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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Kas

Hier Eindrücke von der Tauchlehrerausbildung und Prüfung 2015 des Tauchsport Landesverbandes Niedersachsen in Kas unter der Leitung von Landesausbildungsleiter Norbert Wotte.


04.09.2015 Anfahrt

Nach 18-stündiger Anreise und einer abenteuerlichen Busfahrt durch die "Pyrenäen" der Türkei (Taurus Gebirge) kamen alle 16 Teilnehmer glücklich, aber müde in Kaş an.

Der freundliche Empfang durch Hanne - morgens um halb vier - hat alle erfreut!


05.09.15 Tag 1 - t minus 7920 min

Nach einem späten Frühstück, respektive frühen Mittagessen in Frühstücksform, fanden sich alle frisch gestärkt und fast ausgeschlafen an dem "Backoffice" unseres TL-3 Anwärter ein und haben die Zugangsvoraussetzungen kontrollieren lassen.

Norbert Wotte begrüßte uns mit norddeutscher Herzlichkeit und erklärte uns den Ablauf unseres "Upgrades-Kurses" zum TL-1 / TL-2.

Die erste uns gestellte Aufgabe, war zur Freude aller Anwesenden, die Seemeile!
Ohne Ausfallerscheinungen und in einer respektablen Gruppenzeit haben wir gemeinsam diese Prüfung erfolgreich absolviert.
Bei dem anschließenden türkischen Mittagessen auf unserem Tauchboot "Mavi", wurde uns der erste Übungs-Tauchgang am Camel Reef vorgestellt.

Neben dem Akklimatisieren im Meer, sollten erste Übungen wie zum Beispiel "das Atmen aus dem Hauptregler des Buddy's" und "das Abschätzen einer Wassertiefe ohne technische Hilfsmittel" geübt werden.
Zusätzlich sollte das An- und Ablegen des Gerätes im Wasser geübt werden.

Wir bewunderten die artenreiche Unterwasser-Welt des Mittelmeers und konnten neben Schildkröten, zutraulichen Zackenbarschen, Flötenfischen und riesige Schwärme von Ährenfische, gejagt von Stachelmakrelen, bewundern.

Bei der anschließenden, konstruktiven Nachbesprechung erhielten wir, durch unsere erfahrenen Ausbilder, erste Rückmeldungen zu unserem Tauchverhalten unter Wasser.

Nach Rückkehr zur Tauchbasis wurden noch schnell alle DTGs gefüllt und wir freuten uns alle auf eine kühle Dusche vor dem gemeinsamen Abendessen.
Hierbei wurden von allen die Aufgaben des nächsten Tages mit großem Interesse verfolgt und beim gemeinsamen Ausklingen des Tages besprochen.

t minus 7320 min


06.09.2015 Tag 2 - t minus 6660 min

Nach einer erholsamen Nacht bei 27°C und einem erfrischten Frühstück haben sich alle pünktlich auf der "Mavi" eingefunden. Dank der Crew war das Boot bereits komplett vorbereitet und wir konnten sofort auslaufen.

Zu Beginn unserer Ausfahrt richtete Norbert uns Grüße von den Präsidenten des VDST, Prof. Dr. Franz Brümmer, des TLN, Manfred Malm, und von unserm VDST Ausbildungsleiter Theo Konken aus.
Unser erster Tauchspot hieß Flying Fish, wo wir einerseits einen 40+ Tauchgang geplant und zusätzlich den Aufstieg unter Wechselatmung geübt haben. Trotz der uns gestellten Aufgaben, die wir nach den Einschätzungen der TL-Anwärter akzeptabel absolviert haben, konnten wir die Unterwasser-Welt bewundern und haben eine Schildkröte, Moränen und Unmengen an Neopren-Fischen in allen Farben und Formen gesehen.
Zu guter Letzt wurde die erste Inszenierung unseres täglichen Bojen-Ballets einstudiert, welches wir im Laufe der kommenden Woche noch perfektionieren möchten.

Die Nachbesprechung dieses Tauchgangs ermöglicht uns weitere Rückmeldungen seitens unserer Ausbilder zu erhalten.
Wer hierdurch einen Knoten, - äh richtigerweise Steg - im Kopf bekam, wurde bei der seemännischen Knotenkunde unseres "Papenburger Jung'" auf den richtigen Weg gebracht.
Nachdem ein Teilnehmer "über Bord ging", wurde das theoretisch erlernte, spontan bei einer praktisch Rettungsübung umgesetzt und wir haben jeden Teilnehmer über das Heck der Mavi wieder an Board verbracht.

Bereits am dritten Tag haben sich erste Materialermüdungserscheinungen bemerkbar gemacht:
An einem Inflatorschlauch zeigte erstaunlicherweise ein Bauteil Schwächen in der Verarbeitung. Dank des Materiallagers der Mavi konnte das entsprechende Bauteil schnell ausgetauscht und der Tauchgang trotzdem durchgeführt werden.

Eine kurze Überfahrt zum "Eel cove" zeigte uns einen weiteren Tauchspot zum Üben der an uns gestellten Aufgaben, wie zum Beispiel die so genannte Fuchsjagd. Hierbei geht es um das Antauchen seines Buddy's in 10m Entfernen in einer Luft-Notsituation.

Alle haben heil das Boot über der Sand-Senke wiedergefunden und wir konnten pünktlich Richtung Kaş aufbrechen.

In unserem Hotelpool versuchten wir uns abzukühlen, das Salz von dem Körper zu waschen und konnten unsere statischen Apnoe-Fähigkeiten unter Beweis stellen und wie zu erwarten war, haben alle Anwärter diese Prüfung erfolgreich bestanden.

t minus 5880 min


07.09.2015 Tag 3 - t minus 5220 min

Auf der etwas längeren Fahrt zum Tauchspot "Coban Burnu" haben wir die Zeit zum Durchsprechen der noch anstehenden Apnoe-Prüfungsteile genutzt. Hierbei konnte uns ein erfahrener Apnoe-TL an seinem Wissen Teil haben lassen.

Der Aufbau der beiden Apnoe-Stationen stellte eine logistische Material-Anforderung an uns angehende Ausbilder, welche wir allerdings mit viel Kreativität lösen konnten. Während der Tieftauch-Übung ohne Gerät auf 10 m schaute uns eine Moräne interessiert (fragend?) bei unserer Übung zu.
Bei der Tieftauch-Übung konnten wir bereits feststellen, dass die Sicherung des Apnoe-Tauchers anstrengender ist, als die Übung selbst.
Und auch bei den 25 m Strecke auf 5 m Tiefe, mit anschließendem Palstek, wurde sich paarweise gesichert.
Trotz aller anfänglichen Vorbehalte gegenüber diesen Übungen haben alle
TL-Anwärter sehr souverän bestanden.


Vor Ort haben wir die Möglichkeit eines tiefen Geräte-Tauchgangs an einer Steilkante genutzt. Hierbei konnte sich die Übung "Aufstieg ohne Flossenbenutzung aus 40 m Tiefe" sehr gut einbauen lassen.

Material-Ermüdung, Teil 2:
Auch an diesem Tag sollte Murphy's Gesetz zuschlagen: Ein Finimeter-Schlauch zeigte altersbedingte Ermüdungserscheinungen und bat darum ausgetauscht zu werden.

Der Tauchspot ermöglichte uns das Abtauchen durch einen Kamin auf 40 m, wo uns ein Marmor-Rochen Pärchen auf dem sandigen Untergrund empfing.
An der nahen Steilwand haben wir die Chance genutzt, einen Aufstieg ohne Verwendung der Flossen zu trainieren, wobei wir uns nur mittels unserer Lunge tariert haben.

-     Pause! -

Wieder einmal haben wir ein sehr leckeres, einheimisches Mittagessen auf der Mavi serviert bekommen. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an die Köchin und die Bootsbesatzung für die hervorragende Verpflegung.

Im Anschluss folgte der zweite Tauchgang an diesem Tag an dem Wrack einer ausgemusterten DC-3 der türkischen Luftwaffe. Leider mussten wir unter Wasser feststellen, dass durch unvorsichtiges Werfen eines Boots-Ankers die Flugzeugnase abgerissen wurde.
Wir haben nichts desto trotz das Wrack genießen können und hatten auch noch Zeit den Kindergarten der Zackenbarsche und eine Schildkröten-Großfamilie beim Seegras grasen zu bewundern. Hierbei kam zwangsläufig die Frage auf, weshalb Schildkröten sich nicht an die allgemein übliche Regel - kein Sediment aufzuwirbeln - halten müssen.
Unsere Ausbilder mussten als "Notfall-betroffenden-Darsteller" herhalten und wurden aus einer Tiefe von 10 m durch uns gerettet und anschließend unter körperlichen Höchstleistungen wieder an Board der Mavi verbracht. Hierbei brachten wir nicht nur uns an unsere körperlichen (Schmerz-)Grenzen!

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns unser inzwischen beliebtes Ritual und kühlten uns im Hotel-Pool nach der beschwerlichen "Wander-Tour" vom Hafen zum Hotel ab.

t minus 4500 min


08.09.2015 Tag 4 - t minus 3780 min

Herzlich Willkommen und einen freundlichen Flossenschlag von der Tauchsport-Gruppe des VDST e.V., Außenstelle Kaş / Türkei. 

Trotz der Bemühung heute mal vor der Crew an Bord der Mavi zu sein und unsere Flaschen mal selbstständig an Bord zu verladen, erfolgte leider eine Ernüchterung:
Selbst um 8:30 Uhr war bereits das gesamte Boot tauchfertig für uns vorbereitet. Daher gilt unser aller Dank an die grandiose Bootsbesatzung für ihre unermüdliche Mitarbeit bei unserer Prüfungs-Veranstaltung!

Heute startete das Ende vom Anfang:
Letzter Ausbildungstauchgang an einem Wrack an dem Tauchspot Üç Kaya in einer Tiefe von 34 m - 45 m!
Das Wrack ist ein altes, versenktes Marine-Schnellboot aus Deutschland. Der Kanonenturm wurde leider entfernt, aber der Rest des Wracks ist noch in einem sehr guten Zustand und das Wrack liegt besonderer Weise aufrecht mit dem Bug Richtung Ankerplatz.
Auch das "Krisentelefon für Kriegszeiten" steht noch am richtigen Platz in der Telefonbox am Heck des Bootes.
Neben einem geplanten Wracktauchgang, bekamen wir die beiden Aufgaben, selbstständig zum Ankerplatz zurück zu finden und das traditionelle Bojen-Ballett, das diesmal durch eine australische Schwimmergruppe mit rosa Badekappen ergänzt wurde.


Im Anschluss an die Mittagspause haben wir uns nochmals den letzten Stand der Lehrmeinung bei der 1. Hilfe durch unsere beiden Rettungssanitäter und unseren "Reise-Doktor" geben lassen. Hierbei durfte jeder Proband praktische Erfahrung sammeln. 


Und hiermit endet der spaßige Teil der Reise und die Arbeit beginnt und das Ziel nimmt langsam Form an.
Norbert Wotte ermutigte uns nochmals unser bisheriges Leistungsniveau zu halten, damit wir uns keine Gedanken zu dem weiteren Verlauf der Prüfung machen müssen.
Prüfungs-Tauchgang # 1: Retten eines verunfallten Geräte-Tauchers und an die Oberfläche sowie Transport zum Boot.

Der passende Tauchspot wurde schnell gefunden - 5 Bootslängen vom ersten entfernt - Mavi Wreck.
Mavi kommt übrigens aus dem türkischen und bedeutet "Blau".
Hier konnten wir uns zwischen zwei Touren entscheiden; die eine führte uns zu einem Stahlskelett eines alten Schiffes auf 25 m. Auf dem Weg dorthin bot sich eine große Sandfläche an, um hier die vorbesprochene Rettungsübung zu demonstrieren. Im Anschluss haben wir den Tauchgang fortgesetzt und sind im Flachbereich an einem kleinen Felsen herum ausgetaucht. Dort stießen wir auf den einzigen weißen Hai im Mittelmeer - doch leider nicht in lebender Form, sondern aus blass-grün-gelben Marmor gehauen.
Hier begannen wir mit der Rettungsübung und brachten einen simuliert bewusstlosen Taucher an die Wasseroberfläche und dann weiter an der Oberfläche zu unserem Tauchboot.
Unsere Prüfer signalisierten uns bereits, dass wir unser Leistungsniveau auch heute gehalten haben. Wir freuen uns auf die kommenden Herausforderungen und das morgige Bergfest.

t minus 3300 min

Bilder Sebastian Höft


09.09.2015 Tag 5 - t minus 2700 min

Heute ein besonderer Tag... nicht nur für die Ausbilder! Wir lernen etwas völlig unerwartetes kennen: bewegtes Wasser... in einer großen Badewanne - manche nennen es auch Mittelmeer. Es gab Strömung!

Geplant war Sariot Adasi Duvar (frei aus dem türkischen: Insel des gelben Grases), was sich perfekt für einen Freiwasseraufstieg ohne Benutzung der Flossen eignet. Auf der Fahrt dorthin konnten wir feststellen:
♪♪ Eine Seefahrt, die ist Lustig, eine Seefahrt die ist schön ♪♪
Wir konnten eine längere Anfahrt mit Seegang genießen und uns mental auf den kommenden  Tauchgang vorbereiten.

Der Tauchspot ist ein schräges Plateau was bei ca. 5 m startet und bis auf 24 m abfällt. Dort gibt es dann eine Steilkante, die bis auf 40 m - 70 m abfällt.
Wir planten den Tauchgang folgendermaßen: Abtauchen unter das Boot auf 8 m, anschließend bis hin zu einer Felsspalte und darin abtauchen auf 40 m. Leider mussten wir feststellen, dass diese Felsspalte heute nur bedingt Schutz vor der Strömung geboten hat.
Glücklicherweise war an der Steilkante nur eine geringe Strömung vorhanden, so dass wir die Übung, wie geplant, durchführen konnten.
Die Übung verlief bei allen reibungslos, nur spielte uns die Strömung oben auf 24 m angekommen, einen Streich und wir konnten gleichzeitig einen Strömungstauchgang genießen.
Durch gekonntes Luftmanagement innerhalb der Tauchgruppen, konnten wir unsere Tauchgänge problemlos und sicher beenden und konnten uns bei den Nachbesprechungen an den schönen Eindrücken der Tauchgänge austauschen.


Unser Mittagessen haben wir in einer malerischen Bucht genießen dürfen.

Auf dem Weg zu dem nächsten Tauchspot Karavida Reef zeigte uns Hanne Bahnsen die schönen Aspekte von Strömung beim Tauchen, was in einem Referat von Ihr verdeutlicht und veranschaulicht wurde.

Dies war bei unserem zweiten Tauchgang von Nutzen: Navigation ohne technische Hilfsmittel an einem stark umströmten Riff ohne Landanbindung.

Material-Ermüdung, Teil 3: Wir haben feststellen müssen, nicht zwangläufig als befestigt gilt, wenn man es augenscheinlich als Fest sieht! Fazit: ein neues Spiel wurde geboren: 45 m Roll auf!

Wir sind an der Ankerkette der Mavi abgetaucht und wurden durch unsere Ausbilder durch den Tauchspot geführt. Nach 10 min. wurde die Gruppenführung an uns übergeben und die gesamte Tauchgruppe sollte den Anker wiederfinden. Wir konnten die Felsspalten als strömungsfreie Zonen nutzen und uns in dem Riff bewegen, ohne gegen die Strömung ankämpfen zu müssen.
Auf dem Rückweg half uns die Strömung, in dem wir ohne einen Flossenschlag durch die Felsspalten "transportiert" wurden und wir die kleinen Lebewesen in einem Riff begutachten konnten.
Die Ankerkette wurde von jeder Gruppe gefunden und der Sicherheitsstopp an der Ankerkette wurde durchgeführt.

Material-Ermüdung, Teil 4: Bei dem Kampf Atemregler gegen Ankerkette und Tauchflaschen durften wir die Abdeckung eines Atemreglers als zweiten Gewinner bekannt geben.

Die See meinte es heute zweimal mit uns gut und wir haben auch bei der längeren Rückfahrt nach Kaş mit Seegang zu kämpfen gehabt.

Inzwischen zeigen sich auch erste humane "Material-Ermüdungen" in Ohren und anderen Hohlräumen des menschlichen Körpers. Dank den örtlichen Medizinfachverkäufern und unseres Reise-Doc Prof. Dr. Dr. med. Dietrich Paravicini konnten die schlimmsten Ausfälle behoben werden.

t minus 1980 min


10.09.2015 Tag 6 - t minus 1380 min

Ein Highlight jagt das andere! Eine neue Wahnsinnsfahrt.
Auf Nachfrage haben wir die Tauchplatzbeschreibungen auch in groß und bunt bekommen und eine fachkundige Referentin, die uns alle Details des Tauchspots erklärt hat.
Vielen Dank hierfür, Liebe Hanne; hätten wir dich nur früher mal gefragt...

Der Tauchspot heißt Assi Island. Wieso?

Vor einigen Jahren wurde nach einem Tauchgang an diesem Tauchspot ein TL-3 Anwärter (Assistent) vergessen. Daraufhin hat er sich auf die kleine Insel gerettet, bis er von dem Boot wieder abgeholt wurde.
Sind wir froh, dass wir uns auf unsere TLvD (Tauchlehrer vom Dienst) "verlassen" können, die dem Kapitän die vollständige Gruppe zurückmelden.
Aber eigentlich sind wir ja noch "safe", da dieses Privileg nur TL-3 Anwärtern vorbehalten ist - tut uns Leid, Sebastian (aber wir haben dich ja doch wieder mitgenommen).
Geplant war ein Tieftauchgang und hierfür mussten wir unsere zur Verfügung stehende Luftmenge berechnen und sowie die maximale Grundzeit ermitteln. Die Details haben wir am Vorabend in unseren Gruppen berechnet und an Board gemeinsam mit unseren Ausbildern reflektiert.

Wir tauchten entlang einer Felsformation in die dunkle, kalte und beklemmende Tiefe des sonnendurchfluteten, kochend-heißen Mittelmeers und folgten einer Spur aus "Brotkrumen" in Form von alten Schiffsteile, Amphoren und Anker eines dort gesunkenen Wracks aus dem Mittelalter.
Auf Zieltiefe mussten diverse Übungen absolviert werden - Knotenkunde, Rechenaufgaben in Form von Tauchgangsberechnungen und artistische Einlagen, ein Handstand auf der linken Hand.
Trotz der weltweiten Meeresfläche von über 70%, fanden sich alle Teilnehmer, wie durch ein Wunder, an einer Austauchstelle wieder. So viel sind 70% auch wiederum nicht. Aber wir bildeten lieber mit Annette, aus Neopren-Fischen, eine Kette.


Das heutige Bojen-Ballett war, dank Strömung und Wind, etwas spärlicher besetzt.
Ebenso wie beim zweiten Tauchgang...

Das Canyon Wreck!

Wir ankerten in dem Busen zwischen zwei Inseln und hatten daher etwas Strömung an der Einstiegsstelle. Wir konnten feststellen, wie elegant und energiesparend man sich trotz Strömung vorbewegen kann und die Strömung für sich arbeiten lässt.
Der Eingang zum Canyon wurde von allen schnell gefunden und hinterließ beim Abstieg und beim Blick zurück einen bleibenden Eindruck bei uns allen. Genau dafür üben wir diesen Sport aus!
In den Ausläufern des Canyon liegt ein alter Baumwollfrachter aus Griechenland, der vor einigen Jahren an dieser Stelle gesprengt wurde. Das gesamte Wrack ist eingewachsen und dient inzwischen als künstliches Riff.
Nebenbei haben wir das Luftmanagement in unsere Gruppen durchgeführt, um unsere gemeinsame Tauchzeit zu maximieren.
Besonders erwähnenswert war ein Kamin von einer Eingangstiefe von 24 m auf 12 m am Ausgang.
Das Auswahlverfahren, wer heute Boje setzen darf, kann auch in Form von Auszählreimen erfolgen. Danke für diese kreative Idee, unsere lieben Ausbilder.

Und die Moral des heutigen Tages bezüglich Material-Ermüdung: Tauchflaschen sind stabiler als "gedacht".

Text: Oliver Ender, Holger-Olaf Lehmann, Stefan Röttger
Bilder: Sebastian Höft, Norbert Wotte


11.09.2015 Tag 7 - t minus 240 min

Es wird ernst, der Countdown rückt immer näher. Noch ein Tauchgang bis zum Finale, die Nerven liegen bei allen blank. Unruhe macht sich in der Gruppe breit.
War unsere bisherige Leistung ausreichend?
Kann man gegen Ende das Ruder nochmals herumreißen?

Nur unsere Ausbilder sind seelenruhig! Aber so insgeheim haben auch wir ein gutes Gefühl.

Der letzte Tauchgang nach sieben anstrengenden Tagen!
Gürmenli Ada heißt unser Ziel und wir sind über unsere Aufgabe positiv überrascht: Bestimmung der lebenden und wachsenden Unterwasserwelt des Mittelmeeres und Ermittlung der Gattung unter Zuhilfenahme eines Bestimmungsschlüssel.
Somit war unsere heutige Aufgabe einen entspannten Tauchgang zu führen und dabei das Leben an der Steilkante zu dokumentieren. Ja, unsere Unterwasser-Kameras durften endlich ihrem Bestimmungszweck zugeführt werden.

Die vielen Details der Fauna und Flora konnten wir in den vielen Felsspalten und unter Steinen kennenlernen. Unsere Taucherlampen zeigten uns die Farbenfreunde des Mittelmeers selbst auf 40 m und wir erlebten diesen letzten Prüfungstauchgang sehr intensiv.
Im Nachbriefing haben wir uns sehr angeregt über unsere Erlebnisse unter Wasser ausgetauscht und plötzlich konnte der eine oder andere feststellen, dass sich heute ein geringerer Luftverbrauch eingestellt hatte.


11.09.2015 Tag 7 - t minus 1 min

Es wird ernst!
Sichtlich erleichtert fällt die Anspannung der letzten Tage von uns ab - und auch von unseren Prüfern. Die Freude macht sich breit, als feststeht, dass unsere Prüfer keine Bedenken haben, uns ein positives Ergebnis mitzuteilen.


11.09.2015 Tag 7 - t minus 0 min

Der Landesausbildungsleiter des Landestauchsportverbandes Niedersachsen Norbert Wotte verkündet die Ergebnisse und gratuliert den 15 neuen Tauchlehrern.

Da nun sehr viel Verantwortung auf unseren Schultern liegt, zeigte uns Hanne und ihre Bootsbesatzung nochmals eine Möglichkeit mit dem Stress in Prüfungssituationen umzugehen. Hierzu gab es von ihr ein Kurzreferat mit anschließendem Wettbewerb zum Thema "Arsch-Bomben-Contest" und wer erzeugt die höchste Wasser Fontaine durch einen Sprung vom Oberdeck der Mavi.
Was für ein Spaß für uns alle und die verschnupften Nebenhöhlen waren danach bei allen wieder frei.

Nachdem wir die Mavi für die nächsten Gäste an Bord geräumt und unsere Ausrüstung im Hotel gespült haben, trafen wir uns zum Abendessen mit anschließender Übergabe der TL-Urkunden am Kiesstrand in Kaş.

Neben einem sehr guten, lokalen Buffet in nettem Ambiente und Lagerfeuer direkt am Strand, haben wir alle unsere Urkunden in der idyllischen Bucht, direkt am Wasser, in Empfang genommen.
Anschließend löste sich die Anspannung indem wir unseren Ausbildern Aufgaben gestellt haben, die sie natürlich bravourös gemeistert haben. Die Bilder sprechen für sich!

Der VDST e.V. und der Landestauchsportverband Niedersachsen freut sich 14 neue TL-1 in seinen Reihen zu begrüßen:

Saskia Adolf, Stephanie Kreye, Franziska Leihe und Annette Winkler sowie, Boie Bahnsen, Dirk Bernhardt, Oliver Ender, Bastian Hadler, Holger-Olaf Lehmann, Peter Nast, Marco Potstada, Jan Schopper, Peter Wewering und Oliver Westphal

Gleichzeitigt beglückwünschen wir Stefan Röttger zu dem bestandenen TL-2 und Sebastian Höft zur erfolgreichen Assistenz in Vorbereitung zum TL-3.

Die neu geborenen Tauchlehrer möchten sich hiermit herzlichst bei den Ausbildern und Prüfern Hanne Bahnsen, Wolfgang Schmidt, Wolfgang Schuster und Norbert Wotte sowie unserem Arzt Prof. Dr., Dr. med. Dietrich Paravicini für die lehrreichen Hinweise und angenehme Atmosphäre während der gesamten Zeit mit euch bedanken. Die gemeinsam erlebten Tauchgänge werden wir niemals vergessen und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen mit Euch.

Anmerkung des Ausbilderteams:
Auch wir bedanken uns bei den Teilnehmern für ihr hohes Engagement im Ehrenamt und für unsere Sache "Natursport Tauchen". Wir haben mit euch eine sehr schöne, interessante und lehrreiche Zeit in der Theorie und Praxis verbringen dürfen. Ihr seid eine ganz tolle, homogene Truppe, die ihre Sache von Anfang bis Ende sehr gut gemacht hat. Es hat uns sehr viel Freude bereitet, euch auf diesem Weg begleiten zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch euer Ausbilderteam.

Text: Oliver Ender, Holger-Olaf Lehmann, Stefan Röttger
Bilder: Sebastian Höft, Norbert Wotte