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Tauchausbildung

Impressionen zur TL1 Prüfung auf Fuerteventura


Erste gemeinsame TL1-Praxisprüfung der VDST-Gruppe NORD

Die VDST-Gruppe NORD ist die Ausbildungsgemeinschaft der Landesverbände Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Vor vielen Jahren mit der Durchführung gemeinsamer Trainer-C-Lehrgänge für die genannten Landesverbände gestartet, hat sich inzwischen auch die gemeinsame TL-Theorie-Ausbildung etabliert.

Nach mehreren Anläufen in den vergangenen Jahren ist es nun gelungen, erstmals auch eine gemeinsame TL-Praxis-Prüfung zu organisieren. Hierfür bietet das VDST-Dive-Center „Deep-Blue-Diving“ auf Fuerteventura ausgezeichnete Bedingungen und der Atlantik den perfekten Rahmen.

Nach langer Zeit intensiver Vorbereitungen reisten so 11 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sowie ein TL3-Assistent aus den nördlichen Bundesländern und aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg voller Vorfreude an.

Sie wurden herzlich begrüßt von Volker, einem der beiden Betreiber der Tauchbasis, und von Prüfungsleiter Hagen Engelmann (VDST-TL4 aus Mecklenburg-Vorpommern). Das Ausbilderteam vervollständigen Jane Kortüm aus Schleswig-Holstein, Markus Brand (Ausbildungsleiter in Bremen) und Jan-Martin Manzek (stellv. Ausbildungsleiter in Mecklenburg-Vorpommern) sowie Antje Engelmann aus Rostock als unsere Ärztin.

 

Fotos und Text: VDST


Tag 1

Nachdem alle von den unterschiedlichsten Orten gestartet und heil und komplett hier am Vortag eingetroffen waren, trafen wir uns um 9 Uhr im VDST-Dive-Center von Deep-Blue-Diving zur ersten Lagebesprechung. Basisleiter Volker und Prüfungsleiter Hagen instruierten uns über die Regeln und Abläufe sowie zur TL Prüfung.

Wir verstauten unsere Ausrüstung in vorbereitete Boxen und schon ging es auch zur ersten Prüfung – 1000m Flossenschwimmen. Eine von allen gemeisterte Aufgabe.

Zurück an der Basis, übernahm der erste TLvD seinen Dienst. Organisation, Briefing und Gruppeneinteilung gehörten zu seinen Aufgaben. Danach mussten die Gruppenführer ihre jeweiligen Mittaucher über den bevorstehenden Gewöhnungstauchgang mit Bleicheck, Überprüfung Wasser-Nase-Reflex und Atmung aus dem Hauptregler des Partners instruieren. Alles unter den wachsamen Augen zahlreicher Prüfer und Beobachter, welche später alles aus- und bewerteten.

Mit dem Schlauchboot fuhren wir zum ersten Tauchplatz. Im Verlauf des Tauchganges konnten neben diversen Übungen auch erste Eindrücke der Flora und Fauna des Atlantiks gewonnen werden.

Erneut zurück an der Basis, übernahmen ein neuer TLvD und andere Gruppenführer ihre Aufgaben.

Jetzt ging es für die Meisten an einen neuen Tauchplatz mit neuen Aufgaben und Herausforderungen wie z.B. die "Fuchsjagd". Barracuda, Trompetenfisch, Zackenbarsch, Zehnfüßer und Co. begleiteten uns auf diesem Tauchgang.

Für alle war es ein lehrreicher und erfolgreicher Tag. Die Freude über eine Dusche sowie das anschließende gemeinsames Abendessen rundeten diesen ab.

Mit neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten für den nächsten Tag wurden alle in einen gemütlichen Abend entlassen.

 

Tag 2

Heute konnten wir im Vergleich zu gestern ausschlafen. Um 9:45 Uhr beginnt ab jetzt jeder Tauchtag. Nach anfänglicher Euphorie und möglicher Unsicherheit ist nun jedem bewusst, dass wir hier nicht nur zum Spaß sind, sondern auch zum Lernen!

Die erste Aufgabe des Tages war Apnoetauchen. Wir mussten auf zehn Meter Tiefe tauchen und unseren Namen auf einer Schreibtafel vervollständigen. Alle haben diese Übung gemeistert.

Danach lag ein tiefer TG mit 40m+ und Aufstieg unter Atemspende vor uns. Heiko war für diesen TG der verantwortliche TLvD. Trotz des intensiven Tauchgangs haben wir tolle Dinge gesehen: Ein paar große Barrakudas, eine kleine Gruppe großer Blaufische und im Atlantik selten vorkommende Korallen. Wie auch bei den vorherigen Tauchgängen ist nichts Gravierendes passiert, doch gibt es für alle noch Luft nach oben was Automatismen angeht. Auch Briefing und Debriefing haben sich noch etwas hingezogen, sodass die Vorbereitungen für den zweiten TG sich fast direkt an das Ende des ersten TG einreihten.

Larrissa war dann TLvD für den zweiten Tauchgang. Dieser versprach entspannter zu werden – und das war er auch. Die Übung war eine zweigeteilte Rettungsübung: Erst reihum eine Simulation der Rettung eines verunfallten Gerätetauchers von 20m und am Ende der Transport eines Verunfallten zum Schlauchboot. Erfreulicherweise blieb hier viel Zeit zum Gucken und Genießen. Schöne große Zackenbarsche und eine Gruppe Bernsteinmakrelen haben den Tauchgang abgerundet. Dabei kam richtige Urlaubsstimmung auf!

In den Briefings hatten wir gemerkt, dass sich bereits ein Lerneffekt bzw. eine Gewöhnung eingestellt hat. Somit sind wir guter Dinge, dass die folgenden Tage voller Erfolg verlaufen.

Zu guter Letzt hatten wir erfahren, dass Uwe Geburtstag hat. Happy Birthday!

 

Tag 3

So langsam kehrt Routine in die Gruppe ein. Nach dem gemeinsamen Frühstück trafen wir uns wie gewohnt an der Basis. Hier wurden wir von unserem TLvD Claas empfangen und in den bevorstehenden Prüfungstauchgang eingewiesen. Es galt einen Aufstieg aus 40 m ohne Flossenbenutzung zu absolvieren, mit je einem Stopp auf 25 und 10 m. Zum Ende des Tauchganges ließ jeder Teilnehmer seine Boje steigen. Nach dem Aufstieg fanden Boot und Taucher wieder zusammen und es ging fix zum Debriefing und dem lang ersehnten Mittags-Baguette.

Nach der wie immer viel zu kurzen Pause, in dem über den letzten Tauchgang gefachsimpelt wurde, rief Jan-Hendrik, der TLvD des zweiten Tauchganges, zum Briefing.

Unsere Aufgabe war es nun, einen Kompasskurs mit abwechselnder Führung zu meistern. Alle freuten sich, ihr Können im Orientieren wieder unter Beweis zu stellen. Hierbei zeigte sich, dass das Finden eines Objektes bei Strömung schwieriger ist als angenommen. Am Ende schafften es alle Gruppen wohlbehalten zurück aufs Boot.

Nach der Ankunft an der Basis kehrte die Routine wieder ein: Debriefing, kühle Getränke und das obligatorische Abschlusswort von Hagen.

Abgerundet wurde der Abend durch unser gemeinsames Abendessen im Hotel. Alle sind satt, glücklich und gespannt, was der nächste Tag für uns bereithält.


Tag 4

Der vierte Tauchtag, der unter den Themen Orientierung und Nachttauchen stand, begann nach dem Frühstück mit einer hautfreundlichen Wolkendecke und etwas mehr Wind als an den Vortagen, was im Verlauf des Tages noch zu interessanten Erlebnissen führte. Als erste Übung stand das Apnoe-Streckentauchen auf dem Plan. Thomas steckte an der Mole mit einer Bojenleine die Distanz von 25m ab und wartete am Ende der Leine mit einem Tampen auf die Knoten, die da kommen sollten. Heidrun tauchte, als wolle sie einen Lehrfilm über den Delphin-Stil drehen, und Immanuel kam so entspannt an, dass er den zweiten Palstek nur deswegen nicht knotete, weil er ihn vergaß. Uwe knotete den schnellsten Palstek der Insel. Alle Anwärter meisterten die Übung, die Tauchzeit lag bei allen zwischen 50 und 80 Sekunden.

Nach den Apnoeübungen wurde näher auf das Thema Rettung von Verunfallten auf das Boot sowie Erste Hilfe eingegangen. Die Rettungsplane hat alle, sowohl beim Tragen als auch beim Retten aus dem Wasser überzeugt. Rautek-Griff, HLW, stabile Seitenlage und Handhabung des AED liefen routiniert ab.

Beim Nachbriefing der Rettungsübungen und die Vorstellung des Neuro-Checks sowie des Unfallprotokolls gab es eine Überraschung: es regnete 11 Tropfen.

Der Nachmittagstauchgang zeigte die komplette Erlebnisbreite des Tauchsports. Die gigantische Unterwasserlandschaft mit Steilwänden, Korallen, Barrakudas, großen Zackenbarschen, Rochen und dem Ziel „El Portal“, einem Tunnel, der auf 33m zu durchtauchen war, bot einen fantastischen Tauchplatz.

Welle und Wind brachten auf dem Heimweg bei einigen die Seekrankheit zum Vorschein.

Im Anschluss an das Nachbriefing des Nachmittags-Tauchganges sowie das Abendessen folgte ein Nachttauchgang.

Zu sehen gab es Algenschnee, eine Sepia, Seepferdchen, Seehasen – mehrere weiße und ein schwarzer – auch Gespensterkrabben und Meeresleuchten bei abgeschalteter Lampe. Für Liebhaber von Seegurken war dieser Tauchgang ein besonderes Erlebnis.

So endete ein anstrengender Tauchtag, nach dem sicher alle gut schlafen konnten.

 

Tag 5

Das große Finale !

Heute ging es auf zum letzten Prüfungstag! Morgens traf sich alles wie gewohnt an der Basis um den letzten Tieftauchgang mit Aufstiegsübung in Angriff zu nehmen. Der Aufstieg unter Wechselatmung stellte noch einmal eine Anforderung an die Tarierfähigkeiten dar. Teamwork war angesagt und in allen Gruppen der Schlüssel zum Erfolg. Da wir etwa 1,5 – 2m hohen Wellen hatten, war die Fahrt zum und vom Tauchplatz ein Erlebnis für sich. Fast wie eine Achterbahnfahrt!

In der Mittagspause erhielten wir einen Einblick in die Modalitäten der Lizenzverlängerung für Trainer B und Tauchlehrer. Fertig – wir haben unsere Tauchgänge absolviert und dürfen uns auf unsere zukünftigen Aufgaben freuen!

Denkste! Einen Tauchgang zauberten unsere Prüfer noch aus dem Hut (oder der Kopfhaube?). Eine Ausbildungstauchgang CMAS * mit diversen Aufgaben wurde simuliert. Die Dünung und die schlechtere Sicht erleichterten uns nicht gerade die Erfüllung unserer Aufgaben. Aber auch damit wurden wir fertig und konnten nebenbei noch ein paar Fische betrachten oder den Kamin am Amphitheater durchtauchen. Nach dem Sicherheitsstopp erhielten wir noch unter Wasser die Gratulation zur bestandenen Tauchlehrer-Prüfung! Geschafft!!!!!

Nach dem Abendessen trafen wir uns ein letztes Mal bei Deep-Blue-Diving um unsere Urkunden und Lizenzen in Empfang zu nehmen. Eine interessante und lehrreiche Woche fand damit ihren Abschluss.

Vielen Dank an unsere Ausbilder für ihre Geduld und konstruktive Kritik, für viele Tipps und schöne Tauchgänge. Vielen Dank an alle Teilnehmer für die gute Zusammenarbeit und verlässliche Buddy-Teams.