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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Weiterbildung - Korfu

Hier einige Impressionen vom Ausbilderseminar SK Abnahmeberechtigung "Sporttauchen in Meeresgrotten" auf Korfu vom 16.06. - 23.06.2013.


Grottentauchen pur angesagt .... !!!!

Ganze 360 Tage ist der letzte und auch einer der schönsten Tauchgänge in einer Grotte Korfus her. Aber zu spät! - Infiziert vom Grottentauchen, erwische ich mich als Wiederholungstäter beim Ausbilderseminar „Sporttauchen in Meeresgrotten 2013“. Doch was ist anders?

Genau: Theo ist 1 Jahr älter! – Paul ist 1 Jahr älter! – Mist: ich bin auch 1 Jahr älter! – Doch was ist gleich?

Jepp: Theo, Paul und immer wieder neue Sprüche ... ! – Freut euch mit mir, den Teilnehmern (bis auf 1 CMAS***-Taucherin alles gestandene TL2-Taucher und 1 TL3-Taucherin), Theo und Paul auf eine Woche voller wilder Sprüche, aufregender Grottentauchgänge und ´ner großen Portion Spaß.

Doch jeder Spaß hat einen Anfang und der war schwer für alle: sehr wenig oder fast gar nicht geschlafen, trafen wir uns und starteten Richtung Korfu. Hanne (TL3 und Mitinhaberin von mavi diving in Kas/Türkei) hatte die weiteste Anreise. Silvia und Paul aus Dormagen die kürzeste und im Mittelfeld lagen Agnes und Theo, Heidi (CMAS***) und Fred (der mit kaputter Schulter wehmütig auf die abtauchenden Grottentaucher schauen muss), Günter, Kay, Dr. Konrad und Dr. Florian. Und natürlich euer wilder Geschichtenschreiber Roland. Bin ich wirklich so wild? – Theo meinte, ich soll mich etwas zurück halten und ihn nicht so loben, er sei ja nur Theo und ein ganz normaler Taucher. Ha, ihr glaubt doch nicht etwas wirklich, ich lasse mich zensieren und halte mich mit meinen Kommentaren zurück? Investierender Journalismus - oder wie heißt das noch mal ? – lässt sich doch nicht in seiner Freiheit eingrenzen!

Doch zurück zum Anfang, der wirklich schwer war: vor uns saß ein biker mit seinem Kumpel, ich sage euch: der hat doch den gaaaanzen Flug lang gequatscht. Mannomann, bin ich froh, als Taucher die unendliche, majestätische Stille unter Wasser geniessen zu dürfen.

In Paleokastritsa begrüßte uns Rolf Weyler in seinem umfirmierten Club. Er hat einen deutschen Pass, aber im Herzen ist er nach so langer Zeit eigentlich Grieche. Das Land und seine Menschen haben echt zu kämpfen und die politische wie auch wirtschaftliche Zukunft sieht nicht rosig aus. Seit 1969 leitet Rolf die 1963 gegründete erste und älteste VDST-Auslandsbasis weltweit, hat Diktatur, König und so vieles mehr überstanden. Seine Bilder- und Exponate-Sammlung in der Basis ist eine Zeitreise zurück in die Anfänge des Tauchens mit vielen bekannten Namen. Aber was da im Moment passiert, ist nicht einfach. Dennoch hat er den Mut und vor allem seinen Humor nicht verloren. Viele Geschichten kann er erzählen und man mag gar nicht mehr aufhören, auch ihm zuzuhören.

Und schon beginnt das Feuerwerk der Sprüche, mitten in der Vorstellungsrunde. „Wie warm ist eigentlich das Wasser, Rolf?“, fragt Theo. Auf die Antwort „Also wir hatten dieses Jahr schon 22 Grad“ kontert Theo „... in der Badewanne, oder?“ – Kaum entspannt sich die Lachmuskulatur, kommt auf : „Mein Name ist Kay, ...“ von Paul die trockene Antwort „Hay Kay“. „Ich bin natürlich auch wegen der Weiterbildungsstunden hier“, gesteht jemand anderes. Darauf folgt lässig „Ich bin nur der Theo und für die Weiterbildungsstunden zuständig.“

So, jetzt brauchen wir etwas Erholung und flüchten uns in die Theorie. Nach der Einführung zum sicheren Sporttauchen in Meeresgrotten schaffen wir alle unser equipment auf die Club-Basis und bereiten unsere Ausrüstung für den ersten Tauchgang am Sonntagmorgen an der Klosterwand vor. Und schon geht es weiter: „Da werden die Padres auf uns aufpassen und wenn ihr da unten die Glocken läuten hört, habt ihr etwas falsch gemacht“ bereitet Theo uns vor. Kurz darauf hilft Paul Theo, sein neues Jacket aufzuhängen, das immer wieder vom Bügel rutscht. „Ich kreuze einfach die Brustgurte, dann rutscht es nicht mehr“, hilft Paul. „Warte, nimm´ doch den Karabiner hier zur Befestigung, das ist einfacher.“ – „Wo hast Du den denn her?“, fragt Paul, während Theo den Karabiner von Paul´s Jacket nimmt ... :--))

Ok, das Essen ruft die hungrigen Grottentaucher. Freut euch mit uns auf den morgigen Tag, von dem ich gnadenlos neutral berichten werde ... :--))

Jassu, euer Roland


Himmlisches Grottentauchen am Sonntag

„Sieh da, sieh da, der Käptn der Barakuda heißt die VDST-Taucher zu ihrem Sonntagstauchgang herzlich willkommen.“ Mit dieser schon Kult gewordenen Begrüßung und weiteren Erläuterungen zu Wind, Wetter und Wasser stimmt Rolf uns beim Auslaufen auf den bevorstehenden Tauchgang ein. Und der geht für die beiden Gruppen um Theo und Paul zum Klosterfelsen.


Helikopter am KlosterfelsenDer Klosterfelsen ist eigentlich eine Perlenschnur, denn es gibt so viele unterschiedliche Stellen zu betauchen, dass man diesen Tauchgang am besten hinter Paul oder Theo her taucht. Doch bevor es los geht, muss jeder erst einmal am Eingang zum Klosterfelsen den „Heli“ üben: austariert über dem Grund schweben und auf der Stelle drehen. Dieses Drehen ist besonders in einer Sackgasse wichtig und sollte jeder so gut beherrschen, dass er keinen Mulm aufwirbelt. Vielleicht ein Tipp, falls ihr davon noch nie etwas gehört habt. Der VDST bietet ein „Trimm- und Tariertraining“ an. Da lernt ihr auf der Stelle zu drehen, rückwärts zu schwimmen, Boje setzen mit dem spool oder das handling mit dem langen Schlauch. Versucht es mal: es macht höllischen Spaß und wenn ihr tatsächlich auf der Stelle drehen oder rückwärts schwimmen könnt, macht ihr das auch ganz oft beim Tauchen und eure Mittaucher werden euch voller Bewunderung fragen, wie das geht ... :--))

„Easy diving“ waren sich denn auch beide Gruppen einig bei der Beurteilung des Klosterfelsens. Und so ganz nebenbei haben wir ne ganze Menge gelernt. In der Mittagspause folgte das Nachbriefing zum Erlebten und bereits das Briefing zum Nachmittagstauchgang im Himmelsloch. „Den Namen für den Tauchplatz hat Rolf sich ausgedacht. Mir wäre da ein anderes Loch eingefallen...“ kommentiert Theo die ersten Worte Pauls zum Tauchplatz. Da ist doch nur der Böse, der Schlechtes denkt, oder? „Es gibt dort ein Außenriff, etwa 100 m vom Ankerplatz entfernt, das soll richtig toll sein“, sagt Theo. „Wenn man es trifft“, kommentiert Paul. „Aber gesehen habe ich da noch nie was“, schränkt Theo wieder ein und prompt liefert Paul die Erklärung: „Logo, weil ich schon vorher da war!“ Da haben wir sie wieder, die Beiden: ein eingespieltes Team, entertaining and teaching ... :--))

Erleuchtung im Himmelsloch
Das Himmelsloch ist ein Tauchplatz mit einer ganz, ganz besonderen Stimmung. Nachdem vor etlichen Jahren ein Teil der Höhlendecke eingebrochen ist, leuchtet die Sonne in den Sommermonaten bis zum frühen Nachmittag wie ein Transporterstrahl beim Beamen auf der Enterprise den Meeresgrund aus. Glücklicherweise ist aber noch kein Taucher, zappelnd wie ein Fisch, bei Scotti auf dem Schoß gelandet. Jetzt könnte man vielleicht meinen, Theo wurde beim Durchtauchen der Sonnenstrahlen erleuchtet, aber ich bin der festen Überzeugung: er ist schon immer so. Denn Theo hat heute 3 Tiere gerettet!

So hat Theo einen Oktopus aus einer Flasche gerettet „und der konnte so fest zuhalten wie er wollte, der musste raus ...“, kommentierte einer der Mittaucher. An gleicher Stelle befindet sich unter Wasser ein riesiges, rund 600 m langes Stellnetz und der daraus von Theo gerettete Fisch wird sicher heute Abend für Theo beten, bevor er sich zum Schlafen legt. „Das ist echt eine Sauerei“, motzt Theo vor dem Nachbriefing und wir wundern uns, was Paul jetzt schon wieder gemacht hat. Aber gaaanz falscher Verdacht: Theo besorgt einen Eimer mit Wasser und unter Einsatz der Unversehrtheit seiner „Hammerhai-Shorts“ (´ne echt coole rote Bermuda mit schwarzen Hammerhaien drauf!) klettert er über einen hüfthohen Zaun, um einem Esel Wasser zu bringen. Und als wenn er es geahnt hätte, ist der sonst so störrische Esel handzahm und frisst Theo aus der Hand – äähh säuft durstig aus Theos Eimer. Also ehrlich, Theo hat Herz und wenn ich nicht so schüchtern wäre, hätte ich ihn am liebsten geknutscht .... :--))

Schnell ist das Erlebte beim Tauchen im Himmelsloch und drumherum aufgearbeitet und schon folgt wieder eine Lerneinheit. Theo erzählt einiges zum Höhlentauchen und den besonderen Gefahren, die dabei auf uns lauern können. Den praktischen Teil, die sichere Leinenführung und der Umgang damit, werden wir am nächsten Tag üben. Und auch am Montag werde ich euch wieder einiges berichten können.


Aus dem sonnigen Paleokastritsa,
euer Roland


Tauch-Geschichte pur! - 17.06.2013

Heute, am Montag, haben wir fast 45 Jahre Tauchgeschichte zum Greifen – nee, zum Tauchen – nahe gehabt. Aber lasst mich lieber von Anfang an berichten.

Odysseus-Felsen und Max-Hahn-Gedenktafel
Heute ging es, ob ihr es glaubt oder nicht, in nur 45 Minuten ganze 45 Jahre in der Tauchgeschichte zurück. Denn für den Montagmorgen stand ein 40-m-Tauchgang am Odysseus-Felsen mit Besichtigung der Max-Hahn-Gedenktafel auf dem Programm. Die Fahrt mit der Barakuda dauerte rund 25 Minuten und schon machten wir uns voller Eifer in 2 Gruppen zu unserem ersten und tiefsten Tauchgang, einer Grotte auf ca. 42 m Tiefe mit einem schmalen Ausgang auf 39 m. Auf dem Weg dorthin hielten wir kurz inne an der Max-Hahn-Gedenktafel auf ca. 13 m. Wer Max Hahn war, muss ich ja wohl nicht näher erklären. Wer diesen Tauchpionier nicht kennt, gehört mit ner 15-l-Pulle ins Nichtschwimmerbecken verbannt ... :--)) – Nach kurzer Gedenkminute ging es fast senkrecht auf 40 m und wir rückten, bei zunehmender Tiefe, immer enger zusammen. Trotz eines ab 30 m drohenden Tiefenrausches haben alle den leuchtend blauen Ausgang oben rechts in der Grotte gefunden und nachdem sich auch der letzte - logisch, in meiner Gruppe war das wieder einmal euer Schreiberling ... :--)) – gezwängt hatte, ging es zu einem kleinen Feld mit großen Steckmuscheln, die sich bei 30 m zu einem Dauerplausch gefunden hatten. Noch einmal die Gedenktafel passiert, zwängten wir uns am Tor zur Tiefe durch ein richtig, richtig enges Loch und waren froh, doch die richtige Figur zu haben. Theo´s Truppe trieb es noch doller und tauchte zum Kreuz des Südens, das noch einmal mehr eine Herausforderung für den Tiefenrausch ist. Warum wohl .... ?


Lebende Tauch-Geschichte
Jetzt muss ich aber trotz allen Taucher-Lateins wieder einmal ganz ernst werden und euch bitten, euren Terminkalender raus zu holen und den nächsten Urlaub zum Grottentauchen mit Paul, Rolf und Theo zu buchen. Denn mit Rolf könnt ihr ein Stück lebendige Tauchgeschichte erleben. Rolf Weyler hat nur 2 ganz große Leidenschaften: Skifahren und Tauchen. Und über Ersteres zu berichten, werde ich mir verkneifen. Einmal Rolf befragt, könnt ihr mit dem Zuhören nicht mehr aufhören ... :--))


45 Jahre ohne Tauchunfall
Rolf ist fast 45 Jahre in Paleokastritsa und hat schon sage und schreibe mehr als 22.000 Tauchgänge. Wow!! – Ich glaube, Logbuch schreibt Rolf nicht mehr ... :--)) Außer dem CMAS-TL3 hat er auch noch den griechischen TL2-Schein. Hier in Paleokastritsa hat er zusammen mit Dr. Max Hahn viel an den gemeinsam mit dem Schweizer Mediziner Albert Bühlmann ausgearbeiteten Dekompressionstabellen gearbeitet. Max Hahn war fasziniert von der Unterwasserwelt Korfus und hat hier viel Wissenschaftliche Arbeit gemeinsam mit dem inzwischen zum Freund gewordenen Rolf Weyler geleistet. So wurde hier der erste Tauchcomputer, der Hans Hass Deco Brain, getestet. Für den Fall der Fälle steht bei Rolf auch noch die „Ein-Mann-Dekokammer“, ein echt cooles, noch funktionsfähiges Teil. Aber es ist nie gebraucht worden, denn trotz der inzwischen über 60.000 Taucher bei Rolf hat es noch nie einen Tauchunfall gegeben. Vor 13 Jahren, im Juni 2000, ist Dr. Max Hahn in Deutschland tödlich verunglückt und mit Hilfe von Rolf konnte ihm sein letzter Wunsch, im Meer vor Korfu bestattet zu werden, erfüllt werden.


Neptun Rolf erscheint aus den Fluten
In den Anfangsjahren, 1978 und 1979, hat Rolf ein sehr florierendes Tauchgeschäft mit rund 60 Tauchanfängern in jeder Woche in Paleokastritsa aufgebaut. Aber das wollte er dann nicht mehr. Ihm liegen die Bedürfnisse der Taucher am Herzen und genau das macht ihn so sympathisch. In den folgenden Jahr(zehnt)en war er berühmt-berüchtigt für seine - heute würde man „Erlebnisevents“ sagen – Tauchfahrten zur Hammelbucht mit Taucher-Lagerfeuer und Neptun-Auftritt (Bilder mit langen blonden Locken und Neptunspieß sind bei ihm auf der Basis zu bewundern). Oder die Taucherodyssee nach Paxos mit Übernachtung am Strand und Lagerfeuer. Wenn Rolf von diesen Zeiten erzählt, bekommt er strahlende Augen und, ohne Scheiss, ich bin neidisch auf Jeden, der das erleben durfte.

Inzwischen ist Rolf über 70 Jahre alt, blickt auf ein erfülltes Taucherleben zurück und taucht regelmäßig 2 mal am Tag, weil es ihm einfach Spaß macht. Jeder Ausbildungsleiter des VDST ist schon bei ihm gewesen. Das Seminar zum Grottentauchen mit Paul und Theo zum Beispiel findet bereits zum 9. Mal hier in Korfu statt. Und das nicht nur, weil es hier so wahnsinnig viele interessante und abwechslungsreiche Grotten zu betauchen gibt.

Dunkelheit zum Fühlen in der Sonntagshöhle
Am Nachmittag ging es zu einem weniger tiefen Tauchgang, der trotzdem nicht weniger tiefe Eindrücke hinterließ: Die Sonntagshöhle. Diese Grotte ist zum Ende hin eigentlich eine Höhle, da der Ausgang nicht mehr sichtbar ist. In 3 unterschiedlich große Bereiche aufgeteilt, kann man bis zu 50 m tief in die Sonntagshöhle hinein tauchen und in den letzten beiden Kavernen auch austauchen. In der letzten Höhle an der Oberfläche angelangt, bat Theo seine Mittaucher entsprechend des vorherigen Briefings, die Maske abzusetzen, den Atemregler aus dem Mund zu nehmen und die Taucherlampe auszuschalten. In völliger Dunkelheit und gespenstischer Stille fühlt man förmlich, wie die beängstigende Dunkelheit im Körper langsam nach oben in den Kopf steigt. Es ist sehr beeindruckend, das zu fühlen. Vor allem ist es eine wahnsinnig gute Übung, ein Gespür für die Notfallsituation ohne Licht, Tauchmaske oder Orientierung in völliger Dunkelheit zu bekommen. Selten hat man die Gelegenheit, so plastisch und realistisch Erfahrungen sammeln zu können ohne sich der Gefahr auszusetzen.

Dieser ausgesprochen erlebnisreiche Tag klang mit Erläuterungen zur richtigen Nutzung der Leinensicherung und Übungen zur Leinenführung in Höhlen aus und müde gingen die Grottentaucher zum Abendessen.


Freut euch mit uns auf den nächsten spannenden Grottentaucher-Tag,
euer Roland.


Grottentauchen à la carte - 18.06.2013

Es tut mir ja wirklich leid, wenn ihr jetzt heulend vor eurem Bildschirm sitzt und denkt, irgendeinen Haken muss dieses VDST-Seminar doch haben. Das kann nicht wirklich so toll sein, wie es scheint. Stimmt, es ist nicht so toll, wie ich es beschreibe: es ist noch viel doller ... :--))

Der Dienstag hatte, wenn man es mit den Worten eines Feinschmeckers ausdrücken möchte, etwas von einem Essen à la carte. Etwas ganz Besonderes für ebenso besondere Menschen.

Dukatenhöhle der Überraschungen
Der morgendliche Tauchgang hatte es schon in sich. Dabei fing eigentlich alles ganz normal an. Wie Paul und Theo es vorher besprochen hatten, tauchten wir alle gemeinsam ab. Vor dem Einstieg auf ca. 32 m sammelten wir uns alle und tauchten, Paul voran, ein. Die Dukatenhöhle ist schon sehr speziell, wie Konrad als Gruppenführer der 2. Gruppe dann feststellen musste. Denn ein relativ großzügiger, ansteigender Gang geht 15 bis 20 m in den Felsen hinein bis auf ca. 28 m Tiefe und plötzlich scheint man vor einer Wand zu stehen. Dreht man sich um, fällt der Blick auf verschiedene hellblau erleuchtete Ein-/Ausgänge in unterschiedlichen Tiefen und es wird klar, warum dies eine Grotte ist. Gleichzeitig kann man auf dem Weg zum Ausgang, der sich in etwa 25 m Tiefe befindet, nach unten auf die nachfolgenden Taucherlein schauen. Nach dem letzten Taucher der ersten Gruppe folgte gleich Konrad und wartete als guter Gruppenführer auf seine etwas langsameren Mittaucher. Doch plötzlich stand er vor einer dunklen Wand, da die vorderen Taucher bereits auf dem oberen Rückweg waren. Schnell hatte er sich aber wieder orientiert und den Anschluss gefunden. Besonders schön in der Dukatenhöhle waren die Unmengen von Garnelen, die sich an den Wänden und am Boden aufhielten. Ihre blitzenden und funkelnden Augen begleiteten uns von Beginn an und so wie wir diese unzähligen Tierchen bewunderten, müssen sie wohl ähnliche Empfindungen zu unserem elfengleichen Auftreten gehabt haben. Nacheinander verließen die Taucher, von Paul am Ausgang in 25 m Tiefe gesichert, die Dukatenhöhle.


Fledermaushöhle und Unterwasser-Himmelsschaukel
Nachdem die Tauchermasken wieder trocken gelegt waren, gingen die beiden Gruppen getrennte Wege und wir schauten uns die Fledermaushöhle an. In der Höhle und von der Oberfläche aus konnte man die kleinen Fledermäuse beobachten und beim Austauchen aus der Höhle schalteten wir die Taucherlampen aus. So konnten wir aus dem Dunkeln heraus in dieses unendlich himmlische Blau tauchen und uns ganz und gar dieser traumhaften Stimmung hingeben, die das Tauchen in Meeresgrotten so auszeichnet. Irgendwie noch im Rausch dieser Eindrücke, tauchten wir zum Schiff und da überkam es Hanne mit schier unmenschenmöglicher Macht. Die auf 4 m unter dem Schiff schaukelnde, 2 m breite Stange für tarierungeübte Taucher beim Sicherheitsstopp zog Hanne wie den von Sirenen betörten Odysseus magisch an. Ohne etwas dagegen tun zu können, schaukelte sie nun unter dem Boot. Wer hätte diesem sirenengleichen Anblick schon widerstehen können und so war die Schaukel schneller mit Tauchern voll als sie weg geschaukelt werden konnten. Aber irgendwann einmal geht auch der schönste Moment zu Ende und unbehelligt von Sirenen oder Poseidon brachte uns Käptn Rolf sicher nach Hause.


Neptunhöhle auch ohne Gerät
Am Nachmittag hatten wir den Tauchplatz mit der weitesten Anreise, aber auch einen der stimmungsvollsten. Das Besondere daran ist, dass man sich die Schönheit der Naturgewalten ohne Tauchgerät nur in Apnoe anschauen kann, ohne sich groß anstrengen zu müssen. Hier geht es in eine Grotte, verbunden mit der benachbarten durch einen kleinen unter Wasser befindlichen Bypass. Die Farben, Lichtspiele und Spiegelungen, gepaart mit dem kräftig leuchtenden Blau von Himmel und Wasser, bleiben uns unvergesslich. Wenn man diese Unterwasserwelt erlebt hat, weiß man, warum sich die Götter Griechenland ausgesucht haben ...


Nun heißt es Essen und so verabschiedet sich euer hungriger Schreiberling bis zur nächsten Taucher-Tagesschau,

Roland


Taucherlatein oder Reality Show - 19.06.2013

Heute überkamen mich Zweifel: Haben meine Mittaucher wirklich das alles gesehen, was sie mir erzählen oder ist es doch nur Taucherlatein? Jetzt wollte ich es wissen und zack, da habe ich die fotografierten Beweise! Alles wahr, keine wilden Tauchgeschichten sondern alles wirklich und echt! Doch fangen wir lieber von vorne an.

Kreuz des Südens
Unser morgendlicher Tauchgang führte uns zum Kreuz des Südens am Odysseus-Felsen, den ihr ja schon aus meiner vorangegangenen Beschreibung kennt. Dieses Mal hatten wir es allerdings so richtig drauf. Nach einem ausführlichen Briefing ging es zu unserem 40+ Tauchgang und am Kreuz des Südens angekommen, war es schon ein spezieller Moment. Nach kurzem Aufenthalt in der Tiefe begaben wir uns auf den Weg in geringere Tiefen. Doch da sahen wir ihn, einen großen braunen Drachenkopf. Um die Begegnung auch tatsächlich zu belegen, haben wir natürlich ein paar Fotos geschossen, die wir stolz an der Oberfläche unseren Mittauchern zeigten. Ha, auf einmal hatten die Oktopus, Garnelen und was weiß ich nicht alles gesehen. Komisch, dachte ich, dieses Taucherlatein kenne ich doch. Schließlich sind wir zum Grottentauchen hier. Da kann es doch keine Highlights bei Fauna und Flora geben, so in dunklen Grotten und Höhlen ... – Was war ich überrascht, als mir meine Mittaucher plötzlich die Fotos präsentierten. Diese in fotografischer Kleinarbeit festgehaltene Vielfalt will ich euch nicht vorenthalten. Also genießt einfach die Reality Show der Unterwasserbewohner, die wir in nur 4 Tagen Sporttauchen in Meeresgrotten gesehen haben.


Blue hole und Super blue hole
Der Tauchgang war ein weiteres Highlight. Obwohl ich so langsam Probleme bekomme, denn wenn alle Tauchgänge highlights sind, wie bezeichne ich denn dann das Highlight der Highlights. Trotzdem war es noch einmal eine, wenn auch sehr spezielle, Steigerung. Dunkler und dunkler, enger und enger wurde es mit jedem Zentimeter, den wir tiefer ins blue hole getaucht sind. Plötzlich tauchte er auf, dieser kleine Durchgang über der Kiesfläche. Unmöglich dort durch zu kommen, war fast gleichzeitig in unseren Augen zu lesen. Doch gar kein Problem. Wie im Briefing vorher beschrieben, legte sich Paul auf die Seite und zwängte sich unter dem Felsen und über der Kiesfläche durch. Auf der anderen Seite wartend, gab er seinen Atemregler mit dem langen Schlauch dem nächsten wartenden Taucher, der bei Luftmangel oder bei noch engeren Stellen auf diese Weise die andere Seite erreichen kann. So macht Ausbildung Spaß: learning by doing. Die zweite Runde beim Durchtauchen dieser Engstelle ohne langen Schlauch des Partners lief schon „wie geschmiert“.

Die nächste Grotte, das Super blue hole, war ein echter Augenschmaus und ne echte Grotte, sehr überschau- und leicht betauchbar. Und dann kam er wieder, dieser echte Theo-und-Paul! – Paul hatte Rolf versprochen, nach der kürzlich bei Sturm versenkten Ankerboje zu schauen. Schnell war sie gefunden, allerdings „am (Meeres-)Boden zerstört“. Paul sammelte die Reste der Leine auf und wollte damit auftauchen, kam allerdings mit der durch und durch verhedderten Leine nur bis ca. 5 m. Von dort versuchte er, teilweise mit artistischen Unterwasserfiguren, die Leine zu entwirren. Doch dann: Theo kam, sah und schnitt die olle Ankerleine einfach durch. Unglaublich, wie effektiv und unterschiedlich die Lösungsansätze der Beiden doch sein können.

Bis morgen,
euer Roland


So schön, schön war die Zeit ...

Es musste ja so kommen! Irgendwann ist auch die schönste Zeit einmal zu Ende und mit Tränen in den Augen von Griechen und Nicht-Griechen werden wir uns wohl von den Schönheiten Korfus verabschieden müssen (ich meine natürlich nur die landschaftlichen - drunter und drüber – Wasser ...).

Verlockungen des Kamins
Unser letzter Tauchgang mit der Barakuda und Käptn Rolf - schnief - führte uns zu „La Villa Kamin“, einer schornsteinähnlichen Höhle. Obwohl dies der Schlusspunkt einer Kette von Höhepunkten war, konnten wir es nicht erwarten, ins Wasser zu kommen. Der Eingang des Kamins liegt in 32 bis 35 m Tiefe und ist dort noch recht breit. Nach einem rund 5 m langen Gang mit Kiesboden erreicht man die ca. 5 x 2 m große Hauptkammer, aus der es wie in einem Kamin mit 2,5 m Durchmesser stetig nach oben geht. In ca. 10 m Tiefe gibt es noch einmal eine Engstelle mit etwa 1,5 m Durchmesser. Schwierig von der Oberfläche aus zu finden, setzte Käptn Rolf uns trotzdem wieder punktgenau ab. 

Den Nachmittag verbringen alle unterschiedlich und am Abend treffen wir uns, in gemütlicher Runde um unsere Urkunden entgegen zu nehmen. 

Bis bald in den Grotten Korfus, Ende und Aus,
euer Grottenmolch Roland