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Tauchausbildung

1. Tag in Safaga

Gestern stand die Sonne tief über dem Horizont als wir, die Tauchlehreranwärter, in Hurghada landeten.

Heute Morgen standen die Tauchübungen ohne DTG an. Dabei betreuten uns die TL-Anwärter im Bereich Apnoe exzellent und bereiteten uns auf die jeweiligen Übungen vor. Zuerst absolvierten wir die Zeittauchübung in Statik. Eine Minute die Luft anhalten stellte nach gezielten Atemübungen kein Problem für uns dar. Als Nächstes setzten wir vier Apnoebojen, um an diesen das Streckentauchen - 25m auf 5 Meter Wassertiefe - mit anschließendem Palstek-Knoten durchzuführen.

Nur immer ein paar Meter Bewegung – so kann es natürlich nicht den ganzen Tag weitergehen und siehe da, unsere Ausbilder haben für uns 1000m Flossenschwimmen bei leichtem Seegang vorbereitet.

Als wir danach aus dem Wasser kamen, konnten wir in der Mittagspause etwas verschnaufen, bevor es wieder in die Neoprene-Anzüge ging. Jetzt standen Rettungsübungen jeglicher Art auf dem Stundenplan: Leinensicherung, Abschleppen mit einem Seil und der Transport ins Schlauchboot.

Alle Teilnehmer haben den heutigen Tag gut überstanden und freuen sich auf das morgige Gerätetauchen.

Anton und Moritz 28.09.2019, Safaga

 
 
 

2.Tag

29.09.2019: Erster Tag auf See

Bei frischer Brise und strahlendem Sonnenschein sind wir Tauchlehrer-Aspiranten mit der Fantasia von der Orca-Tauchbasis aus Safaga nach Tobia Hamra (23,5°N, 33,6° O) gestartet. Auf der Hinfahrt  erhielten wir vom Basistauchlehrer eine Einweisung für das Boot und das heutige Tauchgebiet, bevor der TLvD die Gruppeneinteilung und die anstehenden Aufgaben bekannt gab.

Nach der Ankunft am Riff haben wir gemeinsam mit der Apnoeisten-TL-Gruppe - als unsere sichernden Schatten – unsere 10m-Tieftauchübung absolviert. Dabei wechselten wir uns auch in der Hauptsicherung ab. Im Anschluss stiegen wir zum ersten Mal mit unserer DTG-Ausrüstung ins Wasser und unser erster Eingewöhungstauchgang konnte starten. Los ging es mit dem Bleicheck und der Kontrolle des Wassernasereflexes. Erste Geschicklichkeitsübungen bewiesen wir beim selbstständigen An- und Ablegen unserer Jackets bei Wellengang. Den Erkundungstauchgang am Riff haben wir mit dem Setzen einer Boje beendet.

Gestärkt mit einem von der Crew gekochten fantastischen Mittagessen folgte unser erstes Kurzreferat zur Bedeutung des WNR. Anschließend  haben wir am selben Spot die Rettung eines verunglückten Tauchers geübt - mit Demonstrationscharakter.

Dank des Vor- und Nachbriefings sowie des Feedbacks der Ausbilder konnten wir für die nächsten Tauchgänge viele Knackpunkte erkennen, an deren Verbesserung wir in den nächsten Tagen arbeiten werden. Zwischen Theorie und Praxis liegen noch Seemeilen vor uns. Wir freuen uns auf den morgigen Tauchtag auf der Fantasia.

Christoph + Malte


3. Tag

Tag 3: Walhai voraus!

Der dritte Tag der Tauchlehrerausbildung begann heute um 8:15 Uhr, die Abfahrt unseres Bootes lässt keine Verspätung zu.

Unser erster Übungstauchgang beinhaltete einen Aufstieg aus 40m ohne Einsatz von Flossen. Dies war für alle Teilnehmer eine sehr anspruchsvolle Übung, die wir aber alle meisterten. Höhepunkt dieser Übung war die Sichtung von zwei großen Adlerrochen in Formation.Zur Routine bei jedem Tauchgang wird mittlerweile das Boje setzen aus 5m Wassertiefe.

In unserer Mittagspause gab es für alle Teilnehmer 2 Highlights, die für alle noch lange für Gesprächsstoff und ein dickes Grinsen sorgen werden. Bei der Verlegung unseres Bootes zu unserem zweiten Tauchplatz, haben wir einen Schwarm Thunfische beim Jagen beobachten können. Plötzlich ein Schrei: „Walhai steuerbord querab“. Wir haben einen Walhai im Abstand von 50m gesichtet. Vom Schwesterschiff kam ein Beiboot und holte die ersten acht Taucher ab. Dann folge auch unser Kapitän mit dem Schiff und so bekam unsere ganze Gruppe die Möglichkeit, mit einem Walhai zu schnorcheln. Binnen Sekunden sprangen alle mit ihrer ABC-Ausrüstung ins Wasser und genossen diese Begegnung mit dem atemberaubenden Tier. Völlig unbeeindruckt von dem plötzlichen Trubel zog es gemächlich seine Runden um unser Boot.

Bei unserem 2. Tauchgang bestand die Übung darin, sich zu orientieren ohne dafür einen Kompass oder andere technische Hilfsmittel einzusetzen. Die ganze Gruppe soll hierbei den Gruppenführer unterstützen. Was in der Theorie gut klingt, funktionierte auch bei einer der beiden Gruppen tadellos. Das andere Team wurde von wiederholt abstürzendem Blei drangsaliert und verfehlte in der Folge den Ausgangspunkt um etliche Meter.

Auf der Rückfahrt war die Begegnung mit dem Hai immer noch allgemeines Gesprächsthema der verschiedenen Teilnehmer, die Suche nach dem besten Foto beginnt...

 
 

4. Tag

Heute wird es ernst.

Am heutigen Vormittag stand der letzte Übungstauchgang, Aufstieg unter Wechselatmung, an. Dabei war eine gute Abstimmung und Koordination zwischen Übendem und dem Sicherungsmann gefragt. Man merkte, dass sich die einzelnen Teilnehmer schon sehr gut aufeinander eingestellt haben, trotz ständig wechselnder Aufgaben innerhalb der verschiedenen Übungen.

Beim Auftauchen empfing uns schon der Geruch eines köstlichen Mittagessens. Die Crew der Fantasia zaubert jeden Tag ein gesundes Mahl, trotz einer kleinen Bordküche.

Nach der Mittagspause hörten wir einen Vortrag zum Thema „Sicherheit im Wasser“. Im Anschluss wurde es ernst: Der erste Prüfungstauchgang „Rettung eines verunfallten Tauchers“ stand auf dem Plan. Dank unserer großartigen Vorbereitung stellte die Aufgabe für niemanden von uns eine Hürde dar. Das Nachbriefing bewies, dass die erste Aufgabe von den Gruppenführern und Mittauchern souverän gemeistert wurde. Es bleibt spannend und wir freuen uns auf die drei verbleibenden Tauchtage.

Steffen und Frank

 
 
 

5. Tag: Halbzeit

Mit der Fantasia starteten wir heute wieder mit sonnigem Wetter und einer ruhigen See in einen weiteren Abschnitt unserer TL-Prüfung. Der Tauchplatz war ein bekannter Ort: Tobia Hamra, den wir schon an unserem ersten Tauchtag kennengelernt hatten.

Die beiden Tauchgruppen starteten vormittags auf knapp 40m. Die Prüfung bestand darin, den Aufstieg ohne Flosseneinsatz zu meistern, welches von allen erfolgreich absolviert wurde. Und so hatten wir noch genug Zeit, um die Unterwasserwelt in einer entspannten Austauchphase anzusehen. Im Anschluss gab es ein köstliches Mittagessen mit regionalen Spezialitäten.

Unsere erholsame Mittagspause wurde durch ein interaktives Referat über die aktuellen HLW Standards durch unseren Tauchmediziner bereichert. Dabei wurde unser Wissen aufgefrischt. Im Anschluss haben wir den nächsten Tauchgang besprochen. In diesem hatten wir die Aufgabe, die sogenannte “Fuchsjagd“ durchzuführen. Hierfür erfolgte der Reihe nach Wechselatmungsmanöver in austariertem Zustand. Während des gesamten Tauchgangs hatten wir die Möglichkeit, das artenreiche Riff ganz entspannt zu erkunden.

Auch heute haben alle Teilnehmer die Prüfungen erfolgreich absolviert – es ist Bergfest. Wir hatten viel Spaß und freuen uns schon auf den nächsten Tauchgang.


6. Tag: Tauchlehrerausbildung in Brüderlichkeit

Trotz unseres Nationalfeiertages „schuffteten“ wir hochkonzentriert für unsere heutigen zwei Prüfungstauchgänge. Unser Schiff brach kurz vor 9 Uhr zum Riff Abu Soma Marina auf, wo wir zwei Tage vorher mit Walhaien schnorcheln durften.

Die Aufgabe des Vormittagstauchgangs war es, unter Wechselatmung von mindestens 40m Tiefe normgerecht bis auf 10m aufzusteigen. Dabei wurde der Luftgeber und Luftnehmer in Wechselatmung von zwei weiteren Tauchlehreranwärtern der Gruppe wie der eigene Bruder gesichert. Beim Wechsel der Aufgaben innerhalb der Gruppe auf 25m Tiefe umkreiste uns eine grüne Meeresschildkröte.

Nachdem wir die kulinarischen Spezialitäten zu Mittag verspeist hatten, fielen wir vom Suppenkoma in den Tiefenrausch-Vortrag, damit wir für den morgigen dekopflichtigen 40m-plus-Prüfungstauchgang sensibilisiert sind und in Einigkeit adäquat handeln. Während wir unterm Sonnendeck relaxen durften, mussten einige der Apnoeisten ihre Theorieprüfung in der Bootsmesse nachschreiben. Dann erst konnten sie zu ihren Apnoe-Gruppen hinzustossen, die unseren neuen, 10 Schiffsminuten entfernten Unterwasser-Spot Tobia Arbaa erkundeten und kartografierten:

Wir betauchten diese sechs, bis zu 18m tiefen Korallen-Säulen mit Staunen über die vielfältige Tierwelt in allen Tiefen. Doch währendessen bestimmten unsere Ausbilder immer wieder zufällig einen von uns, der – als Übung – einen Luftnot signalisierenden 1-Stern-Taucher darstellte und schnell mit dem Hauptregler seines Buddys routiniert unter ruhiger Fortsetzung des Tauchgangs in jeweiliger Gruppe versorgt wurde.

Auf der Heimfahrt erinnerte uns der Seewind im Gesicht und die Sonne auf dem Körper, welche Freiheit in Verantwortung wir – dank der stetigen Überprüfung und Kritik unserer Ausbilder zum Zwecke einer progressiven Verbesserung unseres Tauchverhaltens – selber bald mit Recht vermitteln dürfen.

Malte und Moritz