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Tauchausbildung

Apnoe-TL-Prüfung in Labin, 11. - 17. Juni 2017

Gruppenbild / Foto: VDST

Tag 1

Der Tag begann mit einer ausgedehnten Yoga-Einheit, die von einem TL-Anwärter angeleitet wurde. In der bereits aufgegangenen Morgensonne wurden Dehnungs-, Koordinations- und Atemübungen gemacht welche die Gruppe auf den ersten Tauchtag vorbereitet haben.

Nach dem Frühstück wurden von den TL-Anwärtern die Bojen für das Tieftauchen hergerichtet. Dazu mussten die Seile vermessen und markiert werden. Anschließend wurde vom eingeteilten TLvD das Briefing für die Tauchbasis und die heutigen Tauchplätze durchgeführt, sowie der Zeitplan erläutert. In dem Briefing wurde auch die Rettungskette inklusive Sauerstoffsystem und Notrufeinrichtungen detailiert eingegangen.

In der ersten Wassereinheit am Vormittag stand für alle Anwärter eine Rettungsübung aus ca. 12 - 15m Tiefe, mit anschließendem Verbringen des verunfallten Tauchers an Land, auf dem Programm. Die TL-Ausbilder gaben dabei hilfreiche Tips, auch im Hinblick auf die anstehenden Prüfungstauchgänge. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die im Rahmen der Übung natürlich nur angedeutete Initialbeatmung des bewusstlosen Tauchers gerichtet.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es direkt mit der 2. Wassereinheit weiter. Jetzt wurden Tieftauchübungen durchgeführt, wobei die TL Ausbilder hier die richtige Sicherung sehen wollten. Auch hier gaben sie einige nützliche Hinweise für die am Mittwoch anstehenden Prüfungstauchgänge. Im zweiten Teil der Wassereinheit ist ein Intervalltraining im Tieftauchen absolviert worden, was dazu dient sicher zu stellen, dass die späteren APTLs im Rahmen der Ausbildung auch in der Lage sind, mehrere Tieftauchgänge hintereinander entsprechend abzusichern. Beim Intervalltraining bestand die Herausforderung darin, die kurzen Oberflächenpausen so effektiv wie möglich zum Atmen zu nutzen. Auch hier war die Erfahrung der Ausbilder gefragt, die jedem einzelnen Hinwiese gegeben haben, wo und wie sie z.B. Kraft sparen können, um nicht so schnell aus dem Atem zu kommen.

Der Tauchtag wurde mit einem gemeinsamen Nachbriefing und einer Nachbesprechung „Talk of the day“ erfolgreich abgeschlossen.

Nach dem Abendessen trafen sich Ausbilder und Anwärter noch einmal, um ein Referat von zwei Anwärtern zu dem Thema „Sicherheit an Bord / vor und während der Abfahrt“ zu hören. Das Referat wurde vorgezogen, um den sehr vollen Zeitplan für den nächsten Tag etwas zu entspannen.

Ulf Spod

Yoga / Foto: VDST
Bojen aufblasen / Foto: VDST

Tag 2

Auch am 2. Tag sind wir von blauen Himmel, Sonnenschein und warmen Temperaturen begrüßt worden. Fabian und Ulf haben uns um 7 Uhr mit einer entspannten Yoga Session auf die Herausforderungen des Tages vorbereitet.

Nach dem Frühstück hat Fabian als TLvD das Rahmenprogramm für den Vormittag  erklärt: Zeittauchen als Prüfung und Streckentauchen als Übung. Was wir noch nicht wussten und erst im Wasser erfuhren: Die Strecke musste in vorgegebener Zeit aufgebaut werden. Die Gruppenleiter Katharina und Maik haben dann das Briefing in den beiden Gruppen abgehalten. Das Zeittauchen absolvierten wir alle ohne Probleme im angenehm warmen und klaren Wasser in einer geschützten Bucht an der Tauchbasis. Zweiter Teil des Vormittagsprogramms war  Streckentauchen. Weil wir zu wenig Blei hatten, mussten wir beim Setzen einer Boje improvisieren. Stein mit Seil hat geholfen. Beim Aufbau einer Strecke hat sich dummerweise ein Reel verknotet. Aber auch diese Herausforderung konnte gemeinschaftlich gelöst werden. Das Streckentauchen selber stellte kein größeres Problem dar.

Am Nachmittag hatten wir dann eine Bootsausfahrt und Tieftauchen auf dem Programm. TLvD Ulf erklärte uns Sicherheit und Verhalten an Board. Die Gruppenleiter Gero und Markus hielten das Briefing, so dass wir gut vorbereitet unseren Tauchplatz mit dem Schiff anfuhren. Nach kurzem Eintauchen haben wir alle die gewünschte Tiefe erreicht. Es galt, auf 25 Meter auf einer Tauchtafel zu unterschreiben. Als bisheriges Highlight hatten wir noch Zeit, durch eine Grotte zu tauchen. Alle waren ziemlich beeindruckt von dem Tauchspot.

Zurück an Land ließen wir im Talk of the Day den Tag Revue passieren. Viele Dinge liefen gut. Verbesserungsvorschläge nehmen wir dankend auf. Mittlerweile merken wir, dass die Gruppe zusammenwächst und wir ruhiger und routinierter an unsere Aufgaben herangehen. Wir freuen uns auf die nächsten Tage!

Maik Heller

Sonnenaufgang / Foto: VDST
Kurz vor der Abfahrt / Foto: VDST
Briefing / Foto: VDST
Notizen / Foto: VDST

Tag 3 - Tag der glücklichen Gesichter

Der Tag begann wie jeden Morgen bereits um 07:00 mit Yoga und Entspannungsübungen. Gero der den 2 Teil, autogenes Training, anleitete, machte seine Sache so gut, dass der Verfasser beschloss ein zweites Nickerchen einzulegen und geweckt werden musste.

Völlig tiefenentspannt ging es dann nach dem Frühstück zu den Briefings. Angesagt war heute Vormittag der Prüfungsteil Tieftauchen. Aufgabe war es, am Hausriff eine Tiefe von 25 m sicher anzutauchen und seinen Namen auf eine Tafel zu schreiben. Weiterhin war das korrekte Sichern durch einen 2 Apnoetaucher ab ca. 15 m durchzuführen. Die Aufgabe wurde von allen TL Anwärtern souverän gemeistert. Bemerkenswert war die Gruppendynamik. Die da hieß: jeder für jeden. Und so war es klar, das jeder wollte, das seine Gruppenpartner die Übungen schaffen. Dieser Zusammenhalt war ein tolles Gefühl und gab jedem Sicherheit. Zur Mittagspause gab es dann nur noch glückliche Gesichter.

Unsere beiden Prüfer, Ralf und Henrike, waren anscheinend von den Leistungen auch überzeugt. Und so gab es zum Nachmittag als Belohnung freies Tauchen ohne Übungs- oder Prüfungstress vom Boot.

Ziel war eine Steilwand mit einer höhlenartigen Vertiefung. Die Tauchtiefe bewegte sich zwischen 20 m ( Höhlendecke ) und 28 m ( Höhlenboden). Die Höhlentiefe betrug ca. 15 m. Da einige Lampen dabei hatten, konnte man auch das Innere der Höhle gefahrlos betauchen. Unter der Höhlendecke tummelten sich hunderte von Glasgarnelen und Fischen. Die Höhlendecke selbst war wunderbar mit gelben und roten Weichkorallen bewachsen. Für Apnoetaucher ein sehr lohnendes Tauchgebiet. Am späten Nachmittag ging es dann zurück zur Tauchbasis.  Und es gab wieder glückliche Gesichter.

Die Nachbesprechung der Gruppen und der Talk of the day wurden mit besonderen Blick auf die Sicherheitsaspekte am Tauchplatz sowie deren Auswahl souverän abgearbeitet.

Klaus Handschuh

Abtauchen / Foto: VDST
Boje / Foto: VDST
Spass / Foto: VDST

Tag 4

Wie jeden Morgen brechen auch heute um kurz vor sieben die tapferen Mitstreiter auf zur morgendlichen Ertüchtigung. Angepasst auf das Vormittagsprogramm – Rettungsübung und Transport ins Boot – werden die Beine etwas mehr als sonst malträtiert. Krämpfe kann keiner von uns heute gebrauchen an diesem wichtigen Tag.

Aber das, was uns vor Ort – am Felsentor – erwartet, damit konnte keiner rechnen… Nachdem die Boots-Bestandsaufnahme als „Nussschale“ ausfällt und spontan, noch vor Antritt der Fahrt, schnell in die Anzüge gesprungen wird, begrüßt uns vor Ort dann Neptuns Misslaue: Ein „bisschen“ Strömung (Zitat Kapitän Ende).

Fabian als Gruppenführer schnappt sich also seine Sachen, springt ins kühle Nass. Doch aus der Freude über die Abkühlung folgt arge Ernüchterung. Paddeln, dass er am Boot bleibt. Ohne Strömungsleine keine Chance. Nach und nach folgen alle ins Wasser, die Bojen sollen geschickter Weise vor dem Boot platziert werden, um die Strömung ausnutzen zu können. Es wird also fleißig gepaddelt. Aber der Blick zum Land zeigt: Wir bewegen uns nicht von der Stelle! Auf Vorschlag von Klaus schnorcheln wir in eine kleine „Bucht“ hinein. Endlich etwas Ruhe. Aber auch hier, der Blick zum Boot und die Gestik von Ralf sind eindeutig: Weiter raus! Zu nah!

Also wieder raus aus der Bucht hinein in die Strömung. Nach einiger Zeit und einer mittlerweile uneinrollbar gesetzten Boje dann endlich die Erlösung: Wir dürfen doch in die Bucht. Dann fängt es auch, langsam aber sicher, an zu fluppen. Rettung – Transport zum Boot, alles schick. Beim an Bord verfrachten dann wieder ein Rückschlag: Theorie und Praxis liegen manchmal doch ziemlich weit auseinander…

Erstaunlicher Weise ist es aber dann doch irgendwann alles vollbracht, alle Bojen, Plankton und Anwärter sind wieder an Bord, die Rückfahrt wird angetreten. Alle sind platt, die Strömung hat ihren Tribut gefordert.

Zur „Belohnung“: 1,5 Stunden Pause vor der Abnahme Streckentauchen…Aber der Aufbau der Strecke am Nachmittag geht zügig von der Hand. Das Team ist mittlerweile gut eingespielt. Die Abnahmen können beginnen!

Nach dem Abbau noch schnell ein Gruppenfoto und endlich, endlich…. Nein, doch nicht. Noch einmal nachsitzen. Sauerstoffkoffer und Notfallkette werden noch einmal von allen abverlangt. Volkmars Brustkorb ist nun gut massiert von der vielen (angedeuteten) HLW.

Mittlerweile ist es kurz vor 20 Uhr. Die Mägen hängen mindestens auf 25 m. Die Beine sind entweder Blei oder Pudding. Die Pizza heute Abend haben wir uns alle wirklich verdient!

Katharina

Gruppenbild / Foto: VDST
Paddeln / Foto: VDST
Rettung 1 / Foto: VDST
Rettung 2 / Foto: VDST
Streckentauchen 1 / Foto: VDST
Strecktauchen 2 / Foto: VDST
Streckentauchen 3 / Foto: VDST
 
 
 

Tag 5

Mit strahlendem Sonnenschein empfing uns der letze Tag der Prüfung. Das morgendliche Yoga angleitet von Maik (Bayern) und Klaus (Hamburg) stimmte uns mit Pranayamas (Atemübungen) auf die vor uns liegenden Tieftauchgänge ein. Nach dem Frühstück ging es mit Klaus und Maik weiter mit allem, was mit Sicherheit an Bord während der Tauchgänge zu tun hat. Unter Organisation des TLVD Fabian (Niedersachsen) fuhren wir anschließend gemeinsam mit der Workshop-Gruppe mit dem Schiff zum Wrack der Lina vor der Insel Cres.

Auf der Fahrt bereiteten uns Fabian und Katharina (Nordrhein-Westfalen) auf den letzten Teil der Prüfung vor, die Gebietserkundung. Mit dem in der folgenden Diskussion entwickelten Plan teilten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen unter Führung von Markus (Thüringen) und Gero (Mecklenburg-Vorpommern), um den Uferbereich am Wrack der Lina Steuerbord und Backbord bis in eine Tiefe von 20 m zu erkunden und zu dokumentieren, während die Workshop-Gruppe am Wrack in die Tiefe vorstieß. Bei bester Sicht und wenig Dünung erkundeten wir die buntbewachsenen Grotten direkt am Ufer und das quirlende Leben an den Steinen im tieferen Bereich. Ulf (Hessen) machte sich besonders verdient um die Kartierung der tieferen Bereiche. Die schönen Eindrücke sammelten wir in einer Skizze, die wir nachmittags der Workshop-Gruppe als Vorbereitung auf den Spaß mit den Grotten vorstellten.

An Bord erwartete uns das von der Mannschaft frisch gegrillte, sehr leckere Mittagessen. Nach einer gebührlichen Verdauungspause machten wir uns auf zur Erkundung des Wracks der Lina, einem 100 Jahren alten, aufrecht liegenden und gut erhaltenen Wrack, dessen Oberkante in einer Tiefe von 27 m beginnt. Die sichtlich zufriedenen Prüfer Henrike (Nordrhein-Westfalen), Ralf (Thüringen) und Volkmar (Hessen) ließen es sich nicht nehmen, sich in die Gruppe der ebenfalls sichtlich zufriedenen Tiefenjäger mit einzureihen. Gut eingetaucht konnten wir diesen letzten Teil der Prüfung trotz höherem Wellengang und Blasenteppichen von Gerätetauchern die Erkundung des Wracks sehr genießen. Klaus konnte als Sicherung dann mit seinen speziellen Dugong-Fähigkeiten noch mehr Tauchgänge ermöglichen als wir gehofft hatten. Entsprechend ausgelassen ging es dann auch zurück zur Tauchbasis zum Abschlussbriefing. Für alle Teilnehmer ein toller und unvergesslicher Tag und ein wunderbarer Abschluss der Woche.

Gero Wedemann

Briefing / Foto: VDST
Tauchgangsberechnung / Foto: VDST
Wrack / Foto: VDST
Gruppenbild 1 / Foto: VDST
Gruppenbild 2 / Foto: VDST
Gruppenbild 3 / Foto: VDST