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Tauchausbildung

TL2- und TL3-Prüfung in Hyères, 19.-26. Mai 2018


Neue VDST TL2 und TL3

„Es war eine super tolle Woche und ich habe extrem viel gelernt....“ so und ähnlich war am Abschlussabend das Feedback der Teilnehmer. Wir hatten gemeinsam am Anfang der Woche vereinbart, dass wir viel Neues ausprobieren möchten - auch um daraus neue Tauchgänge und Erkenntnisse für die TL Praxisausbildung und die VDST Ausbildung zu generieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Alle 12 Teilnehmer haben den Praxisteil bestanden und bekommen neben den SK Wracktauchen auch noch die Abnahmeberechtigung für den SK Problemlösungen unter Wasser.

Zusätzlich haben wir ein Konzept zur Zeichengebung unter Wasser erarbeitet. Die Skepsis zur Zeichengebung war am Schluss bei allen verflogen. Wir müssen das so machen um uns bei anspruchsvollen Tauchgängen ordentlich unter Wasser abzustimmen.

Besonders freute uns: Frank Hartig reiste extra aus Innsbruck an und überzeugte mit Impulsreferaten und unter Wasser mit wirklich exzellenten Übungen, die das Tauchen sicherer machen.

Ein besonderer Dank an die Basiscrew mit Gigi Clement, Hansi Hähner und Horsti Wirtz,  an die VDST Ausbilder Hagen Engelmann, Klaus Ostheimer, Ira Nahe, an die TL3 Assistenten Fabian Möller und Julian Ostheimer und an unseren DOC und Ausbilder Dirk Michaelis, der selbst sagte, dass er„...weder Durchfall noch Ohrenschmerzen behandeln musste..“.

Wir gratulieren zur bestandenen Praxisprüfung:

TL3: Andreas Bock (SH), Robert Bank (MV), Frank Gottschalch (BY)

TL2: Claudia Gerteiser (WLT), Fabian Tann (HTSV) , Frank Buschle (HTSV), Juliane Stein (Thür), Kai Unterstein (WLT), Martin Thies (MV), Melanie Mielke (Berlin), Rainer Stump (HTSV), Sabine Sitzler (WLT)

Mit sportlichen Grüßen

Frank Ostheimer
Stv. Bundesausbildungsleiter

 
 

Tag 7 - Die Tauchgänge 12 und 13 (26. Mai 2018)

Endspurt ist angesagt. So starteten wir am letzten Morgen nochmal mit einem Referat zum Thema einheitliche Zeichensetzung bei Dekotauchgängen, da dies eines unserer gesteckten Ziele für die Woche war. Hierbei gab es viel Redebedarf was nun die richtigen Zeichen sind, aber zum Schluss wurde dann doch von allen Teilnehmern eine einheitliche Zeichengebung gefunden. Es stand erneut das schöne Wrack der Donator auf dem Plan. Als Besonderheit mussten TL2-Anwärter einen Wracktauchgang komplett selber organisieren - sprich die Gruppen selbstständig sinnvoll einteilen, die örtlichen Gegebenheiten zu Tauchzeiten und Umkehrdrücken beachten und ein strukturiertes Briefing durchführen. Dies klappte Prima und zu jeder guten Gruppe gehört natürlich auch ein ,,starker‘‘ Name. So gab es das Redaktionsteam, dass Sching-Schang-Schong-Team und das Verpflegungsteam. Man merkte schnell, dass das Boot heute gut organisiert war. Am Tauchplatz angekommen waren alle Gruppen sofort startklar und sprangen ins Wasser. Dies sorgte kurz für ein bisschen Stau an der Abstiegsleine.

In der Mittagspause referierte Frank Hartig darüber, dass ein Tauchgang nicht an der Leiter aufhört, sondern gerade die 120 Minuten danach noch ganz wesentlich sind. Anstrengungen können auch in dieser Phase noch schwere Dekounfälle erzeugen. Beispiele dafür gibt es genug. Gerade die zweite Phase an Bord oder an Land kommt in der Ausbildung eigentlich zu kurz.

Frank Hartig unterlegt seine Dekotipps mit Grafiken, die sein Tauchcomputer anzeigt. In der Dekophase sind die schnellen und langsamen Gewebe zu sehen. Selbst kleine Tiefenänderungen sind sofort in den schnellen Geweben zu sehen.

Der letzte Tauchgang für diese Woche! In diesem drehte sich nochmal alles um das Thema Problemlösungen und Skills. Denn alle Teilnehmer sollten mit Abschluss ihrer Tauchlehrerausbildung auch die Abnahmeberechtigung für den SK Problemlösung beim Tauchen erhalten. Bestandteile im letzten Tauchgang waren:  Ventilmanagement, Tarierverlust, Out of Air und Maske einhändig aufsetzen. Alle Teilnehmer gaben noch einmal ihr Bestes und die eine oder andere Gruppe konnte sogar noch einen Oktopus sehen.  Als dann alle Gruppen wieder an Bord waren, war es eigentlich schon jedem klar. Wir haben es geschafft!!! Wir haben sehr sehr viel gelernt und es war definitiv kein „Abklatsch“ der TL1 Prüfung...

 

Tag 6 - Zwei Wracks in einem Tauchgang (25. Mai 2018)

Heute erwarteten uns gleich mehrere Überraschungen. Es gab ein Kurzreferat von Kai Unterstein zur Orientierung unter Wasser mit natürlichen und technischen Hilfsmitteln. Der Knüller war ein Doppelwracktauchgang. Los ging es mit der „Ville de Grasse“, einem Schaufelraddampfer aus dem 19. Jahrhundert auf 48m Tiefe - und dann per Peilung zur „Michel C“ auf rund 36m. Hinter dem Schaufelrad auf Steuerbord haust seit Jahren ein Conger, der inzwischen auf eine stattliche Größe herangewachsen ist. Bei unserem Besuch reckte er sich etwas aus seinem Loch und schaute, was sich in seinem Vorgarten so tut und ob alles mit rechten Dingen zugeht. Währenddessen feierten auf der anderen Seite jede Menge Schnecken eine Party auf der Reling.

Laut Prüfern lag die Chance beide Wracks zu sehen bei etwa 50 %. Wir konnten im Schummelmodus glatte 100 % erreichen. Jemand hatte Tage zuvor eine Wreckline gespannt, die uns die Arbeit abnahm. So waren wir zügig auf direktem Weg unterwegs. An der Michel C gab es weiterhin viel zu sehen. Unter anderem Zackenbarsche, Conger und jede Menge kleine Fische in großen Schwärmen.

Am Mittag hörten wir viele interessante Denkanstöße von Frank Hartig, der extra für uns aus Österreich angereist war. Viele seiner Übungsvorschläge wurden bei dem anschließenden Tauchgang ausprobiert und mit Inhalten aus dem SK Problemlösung ergänzt. Unter anderem probierten wir eine etwas abgewandelte Art der Notatmung aus. Vor Abgabe des Hauptatemreglers wird der Kopf nach unten gebeugt. So ist der Atemregler nach dem Greifen direkt in waagerechter Position, statt das Handgelenk stark abzuknicken. Ebenso das Umgreifen zur linken Hand über dem Kopf vor der Reglerabgabe, um die rechte Hand zum Bedienen der Luft Ein- und Auslassventile des Partners frei zu haben.

Weitere Übungen waren das einhändige "Maske wieder aufsetzen" und das „freihändige“ Maske ausblasen. Letzteres geht natürlich nur bei normal gefluteter Maske. Ebenso das Freischneiden aus einer Leine und Ventilmanagement. Das Boje „reiten“, bei einem simulierten Tariermittelverlust war sehr ulkig mit anzusehen, aber praktikabel.

Viele von uns testeten am Ende des Tauchgangs auch noch ein modifiziertes Spool von Frank Hartig. Dabei wird das Spool wie ein Ring auf den Finger gezogen. Dies ging mit einem durch die Mitte gespanntes Bungee. Das Seil wickelte sich dann über die Kante kreisförmig ab. Oben am Bojenseil war ein Wirbel (vom Angeln) eingesetzt, der das verdrillen der Leine dämpfen soll.

Erkenntnis des Tages: Nicht im Vorhinein theoretisch diskutieren, warum etwas Neues nicht funktioniert, sondern einfach mal ausprobieren.


Tag 5 - Wracktauchen die Zweite (24. Mai 2018)

Gigi, der Sonnenschein des VDST-Dive Centers, wird VDST-Tauchlehrerin. Sie ist im französischen Nationalverband FFESSM schon sehr lange CMAS Moniteurin **, hat über 7000 Tauchgänge und unter Wasser macht ihr absolut niemand etwas vor. Die VDST-Prüferordnung sieht in so einem Fall ein Referat in deutscher Sprache vor. Gleich zum Tagesbeginn hält Gigi ein schönes Referat über die Sicherheitsregeln auf französischen Tauchschiffen. Wir freuen uns, bei der Abschlussveranstaltung Gigi als VDST-Tauchlehrerin begrüßen zu dürfen.

Die Vorfreude auf den Tag war groß, als das Tauchziel „Le Crec“ klar war. Dieses Schiff ist nur wenige Monate nach der „Donator“ im gleichen Minenfeld gesunken. Sie liegt daher unweit entfernt.

Vor dem Tauchgang gab es eine theoretische Einheit zum Thema Umkehrdruck. Wir haben mit verschiedenen Parametern den Umkehrdruck für diesen tiefen Tauchgang berechnet. Der Tauchgang selbst war ein klassischer Wracktauchgang. Am Ende der Grundzeit wurde ein Gruppenmitglied von den Ausbildern ausgewählt, der eine „out of air“-Situation simuliert. Nun war es Aufgabe der Gruppe, dieses Mitglied mit dem verbleibenden Luftvorrat sicher und unter Einhaltung der Dekostufen an die Oberfläche zu bringen.

Auf der Fahrt zur Le Crec hatten wir den Verdacht, die britische royale Königsjacht mit dem jungen Brautpaar zu sichten - ein Irrtum wie sich herausstellte. Google klärte uns auf, dass diese Yacht für wöchentlich 56.000 Euro gemietet werden kann.

Der Nachmittagstauchgang war das exakte Gegenteil von „spannend“ – zumindest was die Flora und Fauna anging. Das interessierte uns aber wenig, denn unsere Mission war wichtiger: Rettungsübung. Einmal von jedem Gruppenmitglied in Vorführqualität. Danach konnten wir noch einige Minuten die verschiedenen Grüntöne des Seegrases abschätzen. Eine Gruppe berichtete sogar von der Sichtung einer kleinen Muräne.

Dann ging es Schlag auf Schlag; ein Gruppenmitglied wurde mit einem gezielten Zeichen der Ausbilder „KO geschlagen“ und die verbliebene Gruppe war gefragt. Hier hielten wir uns an das altbewährte Disco-Prinzip: angucken, ansprechen und anfassen. Erweitert wurde das Ganze um einen Aufstieg mit kurzem Stopp zum Setzen der Boje. Mit Bootsverkehr musste nämlich gerechnet werden.

An der Oberfläche die typische Notfallprozedur (angedeutet): auf das Wasser schlagen, um Hilfe rufen und falls möglich Blei abwerfen. Danach ging es mit schnellen Flossenschlägen zum Boot. Dort wurde der Verunfallte an Bord gehievt. Unser Taucherarzt Dirk war so freundlich, uns noch viele Geschenke in Form von Tüten und Taschen in den Weg zu legen, bevor mit der Versorgung begonnen werden konnte. Abschluss der Übung krönte ein neu entwickelter Neurocheck, der auf Praxistauglichkeit getestet wurde.

Am Ende des Tages lagen wir noch einige Zeit am Tauchplatz und genossen das schöne Wetter und die Aussicht bei dem ein oder anderen Rosé.

 


Tauchtag 4 - Tauchen im Naturschutzgebiet Port Cros (23. Mai 2018)

Bei bestem Sonnenschein, blauem Himmel und azurblauer See ging es heute nach Port Cros, dem Naturschutzgebiet im Mittelmeer. Auf dem Weg kamen wir an der heißbegehrten Donator, oder wie sie eigentlich heißt: Prosper Schiaffino, vorbei. Hier wurde mit 50 Meter Tiefe noch einer zu den vorhergegangenen Tauchgängen draufgesetzt. Es hat sich aber gelohnt. Bei wenig Strömung waren wir das einzige Tauchboot vor Ort. Dabei ist es Brauch, dass die Neulinge (erster Tauchgang an diesem Wrack) die Schiffsschraube küssen. Außerdem zu sehen war unter anderem ein dicker Zackenbarsch und eine Muräne. Ringsherum um das Wrack große Fischschwärme.

Neben dem Sightseeingprogramm am Wrack war die heutige Aufgabe das individuelle Atemminutenvolumen (AMV) zu berechnen. Einmal am Wrack selbst und einmal für den gesamten Tauchgang. Dabei kamen – je nach Körperbau, Situationen beim Tauchen, Alter und Geschlecht – Werte zwischen 11 und 18 Liter pro Minute heraus.

Ein gemütliches Mittagessen hatten wir einige Minuten später im Hafen von Port Cros. Das „Menue de Moniteur“ bestand aus drei Gängen mit einer kalten Platte ausgewählten Fleisches als Starter, noch mehr Fleisch in Champignionsauce mit einem Schlag Kartoffel-Karottenbrei und einem Mango Panna Cotta.

Nach den letzten Debriefings wurde das große Treffen an der Kanone einberufen. Und natürlich durfte das Gruppenbild im Hafen nicht fehlen. Hansi hatte zur Krönung die Geschichte des Nationalparkes rund um die Insel Cros in petto, die er mit uns teilte. Der Park entstand in den 60er Jahren mit großer Bemühung der französischen Regierung, um das Wahrzeichen der Region, die Zackenbarsche, wieder aufleben zu lassen, deren Population zu diesem Zeitpunkt extrem stark dezimiert war. Danach setzte Juliane die Tauchgangsplanung für den Nachmittag on top.

Bei dem Tauchgang entlang der Insel konnten wir den erholten Bestand an Zackenbarschen bewundern. Es kamen etwa zwei pro Minute an den Tauchgruppen vorbei und das nicht zu knapp. Wer weiter in die Ferne oder Höhe guckte konnte die vorbeiziehenden Schwärme an Barakudas erblicken.

Wir haben eine Art Reise nach Jerusalem, oder „Fuchsjagd“ durchgeführt. Dabei taucht eine Person aus dem zweiten Buddyteam zu dem etwa zehn Meter weiter vorne tauchenden Buddyteam und möchte Luft haben. Daraufhin wurde zügig von dem Angefragten der Hauptatemregler abgegeben – also auf Notatmung gewechselt. Zu einer "out of air"-Situation kann es beim Erkunden der Unterwasserwelt oder wegen technischer Probleme kommen. Dann gilt es, auch mal einige Meter zum rettenden Tauchpartner zu überwinden.

Am Ende wurde erneut geübt, die Maske mit nur einer Hand aufzusetzen - diesmal mit einem Gegenstand in der Hand.

Bei der Rückfahrt wurden wir gut durchgeschaukelt. Im Strömungsschatten glätteten sich die Wogen und es kehrte etwas Ruhe an Bord ein. Ein erfolgreicher und schöner Tagesausflug ging zu Ende.

 
 
 

Tauchtag 3 - Das Tiefenrauschexperiment (22. Mai 2018)

Für Dienstag war schlechtes Wetter angesagt und es regnete tatsächlich. Jetzt wurden wir schon vor dem Tauchen nass. Dennoch erwartete uns ein spannender Vormittag mit einem Tiefenrauschversuch. Dafür lies Frank Gottschalch zwei wasserdichte und veränderbare Blink-LEDs von der Firma „Scaleo“ RP-Engineering in Esslingen bauen. Die Frequenz kann über einen drehbaren Ring eingestellt werden. Man erhöht die Blinkfrequenz an der Oberfläche solange, bis man ein Dauerlicht erkennt. Den Test wiederholt man in der Tiefe und es ist zu vermuten, dass nun die Grenzfrequenz niedriger ist - d.h. dass das Gehirn im Rausch langsamer arbeitet und bei niedrigerer Frequenz ein Dauerlicht erkennbar wird. Wir starteten eine Testreihe mit allen Teilnehmern und Ausbildern in einer Tiefe von rund 45m am „le Sec d’Amoire“ - eigentlich ein Geheimtipp als Tauchspot. Zwei UW-Felsnasen beginnen erst in rund 20m und gehen hinab bis auf über 50m. Der Fels ist über und über mit roten Gorgonien bewachsen - eigentlich viel zu Schade, um in die Blink LED zu schauen - aber wir haben dennoch beides gemacht, den Test und Sightseeing.

Das Mittagessen war heute ausgewogener. Neben dem Üblichen gab es eine Menge Obst und weiteres Gemüse zur Auswahl. Dann stellte sich der neue Mittaucher Ernst vor. Die Prüfungstauchgänge unter dem Motto „Luft und Spiele“ waren eröffnet.

Der erste Prüfungstauchgang war am "Rocher des Médes" - auch „Okay-Felsen“ genannt. Hier stehen zwei fingerähnliche Felsen so abgespreizt mit einem großen Stein in der Mitte, sodass er wie das OK-Zeichen beim Tauchen aussieht. Hier gab es einiges zu sehen: kleine Zackenbarsche, diverse Schnecken, große Seesterne, Congas, Oktopusse und vor allem Barakudas! Am Ende war Handfertigkeit gefragt. Maske einhändig aufziehen und unter Wechselatmung die Boje setzen.

 

Tauchtag 2 - Wracktauchen (21. Mai 2018)

Gleich für den ersten Tauchgang stand Wracktauchen auf dem Plan – yeah! Hierzu sollte man wissen, dass die Wracks an der Côte d’Azur zu den Schönsten des Mittelmeer gehören. Daher freute sich jeder auf den Vormittagstauchgang. Zur besseren Vorbereitung hörten wir einen Vortrag von Frank Gottschalch zum Thema Wracktauchen. Hierbei wurden spezielle Aspekte, die für das Wracktauchen wichtig sind, angesprochen. Danach ging es endlich los! Zur Michel C!

Die Michel C ist ein altes Dampfschiff, welches nach einer Kollision mit einem anderen Dampfschiff vor der Küste Hyéres im Jahr 1900 gesunken ist. So konnten wir unsere neu erworbenen Theoriekenntnisse gleich in die Praxis umsetzen. Ein gemütliches Ende fand der Tauchgang beim Boje setzen im Freiwasser. Auf dem Schiff war in diesem Moment genau das Gegenteil der Fall. Viele Segler und Sportboote nutzten den Wind und das gute Wetter für einen Törn und missachteten dabei wohl die Alphaflagge und die Markierungsbojen. Aufgeweckt wurden sie manchmal erst vom  Horn des Tauchschiffes. Nach und nach kamen die Gruppen an der Oberfläche an und wurden prompt eingesammelt. Danach wurde der Hebel auf den Tisch gelegt, denn das Mittagessen wartete bereits.

Beim zweiten Tauchgang des Tages wurden Fertigkeiten zur Notatmung und die Reaktion auf einen vereisten Atemregler geübt. Zudem gab es am Platz „Les Grottes“ (die Grotten) viel zu sehen. Eine Riesensepia posierte auf einem Plateau sowie ein Conger der sich an den Tauchern vorbeischlängelte. Alle Taucher wieder an Bord ging es gen Heimathafen. Beim heutigen Abendessen wurde penibel darauf geachtet alles aufzuessen, um den Wetterbericht von Morgen als irrtümlich zu entpuppen.


Tauchtag 1 - Das Abenteuer beginnt (20. Mai 2018)

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten am Tag der Anreise aufgrund des Pfingstverkehres begann heute die Bundesprüfung 2018 in Hyères mit der Begrüßung durch den Stv. Bundesausbildungsleiter Frank Ostheimer und seinem Ausbildungsteam. Die allgemeine Aufregung verflog schnell, als er den Prüfungsinhalt der Woche bekannt gab. Dann war auch schon Weihnachten: der VDST sponserte jedem Teilnehmer ein VDST-Neoprenshirt und eine Edelstahltrinkflasche, die individuell mit Basis- und CMAS-Aufklebern gepimpt werden konnte. Die Trinkflaschen sind ein Pilotprojekt, um den Müllberg der leeren Plastikflaschen entgegenzuwirken, da es in Frankreich kein Pfandsystem gibt. Anschließend referierten die TL3-Hospitanten über die obligatorischen Themen Sicherheit an Bord und im Wasser, um alle TL-Anwärter auf das gleiche Sicherheitslevel zu bringen. Der vorerst gemütliche Teil des Tages folgte: Mittagessen. In Hyères wird dieses von den Teilnehmern organisiert. Üblicherweise wird Baguette mit diversen Aufschnitten und Beilagen serviert.

13:30 Uhr ging es endlich „richtig“ los – Aufsitzen und auf zum Hafen, wo das Boot, die Ar’Guevel, mit Bootsführer Hansi bereits wartete. Nur wenige Minuten vom Port de la Tour Fondue startete unsere erste Prüfung des Tages: das 1.000 Meter schwimmen! Dabei fanden wir heraus, dass manche Teilnehmer ein gutes Gespür für eine geradlinige Navigation besaßen und andere lieber (bis zu 400 Meter) länger das erfrischende Nass genossen. Alle wieder aufgenommen, wurde das Tauchboot zum Tauchplatz Escampo versetzt.

Dort ging es erneut von Bord. Diesmal 30 Meter orthogonal statt waagerecht zur Wasseroberfläche. Zum Ende des Tauchgangs setzten wir unter Wechselatmung die Boje. Vom Deck aus war nach kurzer Zeit ein regelrechter Bojenwald in unterschiedlichen Größen und Farben zu erkennen. Zurück an der Basis blieb kurz Zeit zum Frischmachen, bevor die Nachbesprechung mit dem Abendessen den Feierabend einläutete.

 


Vor dem ersten Tauchgang

Am 19.Mai 2018 startete die dritte Bundesprüfung - gemeinsam mit dem Divecenter Divin Giens und der Basiscrew um VDST Ehreninstrukteur Hansi Hähner in Südfrankreich. Alle Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet reisten mit eigenen PKWs an und hatten ihre Tauchausrüstung dabei - zum Teil auch Trockentauchanzüge. „Dies ist wirklich ein Riesenvorteil, dass wir hier so tauchen, wie zu Hause im See“ , sagte eine Teilnehmerin gleich zu Beginn. Richtig - und es hat den Vorteil, dass wir hier die Spezialkurse „Problemlösungen beim Tauchen“ und „Wracktauchen“ direkt mit einbinden können - d.h. alle TL2 und TL3 erhalten nach der Prüfung dafür auch die Abnahmeberechtigungen.

Gegen Plastikmüll im Meer
Bei der letzten Prüfungswoche in Hyeres zählten wir alle verbrauchten Wasserflaschen - in Summe waren es 243 Flaschen. Zu viel, ja viel zu viel, wenn man als Taucher im VDST gegen Plastikmüll im Meer kämpft. Kurzerhand kauften wir im Vorfeld für jeden Teilnehmer und jeden Ausbilder schöne Edelstahlflaschen, die dann aus großen Behältern aufgefüllt werden.
Die Ausbilder in diesem Jahr sind: TL4 Hagen Engelmann und TL3 Ira Nahe aus Mecklenburg-Vorpommern, sowie Klaus Ostheimer, Dirk Michaelis, Frank Ostheimer aus Hessen. Weiterhin sind unter den Teilnehmern drei TL3-Anwärter und zwei TL3 Hospitanten.

Wir wollen Neues wagen
...ist das Motto der Bundesprüfung in Hyeres 2018, zu dem sich alle Teilnehmer zu Beginn ausdrücklich einverstanden erklärten. „Gut so - wir wollen in dieser Woche viel Neues lernen“ - kam prompt aus der Runde. Neben den Spezialkursen hat Frank Gottschalch einen normierten Test zur Beurteilung von Tiefenrauschsymptomen vorbereitet, Dirk Michaelis untersucht eine kleine Gruppe mit dem Ultraschalldoppler, wir testen den neuen VDST-Neurocheck des Fachbereichs Medizin und gemeinsam mit Frank Hartig testen wir neue Abläufe beim Bojesetzen und bei der Notatmung.

In der Folge nun die Tagesberichte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer : Melanie Mielke, Fabian Tann und Martin Thies.