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Tauchausbildung

VDST-Apnoe-TL-Prüfung, Tag 1


Am frühen Morgen trafen die letzten Teilnehmer und Ausbilder der Apnoe-Tauchlehrerprüfung in Rabac ein, so dass wir nun komplett sind. Ein Pilotprojekt startet, was die Location angeht. Der erste Eindruck: Hier brauchen wir nicht ewig laufen, bis wir am Wasser sind. Hotel, Basis und Meer trennen nicht einmal 100m. Sehr erfreulich für alle Teilnehmer!

Ein Großteil der Gruppe nutzte den wunderschönen Tag, um sich schon einmal in die Fluten zu stürzen. Damit ist für sie das Thema Ausbleien schon erledigt für den kommenden Tag. Die Sichtweiten waren mit 10m etwas ernüchternd, es wurden andere Bedingungen, besonders von den Prüfern, erwartet. Jedoch wird uns das nicht davon abhalten, mit viel Spaß die vor uns liegenden Tauchgänge in einem interessanten Tauchgebiet zu absolvieren.

Ernst wurde es um 17 Uhr mit der ersten offiziellen Lagebesprechung für die bevorstehenden Prüfungstage. Ralf Hildebrandt begrüßte als Leiter der Prüfung die 7 Apnoe TL1 Anwärter und stellte die Prüfungskommission mit Ulrich Wulff, Thomas deLede  sowie den beiden Apnoe TL3 Aspiranten Axel und Daniel vor.
Wir haben einen Überblick über die Abläufe und anstehenden Aufgaben bekommen und Daniel stellte seine Tauchbasis Girandella vor.
Die ersten beiden TLvD wurden eingeteilt: Stephan und Thomas haben die glorreiche Aufgabe, uns morgen durch den ersten kompletten Tag zu führen.
Wir sind gespannt, was uns erwartet und freuen uns auf die morgige Yoga-Einheit um 7 Uhr mit Stephan - und noch mehr auf das Frühstück danach!

Felix Boos und Sandra Pelster


VDST-Apnoe-TL-Prüfung, Tag 2


Um 7 Uhr saßen am Vortag die ersten von uns bereits am Frühstückstisch und haben 2,5 Std. lang das grandiose Buffet geplündert. Heute jedoch sieht es für uns anders aus. Das Frühstück müssen wir uns verdienen: Dehnung und Entspannung mit Stephan! Wer dabei nicht ins Schwitzen gekommen ist, fühlte die Schweißperlen spätestens nach dem Bojenaufbau. Mehrere Hundert Meter Seil wollten vermessen, markiert, verknotet und aufgewickelt werden.
Bei den Wassereinheiten ging es heute Vormittag schwerpunktmäßig um die Rettungsübung. Wie am Fließband katapultierten wir uns gegenseitig an die Oberfläche, bis jeder Handgriff saß. Viel Unterstützung und Hinweise bekamen wir dabei von unseren TL-3*-Anwärtern und Ausbildern. Auch in der Organisation der Abläufe und dem Management der Tauchgruppen übten wir uns fleißig. Thomas und Stephan, die heutigen „Tauchlehrer vom Dienst“ (TLvD), haben uns souverän durch den Tag geführt.

Die Mittagspause fiel aufgrund der doch sehr umfangreichen Vorbereitungen des ersten Tauchtages und der produktiven und ausführlichen Nachbesprechung mit nur 50 Minuten recht kurz aus. Umso schneller ging es dann wieder schon fast routiniert ins Wasser zur anstehenden Tieftauch-Übung. Die Erfahrungen vom Vormittag halfen uns bei der Organisation bereits merklich weiter. Noch funktioniert nicht alles von selbst, aber wir arbeiten dran und sind zuversichtlich, dank guter Teamarbeit weiterhin schnelle Fortschritte zu machen.
Sich ohne Stress an die 25m heranzutasten war das Ziel dieser Einheit.
Statt den Turbo anzuwerfen, begleiteten wir unseren Buddy diesmal ganz in Ruhe zur Wasseroberfläche. Dank viel gegenseitigen Vertrauens in unsere Sicherungskünste wurden die Abstiege von Mal zu Mal ruhiger und entspannter. Das nach wie vor fantastische Wetter tat sein Übriges, um uns diesen ersten Tauchtag zu versüßen.
Leider hatten drei von uns mit Druckausgleichsproblemen zu kämpfen und konnten die Einheit nicht bis zum Ende mit uns teilen. Wir wünschen ihnen für die Nacht, dass sie sich schnell erholen und morgen wieder topfit sind, damit sie uns als Tauchpartner und Teamkollegen wieder voll zur Verfügung stehen.
Das Nachbriefing inkl. dem „Talk of the Day“ ging fast nahtlos in das heiß ersehnte Abendessen über, was wir uns unserer Meinung nach mehr als verdient haben. Gesättigt und zufrieden ließen wir den Tag im Hotel ausklingen. Morgen Nachmittag steht die erste echte Prüfung im Zeittauchen an – wir sind zuversichtlich und fühlen uns gut gewappnet. 

Felix Boos und Sandra Pelster


VDST-Apnoe-TL-Prüfung, Tag 3


Den heutigen Tag begannen wir damit, uns „wachzuklopfen“. Derart aufgeweckt stürzten wir uns in die Entspannung und dehnten Körper und Geist. Perfekt vorbereitet wurde die Sandwich-Time eingeläutet.

Für den Vormittag stand erneut das Üben des Tieftauchens an, diesmal kombiniert mit einer Rettung von der Boje ans Land. Unser relaxter Tauchstil wurde von unseren Ausbildern positiv wahrgenommen. Das klappt schonmal!

Nach dem letzten Abstieg entwickelte sich eine Notsituation – auf 15 Meter kam auf einmal das „Sandmännchen“. Die Rettungskette musste in Gang gesetzt werden. Die Unfallopfer wurden rasant an die Oberfläche verbracht, weigerten sich aber trotz aller Bemühungen, das Atmen wieder aufzunehmen. Diese geplante Überraschung löste ein engagiertes Wetteifern aus zwischen einem Prüfer und seiner Frau auf der einen Seite und zwei Teilnehmer-Teams auf der anderen. Wer schneller war, soll in dieser Situation offen bleiben. Die benötigten Zeiten wurden aber an Daniel durchgegeben, sodass bei künftigen „echten“ Notfällen der Rettungsablauf besser eingeschätzt werden kann.



Der Nachmittag brachte uns die erste Prüfungssituation: 2:30 min Zeittauchen waren gefordert. Bei Welle sollten wir im seichten Wasser unsere Entspannung finden und insbesondere die Sicherheit der Taucher gewährleisten. Gerade für die Sicherheitstaucher war es eine ständige Herausforderung, den sicheren Stand zu bewahren, um dem Taucher ein Fels in der Brandung zu sein.

Das schon vorbereitete umfangreiche Material für die Streckenparcours wurde nun zu Wasser gelassen. Der an sich gut koordinierte Aufbau war den Prüfern trotzdem zu langsam. Nichtsdestotrotz standen schließlich die Strecken. Bei den Tauchgängen konnten die Anwärter mit ihrer taucherischen Leistungsfähigkeit wieder gut punkten.

Wiewohl sich das gut liest, die Kritik am Ende des Tages war treffsicher und detailliert – wir nehmen das auf und lernen draus.

Kjell Wassermann


VDST-Apnoe-TL-Prüfung, Tag 4


Des Nachts konnten wir den stürmischen Wellen vom Hotelbett aus lauschen, ob wir wollten oder nicht. Dies sollte ein Vorgeschmack auf die Wettersituation des heutigen Tages sein.

Unbeeindruckt davon erfreute sich die Morgengymnastik einer vollzähligen Schar von Übenden, welche dann voll geerdet ihre Aufgaben als TLvD, Gruppenleiter und -mitglieder mit deutlichem Fortschritt zum Vortag wahrnahmen. Ein erster Höhepunkt der Prüfungswoche stand uns bevor: In einer Tiefe von 25 m waren eine Schreibtafel und eine Kamera befestigt. Die Prüflinge hatten (unter perfekter Absicherung) ihren Namen zu vervollständigen und durften ein Erinnerungsfoto von sich aufnehmen. Als Königsdisziplin galt es, bei der Aufnahme auch noch zu lächeln! Mit Stolz vermelden wir, dass alle Teilnehmer diese Aufgabe mit Bravour erfüllt haben.

Ermuntert durch die erfolgreiche erste Tageshälfte stürzten wir uns auf die Herausforderung des Nachmittags: das Erkunden und Kartographieren eines uns unbekannten Küstenabschnittes – dies natürlich unter Wasser. Unter den herrschenden Bedingungen stellte sich das als gar nicht so einfach heraus. Dementsprechend erheben wir bezüglich unserer Karte noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit…

Nun sitzen wir bei Getränken zusammen und haben gerade erfahren, dass uns der Seegang voraussichtlich noch eine Weile treu bleiben wird. Es bleibt spannend!

 

Stephan Endraß, Thomas Böhme, Felix Boos



VDST-Apnoe-TL-Prüfung, Tag 5


Nach einer stürmischen Gewitternacht überraschte uns Kjell in der leeren Conference Hall mit einer Kundalini-Yoga-Stunde. Merke: Hyperventilation ist beim VDST nur bei der Vorbereitung auf einen Tauchgang nicht erwünscht! Die Feueratmung zeigte nachhaltige Effekte, welche bei dem Einen oder Anderen erst nach 5 Stunden Wasserzeit und einer

Rettungsübung (mehr dazu gleich) zu spüren waren.

Hurtig waren Bojen, Reels und Tauchgerödel im Transporter verstaut und zum Hafen vorausgeschickt. Wir selbst legten diese Strecke zusammengepfercht in einer Bimmelbahn zurück. Nach einem Briefing zu Schiff und Tauchgängen legten wir ab und fuhren zu einem Tauchplatz vor Sveta Marina. Zuerst stand die Prüfung zum Streckentauchen auf dem Programm. Zusätzlich zur Prüfungsleine wurde im Rahmen eines Pilotprojektes von Thomas d. L. ein slacklineartiges Dekoband anstelle der Leine eines Reels gezogen. Unser Fazit: Bastelkönig Thomas hat perfekte Arbeit geleistet, wenn man vom langwierigen Aufwickeln absieht. (Popeye`s Unterarme)

Selbstredend wurden alle Streckentauchprüfungstauchgänge mit Bravour gemeistert.

Danach stand uns eine anspruchsvolle Aufgabe bevor: Die Rettung eines verunfallten Apnoetauchers aus 15m Tiefe bis aufs hohe Schiffsdeck. Speziell zum Transport über die hohe Bordwand hatten wir uns im Briefing eine angemessene Methode erarbeitet. Der Verunfallte wurde in einem Tau eingehängt und nach oben gezogen. An Bord fand die Diagnostik und Nachversorgung unter den wachsamen Augen unseres Docs statt.  Jeder TL-Aspirant hatte jede der Rollen Retter, Verunfallter und Helfer mindestens einmal wahrzunehmen. Deswegen war die lange Strecke vom Tauchplatz zum Schiff durch hohe Wellen mehrfach zurückzulegen. Schlussendlich hatten wir die Aufgabe bewältigt und saßen müde und erschöpft vollzählig wieder an Bord. Die Erleichterung stand allen ins Gesicht geschrieben, als verkündet wurde, dass die ursprünglich noch auf dem Programm stehende Gebietserkundung zu Gunsten eines längeren Nachbriefings gestrichen wurde.

Nun sitzen wir beisammen und hoffen, dass der für morgen geplante Tauchgang zum Wrack der Lina nicht dem Wetter zum Opfer fällt.

 

Stephan Endraß, Sandra Pelster



VDST-Apnoe-TL-Prüfung, Tag 6


Die zweite Gewitternacht hatte es in sich, weil der Wind so gar nicht enden wollte. Wir waren froh, auch heute wieder den Konferenzraum zum morgendlichen Yoga nutzen zu können, das dieses Mal von Sandra organisiert wurde. Erst wurde gedehnt und anschließend hätte Herr Jacobson seine Freude gehabt bei all der progressiven Muskelentspannung.

Nach dem Frühstück wurden die Bojen für die Tieftauch-Intervall-Prüfung präpariert und ab ging’s zum Hafen. Der Kapitän erklärte sich erfreulicherweise bereit, uns trotz der immer noch recht rauen See zum Wrack der Lina zu fahren. Nach kurzem Ritt außerhalb der Hafenbucht auf weißen Wellen wendete der Kapitän dann aber doch in einem herrlich schaukelnden Manöver. Statt zurück in den Hafen ging es dann aber doch noch zu einem Tauchplatz in einer wind- und wellengeschützten Bucht südlich von Rabac.

Kaum in der Bucht beruhigten sich Wellen und Mägen schlagartig und wir konnten rasch zwei gute Tieftauchplätze ausmachen und die Grundgewichte ablassen. Die Intervall-Tauchgänge verliefen sehr erfreulich und es war noch genug Laune und Luft übrig, um einige Spaßtauchgänge mit etlichen neuen persönlichen Bestleistungen inklusive Gruppen-Selfie zu absolvieren. In Rekordzeit konnte anschließend das „Boarding Completed“ verkündet werden – Klare Ansagen entfalteten offenbar ihre Wirkung. Bei der anschließenden erneuten Schaukelfahrt bei Windstärke 6-7 wich die Tauch-Euphorie der vergangenen Stunden einem zeitweisen Verkrallen in den Holzbänken und der einen oder anderen blassen Nase. Selbst die winderprobte Bord-eigene Schwalbe verließ das Boot und ward nicht mehr gesehen. Zurück an der Basis war die gute Laune aber rasch wieder zu alter Form zurückgekehrt und das abschließende Versorgen der Ausrüstung ging flugs von der Hand während bereits die ersten Video-Aufnahmen des Tages die Runde machten.

Morgen steht nun nur ein Tieftauchintervall für ein ausgefallenes Ohr an. Ansonsten sind wohl Spaß-Tauchgänge bzw. Static-Späße angesagt bevor wir unsere sieben Sachen hier wieder packen werden.

 

Reinhard Kreutz


VDST-Apnoe-TL-Prüfung, Tag 7


Samstag, erster wieder freier Tag, ausschlafen wäre drin gewesen. Doch falsch gedacht, alle erlagen Ralfs unwiderstehlichem Angebot eine yogische Herzchakraübung auszuprobieren: Außenstehende hätten meinen können, wir bewegten uns noch nach den gestrigen Wellenrhythmus.

Eine letzte neue Erfahrung in Rabac: Endlich sich mal wieder mehr als nur das asketische Apnoistenfrühstück zugestehen. Stattdessen gebratene Tomaten, Speck und Ei, Kuchen, Croissant, Kaffee in Hülle und Fülle und was sonst noch müde Taucher glücklich stimmt. Anschließend wurde ein heimlich erstelltes Minidrehbuch mit tatkräftiger Unterstützung seitens der Hoteldirektion am Pool (später auch im Meer) abgedreht und verborgen vor den stets neugierigen Blicken der Ausbilder auch noch präsentationsfertig geschnitten.

Einige starteten noch eine Tieftauchsession – teils mit Monoflosse, andere übten sich in Tiefenstatik (auf 20 Metern), wieder andere nutzen die Zeit, ein bisschen Ruhe für sich zu finden. Umso mehr, da die Temperatur von herrlichen 27°C auf lausige 17°C gefallen war und das Wetter recht regnerisch ausfiel.

Um 19:00 Uhr trafen wir uns alle erfrischt und ausgeruht zum letzten gemeinsamen Abendessen. Schon hierbei war zu spüren, wie sehr die Gruppe durch die gemeinsamen, immer herausfordernden Erlebnisse der letzten Tage zusammengewachsen war und wieviel Spaß wir zusammen hatten.

Nach dem Essen präsentierten wir den Ausbildern das Ergebnis der mittäglichen Filmarbeiten. Da selbst die Cutter den Film niemals vollständig gesehen hatten, war das für alle eine Prämiere, die großen Spaß gemacht hat. Danach war die Anspannung seitens der APTL-Anwärter aber so stark, dass ein weiteres Herauszögern der Brevet- und Urkundenüberreichung zu einem mittleren Aufruhr geführt hätte. Mit jeder überreichten Urkunde stieg die Anzahl der strahlenden Gesichter, bis das Strahlen schließlich vollständig war. Schön war, dass auch die Ausbilder strahlten. Unsere erreichte Leistung ist nicht zuletzt ihr Verdienst. Nachdem jeder jedem mehrfach um den Hals gefallen ist, besannen wir uns der bereitgestellten Getränke und führten den Abend in geordnetere Bahnen. Wir sahen uns auf gemütlichen Sofas diverse Prüfungsaufnahmen an – in der Gewissheit, es geschafft zu haben. Dabei wurde jedem noch einmal bewusst, was wir in den letzten Tagen alles gelernt und bewerkstelligt haben. Nach ein paar nachgestellten Szenen der Ausbildungszeit gingen wir schließlich (nach einem letzten Debriefing und Dankeschön an die Ausbilder) zu lockeren Gesprächen über. Ganz herzlichen Dank gebührt bei alledem dem Team der Tauchbasis Girandella-Dive-Center, das den gesamten Abend logistisch und kulinarisch organisiert hat.

Wir gehen auseinander, mit dem festen Versprechen, uns bald zu diversen Gelegenheiten wieder zu treffen und gemeinsam zu tauchen.

 

Reinhard Kreutz