie sich die Einnahme des Tubeninhaltes unter Wasser gestaltet und bat darum, dies beim Austauchprozess mit einbinden zu dürfen. Oliver Westphal wurde hierzu als Tauchpartner auserkoren. Gesagt getan. Der Rückweg zum Schiff im Blauwasser war dann das Sahnehäubchen auf diesen wunderbaren Tauchgang. Klasse! Danke! Das hat richtig viel Spaß gemacht! In diesem Sinne lassen wir es uns heute Abend gut gehen.

Eure Redaktionshelden Oliver Westphal und Holger Lehmann

 
 

Tag 7

Es ist sechs Uhr morgens. Es ist noch still in Kas und nur das leise Schnarchen eines Hotelgastes ist im Innenhof unseres Hotel Linda wahrnehmbar. Möven ziehen leise Ihre Bahnen über der Bucht und die Berge der griechischen Inselgruppe wirken wie in aquarell gemalt. Heute ist der letzte Prüfungstauchgang angesetzt. Heute entscheidet sich alles, heute gibt es die Früchte für ein ganzes Jahr Vorbereitung, heute gibt es Lob und Anerkennung, hoffentlich, heute ist der Tag den sich alle so herbeigesehnt haben und alle, alles dafür gegeben haben. Heute ist Zahltag oder doch nicht? Die Teilnehmer finden sich, wie jeden Morgen, überpünktlich auf der Mavi ein. Equipment wird zusammengebaut, hektische Gespräche hier und da. Der TLvD, Klaus Rapp, läutet den Tag ein. Jetzt ergreift Norbert Wotte noch einmal das Wort. Die Teilnehmer werden ermahnt, jetzt im letzten Tauchgang, noch einmal alles zu geben. Die Luft wirkte wie elektrisiert, Schweißperlen machten sich auf so mancher Stirn breit. Referat von Thorsten Knoll, wie immer von Ihm ausführlich und kompetent. Briefing...die Gruppe sollte negativ tariert abtauchen, als Übung sollte unter Wechselatmung im Freiwasser aufgetaucht werden. Hammerhart! Es geht los! Die Gruppe um Norbert Wotte, tauchte im Flachwasserbereich das Wrack am Spot ÜC Kaya an. Die Anspannung ist hoch! Jetzt gibt Wotti das Zeichen! Abtauchen? Nein! Was will er? Hääää? Er ruft uns ran? Wotti verdammt wir sind nervös! Was soll das? Wottis Grinsen unter Wasser unverkennbar! Er schüttelt Jedem von uns die Hand und holt eine VDST-Flagge aus seinem Anzug! Die Teilnehmer sichtlich verwirrt! Er meint doch nicht...Doch er meint! Wotti gratuliert allen Teilnehmern zur bestandenen Tauchlehrerprüfung! Anschließend löste sich sichtlich bei allen Teilnehmern die Anspannung! Wilde Jubelschreie und lautes Gejuchtze schallten wie Walgesänge durch die türkische Adria. Alle vielen sich in die Arme und gratulierten sich, das Wrack wurde für einen kurzen Moment zur Nebensache. Jetzt tauchten die Teilnehmer doch noch ab und genossen sichtlich Ihren ersten Tauchgang als Tauchlehrer. Am Einstieg der Mavi wieder angekommen, gab Theo Konken die Anweisung an die Bootscrew, die Leiter hochzuziehen, außerdem mussten die Teilnehmer das Boot wieder verlassen, die unmittelbar vor Ihm angekommen waren. Nachdem sich alle Gruppen vor dem Heck eingefunden hatten, gab es ein Gruppenfoto im Wasser! Sensationelle Idee! Vorher gab es aber noch unter Wasser ein Gruppenfoto vor der TLN-Flagge. Ausgelassene Stimmung an Bord, die nur noch durch den traditionellen Arschbombenwettbewerb getoppt werden konnte. Nun legten wir das letztes Mal im Hafen von Kas an und mit Wehmut trugen wir die Tauchkisten von Bord. Sollte es das wirklich gewesen sein? Einige Teilnehmer stellten sich die Frage: ist nach der Prüfung nicht vor der Prüfung? Abgerundet wurde der Tag durch die Vergabe der Urkunden in einem besonders feierlichen Rahmen. Theo und seine Ausbilder wurden unter großem Beifall gewürdigt. Ein Attribut konnten alle Prüfer für sich in Anspruch nehmen: Die Menschlichkeit mit der Sie Ihre Ausbildungen durchführen. Wir gratulieren den neuen VDST/CMAS Tauchlehrern TL*: Heinz-Albert Brüne, Nicolas Eickhoff, Holger Großmann, Tarek Hamdy, Thorsten Knoll, Holger Martens (6:0 – Insider!) Klaus Rapp, Olaf Schilgen sowie den frischgebackenen VDST/CMAS Tauchlehrern TL**: Boie Bahnsen, Holger-Olaf Lehmann, Andreas Walther, Michael Peternel und Oliver Westphal, herzlich. Außerdem möchten wir uns bei unseren geduldigen Ausbildern, Theo Konken, Norbert Wotte, Michael Rohde und Ralf Meyer bedanken. Ferner möchten wir noch erwähnen, dass ohne die perfekte Organisation der Mavi-Tauchbasis eine solche Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Danke an Hanne Bahnsen, Boie Bahnsen sowie den fleissigen Helferlein Osman und Ümit. See you next time? Keep diving with us!

Euer Oliver Westphal und Holger Lehmann