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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Fuerteventura

Hier einige Impressionen von der aktuellen VDST-Tauchlehrerausbildung und Prüfung auf Fuerteventura vom 05.11. - 14.11.2011.


Anreise (05.11.2011)

Aufbruch nach Fuerteventura,
die letzte Tauchlehrerprüfung des Jahres steht an und wir sind dabei.
Wir, das heißt, ich, 14 andere Teilnehmer, der Arzt und die Prüfer. Noch sitzen wir im Flieger, und die erste Durchsage des Kapitäns lässt auf schönes Wetter hoffen. Schönes Wetter bedeutet kaum Wellen-gang, wenig Wind und tolles Tauchen.

Wir tauchen ab morgen im Atlantik: Felsen, Großfisch, Engelhaie und die ersten 6 Ausbildungstauchgänge; ich freue mich schon. Es wird nicht leicht, aber eine Ausbildung zum TL ist ja auch kein Kinder-geburtstag.

Melde mich ab jetzt täglich und berichte über diese Ausbildungswoche und die Prüfungstauchgänge.


Erster Tag (06.11.2011)

Das Einchecken im Hotel hat gestern gut geklappt und wir trafen uns um 10 Uhr an der Basis Deep Blue. Dort wurden uns die Gepflogenheiten der Basis und der Ablauf der Woche erklärt. Theo stellte uns seine Ausbildungscrew vor und Volker und Roland, die Besitzer der Basis, begrüßten uns. Sie führten uns dann durch die Basis und erklärten alles. Jetzt stand das erste Referat an, dann mussten wir die berühmte Seemeile schwimmen, bevor wir mit den Schlauchbooten zum ersten Tauchgang (Eingewöhnungs-tauchgang)  herausfuhren. Ein kalter Wind peitschte die Gischt übers Boot  

Als Gast haben wir Ronald Brandt (Chefredakteur des Sporttauchers) dabei. Er wird einen Bericht  im Sporttaucher über unsere Ausbildungswoche schreiben.

Das Abenteuer geht weiter, ab morgen sind Windstärken bis zu 6 gemeldet. Das bedeutet Welle, Gischt, Strömung und der ein oder andere wird es sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen…..


07.11.2011 - Zweiter Ausbildungstag

Der Tauchgang am Vormittag: Es war tatsächlich Welle, doch auf 3 Meter Wassertiefe war es ruhig, so dass wir mit unserer Übung „Abtauchen ohne Maske - bis auf den Gruppenführer“ anfangen konnten. Dann der Aufstieg unter Wechselatmung - Die Übungen haben teilweise gut geklappt und ich habe dabei auch noch meinen ersten Engelhai gesehen.

Die Sonne kam wieder durch und die Stimmung wurde merkbar besser.

Plötzlich über Mittag änderte sich das Wetter, die Wolken wurden dunkel und das Meer wilder. Die Fuchsjagd stand auf dem Plan: In einer Tiefe von 25 Metern wurde die Gruppe auseinander gezogen, im Abstand von 15 Metern musste der Gruppenletzte mit herausgenommenem Atemregler zum Vordermann schwimmen, das Notsignal “Habe keine Luft mehr“ geben und bekam dann den Hauptatemregler des Partners.
Das Einsteigen ins Boot erschwerte sich durch den hohen Wellengang. Einigen sah man die Schaukelei an, die Gesichtsfarbe veränderte sich von rosa nach leicht grünlich.

Morgen geht es weiter, ich hoffe, dass sich die Wellen etwas beruhigen ...

 


08.11.2011 - Dritter Ausbildungstag

Pünktlich zu den letzten Ausbildungstauchgängen hat sich das Wetter beruhigt es ist windstill und das Meer war glatt. Es stand der Tauchgang Aufstieg ohne Flossenbenutzung an.

Mittags hat der Doc uns etwas über Erste Hilfe und Rettung eines Verunfallten erzählt und demonstriert.

Der zweite Tauchgang war die Rettung eines verunfallten Gerätetauchers. Nach absolvierter Übung konnten wir noch die herrliche Unterwasserwelt Fuerteventura genießen.

 


     


09.11.2011 - Die Prüfung beginnt

Das Meer entspricht fast dem eines Ententeiches, der letzte Ausbildungstauchgang war ein Drifttauchgang. Wir wurden im freien Wasser an der Riffwand abgesetzt und einige 100 Meter weiter wieder aufgesammelt. Es war herrlich und entspannend, nur leider ohne Strömung (kaum).

In der Mittagspause erklärten uns die Prüfer die Bewertungsbögen und Rainer brachte uns die Wetterkunde näher: Entstehung von Isobaren, Wind und Wellen.

Der zweite Tauchgang war unser erster Prüfungstauchgang. Der Adrenalinspiegel stieg wieder langsam an - Orientierung ohne technische Hilfsmittel. Die Übung  lautet: „Während des TGs gibt der Ausbilder für etwa 10 min eine Richtung vor, anschließend wird von den Gruppen der Rückweg zum Boot bzw. Einstieg angetreten. Alle Gruppenmitglieder sind für die Orientierung mitverantwortlich (keine Kompassbenutzung). Nervös waren wir schon und die Strömung, die uns heute Morgen fehlte, war wieder da. Die Prüfer führten uns auf 40 Meter in die Tiefe und weit weg von der Muring (fester Ankerblock). Wir mussten dann zum Riff zurück durch Felsformationen zum Boot finden. Wir haben es geschafft.

Morgen kommt Tag 2 der Prüfung. Mal sehen was der Tag so bringt ...


     


10.11.2011 - Zweiter Prüfungstag

Hallo, ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich vergessen habe mich vorzustellen. Mein Name ist Saskia, bin TL 1 Anwärterin und darf hier bei der TL 2/3 Prüfung mitmachen. Heute Morgen hatten wir den Aufstieg unter Wechselatmung.

Am Tauchplatz angekommen, sind wir im Freiwasser (bis auf den Gruppenführer) ohne Maske auf 16 Meter abgetaucht. Nach der ersten Übung, die Tiefe 40+ aufgesucht und mit der Wechselatmung begonnen. Am Ende der Übung sind wir zum Riffdach getaucht und gegen die Strömung zur Boje zurück. An der Muring haben wir die Boje gesetzt und den Tauchgang beendet.

Gesehen haben wir, trotz schlechter Sicht (etwa 15 Meter), Adlerrochen, Muränen und Quallen. Diese waren zwar schön anzusehen, aber nesselten gewaltig bei Berührung.

Der zweite Tauchgang war die Rettungsübung - diesmal aber unter Prüfungsbedingungen. Im Anfiteatro hatten wir eine gute Kulisse um diesen Tauchgang durchzuführen. Nach dem freien Abstieg und einer Tour durch die Unterwasserlandschaft wurde die Übung eingeleitet und mit allen Teilnehmern durchgeführt. Jeder musste einen handlungsunfähigen Taucher retten.

Nach dem Tauchgang wurde die Rettung ins Schlauchboot und die Rettung mit dem Feuerwehrstek geübt.

Bislang liegen wir im grünen Bereich. Hoffe, dass es auch so bleibt.

 


     


11.11.2011 - Dritter Prüfungstag

Pünktlich zum Karnevalsanfang wurde es lustig, Aufstieg ohne Flossenbenutzung stand auf dem Plan. Eine Gruppe wurde ein Stück in den offenen Atlantik abgetrieben und musste mit dem Boot eingesammelt werden. Der Prüfer fand es nicht so lustig und hat dies auch deutlich gemacht. Die anderen kamen alle an der Ankerboje wieder an.

Der Nachmittagstauchgang bestand aus der Fuchsjagd, dies geschah bei allen Gruppen problemlos. Hierbei begegneten wir sogar einem Engelhai, der uns so nahe kam, dass wir die Köpfe einziehen mussten.

Morgen geht es schon um 8 Uhr los. Erst die Apnoeübung Tieftauchen, dann das Streckentauchen und zum Schluss den letzten Prüfungstauchgang. Tieftauchgang mit Konzentrationsübungen, atmen an dem Hauptatemregler des Partners und Ventilmanagement. Hoffentlich geht das alles gut. Ich werde euch weiter davon berichten.

 


     


12.11.2011 - Vierter und letzter Prüfungstag, es ist geschafft!

Geschafft, ich dachte schon die Apnoeübungen würden an uns vorübergehen, aber unsere Prüfer dachten an alles. Erst Strecken-, dann Tieftauchen und anschließend den Tieftauchgang. Die Strömung, etwa 2 Knoten, war ganz schön heftig. Freier Abstieg bis auf 40+, dort vom Prüfer verschiedene Aufgaben ausführen und unter Luftmanagement den Aufstieg gegen die Strömung zur Muring. Hier das
Ventilmanagement  durchgeführt alles prima. Oben angekommen mussten wir feststellen, dass eine Gruppe ihr Ziel nicht erreicht hat - hier dauerte das Nachbriefing etwas länger. Sie waren bei der Strömung leicht abgetrieben. An Land bei der Nachbesprechung erklärten uns die Prüfer, dass alle im grünen Bereich lagen.

Herzlichen Glückwunsch, hoffe auf einen schönen Abend und einer lustigen Urkundenübergabe.