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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - in Madeira – Canico / Manta Diving

Am 30.09.015 trafen sich insgesamt sechs TL1-Amwärter der kooperierenden Verbände LVST, STSB sowie BTSV zu einer TL-Prüfung auf der schönen Blumeninsel Madeira.

Die Gruppe vervollständigten die Verbandsärztin Susanne Herde, Mitprüfer Jürgen Meier, TL3-Anwärter Bernhard Harbrecht sowie weitere Familienmitglieder.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hinsichtlich des Tauchgepäcks beim Einchecken landeten alle Teilnehmer müde, aber Wohlauf in Funchal/Madeira.

Nach kurzer Fahrt zum Hotel wurde die Gruppe vom vorausgereisten Prüfungsleiter Uwe Weishäupl begrüßt. Nach anschließendem Abendessen ging der erste Tag zu Ende.

01.10.2015 - Tag 2

Am Morgen erfolgte die Einweisung in die Tauchbasis Manta Diving durch den Inhaber Stefan Maier.  Alle Teilnehmer waren doch etwas überrascht über die starke Brandung des Atlantiks  und die exponierte Lage der Tauchbasis mit ihren sehr anspruchsvollen Ein- und Ausstiegen. Unmittelbar danach ging es ans Eingemachte. Bei starkem Wellengang absolvierten alle Teilnehmer die Schwimmprüfung von 1000 m mit Erfolg.  Trotz widriger Umstände schafften die schnellsten Teilnehmer die Strecke unter 15 Minuten. Die nächste Herausforderung erfolgte am Nachmittag mit dem 1. Vorbereitungstauchgang. Der Einstieg erfolgte nicht wie gewohnt über die Leiter, sondern mit einem Sprung aus 2 Metern Höhe in die aufgewühlte See. Die anschließenden Übungen mussten unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden. Der Ausstieg in der starken Brandung war die letzte Herausforderung, die den Teilnehmern alles abverlangte. Das 1 .Feedback der Ausbilder zeigte Potentiale auf, welche die Teilnehmer während der Ausbildung noch ausschöpfen können.  Alles in allem war es ein schöner Tauchgang mit Zackenbarschen, Barakudas, Sandaalen, Kalmaren und vielen anderen bunten Fischen.

Mit Spannung erwarten die Teilnehmer den morgigen Tag, der mit einem Bootstauchgang und einer Tauchtiefe über 40m geplant ist.

 

Bilder und Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler


Am dritten Tag...

Am dritten Tag zeigte sich der Wettergott zunächst von der barmherzigen Seite mit leichtem Wellengang für den 1. Tauchgang "Aufstieg ohne Flossenbenutzung",  den wir vom Boot aus absolvierten.  Allerdings mussten wir akrobatische Übungen durchführen, um ins Boot zu kommen. Nach 15 Minuten Fahrt erreichten wir den Tauchplatz gegenüber vom Flughafen Funchal.  Nach einem zügigen Anstieg auf 40 m begannen die beiden Gruppen mit der Übung. Da starke Strömung herrschte, wurden die beiden Gruppen weit vom ursprünglichen Ankerplatz abgetrieben. Das obligatorische Setzen der Bojen als Übung war diesmal aufgrund der herrschenden Bedingungen eine echte Notwendigkeit.  Nachdem das Boot nachgezogen hatte, erfolgten der Einstieg und die Rückfahrt zur Basis.

Am Nachmittag führten wir die 2. Übung " Retten eines verunfallten Tauchers" durch. Der Tauchgang fand von Land aus statt, aber aufgrund der starken Brandung konnte die ursprünglich anvisierte Ausstiegsstelle nicht angetaucht werden. Daher nutzten wir für den Ein-und Ausstieg unseren obligatorischen Klippensprung  vom Vortage mit einem Sprung ins Wasser aus 2 m Höhe.  Die B-Note konnte erheblich verbessert werden. Zügig suchten wir die vorgesehene Übungstiefe von 15 m auf. Nach der Durchführung der Übungen schloss sich ein Erlebnistauchgang an, bevor wir die letzte Rettungsübung in der Nähe des Ausstiegs absolvierten.  Erneut konnten mehrere große Zackis, Muränen, Papageienfische und eine Schule von Barrakudas bewundert werden.

Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler
Bilder von Thomas Herde


Der vierte Tag ...

Der vierte Tag begann mit der Übung " Wechselatmung aus 40 m Tiefe. Auch an diesem Tag war uns der Wettergott wieder nicht  gut gestimmt und blies uns mit 3-4 Windstärken ins Gesicht. Um zu unserem Tauchboot zu gelangen mussten wir uns erst noch durch die starke Brandung kämpfen. Der Einstieg ins Boot war auch kein Zuckerschlecken. Dafür erreichten wir unser Tauchgebiet schon nach 5 Minuten.  Nach dem Einstieg tauchten wir zügig unter Einhaltung der vereinbarten Checks auf 40m Tiefe ab.  Trotz starker Strömung begannen wir nach ein paar beruhigenden Atemzügen und sicherer Tarierung mit dem Aufstieg auf 25 m. Nach 2 Minuten Stop setzten die nun Übenden den Aufstieg bis auf 10 m fort. Wir planten per Kompassnavigation die Küste anzutauchen und unter Berücksichtigung der starken Strömung in der Nähe der Basis aufzutauchen.  Beim Erreichen von 50 bar und nach erfolgtem Sicherheitsstopp tauchten wir etwa 100 m vor der Küste auf.  Die vorherrschende starke Strömung versetzte uns ungeplant um ca. einen Kilometer in die Nachbarbucht. Dort warteten die Teams auf das nachfolgende Tauchboot, das uns nach ungefähr 20 min aufnahm und zur nahegelegenen Basis brachte.  Leider konnte das Boot bei der starken Brandung nicht anlegen und wir mussten die letzten Meter zur Ausstiegsleiter schwimmen und diese erklimmen. Trotz der widrigen Umstände konnte dieser anspruchsvolle Übungstauchgang erfolgreich abgeschlossen werden.  Auch die vielen Zuschauer, die unseren spektakulären Ausstieg aufmerksam  beobachteten, zollten uns unausgesprochene Anerkennung.

Die Durchführung des zweiten Tauchganges am Nachmittag stand aufgrund zunehmender Wetterverschlechterung auf der Kippe. Nach intensiver Beratung und Überprüfung der Machbarkeit entschloss sich das Ausbilderteam den Tauchgang wie geplant durchzuführen.

Dies rief erneut  das Interesse der andern Gäste der Basis hervor, welche den schwierigen Einstieg in die Brandung beobachteten. Die Übung " Hinterhertauchen und atmen aus dem Hauptatemregler des Partners" wurde durchgeführt und der Tauchgang als Erlebnistauchgang abgeschlossen. Im Schutze der Felsen genossen wir die Flora und Fauna der hiesigen Unterwasserwelt. Schöne Zakis, Oktopusse, Doraden, Seespinnen, Trompetenfischen und viele anderen Arten kamen uns vor die Maske.  Wie sind gespannt was morgen kommt?

Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler
Bilder von Familie Herde und Bernd Leininger


Tag 5

"Und am Sonntag sollt ihr ruhen ...", sprach der Herr. Diesem biblischen Spruch mussten wir uns fügen, da die Wetterlage auf Madeira mit Windstärken von 6+ Beaufort keinerlei Einstieg ins Wasser zuließ.  Anstelle der geplanten Tauchgänge nutzten wir den Tag für Trockenübungen. Die geplanten Übungen "Drifttauchgang" und "Ausbildungstauchgang mit Taucher * - Anwärtern" wurden von den  jeweiligen TLvDs vorgestellt, Kurzreferate gehalten und ein intensives Briefing der beiden Gruppenführer durchgeführt und ausgewertet.



Im Vorgriff auf die bevorstehende Kombiübung "Streckentauchen mit Palstek in Apnoe" befassten wir uns  ausführlich mit Knotenkunde. Bernd hat hierfür verschiedenen Tampen zum Üben mitgebracht. Des Weiteren wurde der Tag mit unterschiedlichen Themen aus dem Bereich Seemannschaft ausbildungstechnisch aufgefüllt und testweise praktisch ausprobiert.

Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler
Bilder von Familie Herde und Bernd Leininger


Tag 6 ...

Die heutigen Tauchgänge konnten nur mit Hilfe der hohen Flexibilität der örtlichen Tauchbasis durchgeführt werden, denn die anhaltende Wetterlage mit starker Brandung ließ ein gefahrloses Ein- und Aussteigen ins Wasser nicht zu. Alternativ wurde ein Tauchgebiet ausgewählt, das etwa eine halbe Stunde Autofahrt von unserer Basis entfernt war.  Dafür mussten wir zuvor gemeinsam mit den Mitarbeitern der Basis mühevoll die gesamte Ausrüstung und 20 DTG zu den bereitstehenden Fahrzeugen bringen. Der Weg zu dorthin ging nur bergauf. An unserem Zieltauchgebiet Canisal angekommen, machten Wellengang und Brandung uns keinen Strich durch die Rechnung. Nach Entladen der Ausrüstung und einem 200 m langen Fußmarsch machten wir uns zügig tauchfertig. Danach begannen wir, nach entsprechenden Briefings und Ausrüstungschecks, unseren 1. Tauchgang  "Hinterhertauchen und anschließende Atmung aus dem Hauptatemregler des Partners". Dieser war noch ein Vorbereitungstauchgang, danach erfolgte die Scharfschaltung, d.h. der nächste Tauchgang " Rettung eines verunfallten Gerätetauchers" war bereits prüfungsrelevant. Die geforderten Aufgaben wurden von allen Teilnehmern erfolgreich durchgeführt. Bei einzelnen Tauchern ließ die Bewertung durch die Ausbilder noch Luft nach oben zu.  Das insgesamt positive Ergebnis hat uns, trotz aller Anstrengungen, motiviert, unsere Leistungen in den nächsten Tagen noch zu steigern.  Wir hoffen, dass sich die Wetterlage in den nächsten Tagen stabilisiert und wir uns voll auf unsere nächsten Prüfungstauchgänge konzentrieren können.

Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler
Bilder von Familie Herde und Bernd Leininger


Tag 7 ...


Heute zeigte sich die See vor Madeira von ihrer unvergleichlichen Schönheit bei nur mäßigem Wellengang. Die Voraussetzungen waren ideal für unsere 1. Aufgabe " Aufstieg  ohne Flossenbenutzung". Nach kurzer Bootsfahrt erreichten wir unser Tauchgebiet und alle Prüflinge führten die Übung mehr oder weniger erfolgreich durch. Im Anschluss galt es die etwas weiter entfernte Basis durch einen vorausschauenden Drift-Tauchgang, beginnend im Freiwasser, unter permanenter Annäherung an die Küstenlinie zur erreichen.

Der 2. Tauchgang am Nachmittag " Orientierung ohne technische Hilfsmittel" erfolgte von Land aus und hatte das Ziel, eine etwa 55 m lange Grotte  zu suchen und zu betauchen.

Nach einer 10 minütigen " Odyssee" übergaben die Ausbilder die Gruppenführungen an die Teams.  Zielsicher erreichten beide Gruppen unabhängig voneinander die Grotte  und hofften, ihre Bewohnerin, eine Mönchsrobbe, zu Gesicht zu bekommen. Leider war uns die Robbe nicht vergönnt, aber im Gegensatz zu Odysseus erreichten wir nach 50 Minuten wieder sicher unseren Heimathafen / unsere Ausstiegsstelle an der Basis. Die Grotte bestach durch Ihre Größe (ca. 20m breit, 11m hoch) und durch Ihre Möglichkeit in einer großen mit Frischluft versorgten Luftblase aufzutauchen. Alle waren von den Lichtspielen im Eingangsbereich beeindruckt.

Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler, Andreas Röpel
Bilder von Familie Herde und Bernd Leininger



Tag 8 ...

Heute ließen wir bei unseren Geräteprüfungen zum letzten Mal die Luft aus den Pressluftflachen. Der erste Tauchgang erfolgte vom Boot am T-Riff, zwei großen Felsen, die sich ca. 100 m vor der Küste vom Meeresgrund zwischen unserer Basis und Funchal erheben sollten. Leider hat sich wegen des Sturms der letzten Tage die Abstiegsboje verselbständigt und fand sich an einem komplett anderen Ort wieder. Trotzdem haben wir die Übung  "Aufstieg unter Wechselatmung" zügig vollzogen, um unsere Stickstoffaufsättigungen  so gering wie möglich zu halten. Zur "Entspannung" machten wir dann eine Sightseeing Tour in Küstennähe mit Fische-gucken.

Am Nachmittag mussten sich zwei Prüflinge einem "Brainwash" unterziehen, um als Tauchanfänger bzw. Bronze-Anwärter die Übung "Anfängerausbildung" zu simulieren.  Es ist gar nicht zu leicht, sich in die Bedenken, Ängste und Nervosität von Anfängern hineinzuversetzen, aber nach einer Weile übernahmen sie diese Rolle wie im richtigen Leben. Die Gruppenführer hatten alle Hände voll zu tun, um ihre Schützlinge sicher durch die Gewässer zu führen. Insbesondere der Aspekt, Fische und anderes Meeresgetier aus nächster Nähe zu sehen, kam nicht zu kurz. Sepien, Tintenfische, Drückerfische etc. stellten sich zur Schau und hinterließen bei unseren Anfängern bleibende Eindrücke.   

Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler, Andreas Röpel
Bilder von Familie Herde und Bernd Leininger


Es ist vollbracht ...

Heute sind 6 neue Personen in die Reihen der VDST-Tauchlehrer aufgestiegen. Alle TL-1 Anwärter haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und ihre Brevets und Urkunden erhalten.

Für die heutigen Übungen "Kombi-Übung Strecken- und Zeittauchen mit Palstek in Apnoe" und "Tieftauchen in Apnoe" haben wir alle noch einmal richtig Gas gegeben, um auch diesen letzten Tag positiv abschließen zu können.

Gegen Mittag hatten wir alle unsere Aufgaben abgeschlossen und der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Einige nutzten die Gelegenheit zu einem kleinen Ausflug in die nahegelegene Inselhauptstadt Funchal.

Allmählich lösten sich die Anspannungen, welche die vergangenen Prüfungen mit sich brachten, und wir hatten das Gefühl, um einige "Kilo Blei" leichter zu sein.

Die hervorragende Vorbereitung und die vorbildliche Durchführung der Prüfung sowie die gegenseitige Unterstützung aller Teilnehmer haben zu diesem Erfolg beigetragen.

Besonderer Dank gilt unseren Ausbildern Uwe Weißhäupl, Jürgen Meier und unserem TL-3 Anwärter Bernd Harbrecht, der bei dieser Ausbildung hospitierte. Ebenso danken wir unseren medizinischen Betreuern Susanne und Tom Herde.

Text von: Björn Rothe, Jürgen Braun und Dirk Fedeler, Andreas Röpel
Bilder von Familie Herde und Bernd Leininger