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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Rosas

Hier Eindrücke von der Tauchlehrerausbildung und Prüfung des Tauchsportverbandes Nordrhein-Westfalen in Rosas im Juni 2014.


Freitag, 13. Juni 2014

Hola, wir sind in Spanien!!!

Unsere kleine Gruppe zur TL-1 Prüfung aus NRW aus fünf deutschen Prüflingen, einem spanischen gewerblichen Aspiranten und unseren drei Ausbildern Peter, Jochen, Norbert mit Assistent Till, sowie unserem Verbandsarzt Kalli ist gut und entspannt angekommen.

Heute morgen ging es vom verschlafenen, niederrheinischen Flughafen Weeze mit Ryanair nach Girona in Nordspanien. Alle konnten auf das Gramm genau gewogen ihr strenges Gepäckkontingent einhalten. Der Transport der Ausstattung des Büros und des Medizinequipments wurde von Marcel in einer 14stündigen Autoodyssee übernommen.

Stimmung und Wetter sind klasse. Die Hotelunterkunft wurde bezogen, das Programm mit den Ausbildungs- und Prüfungstauchgängen bereits mit der Basis Centre d´ Immersio Roses von David Falco in Rosas besprochen. Themen wie Seekrankheit, Windstärken nach Beaufort und die Prüfungsszenarien wurden vermittelt. Alle sind auf den Start der Praxis morgen gespannt. Bislang konnte uns ein „Freitag der 13.“ nichts anhaben und so soll es auch bleiben!


Text: Dr. Karl-Heinz Schmitz und Marcel Weiler
Fotos: Norbert Hof und Ralf Kühr


Samstag, 14.06.2014 - Endlich ist es soweit

Nach begonnener Akklimatisierung stand heute nach Ausfahrt mit dem großen Tauchschiff der Basis in Rosas das Streckenschwimmen in voller Ausrüstung über eine Distanz von 500 m an. Danach 10 m Tieftauchen und die Kombiübung mit Streckentauchen über 25 m und Vollendung mit einem Palstek unter fachkundiger Beobachtung des Ausbilders Jochen. Gesichert wurde über und unter Wasser, Basisleiter David Falco sicherte mit seinem Powerschlauchboot und hatte alles mit Adleraugen im Blick. Alle gaben ihr Bestes und die Morgenübung konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Alexandra vom TC Rhenania Köln war wie alle gespannt auf die weitere Erfahrung im Mittelmeer nach den vorangegangenen Übungen am Fühlinger See nun hier an der Costa Brava. Das Schleppen der Ausrüstung war schnell organisiert, der TLvD Dirk vom TC Römer Xanten hatte erstmalig diese Funktion und alles im Griff, selbst die französischen Gäste applaudierten für unsere gute Organisation und Leistung. Es war zwar eng auf dem Boot, aber Dank der gegenseitigen Rücksichtnahme harmonierten die europäischen Sporttaucher prima.

Nach den Eingewöhnungstauchgängen mit Bleicheck, Überprüfung des Wasser-Nase-Reflexes sowie Tauchen ohne Maske wurden wir dann auch noch von Zackenbarschen und kleinen Fischschwärmen verabschiedet.


Sonntag 15.06.2014 - Ausgeschlafen wird zuhause!

Am Sonntagmorgen um 9.00 ging es an der Tauchbasis wieder los für unsere TL-1 Aspiranten, es gab ein schnelles Frühstück, alles muss verpackt und wohlverstaut für die Fahrt zum Hafen mit unserem Kleintransporter sein.Wieder sind wir optimal organisiert, für TLvD - Ralf von der BSG Stadtwerke Remscheid - eine Leichtigkeit.

Der Landwind frischte bis 6 Beaufort mit leichter Welle auf, kein Spaziergang, denn es galt bei mindestens 40 m Tiefe den Aufstieg ohne Flossenbenutzung zu üben.
Alle Teilnehmer waren gut vorbereitet, aber eine gewisse Nervosität vor Beginn war schon zu spüren. Doch als nach dem Setzen der Bojen schließlich alle wieder an Bord waren, gab es zurück an der Basis wieder unseren leckeren Mittagssnack aus frisch belegten Baguettes und Getränken. Eine kurze Mittagspause ist danach immer noch möglich.

Nachdem wir ab dem Nachmittag das Boot für uns allein hatten, lief die Vorbereitung an Bord schon etwas entspannter ab. Nun folgten die Tauchgänge mit der simulierten Anfängerausbildung mit Übungen wie Test des Wasser-Nase-Reflexes, Bleicheck, Maske ausblasen usw.

Während die TL1-Anwärter ihre Übungen durchführten, nutzte unser Verbandsarzt Kalli die Gelegenheit einige Bilder von den Übungen zu machen. Die geforderten Übungen wurden von den Teilnehmern ohne Probleme absolviert, so dass anschließend noch Zeit für eine kleine Runde durch die Bucht war. Nachdem obligatorischen Boje Setzen ging es wieder auf das Boot und zurück an die Basis.

Der Tag endet mit einer kurzen Nachbesprechung und einem Ausblick auf den morgigen Tag.


Montag 16.06.2014 - Dunkle Wolken können uns nichts anhaben!

Am frühen Morgen vor der erneuten Ausfahrt trübte eine dunkle Wolkendecke den Himmel, aber kaum war das Tauchschiff in üblicher Manier beladen mit unserem kompletten Equipment, blitzten schon wieder die ersten Sonnenstrahlen durch. Das Briefing hatte heute eine Besonderheit, es wurde dreisprachig abgehalten. Deutsch, Französisch und Spanisch, denn Jordi Palou Falco, treue Seele unseres Basenleiters David, ist auch als einheimischer Prüfling mit dabei. Durch seine Arbeit auf dem Tauchschiff ist er allen bestens bekannt und es bewies sich wieder, daß Taucher sich auch international verstehen. Die Übung „Aufstieg mit Wechselatmung“ bei entsprechender Absicherung des 40m plus Tauchganges bereitete keine Probleme und wurde beim Austauchen noch von Barakudas und großen Zackenbarschen begleitet.

Nach den Referaten der Teilnehmer über die Themen Orientierung, Gruppenführung und Nachttauchen warteten alle gespannt beim WM-Spiel Deutschland gegen Portugal auf unseren gemeinsamen Nachttauchgang, über den wir morgen berichten werden.


Dienstag 17.06.2014 - Klasse Nachttauchgang!

Nach dem Sieg unserer Fußballnationalmannschaft über Portugal waren auch wir gestern Abend erfolgreich. Die Sonne ging langsam unter, Jordi hatte mit seinen Ortskenntnissen einen optimalen Tauchplatz ausgesucht, max. Tauchzeit 35 min. Die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen wurden gebrieft und umgesetzt, die Ladezeiten der Tauchlampen optimal genutzt und auf eine Backup Lampe geachtet. Nur so gelang es, Drachenköpfe, große Langusten und auch große Tintenfische zu entdecken. Spät abends um Mitternacht fielen dann alle erschöpft in die Betten.

Trotz der kurzen Nacht waren am darauf folgenden Morgen alle wieder fit. TLvD Peter vom VFL Kemminghausen war für die Planung zuständig. Bei bewölktem Wetter um 22 Grad stand ein Tieftauchgang mit Deko- und Luftmanagement an. Kein Problem, denn man war gut vorbereitet, alles verlief reibungslos. In unmittelbarer Nähe lag das Boot von Umberto Pelizzari, ehemaliger Apnoeweltmeister und Legende des Apnoesports, mit einem Apnoelehrgang. Unser Basisleiter David hat gute Beziehungen zu ihm, weil er auch für ihn die Tieftauchbojen gesetzt hat. Norbert ließ es sich nicht nehmen, ihm mit Peter einen Kurzbesuch abzustatten und davon auch ein Foto zu schießen.

Beim Nachmittagstauchgang drehte sich alles um die Übung „Rettung eines verunfallten Gerätetauchers“. Beide Gruppen konnten ihre „Opfer“ sicher retten. Im Anschluss gab es noch ein wenig Praxisübungen zur Rettung auf das Schlauchboot bzw. an Bord unseres Tauchschiffs z.B. mit Hilfe des Feuerwehrsteks oder über die Leiter. Auch die medizinische Erstversorgung auf dem Boot lief unter den wachsamen Augen unseres Verbandsarztes Kalli reibungslos.


Ab Morgen dürfen wir das Erlernte im Prüfungsteil unter Beweis stellen. Dank der guten Vorbereitung der letzten Tage sind wir guter Dinge.


Mittwoch 18.06.2014 - Es ist soweit!

Heute begann für uns der ernste Teil der TL-Praxisprüfung. Die ersten Prüfungstauchgänge standen auf dem Programm.

Der erste Tauchgang dieses Tages war der Aufstieg unter Wechselatmung aus 40+m.
TLvD Marcel von den Ville Tauchern Brühl-Heide hatte wie immer alles im Griff. Die Gruppen wurden bei diesem Tauchgang von den Gruppenführern Dirk vom TC Römer Xanten und Ralf von der BSG Stadtwerke Remscheid geführt.
Bei beiden Gruppen klappten die Übungen auf Anhieb.
Die Teilnehmer waren allerdings so in ihre Übungen vertieft, das sie durch die leichte Strömung etwa  150m hinter dem Boot auftauchten und aufgrund von Zeitmangel teilweise mit dem Schlauchboot eingesammelt werden mussten. Trotzdem war der Start in die Prüfung für uns alle gut gelungen.

Am Nachmittag ging es an die bereits gestern geübte „Rettung eines verunfallten Gerätetauchers“. Auch diese Übung klappte wieder problemlos. Nebenher konnten wir auch einige Mittelmeerbewohner zuhause besuchen. Unter anderem hatten wir Zackis, einen großen Oktopus, eine Languste und eine schöne Muräne. Ansonsten haben wir heute wieder fleißig Protokolle geschrieben und Kurzreferate ausgearbeitet.


Donnerstag 19.06.2014 - Was macht man bei Strömung?

Wieder früh aus den Federn stand uns heute der Tieftauchgang mit Aufstieg ohne Flossenschlag bevor. Über Wasser war alles easy, unter Wasser mussten wir uns auf eine Küstenströmung einstellen. Für so manchen ein ganz neues Erlebnis und der Begriff Strömungsschatten war schnell erlebt und erklärt. War der Luftverbrauch zu groß, war dieses Problem auch dank der guten und umfassenden Vorbereitung schnell gelöst. Dem Übungsende folgte schließlich noch ein abwechslungsreicher Erlebnistauchgang. Erstmalig war auch reger Bootsverkehr zu berücksichtigen. Unser Tauchschiff, die Coral Un, musste mit einem Anker auch an der Steilküste der Costa Brava gesichert werden, den Kapitän David freikletternd mit Tauchausrüstung wieder löste.

Am Nachmittag ging es dann wieder um die simulierte Anfängerausbildung mit Übungen wie Check des Wasser-Nase Reflexes, Bleicheck, Maske ausblasen, Wechselatmung usw. Die Übungen waren wie immer kein Problem für die Prüflinge. Im Anschluss sollte noch eine Runde Fische geguckt werden. Bei diesem Tauchgang hatte die Gruppe von Prüfer Jochen aber doch einige Orientierungsprobleme zu lösen. Schlussendlich kam aber auch diese Gruppe wieder am Boot an. Die Nachbriefings waren schnell abgehakt. Nun freuen wir uns alle auf den letzten Prüfungstag.



Freitag 20.06.2014 - Aller guten Dinge sind drei!

Heute stand unser letzter von drei Prüfungstagen an. Nachdem sich das Wetter wieder mit Sonnenschein und kaum Wind gebessert hatte, galt es heute, einen optimalen Tauchplatz mit nicht zu starker Strömung zu finden.
Der Morgen begann wieder obligatorisch mit einem tiefen Prüfungstauchgang. Es sollten auf 40+ m einige vom Ausbilder vorgegebene Aufgaben gelöst werden und anschließend mit dem richtigen Luftmanagement, alle Gruppenmitglieder mit dem gleichen Restdruck den Kopf aus dem Wasser stecken. Alle konnten wir den Ausbildern unser Gelerntes beweisen, die Anforderungen wurden gelöst. Die Einhaltung der notwendigen Dekostopps verlief reibungslos. Auch das Tauchen bei Strömung wurde von den Gruppen inzwischen gut gehandhabt. Schlechtere Sicht und Kälte konnten uns deutschen Tauchern natürlich sowieso nichts anhaben.
Die Mittagspause mit Baguettes und zum Verschnaufen war nur kurz, da auch noch Themen zur Seemannschaft auf dem Programm standen.
Der letzte Prüfungstauchgang am Nachmittag war die berüchtigte Fuchsjagd, bei der ein Taucher aus einer Entfernung von 10 Metern ohne Atemregler zu den vorderen Gruppemitgliedern tauchen und dort das Zeichen für Luftmangel geben soll, um mit Luft versorgt zu werden. Aber auch diese Aufgabe wurde von allen ohne Probleme gemeistert. So waren die Nachbriefings auch dank weniger verbliebener Kritikpunkte schnell erledigt.
Nun haben wir endlich alles hinter uns und warten gespannt auf die morgige offizielle Verkündung des Prüfungsergebnisses.


Wir haben es geschafft!

Anders als unsere Fußballnationalmannschaft waren wir hier in Rosas konsequent erfolgreich, alle Prüflinge dürfen sich ab heute TL-1 nennen.

Nach einem ruhigen Tag mit Materialpflege auf der Basis durch die Teilnehmer und der letzten Bürotätigkeit der Ausbilder zur Vorbereitung aller Unterlagen trafen wir uns abends zum Abschluss wieder alle bei David und seiner Ehefrau und Basenmanagerin Ursula. Peter bedankte sich bei allen Beteiligten, die Basis erhielt als besondere Auszeichnung ihrer Qualität in der Tauchausbildung vom VDST eine entsprechende Urkunde. Danach durfte natürlich nicht der sagenumwobene Chor der TSV NRW Ausbilder fehlen, zu einer weiteren, erfolgreichen Gesangskarriere wird es aber wohl nicht reichen.

Die neuen TLs hatten danach noch eine Prüfung der Ausbilder unter den ihnen bekannten Bedingungen vorbereitet, die sie als vollkommen neue Herausforderungen empfanden.



Nach einer kurzen Nacht geht es am Sonntag wieder nach Hause, die erfolgreiche Zeit wird für alle unvergessen bleiben und noch lange Gesprächsstoff sein. Im nächsten Jahr geht es dann wieder los, die Teilnehmer 2015 dürfen sich jetzt bereits freuen.