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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Fuerteventura Oktober 2016

Hallo liebe Tauchausbilder/innen und die, die es noch werden wollen! Natürlich dürfen auch alle anderen Interessierten mitlesen.

Wir freuen uns, euch auch dieses Mal wieder die aktuellen News von der VDST-TL-Ausbildung und -prüfung bieten zu können.


Anreise

Aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands sind die insgesamt 3 TL1-, 6 TL2 und 2 TL3 Anwärter (davon eine Assistenz), angereist, um unter der fachkundigen Leitung von Theo Konken und seinem Ausbilder-Team Karen Ackermann, Volkmar Lehnen und Oleg Selentin die jeweils nächsten Ausbilderstufen zu erreichen. Medizinisch unterstützt werden wir von unserem Arzt Bernd Cronjäger.

Nach entspanntem Einchecken im Hotel trafen wir uns anschließend zum gemütlichen Abendessen und gegenseitigem ersten Kennenlernen.

Mit wohlig vollem Bauch und dem sicheren Gefühl, dass hier wieder eine richtig nette Truppe zusammengekommen ist, ging es dann ins Bett, um den am nächsten Tag anstehenden ersten Herausforderungen ausgeruht gegenüberzustehen.


Zweiter Tag

Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es dann endlich in Richtung Deep Blue Divers, der bewährten Tauchbasis für VDST TL Prüfungen, wo wir sehr nett und kompetent vom Basisteam in Empfang genommen wurden. Durch die kurze und motivierende Ansprache von Theo wurden wir gut auf die kommenden Ereignisse vorbereitet und nach einer Basiseinweisung, übernahm unser heutiger TLvD Jürgen das Ruder, unterstützt von Ben, der gleich das erste Referat zum Thema Gewöhnungstauchgang hielt. So gut theoretisch auf den ersten Tauchgang vorbereitet, ging es nach kurzem Briefing in den Gruppen endlich auf die Schlauchboote. Bevor wir dann aber wirklich abtauchen konnten, mussten wir erst einmal unsere Kondition beim Streckenschwimmen unter  Beweis stellen. Zum Glück kamen alle an und so konnte der erste Tauchgang starten. Der obligatorische Check des Wasser-Nase-Reflexes führte zu keinerlei Ausschlüssen, so dass die Gruppen vollständig abtauchen konnten. Neben verschiedenen zu lösenden Aufgaben wie Atmung aus dem Zweitatemregler des Partners, Luftmanagement in einigen Gruppen sowie dem Aufsuchen von 5m Tiefe aus 10m ohne die Nutzung von Hilfsmitteln und abschließendem Boje setzen, kamen auch die touristischen Aspekte nicht zu kurz und so konnten Barrakudas, Zackenbarsche, in einigen Gruppen auch ein Rochen und „Meer“ gesichtet werden. Sehr zufrieden über den ersten Tauchgang erfolgte dann das konstruktive Debriefing, wieder etwas gelernt und dabei viel Spaß gehabt, so soll es sein!

Gute Nacht und bis morgen.


Dritter Tag

Am dritten Tag erwarten uns neue Herausforderungen. Für den heutigen Tag sind zwei Tauchgänge mit anspruchsvollen Übungen geplant: Aufstieg unter Wechselatmung und Rettung eines verunfallten Tauchers mit Ausbildungscharakter.

 

Bei ruhiger See und leicht bedecktem Himmel fahren wir um 09:00 zu unserem Tauchplatz. Die Sichtverhältnissen unter Wasser sind ausgezeichnet und wir suchen zügig eine Tiefe von 40 m + auf, in der wir die Übung beginnen können. Der Aufstieg unter Wechselatmung wird entlang der geographischen Gegebenheiten durchgeführt. Zum Schluss des Tauchganges können wir die Canyons und Schluchten des Riffs nach Stechrochen und Engelhaien absuchen. Nach dem Sicherheitsstopp und dem Bojesetzen, gehen alle an Bord und die Schlauchboote bringen uns zurück zur Basis.

 

Am Nachmittag geht es mit der Rettung eines verunfallten Tauchers weiter. Jeder hat die Gelegenheit zu zeigen, dass er jederzeit in der Lage ist, die Rettung eines handlungsunfähigen Tauchers so durchzuführen und zu demonstrieren, dass seine Schüler dieses sofort nachvollziehen und in die Praxis umsetzen können. Nach der Übung gehen wir auf Entdeckungstour durch das Riff und führen abschließend den Sicherheitsstopp auf 5 m durch. Danach geht die Rettungsübung weiter und es erfolgt der Transport des verunfallten Tauchers an der Wasseroberfläche hin zum Boot.

Zurück an der Basis werden uns viele verschiedene Knoten und Techniken gezeigt, mit deren Hilfe wir die Taucher an Bord verbringen können. Nachdem jeder diese Techniken ausprobiert und in der Praxis beherrscht und vertieft hat, ist er jetzt in der Lage, diese anzuwenden und an seine Schüler weiterzugeben.

Beim Erlernen der Techniken haben alle viel Spaß.


Vierter Tag

Der vierte Tag begann vom Wetter her nicht ganz so schön, wie die Tage vorher.  Der Wind hatte etwas aufgefrischt und auch die Wellenhöhe hatte zugenommen.

Als erster Tauchgang stand heute der Aufstieg ohne Flossenbenutzung auf dem Programm.

Pünktlich um 9:00 Uhr fuhren wir zu unserem Tauchplatz. Wieder ging es zügig auf die gebriefte Tauchtiefe von 40 m +, wo wir dann auch umgehend mit der Durchführung der Aufstiegsübung begannen. Nach Abschluss der Übung konnten wir uns wieder der Beobachtung der Unterwasserwelt widmen und unter anderem nach weiteren Zackenbarschen und Engelhaien Ausschau halten.

Unter Beachtung aller Austauchregeln erreichten wir sicher unsere Schlauchboote und es ging zurück zur Tauchbasis, wo wir in den Debriefings weitere wertvolle Tipps von den Ausbildern zur Verbesserung der Übungsdurchführung bekamen.

Unmittelbar im Anschluss daran stellte uns unser betreuender Mediziner Dr. Bernd Cronjäger verschiedene Hilfsmittel und Methoden der für Tauchlehrer relevanten Notfallmedizin vor.

Nach einer adäquaten Oberflächenpause ging es auch schon weiter mit dem Nachmittagstauchgang: die sogenannte Fuchsjagd. Hierbei legt ein Mittaucher mit herausgenommenem Atemregler eine Distanz von ca. 15m zu seinem Teammitglied zurück, signalisiert Luftnot und erhält dessen Hauptatemregler. Der Verlauf dieser Übung erfolgt rollierend bis alle Teammitglieder die Übung absolviert haben. Danach hatten wir wieder ausreichend Zeit Barrakudas, Sardinenschwärme und vieles mehr entlang einer schönen Steilwand zu beobachteten.

Erneut ging ein lehrreicher Tauchtag zu Ende. Ab morgen wird es dann ernst, am Nachmittag steht der erste Prüfungstauchgang an.


Fünfter Tag

Am heutigen Mittwoch zeigten sich das Wetter und das Meer wieder von ihrer besten Seite, so dass wir unseren letzten Ausbildungstauchgang und den ersten Prüfungstauchgang unter sehr guten Bedingungen absolvieren konnten.

 

Um 9:00 Uhr ging es wieder pünktlich mit dem Schlauchboot zu unserem ersten Tauchgang. Die Übung bestand aus einem freien Abstieg auf 40 m + im Blauwasser und das Auffinden des Riffs anhand des vorher bestimmten Kompasskurses. Im Anschluss stand das Absolvieren verschiedener vom Ausbilder vorgegebener Übungen auf dem Programm. Dieses wurde durchgeführt, bis die Tauchcomputer die erste Dekompressionsstufe anzeigten. Unter den bekannten Aspekten des Luftmanagements wurde der Tauchgang fortgeführt. Ziel war es, dass alle Teilnehmer mit einem Restdruck von 50 bar im DTG die Boote erreichen.

Trotz etwas schlechteren Sichtweiten konnte erneut viel Fisch und Kleingetier gesichtet und beobachtet werden.  Die Ausbildungstauchgänge waren hiermit beendet. Das Erlernte gilt es nun im Rahmen der folgenden Prüfungstauchgänge anzuwenden.

Nach Vorstellung des Bewertungssystems durch den Ausbildungsleiter Theo Konken erfolgte die Einweisung in Prüfungstauchgang Nr. 1., der die Rettung eines verunfallten Gerätetauchers zum Inhalt hatte. Der Schwerpunkt lag hierbei wieder auf der Durchführung mit Ausbildungscharakter.

Die in der Vorbereitungswoche gegebenen Hinweise zu dieser Aufgabe wurde von allen Teilnehmern umgesetzt und somit der erste Prüfungstauchgang insgesamt erfolgreich abgeschlossen. Neben den Prüfungsinhalten blieb natürlich auch wieder Zeit zur Erkundung der Unterwasserlandschaft. Dabei wurden Rochen, Muränen sowie Schwärme von Barrakudas und Sardinen gesichtet.


Sechster Tag

Nach einem kurzen Referat ging es bei sonnigem Wetter und glattem Meer mit den Schlauchbooten zu  unserem ersten Tauchgang des Tages und zweitem Prüfungstauchgang. Inhalte waren das freie Abtauchen ohne Maske für zwei Gruppenmitglieder, gesichert durch den Gruppenführer bis auf 25 m. Dort sollten die beiden Gruppenmitglieder ihre Maske wieder aufsetzen und der Gruppenführer nun ohne Maske für 2 min weiter tauchen. Die Zieltiefe insgesamt waren 40 m +. Anschließend wurde die bereits geübte Fuchsjagd durchgeführt.

Nach erfolgreich absolvierten Übungen, war wieder genügend Luft und Zeit übrig, um Sardinenschwärme und Muränen bei der Jagd zu beobachten.

Unsere Oberflächenpause wurde durch ein Referat zu Seemannschaft und Wetterkunde von unserem Ausbilder Oleg Selentin bereichert. Im praktischen Teil wurde das richtige Belegen von Klampen geübt und bei Rückkehr vom Nachmittagstauchgang das Wissen gleich praktisch beim Festmachen des Schlauchboots angewendet.

Der zweite Prüfungstauchgang des Tages am Nachmittag hatte das Ziel, sich ohne technische Hilfsmittel unter Wasser zu orientieren. Der jeweilige Ausbilder führte seine Gruppe in eine beliebige Richtung und die Gruppe hatte die Aufgabe, selbstständig zum Boot zurückzufinden. Während des Tauchgangs konnten wir Muränen, Rochen, einen fressenden Eidechsenfisch und andere Tiere beobachten. Die während des Tauchgangs vorhandene Strömung war für manch einen ungewohnt, am Ende gelangten aber alle Tauchgruppen sicher zum Schlauchboot zurück.


Siebter Tag

Heute standen bei ruhiger See und viel Sonnenschein wieder zwei Prüfungstauchgänge auf dem Programm.

Pünktlich um 9:00 Uhr ging es mit den Schlauchbooten zu den ersten Tauchplätzen.

Leider war die Sicht unter Wasser nicht mehr ganz so gut, wie an den Tagen zu vor, dennoch fanden alle Gruppen nach dem Freiwasserabstieg auf 40 m + und der durchgeführten Übung zur Wechselatmung sicher zu ihrem Schlauchboot zurück. Während des Tauchgangs konnten wieder Zackenbarsche, Drachenköpfe und viele andere Tiere beobachtet werden.

Nach dem Erleben eines Strömungstauchgangs am Vortag, hielt unser Ausbilder Oleg Selentin während der Oberflächenpause auf der Tauchbasis ein Kurzreferat zum Thema Strömungstauchen. Die anschaulich und praxisnah dargestellten Inhalte waren eine gute Vorbereitung für den zweiten Tauchgang des Tages und unseren fünften Prüfungstauchgang, der die sichere Durchführung eines Strömungstauchgangs zum Inhalt hatte. Da die Strömung ausblieb, konnten wir alle einen entspannten Tauchgang genießen und Adlerrochen, freischwimmende Muränen und Krebse beobachten


Achter Tag

Heute stand der letzte Prüfungstauchgang auf dem Programm. Unsere Ausbilderin Karen Ackermann gab zur geplanten Übung Aufstieg ohne Flossenbenutzung im Rahmen eines Kurzreferats noch wichtige Tipps und Hinweise zur sicheren Durchführung dieser. Bei sonnigem Wetter und ruhiger See ging es dann mit den Schlauchbooten hinaus zum ersten Tauchplatz. Bevor der Tauchgang durchgeführt wurde, standen zunächst die noch fehlenden ABC Übungen Strecktentauchen und Tieftauchen an. Unser Ausbilder Oleg Selentin, auch Apnoe TL, bereitete die Strecke gut vor, so dass sowohl das Streckentauchen als auch das Tieftauchen von allen Teams mit gegenseitiger Sicherung erfolgreich absolviert werden konnte.

Anschließend tauchten wir dann zum letzten Prüfungstauchgang auf 40m + ab. Nach absolvierter Übung blieb dann auch wieder genügend Zeit und Luft übrig, um bei leichter Strömung Fische, Krebse und Nacktschnecken zu beobachten.

Nach dem Tauchgang informierte uns unser Ausbilder Volkmar Lehnen im Rahmen eines Kurzreferats noch über die CMAS Richtlinien zur Nutzung und Handhabung der Sicherheitsboje und gab praktische Tipps für den Umgang mit dieser.

Am Abend fand dann die Abschlussparty auf der Tauchbasis statt und wir konnten unsere Urkunden verliehen durch unseren Bundesausbildungsleiter Theo Konken und sein Ausbilderteam entgegennehmen.

Ein herzliches Dankeschön geht an Volker und sein Team von der Tauchbasis Deep Blue für die sehr guten Rahmenbedingungen und natürlich auch an unsere Ausbilder für die gute und lehrreiche gemeinsame Zeit mit vielen wichtigen Hinweisen für die Tauchpraxis und Durchführung von sicheren und dennoch interessanten Ausbildungstauchgängen.