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Tauchausbildung

Tauchlehrerprüfung des TLN in Kas

VDST-TLN Tauchlehrerpraxisprüfung – KAS 20.09-29.09.2019

 

1. Tag – Samstag – 21.09.2019

Alle TL1 Anwärter/-innen und Ausbilder sind im idyllischen KAS angekommen.

Nach einem ersten Kennenlernen am Anreisetag und gemeinsamen Abendessen, geht es jetzt los...

 

8:00 Uhr - Frühstück

Körper, Geist und Seele stärken bei typisch türkischen Gerichten und einem angenehmen Gespräch in der Morgensonne.

 

9:00 Uhr - Tauchgepäck an Bord - Ist alles dabei, habe ich etwas vergessen?

Die Spannung steigt - Auf zur Mavi unserer Heimat in dieser Woche!

Alle sind etwas angespannt und somit wirkt alles etwas unkoordiniert. Unser Ausbildungsleiter Norbert Wotte (Wotti) erkennt dieses mit seinem geschulten Auge und greift in Form einer kleinen Willkommensansprache ein und erläutert die wichtigsten Regeln, bevor er das Wort an die Tauchbasis Leiterin Hanne Bahnsen vom Mavi Diving abgibt. Im Anschluss erteilte unser heutiger TLVD Carsten Polej die letzten Instruktionen.

Die erste Lektion des heutigen Tages stand an: 1000 Meter entlang der Küstenlinie im Mittelmeer schwimmen.

11 todesmutige TL1-Anwärter sprangen in die Fluten und stellten sich der Aufgabe, wobei die Gruppe versuchte geschlossen zu starten und wieder anzukommen. Nachdem alle Anwärter die erste Prüfung auf dem langen Weg zum TL1 bestanden haben, wurde die Mavi verlegt und die anstehenden APNOE Übungen vorbereitet:

60 Sekunden Zeittauchen im Freiwasser

10 Meter Tieftauchen. In der Zieltiefe seinen Namen auf eine Unterwasserschreibtafel schreiben und sich vom Sicherungstaucher mit einem Handschlag verabschieden, um an die Wasseroberfläche zurück zu kehren, sowie zu guter Letzt in 6 Meter Wassertiefe 25 Meter Streckentauchen, einen Palstek vor den Augen des Sicherungstauchers an das Bojenseil zaubern um dann auch hier zur Wasseroberfläche zurück zu kehren.

Kurzer Kontrollblick des TLvD - Alle an Bord, alle gut auf! - Mittag!

Die hungrigen Krieger und Kriegerinnen stürzten sich auf das leckere Mittagessen, welches von der Crew der Mavi vorbereitet wurde. Nach einer angemessenen Ruhepause wurde dann zum 1. Tauchgang am Canyon Wreck gestartet

Getaucht wurde in drei Gruppen, wobei sich jede Gruppe nebenbei zwei unterschiedliche Fischarten während des Tauchgangs merken und später dokumentieren sollte. Eine Aufgabe, welche uns über die Woche begleitet. Gespannt sind wir auf die Wochenliste. Neu für uns war das Abtauchen am Zweitatemregler bis zur Tiefe des Bubblechecks. Eine Möglichkeit, um am Anfang des TG´s in sicherer Umgebung die Funktion des Zweitatemreglers zu testen. Weitere Übungen waren das Lehren des Bleichecks und Wassernasereflex. Während des TG´s wurde wechselseitig aus dem Zweitatemregler des Tauchpartners geatmet, um ein Vortraining für das spätere Luftmanagement zu absolvieren. Am Ende dieses wunderschönen Tauchgangs, in dem wir ein Wrack, kleinere Grotten, Zackenbarsche, Rotfeuerstrahlenfische, Nacktschnecken und eine Schildkröte gesehen hatten, übten wir den Aufstieg von 10m auf 5m ohne technische Hilfsmittel, sowie das setzen der SMB (Surface marker buoy), bevor wir nach einer guten Stunde an die Wasseroberfläche zur Mavi zurück kehrten.

Nach dem Tauchgang wurde dann bei einem türkischen Tee ein ausführliches Debriefing mit Feedback von den einzelnen Ausbildern durchgeführt.

Dann ging es wieder zurück in den Heimathafen und es wurden im Hotel die Tauchgangsprotokolle geschrieben, nur der Blogschreiberling musste noch etwas mehr schreiben :)

 

2. Tag

2. Tag – Sonntag – 22.09.2019

Neuer Tag, neues Glück!

Heute ist ein besonderer Tag...

Denn die Hauptaufmerksamkeit liegt heute nicht beim Tauchen, sondern bei unserem Geburtstagskind Christina. Somit hier noch einmal ganz offiziell HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum GEBURTSTAG liebe Christina!

Es stellt sich eine gewisse Routine ein, Frühstück 0800, Boot 0930, Abfahrt 1000.

TLvD - Vormittag: Kati

Referat: Michael Patzschke

TG 1: ÜC Kaya - #Bondagespieleunterwasser #Nagelschere
Nach dem obligatorischen Abtauchen am Zweitregler und unkoordiniertem Reglertausch innerhalb einzelner Tauchgruppen, war das Ziel des ersten Tauchgangs die Lösung eines Problems (Verfangen in einer Leine) unter Wasser. Dazu wurden die Anwärter willkürlich durch den leitenden Tauchlehrer mit Schnüren fixiert und mussten sich selbstständig durch Verwenden eines Schneidewerkzeugs befreien. Dazu benutzt man in der Regel einen Eeezycut oder ein Tauchermesser...eine Nagelschere tut es im Notfall aber auch. Problem erkannt - Problem gebannt!

Mittagspause - #tauchsicherheitundrettung
Nach dem Mittagessen demonstrierte und erläuterte unser VDST Arzt Jan einen erste Hilfe Rucksack und dessen Inhalt. Im Anschluss ging es dann um das Retten und Bergen eines verunfallten Tauchers an Bord mit Hilfe von Seil, Pal- und Feuerwehr-stek. Zu Risiken und Nebenwirkungen, fragen Sie Philipp oder unsere Tauchausbilder!

TLvD - Nachmittag: Ines

Referat: Andreas

TG 2: Chicken Beach - #Kugelfische #Rudeltaucher
Nach einer spontanen Planänderung wurde nun doch nicht der eigentlich geplanten Tauchplatz „Mavi Wreck“, sondern der Tauchplatz „Chicken Beach“ angefahren. Nachdem alle möglichen und unmöglichen Späße über den Tauchplatznamen gemacht waren und auch der tatsächliche Ursprung geklärt wurde, ging es für die drei Tauchgruppen ins Wasser und zum Wrack der alten Meis-Fähre. Die Besichtigung des Wrack verzögerte sich für die erste Gruppe auf Grund eines Rudels Taucher eines anderen Tauchbootes um wenige Minuten, um so ausgiebiger wurde danach dann aber alles erkundet und mit einer kleinen Fotosession abgeschlossen. Nach einem Abstecher zu einem weiteren Wrack, einem alten Agrarflugzeug, wurde auch schon die für diesen Tauchgang vorgesehene Übung eingeläutet: Demonstration der Rettung eines verunfallten Tauchers unter Wasser. Mit pantomimischer Höchstleistung demonstrierte uns Wotti, wie er sich einem verunfallten Taucher nähert, den Sachverhalt analysiert und das „Opfer“ an die Wasseroberfläche verbringt. Alle haben es auf Anhieb hinbekommen...er scheint es uns wohl gut gezeigt zu haben.

Abgeschlossen wurde die Übung mit dem Retten des Verunfallten und der Erläuterung der einzuleitenden Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Der zugegeben lange Tauchtag wurde mit einem gemütlichen Abendessen im Smiley´s abgeschlossen, der folgende Tag wirft allerdings schon seine Schatten voraus.

Schreiberling 1 + 2, melden sich ab und gehen zu Bett! - #Gutenacht

 

 


3. Tag

3. Tag – Montag – 23.09.2019

5:50 Uhr: Der Muhizin ruft. Parallel geht irgendwo ein Handywecker. Noch einmal umdrehen und weiterschlafen.

8:00 Uhr: Frühstück – 09:20 Uhr: Abmarsch vom Hotel zu unserem Tauchboot „Mavi“ – 09:35 Uhr: TLvD Christina meldet alle vollzählig auf`m Boot – „Boarding completed“ – 09:40 Uhr: Christina stellt die Tauchgruppen vor. Dirk hält das Kurzreferat über die Aufgaben und Ablauf der Übungen.

Die Luftberechnung ergibt, wir haben 10 min Zeit auf der geplanten Tiefe von 42m bei einer Nullzeit von 6 min (ohne Vorsättigung) =>Dekotauchgang!

10:40 Uhr: Beginn TG #4 Abstieg mit Zweitregler und Wechsel auf Hauptregler nach Bubblecheck. Abstieg am Anker vorbei auf 20m, dann 42m zum Amphorenfeld und Übung1 „Palstek auf 40+“ Schildkröte (Caretta caretta) auf 45m, zwischendurch Seesterne; Röhrenschwämme, silberne kleine Fische mit schwarzem Längsstreifen (?)

Aufstieg am Hang entlang; im Flachbereich angekommen Dekostufe 3m -10min. Nach der abgesessenen Dekostufe Simulation: Ausfall der Tarierweste; Lösung: Boje als Auftriebsmittel nutzen. Aufstieg und zurück ins Boot mit Atemregler im Mund.

11:50 Uhr: Nachbriefing. Der Tauchgang und alle Übungen werden jeweils in den drei kleinen Gruppen besprochen.

12:30 Uhr: Mittagessen an Bord. Es gab typische türkische Hausmannskost, gekocht von einer Dame im Ort. Wie immer sehr lecker.

13:30 Uhr: Die Schiffsglocke läutet, heißt: Mittagspause vorbei und TLvD-Wechsel von Christina zu Philipp. Philipp erklärt den Tauchplatz und übergibt an Alex, der die Übungen erläutert:

Übung 1: Fuchsjagd: Nacheinander lässt sich ein Mitglied der Tauchgruppe etwas zurück fallen und simuliert Luftnot, indem der Atemregler aus dem Mund genommen wird.

Lösung: Nun heißt es ganz schnell nach vorne zu den anderen Tauchern und das UW-Zeichen für Luftnot geben, um aus dem Regler eines Tauchpartners zu atmen.

Übung 2: Verlust von Maske und Atemregler, wenn nur eine Hand zur Verfügung steht (Beispiel: Man hält sich bei starker Strömung an der Ankerleine fest und bekommt einen Flossenhieb ins Gesicht, der Atemregler und Maske weg reißt).

Lösung: Mit einer Hand zuerst die Maske schnappen und dann auf den Zweitregler umsteigen, der sich nach VDST-Ausrüstungsempfehlung immer im Brustbereich befindet. Als nächstes in Ruhe die Maske aufs Gesicht setzen, ausblasen, Unterdruck saugen und einhändig das Maskenband um den Kopf schieben. Erst jetzt den Hauptatemregler zurück angeln und auf die normale Ausgangssituation zurück wechseln. Weiter geht es mit den Briefings in den drei Gruppen, anrödeln und Buddychecks.

14:33 Uhr: Jetzt beginnt der Tauchgang mit dem Sprung ins Wasser, dem gemeinsamen Abtauchen am Zweitregler und dem Bubblecheck auf 3m. Tatsächlich perlten bei einem Taucher kleine Luftblasen zwischen Flaschenanschluss und erster Stufe nach oben, was aber aufgrund der sehr geringen Intensität vernachlässigt werden konnte. Wer schon einmal im Urlaub mit INT-Ventilen getaucht ist, kennt dieses Phänomen schon fast als Normalfall. Unser Gruppenführer Alex hat uns zu einem alten hölzernen Schiffswrack in 25m Tiefe geführt, an dem die Holzbohrwürmer schon ganze Arbeit geleistet hatten. Wotti hat uns die Bohrpfeiffen (kleine Kalkröhrchen) gezeigt, von denen der ganze Boden voll lag. Unter dem Bug hat ein Zackenbarsch Schutz gesucht. Weiter ging es zu einem Felsen voller Amphoren. Auf dem Weg dorthin kam uns ein Rochen entgegen, der von einem kleinen Zackenbarsch verfolgt wurde. Auf dem Rückweg zum Boot noch Übung 2 (Fuchsjagd) mit kurzer Unterbrechung für ein Nacktschneckenfotoshooting. Beim Auftauchen zeigte der Tauchcomputer eines Gruppenmitgliedes noch 1min Deko auf 6 m an, bevor wir für den Sicherheitsstopp einen Meter höher getaucht sind. Zum Abschluss noch einmal Boje schießen und nach 60 min hieß es: Back to surface.

15:40 Uhr: Alle sind wieder an Bord und wir beginnen während der Rückfahrt in den Hafen mit dem Versorgen der Ausrüstung und dem Nachbriefing.

16:00 Uhr: Im Hafen angekommen bilden alle eine Kette und laden die leeren Tauchflaschen aus dem Boot aus.

16:30 Uhr: Zurück im Hotel noch schnell das Tauchgangsprotokoll unserer Gruppe ausfüllen, bevor der nächste Programmpunkt ansteht – Theorieausbildung Teil für den AK Tauchsicherheit und Rettung.

 

Schöne Grüße aus Kas,

euer Blogger Andreas


4. Tag

4. Tag – Dienstag – 24.09.2019

Start der Prüfungstauchgänge – Let the games begin

Morgens zum Start am Boot sind die Abläufe langsam bekannt und die noch schlaftrunkenen Kämpferinnen und Kämpfer finden sich überpünktlich an Bord ein. Der erste Eindruck kann nur verbessert werden. Schnell ist das Gerät vorbereitet und noch ein paar Sonnenstrahlen auf dem Deck genossen.

Dann startet die „Mavi“ mit Besatzung und aufgeregten Prüflingen in Richtung des ersten Tauchplatzes – Sariot Adasi Devar klingt mit Steilwand und tollen Bewuchs vielversprechend. Wenn da nur nicht diese Übungen wären. Aus „Tauche deinen Plan“ wird nicht viel, denn unter Wasser pfeift ordentlich Strömung durch die Taucher. Selbst die Schildkröten haben den Turbo eingelegt, sodass sogar das Zeigen zur Herausforderung wird. Aufstieg ohne Flossenschlag kann nur bis zur Riffkante gemeistert werden und für das Bojesetzen unter Wechselatmung müssen wir eine kleine Felsenbucht suchen. Gar keine so leicht Übung in einem fremden Tauchgewässer, aber manchmal ist das Glück mit uns. Aus dem Wasser müssen wir gegen starke Wellen kämpfen, so müssen wir uns wenigstens keine Sorgen um die Kalorien machen und können die doppelte Portion Eis verputzen. Wir bleiben positiv.

Ausgehungert und voll guter Vorsätze für die folgenden Tauchgänge geht es zum Mittag. Kurze Zeit für einen wohlverdienten Mittagsschlaf bleibt nicht.

Let the games begin: Die Prüfung ist eröffnet! Wotti sagt ein paar Worte zur Einstimmung und alle werden plötzlich ganz, ganz ruhig. Nach jahrelanger Vorbereitung und Übung wollen wir jetzt zeigen dass wir das Zeug zum Tauchlehrer haben. Auch wenn das vor Aufregung nicht immer so gelingt wie wir uns das vorstellen. Gleichzeitig gibt es von den Ausbildern auch beruhigende Worte: So schlimm ist es um uns nicht bestellt und so wird noch niemand zum Einzelgespräch geladen.

Am zweiten Tauchplatz Eel Cove sind wir längst angekommen, 2 ½ Stunden Oberflächenpause sind vergangen, sodass es nach dem Briefing direkt wieder ins Wasser geht. Für den ersten Prüfungstauchgang heißt es retten was noch zu retten ist. Die Ausbilder melden sich als Freiwillige und die Prüflinge müssen sie vom Meeresgrund zurück zum Boot bringen. Jeder darf zeigen, dass er die Übung auch mit Ausbildungscharakter demonstrieren kann.

Wolfgang hat dabei das große Los gezogen: Er darf mit der Frauentruppe ins Wasser. Damit Mitausbilder Carsten besser zu seinen neuen Buddies passt, bekommt er eine farblich passende Handtasche für den Tauchgang, die er stolz an sein Jacket heftet. Und siehe da: mit der Tasche kann Carsten sein Atemminutenvolumen deutlich senken und muss nicht bei den Mädels um Luft betteln. Unser Pro-Tipp für einen verbesserten Luftverbrauch ist die Handtasche mit Blumenmotiv.

Nachdem der erste Teil der Übung gemeistert ist, ist der Prüfungsstress schnell vergessen. Schnecken, violette Flabellina, Flötenfische, Zackenbarsche, Barrakudas, Rotfeuerfische und diverse Polypenbäumchen sind zu bewundern. Viel zu schnell ist der Tauchgang vorbei. Die Übungen meistern alle und sind umso erleichterter wieder an Bord.

Jetzt wird es nochmal ernst: Die Prüfer sind an Bord und müssen medizinisch betreut werden. Schnell ist das Messer zur Hand und ehe Wolfgang weiß was passiert, ist sein Anzug zerschnitten. Aber Leben ist wichtiger als Neopren und der Weg ist frei für die Herzdruckmassage. Der spontanen Genesung trauen die Prüflinge nicht so recht und so muss Wolfgang noch den 5-Minuten-Neuro-Check über sich ergehen lassen. Nach dem OK vom Doc ist der Patient entlassen und das Gerät kann abgebaut werden. Der Tauchtag und die ersten Prüfungen sind gemeistert, allen geht es gut und es sind keine neurologischen Ausfälle zu melden. Hurra!

Um ist der Tag aber noch lange nicht, und zum krönenden Abschluss müssen halb narkotische Taucher noch Carsten bei dem AK Tauchsicherheit – und Rettung zuhören. Er gibt sein bestes, nur nach einem Tag voll spannender Eindrücke und den ersten Prüfungsabnahmen fällt es uns umso schwerer konzentriert zu bleiben. Außerdem ruft schon das Abendessen nach uns.

In diesem Sinne wechseln wir jetzt von Tastatur zu Messer und Gabel. Fortsetzung folgt…

Schöne Grüße aus Kas,

eure Blogger Ines & Kathi


5. Tag

5. Tag – Mittwoch – 25.09.2019

Der Tag beginnt und man trifft sich beim Frühstück.

Stimmung wird ruhiger. Wem wundert es ;-)

Dazu noch das Wetter, dass die Sonne nicht gleich zu sehen ist. Bewölkt, wer hätte das gedacht.

Auf dem Schiff angekommen, die ersten Regentropfen, besser kann ein neuer Tauchtag nicht beginnen. Hurra, wir sehen schon das erste Meerestier im Hafen schwimmen. Eine große Schildkröte schwamm Steuerbord unter den Schiffen entlang.

Heute war TLvD Alexander sowie Philipp als Referent als erstes am Start.

Auf dem Weg zum Tauchplatz Camel Reef wurden uns die Gruppen sowie die Aufgaben im strömenden Regen genannt. Gut, dass wir ein Dach über dem Kopf hatten.

Aufgabe am Tauchplatz nach dem Einstieg war der Wasser-Nasen-Reflex, der, wie ein Wunder, bei allen Prüflingen funzte. Der entspannte Einstieg ins Wasser fiel aus. Bei nicht geringer Oberflächenströmung mussten sich die Tauchgruppen erst einmal bis zur Mooring vorkämpfen um den Abstieg in die Tiefe zu starten. Bubblecheck bei Strömung ist auch mal eine neue Erfahrung. Bei einem schönen Touri-Tauchgang mit Schildkröte, Zacki, Drachenkopf und einem Rochen verloren einige Prüflinge ihre Flossenbänder und konnten diese eigenständig wieder in Schuss bringen. Aufstieg am Bojenseil bei "starker" Strömung verhinderte die letzte Aktion des Bojen setzen unter Verwendung des Inflators.

Am zweiten Tauchplatz Mavi Wrack angelegt, endlich Essen. Danach übergab Alex den Hut an Dirk als TLvD. Dirk gibt Infos über die nächsten Gruppenaufteilungen und Christina gibt ihren Senf zu den Aufgaben des 2. Tauchganges (Hauptaufgabe Orientierung ohne Kompass) bekannt. Bevor es damit losging, mussten wir uns die dritte Theorie-Einheit für TSR auf dem Oberdeck der „Mavi“ von Carsten über uns ergehen lassen. War nicht so einfach mit vollem Magen und man glaubt es kaum, bei praller Sonneneinstrahlung.

Dieser Tauchgang, in dem der Ausbilder die Gruppe durch die uns unbekannte Unterwasserlandschaft führte, um unseren Orientierungssinn zu prüfen, führte uns zur alten Stahlschute und dann weiter zum Mavi Wreck (Mavi = Blau. Blau sah es nicht mehr aus) mit Wottis persönlichem Wasserkloset. ;-). Auf dem Weg dorthin zählten wir die Taucher der Padi-Gruppe. Als diese das erkannten, teilten sie sich rasch auf ;-) Ab diesem Punkt bekam der Gruppenführer die Aufgabe, die Gruppe in Verbindung mit einem schönen Tauchgang wieder zur „Mavi“ zurückzubringen. Der Rückweg führte an einem Panzer vorbei, der seinen letzten Ruheplatz unter Wasser gefunden hat. Dieser ungewöhnliche Spot lud zu einer kleinen Foto-Session ein. Und siehe da, Wotti fand sein lang ersehntes Seepferdchen. Es glitzerte förmlich in seinen Augen.

Nach gelungenem Rückweg mit Zackis, Mönchfischen, einem besonderen Hai traten wir den Weg zum Sicherheitsstopp an. Das Thema Probleme lösen begleitete uns schon die ganze Woche. So wurde noch schnell eine gelöste Flasche gesichert und wer hätte es gedacht, die letzte Übung vom 1. TG wurde doch noch nachgeholt. Setzen der SMB mittels Blasenabweiser des Atemreglers und Inflator.

Im Hafen angekommen und nach erledigten Arbeiten, wie aufklaren des Schiffes, Seile aufschießen und die gewohnte Kette zum von Bord bringen der leeren Tauchflaschen machten sich die stickstoff-müden Krieger wieder auf den Weg zum Hotel. So früh waren wir noch nie da, so dass einige den Pool nutzen konnten. Die Stimmung stieg, denn es ging dann zum Abendessen.

Sind gespannt, wie es morgen weiter geht.

Schöne Grüße aus Kas,

eure Blogger Philipp & Michael


6. Tag

6. Tag – Donnerstag – 26.09.2019

Der 6. Tag in Kas hat begonnen.

Nachdem unser TLvD Michael das morgendliche „Bording complete“ gemeldet hat, übergibt er zum Referat an Ines. Alle sind irgendwie nervös und angespannt. Wotti entschärft die Situation mit einem netten Gruppenspiel. Was steht nun unerwartet auf dem Programm:

Singen-Tanzen-Klatschen für die gesamte Truppe. Ein munteres Spielchen mit Zeigen, Klatschen und hinknien, um von 1-3 zu zählen.

Die Stimmung ist aufgemuntert, die Nervosität deutlich gesunken. Nun hält Ines ihr Referat zum Thema Luftmanagement sowie Verlust des Atemreglers samt Maske.

Inzwischen sind wir am Tauchplatz Coban Burnu angekommen. Hanne erzählt uns etwas vom Bären Arsch und der Schäfer Nase. Gemeint sind damit eine Grotte sowie die Spitze des Riffes. Ein schöner Tauchgang auf 40+ Meter erwartet uns. Es geht per Kompasskurs erst Richtung Griechenland, dann noch fix an der Steilwand den Blinker nach links setzen und dort konnten wir schon ein großes Loch in ca. 20 Meter Tiefe entdecken. Durch das Loch geht es weiter nach unten. Dort angekommen, kann man eine schöne Grotte betauchen. Den Blick natürlich immer aufs Finimeter gerichtet, um das Luftmanagement hinzubekommen.

Und es kam, wie es kommen musste. Der Reihe nach verloren die TL-Anwärter ihre Maske und Regler zum Ende des Tauchgangs. Aber wir haben ja gelernt, wie wir diese Situation beherrschen. Zack, wurden der Atemregler und die Maske wieder an ihren Bestimmungsort zurückgeführt. Kaum aufgetaucht, gibt es auch schon, wie jeden Tag, sehr leckeres Essen an Bord der Mavi.

Die 2 ½ stündige Oberflächenpause war wieder einmal kurzweilig. TLvD Andreas bimmelt und wir haben direkt über einer DC3 festgemacht. Ein altes Transportflugzeug, welches extra im östlichen Mittelmeer vor Kas versenkt wurde. Das Referat, Tauchen mit technischen Hilfsmitteln und Ausfall des Hauptatemreglers, wird von Kathi vorgetragen. Durch ihre lockere Art haben wir alle verstanden, wie ein Dreieckkurs funktioniert und wie man reagiert, wenn einem der Atemregler vereist. Das wichtigste dran: man kann weiter atmen, aber bitte SCHNELL die Flasche zudrehen.

Unten am Flieger angekommen finden wir eine imposante Kulisse vor. Es ist sehr interessant, sich das alte Fluggerät anzuschauen. Eine größere Anzahl von Zackenbarschen und Schnecken scheinen auf das Unterwasserflugzeug zu stehen und haben es zu ihrem Standort erklärt. Ein weiteres Highlight war das Umtauchen einer Meeresschildkröte, welche sich direkt im inneren unseres Dreieckkurses positioniert hatte.

In Kas angekommen, laufen schon die ersten Planungen für morgen. Entweder können wir feiern oder trauern. Das Ergebnis erfahren wir morgen, nach unserem vorerst letzten Prüfungstauchgang, bevor wir uns weiter auf den Weg zum VDST TL2 machen.

Morgen noch ein Tauchgang, danach sind die Spiele leider schon wieder beendet.

Sonnige Grüße aus Kas,

Eure heutigen Blogger Dirk & Uwe

 

7. Tag

7. Tag – Freitag – 27.09.2019

Das Finale

Der letzte Tag der Prüfungswoche beginnt. Die Anspannung ist weithin spürbar, aber das Frühstückt schmeckt trotzdem lecker.

Der Plan gibt einen Tieftauchgang an Assi Island I vor. Aber Luftmanagement und Tiefe ist natürlich nicht genug für die angehenden TL´s. Daher soll es noch ein paar Aufgaben auf Tiefe geben und wir ziehen unser DTG erst im Wasser an. Die Aufgabe des TLvD übernimmt Philipp und Alex macht das Referat. Die Gruppenführung wird auf die drei Mädels verteilt,- Frauenpower. Nach dem obligatorischen Briefing und Einstieg ins Wasser geht es auf 40m+ , um dort Archäologische Radierungen von Amphorenfeldern (Getreide,- Öl-, und Parfümamphoren) zu erstellen und das kleine Knotenalphabet durch zu gehen. Gesichtet wurden unterschiedlichste Schnecken (u.a. Katischnecke), Schildkröten, jagende Kalmare und ein großer Bärenkrebs, der seine Luxushöhle bewachte.

Zurück an Bord, wurden nach altem Brauch die Prüflinge von den Prüfern ins Wasser geworfen und es folgte das Debriefing. Es gibt eine Zusatzaufgabe von Hanne: "Gesäßgranatenwettbewerb" vom Oberdeck! In der Jury Osman, Mursa und Leo. In zwei Durchläufen zeigt jeder, was er kann: das Wasser spritzt und es gibt einige Detonationen, bei denen man Angst um den Anzug hat (Ergebnis des Wettbewerbs: Kleinster A.. Ines und größter A.. Philipp).  

Nachdem geordneten Rückzug vom Boot wurden im Hotelpool die letzten Anspannungen gelöst.

19:13 Uhr Abendessen im Smileys. Heute grinst uns sogar der Fisch beim Essen an.

21:27 Uhr Pokalverleihung auf dem <s>Tauch</s>Partyboot Mavi. Alle haben bestanden. Man spürte, wie der Brocken zu Boden krachte. Nun gibt es für jeden Teilnehmer zu der DOSB Trainer B Lizenz die langersehnte Tauchlehrerlizenz mit persönlichen Worten von Norbert Wotte, unserem Ausbildungsleiter. Die Erinnerungen der Woche werden reflektiert. Zu später Stunde verlassen wir das Boot und ziehen durch die Altstadt. Morgen dürfen wir nicht tauchen und werden uns von daher die kulturelle Welt in und um Kas anschauen.

Ein großes Dankeschön an Alle, die uns auf dem Weg unterstützt haben, insbesondere an unsere Ausbilder Wotti, Wolfgang, Reiner, Hanne, Doc Jan und Carsten als Assistent. Die Geschichten von dieser Woche sprengen das Datenvolumen, daher endet der Blog hier.

Allen zukünftigen TL Anwärtern wünschen wir viel Erfolg!!

Schöne Grüße aus Kas,

euer Blogger Jörg