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Tauchausbildung

Impressionen TL1-Prüfung - HTSV - Hyères

Zum dreizehnten Mal in Folge veranstaltete der Hessische Tauchsportverband e.V. im Auftrag des VDST die TL1-Landesprüfung im VDST in Hyères/Südfrankreich. VDST-Urgestein und TL4 Ehreninstrukteur Hansi Hähner betreibt hier seit 18 Jahren den VDST-Divecenter Divin‘ Giens.

Die Tauchgründe gehören mit zu den Besten im gesamten Mittelmeerraum - Wracks und Fische satt säumen die anspruchsvollen Tauchspots. Getaucht wird ausschließlich mit Geräten mit getrennt absperrbaren Ventilen - so dass die Übungen des Tauchen im Kaltwasser zu Hause optimal angepasst werden können.

Nach der Ausbildungswoche hatten neun TL1-Antwärter die Ausbildungswoche mit Erfolg bestanden.

Wir gratulieren herzlich:
Tristan Bierbrauer, Thomas Holl, Frauke John, Reiner Klambauer, Olaf Messinger, Andreas Reifenberger, Peter Schuch, Michael Staudt und Klaus-Peter Wangermann.

Ein besonderer Dank geht an das Ausbildungsteam mit TL4 Holger Feldmann, TL3 Carsten Schneider und TL3 und GTUEM Arzt Dirk Michaelis - sowie an die TL3 Assistenten Diana Jahn und Estelle Mäder und an die Basiscrew mit Hansi Hähner und Horst Wirtz.

Wir bedanken uns an dieser Stelle besonders herzlich bei Florian Weindl für die stets tolle Betreuung im VDST Fachbereich Ausbildung und auch im Namen des Divecenters Divin´ Giens.

Frank Ostheimer,
HTSV Landesausbildungsleiter


Unsere Lizenzen...

Nach dem Abendessen konnte dann endlich gefeiert werden. Fünf Tauchlehrer durften im Beisein des HTSV-Vizepräsidenten Rudi Tillmanns in festlicher Runde ihr VDST-TL1-Brevet entgegennehmen. Vier weitere TL1-Anwärter hatten die Praxisprüfung bestanden - müssen aber noch die Theorie-Prüfung ablegen. Spontan stieß auch noch Poseidon, der Gott des Meeres, hinzu. Poseidon fiel doch einiges in der Woche auf - auch bei den Ausbilder, was nun nochmals für Belustigung sorgte. Zuletzt nahm uns Poseidon noch ein feierliches Gelübte ab. Wer trotz Schnorchel im Mund nicht deutlich sprach, bekam ein Schlückchen Wein spendiert, und so begann der inoffizielle Teil des Abends…

 

Wracktauchen und Rettung

Mit dem Wrack der Michel C. hatten wir heute noch einmal einen herausfordernden Wracktauchgang vor uns. Über dessen Besonderheiten wurde im morgendlichen Meeting referiert. Dazu gab es ein Stückchen Kuchen, unsere TL3-Anwärterin Estelle feierte ihren Geburtstag!

Schon nach 10 Minuten Fahrtzeit hatten wir bei leichter Dünung unser Ziel erreicht. Bei sanfter Strömung ging es an der Boje zügig Richtung Wrack, welches sich nach kurzer Zeit aus dem Blau des Meeres herausschälte. Das über 100-jährige Wrack ist schon zerfallen, aber große Teile von Bug und Heck lassen sich noch ausmachen. Im Bug wachte ein wunderschöner Zackenbarsch - im den Spalten Conger und Muränen. Den im Briefing angekündigten großen Hummer konnten wir leider nicht entdecken. Während des Tauchgangs durften wir noch Übungen absolvieren – Palsteck und “3 Gewinnt” auf 40 Meter sauber austariert über dem Wrack. Ausgetaucht wurde bei 80bar Restdruck oder einer Gesamtaufstiegszeit (Time to surface) inklusive Deko von 15 Minuten. Deko im Freiwasser - rundherum nur blau und keine Strömung mehr zu spüren.

In den Nachbriefings wurde klar, dass es zwei TL1-Kandidaten leider nicht geschafft haben – ein Dämpfer für die gesamte Truppe. Für die restlichen Taucher ging es zum letzten Prüfungstauchgang: Von jedem Gruppenmitglied war die Einleitung der Notfallrettung mit Demonstrationscharakter vorzuführen, anschließend konnten wir noch einmal mehr oder weniger entspannt Fische schauen gehen – denn es war klar, dass in diesem Tauchgang ein Beteiligter ohnmächtig werden würde. Dieser wurde an die Wasseroberfläche gebracht, die während des Saftey-Stops gesetzte Boje sicherte die Übung zusätzlich ab. Im Eiltempo galt es dann, den “Verunfallten” an Bord des Schiffes zu verbringen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Mit dem Ende dieser Übung wurde die Stimmung an Board lockerer – mit Wein, Brot und Käse wurde die letzte Rückfahrt noch einmal genossen. Eine sicher anstrengende, aber auch extrem lehrreiche Tauchwoche ging zu Ende.


Port Gros - ein Traum von Insel

Gegen Ende der Woche unternahmen wir endlich den von vielen freudig erwartete Tagesausflug in das Naturschutzgebiet rund um die Insel Port Gros. Nach einer 90-minütigen Anfahrt, die Hansi dazu nutze uns die Geschichte des Nationalparks näher zu bringen, kamen wir am Tauchplatz “La Gabiere” an. Hier warteten die Barakuda-Schwärme, Zackenbarasche (auch liebevoll Zackis genannt) auf uns… und Strömung entgegen der “gebrieften” Richtung. So wurde aus dem geplanten “Drift”-Dive ein harter Kampf um die Luftreserven in den Gruppen, die angedachten 40m Tauchtiefe mussten wir sicherheitshalber fast halbieren! Als Übung stand unter anderem eine “Fuchsjagd” auf dem Plan: Die Buddyteams nehmen einen Abstand von einigen Metern ein und simulieren das Antauchen über größere Distanz in einer Out-of-Air-Situation.

Dann schipperte die Ar Guevel in Richtung Port Cros, wo ein Mittagessen in einer Strandbar auf dem Programm stand, während die Flaschen gefüllt wurden. Der Hafen von Prot Cros ist wirklich ein schönes Plätzchen, karibischer Flair mit türkis-blauem Wasser, großen Palmen, altem Gemäuer und pittoresken Häuschen.

Zum Nachmittags-Tauchgang trafen wir uns alle wieder an Bord und nach einem kurzen Briefing ging es erneut nach “La Gabiere” - allerdings tauchten wir dieses Mal mit der Strömung – sehr angenehm! Erneut trafen wir wieder auf einige große Zackenbarsche. Tauchen ohne Maske, eine simulierte, panikartige “Out-Of-Air”-Situation sowie das Boje-Setzen mit Notbeatmung des Buddies standen Übungstechnisch im Fokus. Zurück an Board – hier sind die Abläufe trotz Platzmangel mittlerweile deutlich routinierter als zu Beginn der Woche ging es zurück Richtung Basis. Ein Kurz-Vortrag über Besonderheiten beim Strömungstauchen von Holger, lange Nachbriefings und die zu erstellenden Tauchgangsprotokolle bildeten den Abschluss des Tages.


Tag 4

Heute begann das morgendliche Meeting mit einem Gruppenfoto, ehe die anstehende TG-Übung “Aufstieg unter Wechselatmung” und die korrekte Absicherung der selbigen in einem Referat seitens der TL1-Anwärter diskutiert wurden. Mit Hansis “Ar Guevel” ging es zum Tauchspot Sec Gendarme, wo die Übungen im Strömungsschatten eines mit Gorgonien bewachsenen Felsens durchgeführt wurden. Auch ein Conger-Aal, ein einsamer Barakuda und einige Krebse wurden gesichtet. Wie Hühner auf der Hühnerleiter beendeten wir den TG mit einem Aufstieg an der Aufstiegsleine, um nicht “verblasen” zu werden.

Nach dem Mittagessen, wie immer sehr lecker und reichhaltig, wurde es ernst: Frank Ostheimer erklärte uns, wie die ab sofort anstehenden Prüfungstauchgänge bewerten werden. Zurück an Board ging es zum Tauchplatz “Escampo”, wo im Nachmittags-TG drei Übungen zu demonstriert werden mussten: Eine Vereiser-Situation, bei der das rechte Ventil selbstständig zu schließen ist, eine Out-of-Air-Situation mit Wechsel auf dem Lungenautomat des Buddies und zuletzt das Setzen einer Markierungs-Boje. Mehrere Gruppen testen, natürlich vorab mit der Bootscrew abgesprochen, das Setzen von zwei Bojen an einem Seil - als Notsignal. Die Bojen stehen schön in V-Form und sind deutlich als Signal zu erkennen. Neben den Übungen durften wir eine wunderschön bewachsene Steilwand genießen, deren Highlight ein Kamin war, durch den man hindurchtauchen konnte. Geübte Augen konnten auch eine Muräne versteckt in der Felswand entdecken.

Zurück an der Basis wurden Tipps gegeben und konkrete Verbesserungsvorschläge diskutiert. Insbesondere das rasche und geschickte Regler-Handling der Out-of-Air-Situation wurde visualisiert. Letzte Protokolle wurden noch beim Abendessen geschrieben, ehe Carsten die morgigen Aufgaben veröffentlichte.

 
 

Tage 1 bis 3 - Auf dem Weg zum TL1

Aus dem Hessischen sind es gute 1100+ km in das schön gelegene Hyeres (Südfrankreich), sodass das TL1-Seminar wie üblich mit einem Anreisetag beginnt. Pünktlich um 19Uhr ging es dann mit 11 Tauchlehrer-Anwärtern (aus Hessen, NRW und Baden) und zwei TL3-Assistentinnen los. Nach einigen organisatorischen Infos und einem gemeinsamen Abendessen direkt neben unserer Tauschschule Divin’ Giens ging es pünktlich ins Bett.

Tag 2 beginnt um 10 Uhr mit einer Sichtung der jeweiligen Ausrüstungskonfigurationen, insbesondere die Schlauchführung wurde bei einigen Kandidaten konsequent optimiert. Aus “das geht mit meiner ersten Stufe so nicht” wurde dann ganz oft ein “aha”. Im Seminarraum wurde dann der weitere Vormittag für die ersten Vorträge “Sicherheit an Bord und im Wasser” genutzt, ehe der Mittagshunger mit leckerem Baguette mit reichlich französischem Käse gestillt wurde.

Nachmittags brachen wir mit der Ar Guevel zu dem Tauchplatz „Les Grottes“ auf. Um den Tauchplatz zu erreichen, durften wir erst mal unsere Kondition unter Beweis stellen und den letzten Kilometer in ABC-Ausrüstung zurücklegen. Die Verschnaufpause wurde für die Gruppenbriefings genutzt, sodass wir zügig mit dem Gewöhnungs-Tauchgang beginnen konnten. Nach dem Bleicheck und dem Überprüfen des Wasser-Nase-Reflexes ging es mit dem Zweitatemregler Richtung Bubblecheck. Nach dem Wechsel auf den Hauptatemregler am langem Schlauch ging es in Richtung Grotten und Höhlen, die wir jeweils kurz bestaunen konnten: Stalagtite, Feldermäuser und einige Putzer-Garnele begleiteten uns bei diesem Ausflug. Zurück neben dem Boot endete mit dem Setzen der Boje unser erster gemeinsamer Tauchgang.

Zurück an der Basis wurden Verbesserungsvorschläge ausführlich diskutiert und Tauchgangsprotokolle geführt, ehe der Abend mit dem gemeinsamen Abendessen endete.

An Tag 3 ist das erste Briefing des Tages um 9 Uhr mit einem Referat (“Rettung eines nicht ansprechbaren Tauchers mit Vorführcharakter”) angesetzt, aber schon viel früher wuseln wir auf der Basis, um sich auf die anstehenden Tauchgänge vorzubereiten. Ohnehin hat der nächtliche Wind den Schlaf früh unterbrochen, sodass die Ankündigung einer rauen See durch den Tauchlehrer vom Dienst (TlvD) niemanden mehr überrascht.

Bei Wellen von drei Meter und mehr ging es raus (Windstärke 6) an den Tauchplatz “Rabbat”, wo die Tauchgänge im Schutze einer Bucht durchgeführt werden konnten. Im Seegras hatte jeder TL-Anwärter die Gelegenheit, die Partner-Rettung mehrfach und in Vorführqualität zu üben. Zurück an der Oberfläche wurde der (simulierte!) Verunfallte in Teamwork an Board verbracht, wo sofort und auf engstem Raum Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt wurden und die Aktivierung der Rettungskette per Funkspruch geübt wurde.

Bei der Rückfahrt nahm der Wind noch deutlich zu - und die Wellenberge (nun von hinten) waren deutlich höher als das Schiff selbst...

Nach dem täglichen Mittagssnack zurück an der Basis wurden die Apnoe-Aufgaben für den Nachmittag besprochen – ein weiterer TG war bei der erwähnten Wetterlage durchführbar. Unsere zwei TL3-Anwärterinnen Estelle und Diana betreuten dankenswerterweise den ABC-Parcour. Es galt, in zehn Metern Tiefe seinen Namen auf eine Unterwassertafel zu notieren und in 5 Metern Tiefe nach 25m Streckentauchen einen Palstek-Knoten zu knüpfen. Auch ein Statikversuch von wenigstens 60 Sekunden war zu demonstrieren.

Nachdem wir von den Apnoe-Übungen wieder zurück an der Basis waren, informierte uns Holger in einem Vortrag über unsere zukünftige Rolle als Tauchlehrer und welche wesentlichen Unterschiede es im Vergleich zu den Aufgaben eines TrainerC/Übungsleiter gibt. Letzter Programmpunkt eines intensiven Tages war ein Referat von Frank, das diverse Tauchunfälle  aufzeigte: Deren Ursachen und daraus zu ziehende Schlussfolgerungen wurden diskutiert und erläutert.