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Tauchausbildung

TL2/3-Prüfung in Makadi Bay, 15.-24. März 2019


Tag 1

Von Nord nach Süd, von Ost nach West, haben sich gestern 13 TL2 und TL3 Anwärter auf den Weg gen Makadi Bay gemacht, um einen weiteren Ausbildungsstern zu erringen. Trotz einiger Widrigkeiten bei Anreise und Zimmerverteilung stärkten sich alle Teilnehmer heute an einem reichhaltigen Frühstücksbuffet und fanden sich zusammen mit 4 Prüfern und einem Verbandsarzt an Bord der Extra Divers 1 ein. Ein weiterer Prüfer wird heute Abend eintreffen und das Team vervollständigen.

In lockerer Atmosphäre machten sich alle untereinander bekannt und besprachen die auf uns zukommenden Aufgaben. Als erstes stand der obligatorische Konditionsnachweis an. Hierbei galt es, die Bucht mit Neopren und Flossen zu durchqueren und auch den Weg zurück zum Boot zu bewältigen. Direkt im Anschluss durften sich die Aspiranten in die Tiefen des roten Meers begeben und ihre Fähigkeiten beim Apnoetieftauchen demonstrieren.

Nach einer kurzen, kalt-windigen Erholungspause starteten wir zum Gewöhnungstauchgang. Die Aufgaben dabei begannen an der Oberfläche mit den üblichen Checks des Wasser-Nase-Reflexes und der Bleimenge. Als teilweise ungewohnte Übung sollten wir noch das Jacket einmal ab- und anlegen. Als alle wieder vollständig und VDST-konform ausgerüstet waren, erkundeten wir das Riff. Währenddessen sollte noch für einige Zeit jeweils aus dem Hauptregler des Tauchbuddies geatmet werden. Kein Problem für uns, aber in einigen Fällen sicherlich noch verfeinerbar.

Um zu demonstrieren, dass man auch nach einem Instrumentenausfall sicher an die Oberfläche gelangen kann, stellten uns die Prüfer die Aufgabe, eine Tiefe von 5 Meter anzutauchen, ohne dabei technische Hilfsmittel zu benutzen. Orientierung gaben dabei das Riff, der Blick nach oben und das Bauchgefühl. Um das Auftauchen sicher zu gestalten, setzte zum Abschluss jeder eine Boje.

Wie bereits beim Briefing vor dem Tauchgang gab es bei den Nachbriefings wertvolle Verbesserungsvorschläge sowie Tipps von den Ausbildern. Am Ende wies uns Theo im "Wohnzimmer" des Schiffes noch auf die juristische Relevanz eines korrekten Tauchgangsprotokolls hin.

Wir freuen uns, dass der erste Tag erfolgreich gemeistert wurde und nun ein herrliches Buffet auf uns wartet.

 

Tag 2

Der zweite Tag war geprägt von Wind und Wellen. Wir trafen uns ausgeschlafen um 9 Uhr an der Basis, so dass wir pünktlich um 9:30 Uhr ablegen konnten. Richtung Süden ging es eine halbe Stunde mit dem Wind in eine geschützte Bucht, in der wir ankerten und die beiden Tauchgänge des Tages absolvierten.

Der TLvD stellte uns den ersten anstehenden Tauchgang und die Gruppenzusammenstellung vor. Im Kurzreferat wurde die Übung im Detail erklärt – Aufstieg unter Wechselatmung aus 40 m. Theo zeigte uns eine praxisnahe Alternative mit Orientierung am Riff anstelle eines Freiwasseraufstiegs.

Kurz nach dem Briefing gingen die Gruppen ins Wasser. Als die Übung beendet war, wurde das Riff weiter erkundet. Highlight war eine wunderschöne Grotte, die von einem Schwarm Beilbauchfische bewohnt wurde. Das obligatorische Boje-Setzen am Ende durfte natürlich auch nicht fehlen. Und schon gab es ein leckeres Mittagessen an Bord, an dem sich alle stärken konnten.
Auch die ausgedehnte Oberflächenpause ließ den nächsten Tauchgang entspannt in Angriff nehmen. Die ausbildungsgerechte Demonstration des Rettens eines bewegungsunfähigen Tauchers stand auf dem Programm. Dies wurde wieder durch ein Kurzreferat im Trockenen veranschaulicht, so dass es unter Wasser alle gut umsetzen konnten. Da diese Übung erst am Ende des Tauchgangs anstand, war im Vorfeld genügend Zeit, das landschaftlich attraktive Riff zu besichtigen. Die Gruppenführer achteten auf die einzuhaltende Tiefe, das Zusammenhalten des Teams und suchten eine geeignete Sandfläche für die Rettungsvorführung.
Auch einen Beitrag zur Umwelt wurde geleistet, indem während des Tauchgangs Müll eingesammelt wurde, hier z.B. ein großes Fischernetz, das sich im Riff verhakt hatte. Im Anschluss ließen es sich die Prüfer nicht nehmen, sich als "Unfallopfer" zum Boot zurück transportieren zu lassen – gegen die Strömung!

Inzwischen hatte der Wind aufgefrischt, was uns eine bewegte Rückfahrt gegen die Wellen bescherte. Im sicheren Hafen wurde das Programm für den nächsten Tag verkündet und die Gruppe unterstützte die Mannschaft beim Austausch der Flaschen.

 

 

 
 
 

Tag 3

Der gestrige Abend hat uns einen Besuch des General-Managers der Extra Diver beschert, der das Ausbilderteam mit Equipment unterstützt und mit uns das Buffet genossen hat. Dieses war wie immer gut und reichhaltig, welches jedoch das Buffet des Vorabends zum 10-jährigen Bestehen des Cleopatra Hotels nicht übertreffen konnte.

Am dritten Tag war frühes Aufstehen angesagt, da eine lange Anfahrt zum ersten Tauchplatz anstand. Glücklicherweise hatte sich der Wind so gut wie gelegt und während der 1,5-stündigen Anreise haben uns der TLvD und ein Kurzreferat auf den bevorstehenden Tauchgang vorbereitet – einen Drifttauchgang.
Der Aufstieg ohne Flossenbenutzung aus 40 m Tiefe an einer Steilwand wurde von allen ohne Probleme durchgeführt. Die Strömung war auch nicht sonderlich stark, sodass wir noch ordentlich Strecke zurücklegen mussten, um das ankernde Boot zu erreichen. Anschließend gab es ausgiebig Gelegenheit, den flacheren Bereich des Riffs „Ras Abu Soma“ zu bewundern. Neben Blaupunktrochen, Kofferfischen, Drachenkopf, Makrelen und Riesenmuräne, war das Highlight eine freischwimmende Schildkröte direkt beim Boot.

Belohnt durch eine lange Mittagspause mit phantastischem Essen, Sonnenschein und wenig Wind brachen wir mit neuen Kräften zum zweiten Tauchgang auf. Hierbei galt es ohne technische Hilfsmittel in Gruppenarbeit das Boot wiederzufinden, nachdem der Ausbilder uns auf verschlungenen Pfaden durch den Tauchplatz geführt hatte. Dabei kamen alle erfolgreich ans Ziel.
Gerüchten zufolge wurde von einer Gruppe dort sogar ein Mobula (Teufelsrochen) gesichtet. Die Anderen bekamen dafür einen schönen Oktopus, Barrakudas, und nochmals eine Schildkröte vor die Maske.

Inzwischen hatte sich der Wind komplett gelegt und wir freuten uns nach der entspannten und sonnigen Rückfahrt auf einen gemütlichen Ausklang des Tages. Wir sind sehr gespannt auf den morgigen ersten Prüfungstag!

 

Tag 4

Der erste Prüfungstag ist geschafft! Aber fangen wir von vorne an. Heute war unser Verbandspräsident Franz Brümmer zu Gast. Bei der Anfahrt klärte er uns über den Zustand der Korallenriffe im Roten Meer sowie die Auswirkungen menschlichen Handelns und Tauchens auf diese auf.

Der letzte Übungstauchgang ging in die Tiefe. Zuerst waren Konzentrationsübungen auf 40 Meter Tiefe zu bewältigen. Erprobt wurde eine neue Methode, den Einfluss der Stickstoffnarkose zu messen: die Aufgabe, die Anzahl der Buchstaben „B“ zwischen lauter „P“s und „D“s zu zählen, entpuppte sich als herausfordernd. Der Tiefenrausch wirkte sich insbesondere auf die optische Wahrnehmung aus.
Nachdem der erste Computer Dekompressionspflicht anzeigte, wurde im Blauwasser aufgestiegen und die Dekostufen 9m, 6m und 3m simuliert. Auf dem Weg zurück zum Riff konnten wir Plankton und Rippenquallen bewundern, welche in großer Zahl durch den Wind an die Küste getrieben worden waren.
In der Mittagspause referierte Franz Brümmer über Funktion und Biologie von Korallen und veranschaulichte dies mittels der handlichen Broschüre „Korallenriffwissen“ (www.iyor2018.de).

Im ersten Prüfungstauchgang durften wir die schon vorher geübte Rettung eines handlungsunfähigen Tauchers in Lehrqualität reihum demonstrieren. Dazu wurde ein geeigneter sandiger Platz in 10-20m Tiefe angetaucht. Doch zuerst galt es, die ersten Minuten ohne Maske zu tauchen. Ein Ablesen der Instrumente ist dabei nicht möglich. Deswegen ist die Sicherung durch den Tauchpartner unerlässlich.
Der Tauchplatz war gespickt mit üppig bewachsenen Blöcken, welche den guten Zustand des Riffs abbildeten. Demonstriert wurden im letzten Teil des Tauchgangs der Transport und das Verbringen an Bord eines handlungsunfähigen Tauchers. Damit war der erste Prüfungstauchgang geschafft.

 

Tag 5

Heute standen uns die nächsten zwei Prüfungstauchgänge bevor. Wir starteten um 10 Uhr gen Tauchplatz „Abu Hashish Nord Express“, um dort einen Drifttauchgang zu absolvieren. Bei diesem Tieftauchgang mit Luftmanagement besteht die Aufgabe darin, zuerst auf 40m Tiefe verschiedene Aufgaben und Konzentrationsübungen zu bewältigen.Das Luftmanagement begann, sobald der erste Computer Dekompressionspflicht anzeigte und prägte den Rest des Tauchganges. Wir wurden belohnt durch ein wunderschönes, intaktes Korallenriff an der Steilwand, eine mannshohe Gorgonie, die “Mutter aller Riesenmuränen“, Blaupunktrochen sowie einem Kugelfisch.

Das Boot hatte inzischen in der dazugehörigen Lagune festgemacht und konnte durch einen schmalen, bunt bewachsenen Kanal von 3,5m Tiefe erreicht werden. In der Mittagspause gab uns der begleitende Verbandsarzt Andreas Stadler eine Auffrischung zum Thema Erste Hilfe und HLW (Herz-Lunge-Wiederbelebung).

Im zweiten Tauchgang machten wir „Fuchsjagd“. Auf Kommando des Ausbilders wurde die Gruppe aufgespalten. Sobald mindestens 10m Abstand erreicht waren, musste einer der Zurückgefallenen ohne Atemregler im Mund zum vorderen Buddyteam „jagen“ und Luftnot signalisieren. Jeder war einmal dran.

Zurück im sicheren Hafen ereilte uns die Nachricht, wir müssten noch das Streckentauchen im Sportpool bestehen. Bei 20 Grad Wassertemperatur, nur in Badebekleidung und ohne Maske und Flossen, erwies sich diese Aufgabe als unerwartet schwer. Die Hälfte der Prüfungstauchgänge ist nun geschafft und wir mobilisieren unsere Konzentration und Kräfte für die verbleibenden zwei Tage.

 
 
 

Tag 6

Als wir heute morgen aus dem Fenster blickten, war der Himmel mit Wolken bedeckt. Der Wind hatte aufgefrischt. Glücklicherweise legte sich der Wind wieder, bis wir unseren Tauchplatz „Sharm Rashad“ erreicht hatten. Schließlich kam auch die Sonne hinter den Wolken hervor. Nach dem Kurzreferat zum anstehenden Tauchgang „Aufstieg unter Wechselatmung“ wurde angerödelt

Auf 40m Tiefe galt es die Reaktion auf einen Ausfall der kompletten Luftversorgung eines Tauchers zu trainieren und zu zweit aus einem Atemregler den Aufstieg durchzuführen. Um dieser Standardübung für die Teilnehmer zusätzlich Komplexität zu verleihen, sollten die Probanden und Sichernden den Blick für das Riff nicht verlieren und das Korallenreichtum weiterhin genießen. An diesem Tauchplatz rückte die Übung somit in den Hintergrund.
Nach dem Aufstieg und Abschluss der Übung konnten wir noch einmal die Grotte im 5m-Bereich erkunden. Hierbei wurde ein Exemplar der einzigen nichtsymbiontischen Korallenart gesichtet, welche Franz Brümmer im gestrigen Vortrag beschrieben hatte. Den Abschluss des Tauchgangs samt des Nachbriefings, wie auch die Mittagspause, verliefen routiniert.

Während der Oberflächenpause beschrieb unser Präsident den Einsatz von Kompositmaterialien in der Natur am Beispiel der Raspelzunge von Meerschnecken. Diese erzielen mit wenigen Eiweißen eine Härtung der ansonsten aus Kalk bestehenden Zunge, die Ihnen den Weg zum Muschelfleisch durch die Schale ermöglicht.
Beim zweiten Tauchgang mussten alle Teilnehmer den Weg zum Boot ohne den Einsatz von technischen Hilfsmitteln finden. Dies gelang allen Gruppen ohne Zwischenfälle. Wir genossen es, auf dem Rückweg das Riff im Detail zu erkunden. Hochkonzentriert und motiviert fiebern wir dem letzten Prüfungstauchgang morgen entgegen.


Tag 7

Letzter Tag, letzter Prüfungstauchgang. Als Gast war heute die Biologin Angela Ziltener an Bord, eine anerkannte Expertin für Delfine und deren Schutz. Die Ausfahrt begann mit einen Kurzvortrag von Franz Brümmer über den Zustand und das Absterben der Korallenriffe. Im Anschluß folgten zwei Referate zu den Themen „Umkehrdruck“ und „Aufstieg ohne Flossenbenutzung“. Letzteres war dann auch die Aufgabe des ersten Tauchgangs an der „Ras El Arab Bay“.

In drei Gruppen ging es ins Wasser um den im Vorfeld schon geübten Tauchgang in Vorführqualität durchzuführen. Nach der Übung konnten wir an einem wunderschönen, intakten Riff austauchen und dabei die prachtvolle Unterwasserwelt des Roten Meeres genießen. Anemonen mit Clownfischen, Kofferfische, Maskenkugelfische, große, grün schillernde Steinkorallen ... . Bei idealen Bedingungen und dem passenden Sonnenstand bot sich uns eine Augenweide, an welche wir uns gerne erinnern werden. Ein mehr als passender Abschlußtauchgang.

Ein letztes Mal kamen wir in den Genuß des köstlichen Mittagessens, welches die Crew so vortrefflich zubereitet hatte. Angela erzählte uns über ihre Arbeit bei der Dolphin Watch Alliance (dolphinwatchalliance.org). In der Gegend von El Gouna setzt sie sich für einen rücksichtsvollen Umgang mit Delfinen ein. Wir erfuhren, dass die hiesigen Delfine hauptsächlich tagsüber in Küstennähe schlafen, dabei ist ein Auge geschlossen und die gegenüberliegende Gehirnhälfte schläft. Wenn sie dabei durch Bootsverkehr, Taucher oder Schnorchler gestört werden, weichen Sie ins offene Meer aus, wo Sie größeren Gefahren ausgesetzt sind.
Angela appellierte an uns, den Verhaltenskodex von Dolphin Watch bei unseren Tauchgängen an unsere Tauchschüler zu vermitteln. Zum Abschluss klärte uns Franz über die Mengen an Plastik, insbesondere Mikroplastik, sowie deren Auswirkung auf die Meereslebewesen auf. Mit Spannung erwarten wir den heutigen Abschlussabend.


Abschluss

Am Ende des gemeinsamen Abendessens wollten uns die Prüfer nicht länger auf die Folter spannen. Theo sprach einen Toast aus und teilte den Prüflingen die frohe Botschaft mit. Wir haben alle bestanden!

Zur Abschussfeier begaben wir uns zu den Extra Divers, wo Getränke und Snacks vorbereitet waren. Dort erwarteten uns das Basisteam sowie die gesamte Bootscrew. Als besonderer Gast war Walter Harscher, der Gründer und Eigentümer von Extra Divers gekommen. Unser Guide Ramadan zeigte einen kurzen Film mit Impressionen der letzten Tauchgänge, welcher viel Applaus erntete.
Nach einer herzlichen Ansprache von Theo wurden alle zur bestandenen Praxisprüfung beglückwünscht. Theo bewies dabei eine gehörige Portion Menschenkenntnis und beschrieb uns jeweils mit passenden und persönlichen Worten. Walter Harscher und Franz Brümmer sprachen ebenfalls ihre Gratulationen aus. Der offizielle Teil wurde von Theo durch ein dickes Dankeschön an unsere Prüfer, an die Boots- und an die Basis-Crew abgeschlossen. Diese Prüfungswoche konnte nur durch ihren Einsatz stattfinden und gelingen. Sie standen uns jederzeit mit Hilfe, Rat und Tat zur Seite und unterstützten uns, wo sie konnten.
Als angehende TL-Ausbilder und TL-Prüfer spielten die TL3-Anwärter eine besondere Rolle. Sie gaben wertvolle Tipps, sorgten für Zusammenhalt und motivierten an geeigneter Stelle. Daher auch an dieser Stelle ein Danke an Holger, Lars und Karl. Schließlich wurde die große Torte angeschnitten, auf der das projizierte Gruppenfoto prangte und die Party nahm ihren Lauf.

Heute konnten alle Ausschlafen und den Tag genießen. Wir lagen am Pool, gingen am Strand spazieren, genossen die Sonne und die Annehmlichkeiten des Hotels. Abschliessend wurde ein großes Gruppefoto gerahmt, signiert und der Basis als Andenken übergeben. Morgen geht es für alle zurück in ihren Alltag. Auf Wiedersehen Makadi Bay!

 
 

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