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Tauchausbildung

Impressionen zur TL2-Prüfung auf Malta

Hier finden Sie den Blog und Impressionen von der TL2-Prüfung auf Malta vom 3. bis 11. November 2017. Vielen Dank für die vielen Fotos der VDST-Taucher.


Tag 1 - Die Anreise (03.11.2017)

Das Resümee des ersten Tages: Erstes Prüfungsziel von allen erreicht: Die Anreise nach Malta,… inklusive Gepäck. Zur Anreise gibt es nicht viel zu verkünden, die Deutsche Bahn ist eben die Deutsche Bahn, die Flüge aus Frankfurt und München waren entspannt, und wer einen Backbord-Fensterplatz hatte, durfte einen tollen Blick auf den Etna bestaunen. Landung, Transfer und Hotel-CheckIn liefen (relativ) glatt, gefolgt von einer netten Begrüßung bei Gordon und Valerija von den Extradivers Malta.

Für den Samstag wurden wir vor die Wahl gestellt, „schöner“ oder „geiler“ Tauchgang… die Wahl fiel auf „geiler Tauchgang“.  Letzter Programmpunkt: Gemeinsames Abendessen im Labranda Resort. Die Ausbilder haben bereits für den ersten Realitätsabgleich gesorgt: Seien es nun die Wünsche nach 15l-Flaschen oder der Hinweis zur Flugbegleiterin, dass wir hier Tauchurlaub machen würden…

 
 
 
 

Tag 2 - Der erste Tag im Wasser (04.11.2017)

Das Hotel ist ausgebucht. Voll belegt. Das merkt man unter anderem auch beim Frühstück. Beeindruckend, wie hier bis zu 900 Menschen verköstigt werden. Bei einer Mischung aus „English-“ und „Continental Breakfast“ wächst die Vorfreude auf den von Theo angekündigten „geilen“ Tauchgang. In der Basis werden wir dann auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Wir beginnen mit der Konditionsübung und den Apnoe-Abnahmen. Spaß im Quadrat. Die Vorfreude auf den „geilen“ Tauchgang wächst indessen ins unermessliche…

Bevor wir mit der Atlantis 2 in See stechen halten wir Gordon und Valerija noch davon ab, Theo das traditionelle Boot zu zeigen, dass ursprünglich für die Prüfung vorgesehen war (Bild). Am Tauchplatz angekommen stellen wir fest, dass wir aufgrund des Windes doch den „schönen Tauchplatz“ anfahren mussten, nicht den „geilen“… nicht schlimm, doch vor dem Vergnügen hat Theo den Schweiß gesetzt. 1000m Schwimmen, Tief- und Streckentauchen, alles mit ABC-Ausrüstung. Einzelheiten ersparen wir dem Leser, der darauf folgende Tauchgang am „Lantern Point North“ ist wirklich toll und auch die ersten Übungen werden von allen gemeistert. Ein guter Auftakt.

 
 
 
 
 

Tag 3 - Von blauen Löchern und Grotten (05.11.2017)

Der zweite Tag führt uns zunächst zu den Überresten des Azure Window von Gozo. Der Tauchplatz heißt nun dementsprechend „Azur Boulders“ und hat durch die neuen Strukturen nicht an Attraktivität verloren. Die Kombination aus beeindruckenden Felsblöcken und einem Abstecher in die Grotte des Blue Hole legt die Messlatte für die kommenden Tauchgänge schon recht hoch.

Der Aufstieg ohne Flossenbewegung gerät neben der Kulisse des gewaltigen Trümmerfeldes fast in den Hintergrund. Im Gegensatz zur Hinfahrt gestaltet sich die Fahrt zur Chrystal Lagoon etwas rauer. Nicht jeder von uns ist dem Auf und Ab in gleicher Weise gewachsen. Keine Stunde später ankern wir in der türkis blauen Lagune im Windschatten und erholen uns schnell bei einem Kurzreferat zum Thema Seekarten. Danach steht die Orientierung ohne technische Hilfsmittel auf dem Programm. Unser Ziel: Alex Cave. Auch ohne die Grotte ist der Tauchplatz bereits spektakulär. Auf dem Weg zur Grotte werden wir mit sensationellen Sichtweiten beglückt und erreichen nach 20 Minuten die  langgezogene Grotte mit einem abschließenden Kamin. Eindeutig das Sahnehäubchen des zweiten Tauchgangs. So zeigen sich die maltesischen Inseln heute von einer freundlichen und einer rauen Seite.     

 

Tag 4 - Das verschwundene Wrack (06.11.2017)

Wir beginnen den Tag mit dem Ziel, das Wrack der Imperial Eagle zu betauchen. Nach ersten Versuchen, die Anlegeboje (-1m) zu finden, stürzen sich  Holger und Guddy nur mit ABC-Ausrüstung in die Fluten. Die Suche bleibt erfolglos. Wir starten den Tauchgang an der Shotline, die der Kapitän nach der Rückkehr der Beiden gesetzt hat. Die Shotline endet im Nirgendwo auf 40+ Meter, wir bestaunen nur noch die schier endlose Schleifspur des Bleigewichtes im Sandgrund. Das Wrack ist hier nicht! Wir lernen dennoch einen lustigen Tauchgang mit Erlebniswert daraus zu machen. Noch während der Mittagspause heißt es „Mann über Bord“. Micha miemt uns einen verletzten Taucher während Doc Florian die Rettungsmission moderiert. Micha überlebt knapp!

Tauchgang Nr. 5 entschädigt uns für den vorangegangenen, wir sehen beim Retten lehren ganz nebenbei Drachenköpfe, Muränen, Oktopoden und eine Qualle. Ein schöner Abschluss.

 
 
 
 

Tag 5 - Halb Vorbereitung, halb Prüfung (07.11.2017)

Dienstagszitate:

Annika: „Beim letzten Tauchgang wollte niemand mit mir sprechen“

Dirk: „wir waren heute auf 40+++“

Jeder zweite: „Mir ist kalt.“

Theo: „Heute ist ein guter Tag zum Sterben?“

Tarek: „Dem habe ich nichts hinzuzufügen.“

Micha: „Hat schon jemand meinen Kaffee geholt?“

Stephan: „Mir fehlt ein Tauchgang“ (Tauchcomputerbatterie leer)

Adrian: „Mich frierts.“

Florian: „Mützen auf!“

Stefan: „Boha hab ich de Rotz!“


Auch wenn es die Zitate nicht vermuten lassen, es war ein super Tag. Die Tauchplätze sind grandios und zeigen uns Malta von seiner schönsten Seite. Am Mittelfinger liegen etwa zwanzig Sepien und begeistern unseren Geologen und am Lantern Point Süd meistern wir unseren ersten „Prüfungstauchgang“.  Ob der fantastischen Tauchplätze gerät die Prüfung fast in den Hintergrund.

 
 

Tag 6 - Von wechselhaften Aufstiegen und Füchsen (08.11.2017)

Die Stimmung ist gut, trotz des auffrischenden Windes. Die heutige Überfahrt nach Gozo zum "Fesslers Rock" dauert nicht nur länger, es geht auch deutlich auf und ab. Auf dem Programm steht ein Aufstieg unter Wechselatmung aus 40m+. Planung und Realität laufen in dem Moment des Abtauchens auseinander. Wir haben Strömung und die Gruppen gehen unterschiedlich damit um.

Das zeigt sich später auch bei den Nachbesprechungen. Vermutlich einer der Tauchgänge an dem wir etwas mehr gelernt haben. Nach einer kurzen Pause fahren wir auf die Ostseite Cominos und betauchen die „Comino Caves“. Ein Schweizer Käse aus Kalkstein und ein Traum für jeden Taucher. Die Gänge liegen alle in einer Tiefe zwischen drei und acht Metern und führen abwechselnd durch die zerklüfteten Ausläufer der Insel. Aufgrund der geschützten Lage ist das Wasser hier glasklar und das tief stehende Sonnenlicht taucht die Unterwasserwelt in ein bezauberndes Licht. Wir sind außer Atem… nicht nur wegen der Fuchsjagd.


Tag 7 - Die P29 Boltenhagen (09.11.2017)

Der 7. Tag beginnt mit einem Tieftauchgang am Lantern Point Süd. Erstmals springen alle Gruppen mit einer Verzögerung von fünf Minuten von Bord. Der Weg durch die kleinen Höhlen zum Grund lösen alle Anspannungen und die bevorstehende Aufgabe erscheint allen ganz leicht.

Vor der Kulisse der riesigen Felsen werden Konzentrationsübungen abgerufen, bevor wir das Thema Luftmanagement für den Aufstieg durchspielen. Ziel unseres 11. Tauchgangs ist das Wrack der P29 Boltenhagen, ein ehemaliges Küstenwachschiff der DDR, welches Malta für die eigene Küstenwache gekauft hat. Der „Wiederholungstauchgang mit Luftmanagement + Deko“ beginnt mit einem Fotoshooting auf dem Vordeck des Wracks. Die Dekompression im Blauwasser über dem Wrack wird neugierig von ein paar Apnoeisten begleitet. Ein fantastischer Anblick von innen und außen.

 
 

Tag 8 - „Nur niemanden umbringen…“ (10.11.2017)

Die Aufgabenstellung für den letzten Tauchgang klingt einfach. Unsere Prüfungsergebnisse lassen sich eigentlich nur noch durch grobe Fahrlässigkeit beeinflussen. Mit der Zuversicht, die Minimalvorgabe zu erfüllen, tauchen wir entspannt zum Wrack der MV Rozi ab. Nach dem 3m-Sprung in die Fluten erwartet uns ein versenkter Schlepper auf einer Durchschnittstiefe von 32m. Zwischen Bernsteinmakrelen und Sardinen zeichnet sich das Bild der Rozi ab. Ein Abenteuerspielplatz für „Große“. Wir tauchen rein, rauf runter, durch das Wrack und haben einfach nur Spaß am Tauchen… Einige Wenige von uns lassen es sich nicht nehmen, auch noch einen zweiten Tauchgang nachzulegen, während sich der Rest von uns der Erholung für das anstehende Abendprogramm widmet.

Gordon und Vallerija haben einen Pub in Mellieha für uns organisiert, den wir fast für uns alleine haben. Neben den Karaoke-Stars von Mellieha ist die Verleihung unserer TL**-Lizenzen der Höhepunkt des Abends. Theo überreicht mit persönlicher Note jedem einzelnen seine Urkunde im Beisein (fast) der gesamten Basiscrew. Wir haben es tatsächlich geschafft! Was am Anfang der Woche noch weit entfernt schien, ist nun doch wie im Fluge vorbei gerauscht. Wir verabschieden uns als frisch gebackene TL** mit vielen neuen Erfahrungen.

See u beyond the surface…

Stephan, Klaus und Annika