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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Fuerteventura November 2013

Hallo liebe Tauchausbilder/innen und die, die es noch werden wollen! Natürlich dürfen auch alle anderen Interessierten mitlesen.

Wir freuen uns, euch auch dieses Mal wieder die aktuellen News von der VDST-TL-Ausbildung und -prüfung bieten zu können, die vom 2.11.-11.11.2013 im VDST Dive Center „Deep Blue“ in Caleta de Fuste auf Fuerteventura stattfindet.


Samstag, 2.11.2013 - Anreise

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Anreise. Aus ganz Deutschland kamen die 23 Teilnehmer und das sechsköpfige Ausbilderteam nach Fuerteventura und trafen über den Tag verteilt am Flughafen von Puerto del Rosario ein.

Das Team der Tauchbasis „Deep Blue“ kümmerte sich zuvorkommend um den Pick-up-Service und brachte alle vom Flughafen direkt zum Check-in ins Hotel. Nachdem jeder von uns sein Zimmer bezogen und sein Gepäck sicher verstaut hatte, gab es das erste gemeinsame Abendessen. Dabei hatten wir Gelegenheit, uns schon mal etwas näher kennen zu lernen und den Stress der Anreise hinter uns zu lassen.


Sonntag, 3.11.2013 - Erster Ausbildungstag

Der Tag ging los mit … Regen. Und dabei erinnern wir uns  noch gut an die Aussage eines Tauchbasischefs aus Caleta de Fuste: „Es regnet nie in Fuerteventura!“.

Aber Dank des perfekt vorbereiteten VDST-Stützpunktes an der Tauchbasis trotzten wir dem schlechten Wetter und Theo begrüßte die Teilnehmer zur Ausbildungs- und Prüfungswoche: „Morgen wird alles besser!“


Danach ging es gleich in die Vollen – und vom Regen ins Wasser. Das 1.000-Meter-Streckenschwimmen stand an, bei dem die TL-Kandidaten ihre Kondition unter Beweis stellten. Im Neoprenzeug galt es bei 23 Grad Wassertemperatur die Strecke in einer TL-würdigen Zeit zu bewältigen. Die Fische, die wir dabei aufgeschreckt haben, machten uns schon mal auf die Meeresbewohner neugierig, die uns beim nachfolgenden Tauchgang erwarten würden. Der Beweis: ein gesichteter Engelhai und ein Rochen sogar beim Flossenschwimmen in der Hafenbucht!


Nach Sandwiches in allen Variationen ging es pünktlich um 13:00 Uhr mit fünf Gruppen in drei Schlauchbooten zum ersten Eingewöhnungstauchgang.


Auf dem Programm standen der Bleicheck, das Atmen aus dem Hauptatemregler des Buddys (während dieser auf seinen Zweitregler wechselte) und das „Tauchen mit Gefühl“ - d. h. ohne Zuhilfenahme des Tiefenmessers eine Tiefe von 5 m aufzusuchen und dort einige Zeit zu verweilen. Natürlich stand dieser Tauchgang auch unter dem Aspekt, allen Teilnehmern einen ersten Eindruck zu vermitteln vom Tauchbetrieb auf der Basis, dem Tauchen im Atlantik bei Wind und Wellengang und dem Tauchen vom Schlauchboot aus.

Auch die Orientierung in einem fremden Tauchrevier gehört natürlich als Aufgabe für die gesamte Gruppe dazu … ist aber nicht immer ganz einfach. Insbesondere, wenn in unmittelbarer Umgebung noch eine Mooringleine ist und auch daran ein zweites Schlauchboot festgemacht hat …

Ausbildungs-Tauchgänge können richtig Spaß machen, vor allem wenn man dabei unter anderem Barrakudas, Zackis, Muränen und Trompetenfische sehen darf!


Nach dem Abschlussbriefing des Tages und dem Verstauen der Tauchausrüstung gab Theo die Übungen für den nächsten Tag bekannt: Aufstieg ohne Flossenbenutzung und die Rettungsübung. - Wir freuen uns schon auf Barrakuda & Co. am Salinas Reef!


Montag, 4.11.2013 – Zweiter Ausbildungstag

Wenn Theo etwas verspricht, hält er es auch: in den Montag starteten wir mit streckenweise blauem Himmel, der sich im Tagesverlauf sogar in ein Knallblau mit strahlendem Sonnenschein wandelte. Einziger Pferdefuß der Angelegenheit: zum Frühstück mussten wir bereits um 7.30 Uhr „auftauchen“, weil wir um 8.15 Uhr mit dem offiziellen Programm starteten … der TLvD natürlich noch früher! Guter Dinge waren wir, als wir uns zum ersten „richtigen“ Tauchgang begaben: mit drei Schlauchbooten von „Deep Blue“ an die Spots „El Muellito“ und „La Pirámide“.


Die technische Disziplin „Aufstieg ohne Flossenbenutzung“ stand im Mittelpunkt. Weil das aber jeder angehende TL sowieso können soll, lag der Fokus auch besonders auf die Gruppenführung. Erkenntnis bei allen fünf Teams: Gruppenführung ist umso leichter, je zielorientierter das vorangegangene Briefing und je eindeutiger und konsequenter die Zeichengebung sind. Wir arbeiten daran!

Die Ausbilder unterstützten uns bei den Aufgabenstellungen genauso wie in dem Gedanken, den Erlebnischarakter des Tauchens angesichts einer Ausbildungs- und Prüfungssituation nicht aus dem Auge zu verlieren. Und so fanden wir dann doch zahlreiche strahlende Gesichter vor der einen oder anderen Felsspalte, aus der eine Muräne oder eine Gespensterkrabbe herausschaute, oder über einem schlafenden Engelhai wieder.


Die Nachbriefings fielen diesmal etwas ausführlicher aus, weil jeder von uns für seinen persönlichen Fortschritt etwas mitnehmen kann – und auch gerne tut.

Nachmittags ging es an die bereits bekannten Tauchplätze: „Barranco“ und „Anfiteatro“. Inhaltlich sahen wir uns der Rettungsübung mit Gerät gegenüber. Zum einen galt es natürlich, die Handgriffe vorbildhaft zu demonstrieren. Zum anderen mussten wir die Übung aber auch sinnvoll in einen erlebnisreichen Tauchgang einbauen, alle Buddys zusammen halten und bei der Rettungsaktion koordinieren.


Die tägliche Abschlussrunde gestaltete heute Klaus Cepl, der die Highlights des Tages noch einmal für alle zusammenfasste: Die Rolle des strukturierten Briefings, die Bedeutung der UW-Kommunikation, das Tauchen als Erlebnissport und den Zusammenhalt in der Gruppe.

Und morgen wird es noch besser …


Dienstag, 5.11.2013 – Dritter Ausbildungstag

Heute waren wir wieder an der langen Ostküste von Fuerteventura tauchen, Las Salinas. Viele Tauchplätze sind dort hintereinander gelegen und wenn man Glück mit seinem Gruppenführer hat, so wird auch schon mal zwischen den Tauchplätzen gewechselt und eine zunächst uneingeplante Boje angetaucht. Macht aber gar nichts, Safety first - das Schlauchboot kommt herangefahren und sammelt uns auf,


Das Ausbilderteam ( v.l.n.r. Volker Maier, Klaus Cepl, Theo Konken, Norbert Wotte, Jürgen Meier)

Aber jetzt noch einmal von vorne. Beim Aufstehen merken wir schon, dass es wieder ein schöner und sonniger Tag wird. Die Taucher des VDST stehen bereits als Gruppe vor dem Restauranteingang, als dieses endlich um 7:30 Uhr seine Türen öffnet. Ein schnelles Frühstück muss sein, bevor um 8:15 Uhr das Briefing an der Tauchbasis beginnt. Die Gruppe des TLvD darf sogar noch früher los legen und die Anzüge aller Teilnehmer aus dem Container ins Freie räumen.

Nach einer intensiven Tauchgangsplanung und Ausrüstungsvorbereitung starten die Boote pünktlich um 9 Uhr. In drei großen Schlauchbooten hüpfen wir unserem jeweiligen Tauchplatz auf den Wellen entgegen. Heute machen wir nicht an der Boje fest, sondern fallen im Blauwasser der maximalen Tiefe von ca. 40 m entgegen: Deep Blue Diving – nur fliegen ist schöner.


Die Übungen während dieses Vorbereitungstauchgangs legen wir quasi nebenbei ab – aber natürlich dennoch voll konzentriert -, denn die Szenerie um uns herum fängt uns ein: 15 m Sicht, Fischschwärme mit Brassen, Sardinen, Mönchsfischen, Baracudas, Zackenbarschen und vielem mehr. Am Meeresboden kann man immer wieder den Feuerwurm finden, jede Menge Seeigel und Muränen. Auf einmal kreuzen ein Adlerrochen und ein Engelhai unser Blickfeld.

Die Mittagspause ist heute etwas kürzer, denn es gibt die Gelegenheit zwei biologische Vorträge zu hören: eine kleine Einführung in die Ozeanographie und ein Kurzreferat zu Neobiota.


Der Nachmittagstauchgang ist etwas flacher geplant, inhaltlich mit der „Fuchsjagd“ und einer Orientierungsaufgabe für die gesamte Gruppe. D. h. zu einem dem Gruppenführer unbekannten Zeitpunkt kommt ein Gruppenmitglied aus ca. 10 m Entfernung von hinten angetaucht und verlangt nach Luft. Am Zweitautomat wird der Tauchgang dann weiter geführt: alles gut, alle zufrieden.

Nun noch Ausrüstung spülen, das Nachbriefing im kleinen und im großen Kreis – und dann: endlich Feierabend!


Mittwoch, 6.11.2013 – Erster Prüfungstag

Heute war Halbzeit! Der Morgen begann nach einem ausgiebigen Frühstück mit der allgemeinen Besprechung. Es war ein weiterer Tieftauchgang mit Drop-Off angesetzt. Während des Abstiegs nahmen die Gruppenmitglieder zudem zeitweise die Maske ab. Auf 40 m angekommen warteten wir, bis der erste Tauchcomputer Deko anzeigte, um den Rest des Tauchgangs mit der erfolgreichen Suche nach Engelhaien, Adlerrochen, Zackenbarschen und vielen weiteren Unterwasserlebewesen zu verbringen.


Während des Tauchgangs rissen die Wolken auf und die Rückfahrt in den Hafen konnten wir im strahlenden Sonnenschein genießen. Dort angekommen wurde die Ausrüstung versorgt, gespült und für den nächsten Tauchgang vorbereitet, anschließend wurden die Nachbriefings abgehalten.

Mittags gab Theo eine Lektion in Seemannschaft und Knotenkunde für Fortgeschrittene. Erstaunlich war, auf welch verwunderliche Arten ein Palstek gebunden, gesteckt und geworfen werden kann. Während wir unsere Baguettes verspeisten, übten sich alle Teilnehmer am Feuerwehrstek, Palstek und weiteren wichtigen Knoten.


Nachmittags wurde es ernst: Die Ausbildung war beendet und um 13:15 Uhr startete das erste Boot zum Prüfungstauchgang.


Vorzuzeigen war - in Vorführcharakter - die Rettung eines verunfallten Tauchers. Dabei mussten wir feststellen, dass es in Fuerte ein wirkliches „Haiproblem“ gibt. Einer Gruppe war es nämlich nicht möglich, ihre Übung ohne mehrmalige Störung durch einen neugierigen Engelhai vorzuführen.

Nachdem die Prüfung am Anfang des Tauchgangs im Mittelpunkt stand, konnten wir im Anschluss die Unterwasserwelt Fuerteventuras genießen. Am Ende des Tauchgangs wurde die Rettungsübung mit Transport bis zum Schlauchboot durchgeführt. Nach unserer Rückkehr kümmerten wir uns um unsere Ausrüstung, hielten die Nachbriefings ab und nahmen gespannt unsere ersten Prüfungsergebnisse entgegen.


Morgen erwarten uns zwei weitere Prüfungstauchgänge und - hoffentlich -  wieder so angenehmes Wetter wie am heutigen Tag.


Donnerstag, 7.11.2013 – Zweiter Prüfungstag

Frisch ist es heute morgen! Nicht nur an Land ziehen wir beim morgendlichen Briefing die Tauchermütze tiefer ins Gesicht. Auch beim Tauchen merkt der eine oder die andere, dass auch auf den Kanaren der Winter vor der Tür steht. Aber immer noch besser hier bei windigen 20 Grad als bei regnerischen 8 Grad zu Hause…!

Auf dem taucherischen Programm stehen heute wieder zwei Tauchgänge unter den wachsamen Augen des Ausbildungs- und Prüfungsteams. Die Mittagspause fällt etwas kürzer aus als sonst, weil jeder TL-Kandidat noch demonstrieren muss, dass er einen bewusstlosen Taucher in ein Schlauchboot retten kann und dass er auch mit der Rettungsschlinge umzugehen weiß. Das alles findet direkt im Hafen statt - was bei den vorbei flanierenden Passanten für reges Interesse sorgt.


Als bewertete Aufgaben bei den Tauchgängen meistern wir heute zunächst vormittags einen Abstieg im Freiwasser auf 30 m mit anschließendem Orientierungstauchgang zum Riff. Dort angekommen gilt es unter Einhaltung der Regeln des Luftmanagementes das (richtige) Boot wieder zu finden und dort die Bojen zu setzen. Dank des herrschenden Niedrigwassers haben wir keine Strömung und alle Gruppen meistern ihre Übung planmäßig.

Nur das mit den Großfischen wird hier langsam echt lästig! Man weiß schon gar nicht mehr wo man hinschauen soll vor lauter paarungswilligen Engelhaien… Aber Theo sagt: „Morgen wird es (noch) besser!“ - Da gibt es dann auch mal Mantas.


Am Nachmittag führen uns die Ausbilder in die Irre. Nach 10 Minuten übernimmt dann der reguläre Gruppenführer wieder und muss mit seinen Mittauchern zum Boot zurück finden. Ganz nebenbei bewältigen wir dann auch noch die „Fuchsjagd“: in Apnoe aus 10 m Entfernung das vorne schwimmende Buddyteam antauchen und dann mit der Atmung aus dem Hauptatemregler des Partners beginnen. Dann noch in aller Ruhe die restliche Luft verbrauchen und die Unterwasserwelt genießen. Zum Schluss des Tauchganges zeigen, dass wir auch das Setzen der Boje beherrschen - Fertig.

Der Tauchtag endet mit der Vorführung der vollen Variationsbreite an Methoden, wie man aus dem Wasser wieder ins Boot gelangen kann. Durchaus sehenswert! Jetzt  freuen wir uns auf einen wohlverdienten, gemütlichen Abend bei lauen 20 bis 22 Grad. Viele Grüße an alle Daheimgebliebenen!


Freitag, 8.11.2013 – Dritter Prüfungstag

Heute Vormittag ist in einer unserer Tauchgruppen Frauen-Tauchtag.
Der Zufall wollte es dass alle Damen in der Gruppe von Claus landen. Diese haben natürlich nichts besseres zu tun, als das ein und andere Klischee überzogen auszuleben. Nichts desto trotz steht der Tauchgang  Aufstieg unter Wechselatmung aus 40 m auf dem Programm, welcher auch ohne Probleme absolviert wird.


Zur Einstimmung auf den nachmittäglichen Tauchgang „unter touristischen Aspekten“ gibt uns Miguel von der Basis eine Einführung in das Briefing eines erfahrenen Tauchlehrers. Die dabei absolvierte Vorstellung hat Bühnenreife. Der anschließende Tauchgang erfolgt an den sehenswertesten Spots der Insel. Den Gruppenführern gelingt es, den „CMAS**-Urlaubstauchern“ die Faszination der atlantischen Unterwasserwelt nahezubringen. Um diesen „Urlaubstaucher“ realistisch zu mimen, schließt  sich ein Ausbilder sogar einer anderen Gruppe an, welches prompt vom Gruppenführer bemerkt und unterbunden wird. Zahllose Muränen, Engelhaie, Gespensterkrabben, ein Schwarm Sardinen, Trompetenfische und Zackis säumen unseren Weg.
Deutlich mehr Welle als die Tage zuvor machen denn auch die Rückfahrt zu einem Erlebnis!


Soviel für heute. Die Anspannung hält noch etwas an, da für den nächsten Vormittag der letzte Prüfungstauchgang anberaumt ist! Bis demnächst an dieser Stelle!


Samstag, 9.11.2013 – Geschafft!

Endlich das passende Wetter zum Tauchen im Atlantik!
Windstärke 6 mit Böen von 7, 2 ½ Meter Welle und Strömung durch Tidenhub.


Die letzte Prüfungsaufgabe war der Aufstieg ohne Flossenbenutzung. Bedingt durch die Strömung und die ungewohnt schlechte Sichtverhältnisse hatten die Gruppenführer alle Hände voll zu tun, nebenbei auch noch die Orientierung zu behalten und die Gruppe wieder zur richtigen Mooring zurück zu führen.

Erleichterung war in den Gesichtern zu lesen, als die Boote wieder im Hafen anlegten. Dann noch gespannt das Nachbriefing und die letzte Bewertung.
Und dann … Fertig!!!
Theo ließ auch gleich die Katze aus dem Sack - alle haben die TL-Praxisprüfung bestanden.


Herzlichen Glückwunsch an alle neuen TL*, TL** und TL*** vom gesamten Prüfer- und Assistententeam! Und natürlich auch an diejenigen, die noch ihre Theorieprüfung ablegen müssen.

TL*: Nadine Schäffer, Joachim Diers

TL**: Wolfgang Düfer, Ole Liesenberg, Rainer Groenewold, Mark Wedekind, Jan Wagner, Thomas Schrandt, Philipp Selentin, Christian Wels, Sandra Fiehe, Volkmar Körner, Michael Seubert, Benjamin Nawrath, Adrian Stranzenbach, Katharina Heimtann, Udo Segelke, Alida Hof

TL***: Sabine Herde

Jetzt freuen wir uns auf einen wohlverdienten, gemütlichen Grillabend mit Livemusik den die Tauchbasis Deep Blue heute Abend für uns organisiert.