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Tauchausbildung

Impressionen SK Sporttauchen in Meeresgrotten - Korfu - Seminar 2


22.06.2019 – Tag 1

"Endlich ist es soweit!", dachten sich acht Teilnehmer der verschiedenen Landesverbände (Taucher *** bis TL**) als sie sehr früh aufbrachen um in das Flugzeug nach Korfu einzusteigen, damit sie am VDST Spezialkurs Sporttauchen in Meeresgrotten teilnehmen können. 
Nach dem Einchecken im Hotel wurden die Teilnehmer vom Lehrgangsleiter Paul Mai VDST/CMAS TL****, Ausbildungsleiter Theo Konken VDST/CMAS TL**** und Jo Meyer VDST/CMAS*** begrüßt. Anschließend lernte sich die Gruppe kennen und organisatorische Angelegenheiten wurden geklärt.  

Anschließend ging es für alle in gemütlicher Runde und bei schönem Wetter erst mal zum theoretischen Teil über. Dort wurden von Paul Mai die Grundlagen zum Sporttauchen in Meeresgrotten erläutert und verschiedene Fertigkeiten und Techniken erklärt, das Handling des Equipments besprochen sowie Videos dazu gezeigt. Die Aufgabe der Teilnehmer ist es, diese Grundlagen und Fähigkeiten in den kommenden Tagen anzuwenden und zu üben. Natürlich gehört gute Laune, der Spaß am Tauchen und eine freundliche Atmosphäre ebenfalls zum Programm. 

Nun wird es spannend, denn schon morgen werden wir ausgiebig üben, neue Dinge kennenlernen, uns verbessern, aber hauptsächlich Spaß haben. 


23.06.2019 - Tag 2

Nach einem gemeinsamen Frühstück trafen wir uns um 9:30 Uhr mit unserem Equipment an der Basis, wo wir freudig empfangen und uns sogleich alles gezeigt wurde. Es folgte ein Briefing von Paul und Theo, indem sie uns noch etwas über die Abläufe der Tauchgangsvor- und -nachbereitung erzählten. Anschließend begannen wir mit dem Zusammenbau unseres Equipments.

Aufgeregt ging es zum ersten TG an der „Klosterwand“. In zwei Gruppen betauchten wir einen Durchgang, zwei Grotten und einen Torbogen. Wir genossen Bärenkrebse, Garnelen, Seesterne, Drachenknöpfe und Gabeldorsche. Nach unserem ersten TG in Meeresgrotten fuhren wir STOLZ zurück zur Basis.

Selbstverständlich sollte es nicht nur bei einem TG für diesen Tag bleiben. Also trafen wir uns nach der Mittagspause um 14:30 Uhr an der Basis zu unserem zweiten Abenteuer im „Himmelsloch“. Das war schön! Nach einem kurzen Durchgang in die Grotte bot sich uns ein atemberaubender Ausblick gen Himmel, mit spielerischen Lichteffekten. Die Süßwasserquelle bot zusätzliche Spezialeffekte in Form von schlieriger Sicht. Bevor es zurück zum Boot ging bestaunten wir außerdem eine riesige Seegraswiese und ein wundervolles Tritonshorn.

Nach jedem Tauchgang absolvierten wir ein Debriefing mit Paul in der die Besonderheiten und Beschaffenheit der Tauchgänge und Grotten  rekapituliert wurden.

Leitsatz des Tages wurde:

„Flossen bewegen das Wasser und nicht umgekehrt“.

Paul May, 23.06.2019

Der Tag endete gesellig mit Speis und Tanz.


24.06.2019 - Tag 3

Nach einem ausgiebigen Frühstück trafen wir uns mit großer Vorfreude, auf das was uns als nächstes erwartet, wieder um 09:30 Uhr in der Basis. Als wir mit dem Zusammenbau des Equipments fertig waren, machten wir uns mit dem Boot auf den Weg zum dritten Tauchgang am „Odysseus-Felsen“ sowie der „Max-Hahn-Grotte“. 

Auf etwa 42 m befindet sich der Eingang zur Grotte, der zu Beginn beim Abtauchen eher schemenhaft zu erkennen ist. Je näher wir dem Eingang kamen, umso besser konnten wir uns die Dinge, die zuvor im Briefing genannt wurden, vorstellen. 
Das Eintauchen in diese Grotte war nicht schwierig, da wir im Buddy Team genügend Platz hatten. Nacheinander tauchten wir einzeln aus der Grotte wieder hinaus, da der Ausgang der Grotte etwas schmaler ist. Auch wenn das Durchtauchen nicht sonderlich schwierig war, ließ die Tiefe, die Temperatur und die Sicht den Anspruch dann doch noch etwas steigen. Außerhalb dieser Grotte auf etwa 12-15 m trafen wir auf einen Barrakudaschwarm, die Max-Hahn-Tafel, eine wunderschöne Felslandschaft, Steckmuscheln, Seesterne und viele andere Meeresbewohner. Nach dem Auftauchen fuhren wir wieder zurück zur Basis und zu unserer wohlverdienten Mittagspause. 

Um 14:30 Uhr trafen wir uns wieder und erfuhren, dass das mit dem ursprünglich geplanten Tauchgang in der „Sonntagshöhle“ aufgrund der Wetterlage nicht klappen wird. Nach der kleinen Planänderung ging es sodann zu unserem neu ausgewählten Tauchplatz den wir am Tag zuvor schonmal getaucht sind: die „Klosterwand“. 
Dieses Mal hatten wir Glück, denn die Sonne kam zum Vorschein und machte den Tauchgang zu einem wunderschönen Erlebnis. Wir realisierten beim Tauchen, dass wir schon was aus dem Seminar mitgenommen haben; da uns das Durchqueren der Grotten beim zweiten TG schon um einiges leichter fiel.


25.06.2019 - Tag 4

Der Tag begann wie gewöhnlich mit einem gemeinsamen englischen Frühstück. Wie immer folgte darauf das Treffen an der Basis, um das Equipment zusammenzubauen und den ersten TG vorzubereiten.

Nach ca. 40 min. Fahrt bei schönstem Sonnenschein erreichten wir unseren ersten Tauchplatz, die „Dukatenhöhle“ – ein ausgehöhlter Felsen, in dem eine enge, aber hohe Spalte mit einem Eingang auf ca. 35 m und einem Ausgang auf ca. 28 m auf uns wartete. Nach dem Eintauchen entdeckten wir die Geografie der Höhle. Es begann mit einer leichten Steigung, die in einer Sackgasse endete. An diesem Punkt drehten wir uns um und konnten dem wunderschönen blauen Licht des Meeres entgegen schwimmen. Aufgrund von zwei großen Felsen, die einen direkten Aufstieg nicht ermöglichen und einem Boden aus Mulm, wurde der Schwierigkeitsgrad nochmal gesteigert. Wir alle absolvierten die Höhle – für die meisten die erste Höhle – mit großer Begeisterung.

Im Anschluss folgte die „Fledermaushöhle“, deren Reiz in einem kleinen Durchgang in der Dunkelheit und dem namensgebenden heimischen Fledermäusen liegt, die wir beim Auftauchen an der Decke bestaunen durften.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause in der Hotelbar ging es um 14:30 weiter zur „Sonntagshöhle“ – eine Höhle bestehend aus drei großen Kammern. Sie ragt ca. 50 m weit in den Berg. Dementsprechend dunkel ist es am Ende. Um zu demonstrieren was es für ein Gefühl es ist, wenn in einer Höhle mal die Lampe ausfällt, tauchten wir gemeinsam auf und löschten alle Lichtquellen. In einer ungewohnten allumfassenden Dunkelheit kann durchaus ein mulmiges Gefühl entstehen. Besonders die Aussage, „[…] jetzt stellt euch vor ihr wisst nicht in welcher Richtung der Ausgang liegt.“, gibt zu denken. Auch der kleine Durchgang zwischen der ersten und der zweiten Kammer bereitete beim Durchtauchen große Begeisterung. An dieser Stelle ein großes Lob an Theo und Paul für ein sehr spaßiges und interessantes Seminar bei einem durchaus ernstem Thema. 

 

26.06.2019 - Tag 5

Wie gewöhnlich gab es ein gemeinsames Frühstück bevor wir uns anschließend an der Basis trafen. Gegen 10:00 Uhr fuhren wir zu unserer letzten neuen Höhle dem „Blue Eye“. Auf ca. 15 m passierten wir den Höhleneingang und drangen in das Gewölbe ein. Der anfangs breite Eingang wurde bis zum Ende kontinuierlich schmaler. Wir tauchten bis zu einem ca. 1 m hohen Durchgang. Von da an ging es eng aber gerade nach oben, dem blauen Auge des Meeres entgegen. Dies war wirklich ein lohnender Anblick. Nachdem das Auge passiert wurde, ging es wieder gerade nach unten in die Grotte. Bei diesem Tauchgang entstand wirklich das Gefühl von Höhlentauchen! Springkrebse, Congers (Meeraale) und Langusten machten zusätzlich den Reiz aus.

Nach der Mittagspause starteten wir mit dem nächsten TG. Da der Eingang des „Chimney“ leider durch einen Sturm verschüttet wurde, wichen wir auf den bekannten Tauchspot „Odysseus-Fels“ aus. Mit leichten Abwandlungen wiederholten wir den TG von Tag 2. Wir starteten wieder an der Gedenktafel von Dr. Max Hahn, tauchten aber diesmal über die Nachbildung des Kreuzes des Südens zur Grotte. Von da an war alles wie gewohnt. Wir trafen wie beim letzten Mal die beeindruckenden Felsformationen, die vielen Fischschwärme und einen riesigen Schwarm Barrakudas. Zusätzlich wurde während des Dekostopps noch ein Oktopus entdeckt.

So endete der letzte reguläre Gerätetauchgang dieses Spezialkurses. Trotz des bekannten Tauchplatzes war es aber wieder ein sehr schöner und spannender TG.

 

27.06.2019 - Tag 6

Nach dem üblichen Frühstück wurde unsere gewohnte Routine aufgebrochen. Wir trafen uns zwar wieder um 9:30 Uhr an der Basis, doch diesmal ignorierten wir unser gewöhnliches Equipment, schnappten uns unsere ABC-Ausrüstung, ein bisschen Blei und gingen zum Boot.

Heute Morgen stand kein TG auf der Agenda. In unseren Anzügen und unserer ABC-Ausrüstung sprangen wir nach einer 40-minütigen Fahrt von Bord und schnorchelten diesmal in die Neptungrotte. Links und rechts waren zwei große Grotten in den Felsen gespült. Diese waren durch kleine unterwasserliegende Durchgänge miteinander verbunden. Die Aufregung, diesmal Apnoe eine Höhle zu durchtauchen und die wunderschönen Gebilde der Stalaktiten zu bewundern, machten diesen TG unvergesslich.

Der zweite TG fand direkt im Anschluss wie gewohnt mit gut gefüllten Pressluftflaschen statt. Nachdem die Geräte an Bord waren, begann die lange (5 Minuten) Fahrt zum Muränen Riff. Wir durften ein schönes und großes Riff bestaunen. Es gab Krebse, Muränen, Oktopusse und viele Löcher mit Fischen zu bestaunen. Bei unserem letzten Tauchgang dieses SK´s durften wir weit entfernt von der nächsten Grotte einfach mal entspannt austauchen.

Die anschließende Wanderung auf den Berg zum Kloster Paleokastritsa bot uns einen wunderschönen Ausblick über die Landschaft, die wir die letzten Tage nur von unten genießen konnten.

Diese sehr schöne Woche fand ihr Ende in einem Lokal mit heimischen Speisen und Getränken. Wir bekamen alle unsere Urkunden und haben damit offiziell teilgenommen. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an Paul, Theo und die anderen Teilnehmer für eine sehr schöne Woche.

Heutiges Tagesmotto: „Einfach schwimmen - schwimmen – schwimmen!“

 

Aufgrund eines täglich wiederkehrenden Erlebnisses überkam Menno eine Woge der Kreativität, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten möchten:

DIE TREPPE oder 42 Steps

Die Treppe geht ganz munter,
immer rauf und runter.
Wir stehen oben und schauen hinab,
sollte klappen, aber rappen.

Unten angekommen schauen
wir hin und singen Lieder.
Von unten nach oben
von oben nach unten,
nach jedem Tauchgang wieder.

Am ersten Tag noch gut,
am zweiten Tag alles klar,
am dritten Tag verlieren wir den Mut.
Am vierten Tag denken wir,
was machen wir hier?

Seit vielen Jahre steht sie da,
Ein Urstück der Geschicht'.
Nach einer Woche denken wir,
aber mit uns nicht!

Nach schönen Tauchgängen
sehen wir zum Center hoch,
sehen die Treppe hinauf
und wir denken,
wo ist der Handlauf?

Sie wird auch nach uns bleiben,
ein Stück Erinnerung.
Jede Stufe, jedes Mal,
hinauf oder runter.
Wir fliegen heim und
sind wieder munter.

Die Treppe liegt hinter uns,
schön war die Zeit,
mit Jo, Theo und Paul.
Wir haben uns angestrengt,
viel gelernt und waren nicht faul.

Zuhause sind nun wir,
hatten Spaß und Plaisir,
und denken an das Geschleppe.
Man war das ne tolle Zeit,
mit 42 Steps oder die Treppe.

 

 

Mit freundlichem Flossenschlag

Ribana & Andreas

Das gefühllose Kreativteam. J