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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Ausbildung

Hier einige Impressionen von der VDST TL-Ausbildung und Prüfung in Kas / Türkei vom 28.06. - 07.07.2013.


Anreise

Kaş (gesprochen Kasch), einstmals von den Lykiern gegründet und „Habesos“ genannt, später dann  von den Griechen „umfirmiert“ in „Antiphellos“ und zu Zeiten der römischen Herrschaft sogar wichtigste Stadt der Region. 

Auch heute noch kann man den einstmaligen Einfluss der Griechen in den kleinen, romantischen Gassen des Ortes an den Häusern mit ihren typischen Holzbalkonen erkennen.  Die Lykier haben mit ihren steinernen Sarkophagen Zeitzeugen der Lykischen Geschichte teilweise mitten im Ort hinterlassen.

Heute ist Kaş mit ca. 10.000 Einwohnern ein kleiner Ort, damals wie heute eingeklemmt zwischen den Ausläufern des Ak-Dag-Gebirges (3080m) und dem Meer, ca. 180 km südwestlich von Antalya entfernt, der bislang zum Glück vom Massentourismus a la Antalya, Side etc. verschont wurde.

Mit dem heutigen Tag wächst der Ort temporär um 23 VDSTler, denn Kaş ist vom 28.Juni bis zum 07.Juli 2013 wieder einmal Ort einer VDST TL2/3-Bundesprüfung. Angereist sind fünf Ausbilder und ein Arzt, zwölf TL**-Anwärter und fünf TL***-Anwärter.  

Das Team für die Bundesprüfung im Einzelnen:
Ausbilder: Theo Konken , Reiner Kuffemann, Dr. Karen Ackermann , Bernd Denz-Gerlach , Joachim Meyer.
Arzt: Dr. Martin Frommhold 
TL**-Anwärter: Wolfgang Spaniol, Michael Baars, Sascha Kunz, Ralph Unger, Jürgen Renner, Petra Valder, Martin Focke, Dirk Krebs, Claude Habermeier, Adam Gorecki, Heike Lorenz, Dr. Klaus Schnarr.
TL***-Anwärter: Katja Paravicini, Bernd Kindereit, Rainer Viehof, Armin Bäum, Dr. Franz Brümmer.

Nach einer für Kaş üblichen, längeren Anreise via Düsseldorf mit dem Flugzeug nach Antalya und weiter mit dem Bus nach Kas traf der Bus mit sechzehn VDSTlern gemischt mit Teilnehmern und Ausbildern gegen Mitternacht am Hotel ein. Die sieben restlichen Teilnehmer waren z.T. bereits vorher individuell angereist. Nach der kurzen Schlüsselvergabe für die Zimmer wurden diese zügig bezogen. Ein wenig Schlaf vor Tag 1 mit dem ersten Ausbildungstauchgang sollte nicht schaden.

Bernd Kindereit


Erster Ausbildungstag

Trotz der verhältnismäßig kurzen Nachtruhe saßen relativ viele Teilnehmer bereits wieder gegen 7:30h auf der Terasse des Hotels. Sollte die Anspannung die Teilnehmer aus den Betten getrieben haben? Man kann fast davon ausgehen, denn dem Einen oder Anderen schmeckte das Frühstück nicht so richtig und wieder andere waren doch recht schweigsam. Insgesamt aber wohl eine recht normale Situation so kurz vor Beginn einer Prüfung wenn das Adrenalin steigt.

Nach dem Frühstück war dann noch ein wenig Geduld angesagt, denn der eigentliche Beginn mit den formellen Dingen wie Vorstellung der Ausbildungscrew, der Teilnehmer und des Ablaufes war erst für 10h angesagt. Pünktlich um 10 Uhr begrüßte Bundesausbildungsleiter Theo Konken dann auch die Teilnehmer, stellte seine Ausbildercrew vor und erklärte den Ablauf der Prüfungswoche. Als wichtig stellte er heraus, dass die Woche für alle mit viel Spaß beim Tauchen verbunden sein soll. Eine Aussage sicherlich im Sinne der Teilnehmer. Es folgte die Vorstellung der Basisleiterin Hanne Bahnsen und der Bootscrew bestehend aus Kapitän Emin und seinem Stellvertreter Ümit sowie natürlich die Selbstvorstellung der Teilnehmer.

Mit dem Verladen der Tauchausrüstung in das Basisauto ging es dann langsam in den aktiven Teil des Tages über. Während das Gepäck per Auto zum Boot transportiert wurde, konnten die Teilnehmer sich mit einem kleinen Spaziergang schon einmal an den täglichen Gang vom Hotel hinunter zum Hafen gewöhnen. Am Boot angekommen erfolgte die übliche Einweisung in das Boot gemeinsam durch Theo und Hanne, bevor die am Ufer befindliche Tauchausrüstung von den Teilnehmern an Bord gebracht werden konnte. Gegen 11:30h legten wir dann mit der Mavi ab und fuhren zu unserem ersten Tagesziel, dem legendären Tauchplatz "Canyon Wreck". Doch bevor der 1.Tauchgang stattfinden sollte, war Mittagessen angesetzt. Wie üblich hatte Basisleiterin Hanne wieder hervorragendes türkisches Essen im Ort besorgt und man konnte es sich an Bord munden lassen.

Der Tauchplatz am Canyon Wreck setzt sich zusammen aus einem wunderschönen Canyon, der hinabführt auf ca. 22 m und an dessen Ende sich das Wrack eines griechischen Frachters befindet, der dort 1968 auf das Riff aufgelaufen ist und gesprengt wurde. Das Wrack liegt auf einer für Prüfungstauchgänge guten Tiefe zwischen 30 und 38 m und stellt einen der Top-Tauchplätze in dieser Region dar. Angesetzt waren für diesen Tauchgang eigentlich u.a. die wichtigen Übungen wie Test des Wasser-Nase-Reflexes, ein Bleichcheck und Anlegen der Ausrüstung im Wasser. Aber bereits während des Montierens der Ausrüstung registrierten alle die starke Oberflächenströmung. So wurde ein Teil er Übungen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Die Anforderungen waren für einen Eingewöhnungstauchgang sehr, jedoch wurden diese von allen Gruppen gut gemeistert. Damit war der sportliche Teil des ersten Tages beendet und es stand für die Ausbildercrew und die TL3-Anwärter die "Büroarbeit" an, denn eine solche TL-Prüfung bedeutet auch immer einiges an Erfassung und Auswertung.

Der Tag wurde mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel Phellos abgeschlossen und dabei entspannten sich dann auch alle Gesichter der Teilnehmer.

 

Bernd Kindereit



Zweiter Ausbildungstag in Kas

Blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme 25°. So sieht das Wetter zum Frühstück hier in Kas aus.

Pünktlich um 9:30h sprang der Motor der Mavi an und es ging raus zu unserem ersten Tauchplatz des Tages, "Sariot Adasi Duvar", der türkische Begriff für grüngelbe Insel und Steilwand. Ein wunderschöner Tauchplatz mit Steilwandtauchen und fast schon Schildkrötengarantie.

Zügig wurde die für die Aufstiegsübung anvisierte Zieltiefe von 40+ angetaucht. Mit Erreichen der Zieltiefe begannen paarweise die Aufstiegsübungen auf 30m ohne Flossennutzung. In ca. 15 m Tiefe trafen sich alle Gruppen auf einem Plateau wieder. Im Strömungsschatten ging es dann zurück zum Boot. Als alle Gruppen an Bord waren, wurde der Anker gelichtet und in einer ruhigen Bucht vor Kas die Mittagpause genossen. Hier sollte auch der geplante zweite Tauchgang des Tages durchgeführt.

Die Mittagspause wurde von Theo sinnvoll genutzt, um über Knotenkunde, Rettungsleinen und -schlaufen zu referieren und die Anwendung praktisch zu demonstrieren.


Nach der Mittagspause ging es dann weiter mit dem nächsten Ausbildungstauchgang, der Rettung eines handlungsunfähigen Gerätetauchers. Doch bevor diese Übung begann, nutzte jede Gruppe die Chance direkt nach dem Abstieg das Wrack einer Douglas DC3 zu besuchen. Das Wrack, ein Flugzeug der türkischen Luftwaffe, die es für die Ausbildung von Fallschirmspringern genutzt hatte, wurde an dieser Stelle am 1.Juli 2009 versenkt und ist in einem erstaunlich guten Zustand. Es kann gut betaucht und die karge Ausstattung der Maschine betrachtet werden. Sicherlich ein gerne mitgenommenes Highlight dieses Tauchgangs. Nach der Besichtigung des Wracks wurde von allen Gruppen die Rettung eines handlungsunfähigen Tauchers mit Demonstrationscharakters durchgeführt. Im Anschluss daran wurde der handlungsunfähige Taucher in jeder Gruppe an der Oberfläche zum Boot transportiert und anschließend mit der Rettungsschlaufe an Bord der Mavi gebracht. Bei den ruhigen Wasserbedingungen in der Bucht kein Problem für die einzelnen Gruppen.


Nach der Ankunft im Hafen war und der aktive Teil des zweiten Tages abgeschlossen.

Bernd Kindereit


Dritter Ausbildungstag

Der dritte Tag begann wie die Tage zuvor - wieder mit blauem Himmel und Sonnenschein, aber auch mit dem seit Samstag recht starken Wind mit Stärken von 4-5 Beaufort. Nach der Begrüßung durch den TLvD und einem kurzen Referat zum ersten Tauchgang steuerten wir den Tauchplatz Üc Kaya an. Dieser Tauchplatz wurde deutlich aufgewertet, als am 25.06.2011 das Schnellboot TCSG 119 der türkischen Küstenwache tauchgerecht aufbereitet und versenkt wurde. Das Schnellboot wurde 1959 auf einer deutschen Werft gebaut und jagte seit 1960 für ein halbes Jahrhundert über türkische Gewässer, ehe es 2010 ausrangiert wurde. Ursprünglich lag das Boot nach der Versenkung auf einer Tiefe von 20 m, doch starke Winterstürme haben das rund 30 m lange Wrack auf eine Tiefe zwischen 35 und 45 m absinken lassen. Ideal also für unseren ersten Tieftauchgang des Tages auf 40+. Aufgabe war es, das Wrack anzutauchen und auf dem Rückweg einen Aufstieg unter Wechselatmung durchzuführen Diese Aufgabe wurde von allen Tauchgruppen gelöst. Anschließend wurde das Boot für die Mittagspause zum naheliegenden Tauchplatz "Mavi Wreck" verlegt.


In der Mittagspause gab es neben der guten türkischen Hausmannskost wieder Referate zu hören. Eines zum Thema Beaufortskala und natürlich wieder eines zum nachfolgenden Ausbildungstauchgang. Für den zweiten Tauchgang sollten die spärlichen Überreste eines alten Tauchbootes namens "Mavi" angetaucht werden. Aufgabe dabei war die "Fuchsjagd". Bei dieser Übung wird eine ‚Out of air‘-Situation simuliert. Ein Taucher muss 15 m ohne Atemregler im Mund zu seiner Gruppe tauchen und das Zeichen "Ich habe keine Luft mehr" geben. Daraufhin bekommt er die Luft aus dem Hauptregler eines Gruppenmitglieds und atmet eine Weile aus diesem. Diese Übung wird rollierend für alle Gruppemitglieder einmal durchgeführt. Vorbei an der Mavi ging es auf dem Rückweg zu einem zweiten Wrack. Anschließend wurden wieder die Bojen gesetzt und beim Austauchen konnte noch der Hai aus Stein besichtigt werden. Alle Tauchgruppen kehrten wohlbehalten zum Boot zurück und wir konnten die Heimfahrt in den Hafen von Kaś antreten.


Morgen steht dann mit dem zweiten Tauchgang des Tages der erste Prüfungstauchgang an. Die fünf TL3-Anwärter wurden auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet, in dem sie ab dem zweiten Tauchgang die Tauchgruppen als Co-Prüfer begleiteten.

Bernd Kindereit


Vierter Tag - Die Prüfung hat begonnen

Tag vier der Bundesprüfung und somit der erste Prüfungstag begann wie die Tage zuvor mit Sonnenschein pur und angenehmen Temperaturen, allerdings ohne den in den letzten Tagen so starken Wind, der das Meer aufwühlte und unsere Tauchgänge erschwerte.


Nach der morgendlichen Begrüßung durch Bundesaubildungsleiter Theo Konken, den TLvD und einem kurzen Referat zum ersten Tauchgang starteten wir und fuhren zu unserem ersten Tauchplatz, "Çoban Burnu". Ein wunderschöner Divespot bestehend aus einem Torbogen, einer Steilwand und einer Grotte mit der für die Aufgabenstellung passenden Tiefe von 40+ Meter. Zunächst ging es durch den Torbogen hindurch, an der Steilwand entlang hin bis zur Grotte. Nachdem der erste Computer in der Gruppe einen Dekostop anzeigte, wurde mit dem Austauchen begonnen. Während des Aufstiegs musste auf das Luftmanagement geachtet werden.


Die Mittagspause wurde wieder für die eine und andere Lehreinheit genutzt. Es gab das Kurzreferat zur Aufgabenbewältigung im zweiten Tauchgang des Tages, ein Referat unseres Arztes Martin Frommhold zum Basic Life Support und anschließend referierte unser VDST-Präsident und TL3-Anwärter Franz Brümmer kurz aus Biologen-Sicht über die großen Pinna-Steckmuscheln, die am nächsten Tauchplatz auf uns warten sollten. Bevor die Gruppen sich für den zweiten Tauchgang die Ausrüstung anlegten, verwies Theo Konken noch darauf, dass auch wenn ab sofort die Prüfungsphase beginnt, sich aber eigentlich nicht viel ändert - vor allem der Spaß bei den Tauchgängen soll erhalten bleiben.


Die Aufgabe für den ersten Prüfungstauchgang bestand darin, einen handlungsunfähigen Taucher zu retten. Dabei sollten die Mittaucher den genauen Ablauf gezeigt bekommen und dann die Übung selber durchführen. Zum Ende des Tauchgangs hin sollte ein Taucher bis zur Oberfläche und von dort zum Boot verbracht werden. Die Übung verlief bei allen Gruppen recht gut, auch wenn eine Gruppe einen etwas weiteren Rückweg zurücklegen musste. Auch dies hatte sicher einen gewissen lehrhaften Charakter.


Nachdem alle Gruppen wieder an Bord waren, wurde der Anker gelichtet und wir steuerten den Hafen von Kaś an. Nach einem kurzen Tagesrückblick durch Reiner Kuffemann wurden die Prüflinge in den Feierabend verabschiedet. Für die Prüfercrew stand einiges an Verwaltungsarbeit an. Die TL3-Anwärter hatte noch ein interessantes Thema für eine Ausarbeitung bekommen, welches für Abendbeschäftigung sorgte.

Bernd Kindereit


Zweiter Prüfungstag

Ein neuer Prüfungstag und wieder mit besten Wetterbedingungen, Sonne, kaum Wind und spiegelglatte See. Kein Grund also für die Prüfungsteilnehmer, in irgendeiner Form nervös zu werden, dass es am geplanten Tauchplatz zu schwierigen Verhältnissen durch Strömung kommen könnte.

Ziel für den Morgentauchgang war der Tauchplatz "Assi Island I", ein Felsblock im Meer, der diesen Namen erhielt, da hier ein Tauchschiff tatsächlich mal einen Assistenten vergessen hatte und dieser sich dann auf eben diesen Felsen retten konnte. Er wurde dann später gesund und munter vom Tauchschiff abgeholt. Der Fels setzt sich unter Wasser fort und führt in die für die Morgentauchgänge erforderliche Tiefe von 40+ Meter. Auf der Zieltiefe liegen u.a. einige alte Anker und auch Amphoren unterschiedlicher Größe, teilweise mit einem Durchmesser von bis zu 2 Metern. Aufgabe für diesen Tauchgang war ein Aufstieg unter Wechselatmung.

Mit Erreichen des Tauchplatzes machten sich die Tauchgruppen fertig für den Sprung in das Wasser. Doch schon beim Ausbringen der Strömungsleine zeigte sich, spiegelglatte See kann täuschen. Nach dem Sprung in das Wasser sollte unmittelbar der Grund und somit Strömungsschatten unter dem Boot aufgesucht werden. Die meisten Gruppen fanden die antiken Überreste am Tauchplatz. Am Ende des Tauchgangs hingen die Tauchgruppen zeitweise wie die Fahnen im Wind an der Strömungsleine, denn das Aussteigen über die Flossenleiter war gar nicht so einfach. Nachdem letztendlich alle Taucher wieder an Bord waren, wurde der Tauchplatz "Eel Cove" angesteuert, eine kleine, ruhige Bucht, gut geeignet für die Mittagspause und den nachfolgenden zweiten Prüfungstauchgang des Tages.


Die Mittagspause wurde wieder für einen Kurzvortrag zum Thema Meeresbiologie genutzt. Franz Brümmer referierte u.a. über die Familie der Seeigel und hatte dazu auch ein paar Exemplare mit an Bord gebracht, die nachher wieder ins Meer entlassen wurden. Es folgte ein Kurzreferat zum zweiten Tauchgang. Dieser sollte ein Tauchgang ohne technische Hilfsmittel für die Orientierung werden. Dazu führte der Ausbilder, in diesem Fall die als Co-Prüfer tätigen TL3-Anwärter, die Gruppe zehn Minuten lang, anschließend sollte die Gruppe die Navigation übernehmen und ohne technische Hilfsmittel wieder zum Boot zurück finden. Kein allzu großes Problem, wie sich während des Tauchgangs in den einzelnen Gruppen herausstellten. Jede Gruppe fand wieder zum Boot zurück und dabei gab es in einigen Gruppen tolle Begegnungen u.a. mit Meeresschildkröten und Oktopussen. Ein rundum gelungener Nachmittagstauchgang und folglich waren nur zufriedene Gesichter an Bord zu sehen.


Zurück ging es wieder in den Hafen von Kaś, wo der Tag später mit dem gemeinsamen Abendessen ausklang.

Bernd Kindereit


Dritter Prüfungstag - Die Hälfte der Prüfung ist geschafft

Der sechste und vorletzte Tag der Prüfung beginnt wie die Tage zuvor mit Bilderbuchwetter bestehend aus Sonne pur, wenig Wind und spiegelglatter See. Wie gewohnt startet der Motor der Mavi um kurz nach halb Neun und wir nehmen Kurs auf unseren ersten Tauchplatz "Gürmenli Ada". Ein Tauchplatz, der einen seiner Reize aus sehr alten Ankern bezieht, die dort in früheren Zeiten die Segelboote verloren, wenn sie in der Fahrrinne gegen das Abtreiben einen Schleppanker hinter sich herzogen und diesen dann an eben diesen Felsen verloren. An diesem Tauchplatz stand die Übung "Aufstieg ohne Flossennutzung" auf dem Programm.

Am Tauchplatz angekommen herrschte leichte Strömung, so dass die Gruppen wieder absprachegemäß nach dem Sprung sofort abtauchten und den Strömungsschatten aufsuchten. Weiter ging es an einer Steilwand entlang und langsam in die Tiefe. Wer Glück hatte, konnte in der Abtauchphase noch den Blick auf eine Schildkröte werfen, die gemütlich an der Steilwand Ihre Kurve zog. Nach der Besichtigung der Anker ging für die Gruppen zügig die Übung los. Diese Übung klappte in allen Gruppen ohne Probleme, wie man es wohl von TL2-Anwärtern erwarten darf. Nachdem alle Gruppen wieder an Bord waren, lichteten wir die Anker und es ging zum Ankerplatz für die Mittagspause und den zweiten Tauchgang, "Canyon Wreck". Eine Tauchplatz, den wir schon kannten, denn hier hatten wir schon den allerersten Ausbildungstauchgang absolviert und das bei Strömungsverhältnissen, die nicht ohne waren.


Nach der Mittagspause hörten wir einen Vortrag der TL3-Anwärter zum Management eines Tauchunfalls und ein Kurzreferat zum geplanten zweiten Tauchgang. Danach machten sich die Gruppen wieder bereit für den Sprung ins Wasser. Auch am heutigen Tag herrschte wieder etwas Strömung. Aufgabe für den zweiten Tauchgang war es, einen "touristisch" geführten Tauchgang, also mit hohem Erlebniswert und Sicherheitsstandard für den Tauchgast zu organisieren. Der Tauchgast würde von unseren Ausbildern simuliert. Und diese ließen sich während des Tauchgangs offensichtlich so einiges einfallen, um die TL2-Anwärter zu fordern. Mancher Gruppenführer kam leicht gestresst an Bord, angesichts der fordernden Betreuung durch die "anstrengende Klientel" während des Tauchgangs. Nachdem alle Gruppen wieder gesund und munter mit Ihren "speziellen Gästen" an Bord waren, wurde der Anker gelichtet und es ging zurück in den Hafen von Kas.

Bernd Kindereit



Letzter Prüfungstag

Der letzte Prüfungstag. Leichte Anspannung war bei den Prüflingen nochmal spürbar, als um 09:30h der Motor der Mavi ansprang, um uns zu unserem letzten Tauchplatz bei dieser Bundesprüfung zu bringen, "Çoban Burnu". Jenen spektakulären Tauchplatz mit Durchbruch, davorliegender Steilwand und Grotte in der Steilwand, den wir bereits zu Beginn der Prüfungsphase aufgesucht hatten. Er bietet optimale Bedingungen für den geplanten Tauchgang, der bei einer solchen Prüfung immer auf Tiefen von 40+ Meter durchgeführt wird. Die Aufgabe für den Tauchgang bestand darin, die Tiefe von 40+ m aufzusuchen, dabei z.B. Durchbruch und Grotte zu betauchen. Die Übung wurde von allen Gruppen bravourös gemeistert und so trafen in der Nähe des Bootes nach und nach alle Gruppen ein.



Nachdem alle wieder an Bord waren, wurde die Mavi wieder in eine ruhigere Bucht verlegt und wir nahmen noch ein letztes Mal das leckere türkische Mittagessen zu uns. Die anschließende Mittagspause nutzte Theo Konken noch um ein paar Fotos für Lehrfolien und Literatur in Bezug auf Rettungsmöglichkeiten zu machen. Nachdem diese Fotosession beendet war, stand die letzte ernsthafte Prüfung an Bord bevor, der legendäre "Mavi-Arschbombenwettbewerb". Die Teilnehmer der Prüfung hatten jeweils zwei Sprünge vom Oberdeck der Mavi frei, um mit einer möglichst hohen Spritzhöhe den Wettbewerb für sich zu entscheiden. Die Jury bildete dabei Kapitän Emin und sein Co-Kapitän Ümit. Wer den Wettbewerb für sich entschieden hat, das wird allerdings erst auf der Abschlussfeier des heutigen Tages bekannt gegeben.


Nachdem auch dieser spaßige Wettbewerb beendet war, ging es mit der Mavi zurück in den Hafen. Dort musste das Schiff zügig geräumt werden, denn um 15 Uhr hatte Basisleiterin Hanne bereits wieder die ersten Gäste an Bord. Unter ihnen tatsächlich auch nochmal neun Teilnehmer der Prüfung, die den Nachmittag einfach nochmal für einen Spaßtauchgang ohne Prüfungsstress nutzen wollten. Für die anderen Teilnehmer stand der Nachmittag zur freien Verfügung und einige nutzten ihn für einen Besuch des Wochenmarktes in Kaś, der immer nur am Freitag stattfindet und von Obst über Gewürze bis hin zu Kleidung und Kleinelektronik alles bietet.

Am Abend steigt die Abschlussfeier für die TL2/3-Bundesprüfung in der Asmaalti-Beachbar. Um die Teilnehmer nicht bis zum Abend im ungewissen zu lassen, ob sie die Prüfung bestanden hatten oder nicht, hatte Bundesausbildungsleiter Theo Konken bereits an Bord die erfreuliche Nachricht verkündet, dass alle Prüflinge die Prüfung bestanden haben. Somit konnte man am Abend entspannt die Feier angehen.

Bernd Kindereit


Es ist geschafft - der Abschlussabend

Überpünktlich, noch deutlich vor der geplanten Zeit von 19:30h hatten sich nahezu alle Prüflinge gutgelaunt am Ort der Abschlussfeier, der Asmaalti Beachbar getroffen. Eine sehr schöne Location direkt an der Bucht von Kaś mit Blick über eben diese Bucht. In Sachen Urkundenverteilung mussten sich die Teilnehmer allerdings noch ein wenig in Geduld üben, denn mit Eintreffen der Ausbildercrew begann zunächst das Essen. Nachdem dieses dann abgeschlossen war und die Dunkelheit Einzug gehalten hatte, kam dann endlich der Moment, auf den wohl jeder TL-Anwärter während einer Prüfung am meisten hinfiebert, die Urkundenverleihung und somit Zuteilung der entsprechenden TL-Lizenz. Theo Konken würdigte zuvor in einer kurzen Rede die erbrachten Leistungen während der Woche und dankte auch seiner Ausbildercrew für das Engagement.


Anschließend erhielten folgende Tauchlehrer(innen) Ihre Urkunden und Lizenzen:

TL 2:
Adam Gorecki (TSV NRW), Dr. Klaus Schnarr (TLN), Dirk Krebs (TSV NRW), Martin Focke (TSV NRW), Petra Valder (TSV NRW), Sascha Kunz (LVST Rheinl. Pfalz), Claude Habermeier (TLN), Michael Baars (TSV NRW), Wolfgang Spaniol (STSB), Heike Lorenz (LVST Rheinl. Pfalz), Ralph Unger (TSV NRW), Jürgen Renner (TSV NRW)

TL 3:
Armin Bäum (BTSV), Bernd Kindereit (LTV Bremen)

TL 3-Praxis erfolgreich absolviert: Katja Paravicini (TSV NRW), Prof. Dr. Franz Brümmer (WLT), Rainer Viehof (TSV NRW)


Nach Verleihung der TL-Lizenzen vergab Hanne Bahnsen mit Ihrer Bootscrew die Preise für den 44. internationalen Arschbombenwettbewerb, den Adam Gorecki souverän für sich entscheiden konnte. Im Anschluss daran ließen es sich die neu ausgezeichneten TLs nicht nehmen, in einem Spiel mit Einbindung der Ausbildercrew diese ein wenig aufs Korn zu nehmen. Mit viel Spaß ging der Abend noch einige Stunden weiter.


Das war es von der TL2/3-Bundesprüfung aus Kaś. Allen neuen TL2, TL3 und den TL3-Anwärtern, die den Praxisteil erfolgreich erledigt haben, noch einmal herzlichen Glückwunsch auf diesem Wege und ein großes Dankeschön an Mavi Diving um Hanne Bahnsen, Ihre Crew, unseren Arzt Dr. Martin Frommhold und das VDST-Ausbilderteam bestehend aus Theo Konken, Reiner Kuffemann, Dr. Karen Ackermann, Bernd Denz-Gerlach und Joachim Meyer.

Bernd Kindereit