ABC  ABC
Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Fuerteventura November 2014

Hallo liebe Tauchausbilder/innen und die, die es noch werden wollen! Natürlich dürfen auch alle anderen Interessierten mitlesen.

Wir freuen uns, euch auch dieses Mal wieder die aktuellen News von der VDST-TL-Ausbildung und -prüfung bieten zu können, die vom 1.11.-10.11.2014 im VDST Dive Center „Deep Blue“ in Caleta de Fuste auf Fuerteventura stattfindet.


Erster Tag - "Eingewöhnungstag"

Was macht man auf einer TL-Prüfung eigentlich so am ersten Tag? Naja,.... man gewöhnt sich ein. Diesmal mit einer Besonderheit, denn es war für alle, auch für den Basisleiter und diePrüfercrew, etwas neu, nämlich die Basis.


Volker hat uns mit einer niegelnagelneuen Basis überrascht und WIR dürfen sie einweihen!
Blick aufs Meer, alles vom Feinsten, das hob die Stimmung am Anfang.
Nach der üblichen Eingangsrede von Theo ging es dann auch Schlag auf Schlag, erstmal 1000m schwimmen. Zur Eingewöhnung. Die gute Nachricht ist: alle haben es gut und ihre Fitness gezeigt.


Soweit so gut ging es nach dem vormittäglichen Schwimmprogramm auch gleich an denersten Tauchgang. Zum Eingewöhnen.

2 Meter Welle, "mäßige" Strömung und natürlich die üblichen Wehwehchen, wenn man auf einer neuen Basis zum ersten Mal taucht.
Die Ausbildercrew hat es im Nachbriefing gut zusammen gefasst: "Der Atlantik hat uns willkommen geheißen". Ja, das hat er allerdings.

Zum Eingewöhnen bekommt man selbstverständlich auch schon ein paar Aufgaben,Wasser-Nase-Reflex und Bleicheck bei Welle und Oberflächenströmung, für uns gar keinProblem. Auch das Tauchen am Zweitautomaten des Partners bereitete niemandem Probleme. Und erst unter Wasser hieß der Atlantik uns WIRKLICH willkommen, gleich zumEingewöhnen mal ein Engelhai, Rochen und jede Menge Fisch, nur damit wir wissen, was uns jetzt die nächsten Tage erwartet.


Insgesamt war es ein erfolgreicher "Eingewöhnungstag", wir haben uns natürlich an noch gar nichts gewöhnt, sind aber gespannt auf den morgigen Tag, Aufstieg unter Wechselatmung...am Felsen...in Bewegung...bei Welle und Strömung...das wird super!

Eyleen Kroll, Miriam Fellner und Gerd Marin


2. Tag „Bäumchen wechsel dich“

Nach der Eingewöhnung am gestrigen Tag lief uns heute schon einiges flüssiger von der Hand. Ein super Frühstück, frisch zur Basis, jeder fand gleich seine Ausrüstung, alle waren einigermaßen rechtzeitig am Boot. Insofern, erstmal ein guter Start.

Der erste Tauchgang sollte uns das Tauchen unter Wechselatmung noch einmal näherbringen, also wurde frei nach dem Motto „Bäumchen wechsel dich“ hin und her von jedem Atemregler mal geatmet. Unter diesem Motto besichtigten einige Tauchgruppen auch gleich mehrere Tauchplätze. Immer mal was neues. Insgesamt war es sehr lehrreich, die Anwärter haben von ihren Ausbildern wieder wertvolle Tipps erhalten und ihren Tauchstil weiter verbessert. Zu sehen gab es selbstverständlich auch wieder jede Menge: Sandaale, Doraden, Zackenbarsche und Muränen haben uns begleitet.

Nach einer erholsamen Mittagspause stand die Aufgabe „Orientierung nach natürlichen Gegebenheiten ohne technische Hilfsmittel“ auf dem Programm. Vorher wurde aber dem Tagesmotto „Bäumchen wechsel dich“ noch Rechnung getragen, die Ausbilder haben unsere „Bäumchen“ besichtigt und uns gute Hinweise zur Ausrüstungskonfiguration gegeben. Die Ausrede „Sonst tauch‘ ich das nicht so, nur hier.“ zählt übrigens nicht. Der zweite Tauchgang des Tages verlief bei allen Gruppen gut, alle haben ihr Boot wiedergefunden und unterwegs auch noch die reiche Unterwasserwelt des Atlantik bestaunt: Engelhaie, große Einsiedlerkrebse, Zackenbarsche und vieles mehr. Nach einem erlebnisreichen Tauchtag stellten die Ausbilder noch einmal klar, was sie von zukünftigen TL 1/2/3 erwarten und Theo verzauberte uns mit seiner Knotentechnik, die zum Teil wahrhaft an Magie grenzt. Aber er hat uns versprochen, dass wir diese Kunst morgen auch erlernen.

Insofern sind wir wieder sehr gespannt auf den kommenden Tag und fallen heute Abend nach einem guten Abendessen und voller neuer Eindrücke und Einsichten zufrieden ins Bett.

 Eyleen Kroll


3. Tag „Rettung naht!“

Heute begann unser Tag mit der guten Nachricht, dass der Wind abgeflaut ist und der Atlantik uns ruhig erwartete. Nach dem Frühstück gab es die übliche Einweisung an der Basis, inzwischen haben sich alle eingelebt und wir haben die neue Basis als unser Terrain „erobert“. Bemerkbar machte sich dies vor allem an der entspannten Atmosphäre und auch an den routinierten Abläufen.



Theo hat uns heute allen erzählt, dass die erste Übung des Tages eigentlich die einfachste und tollste sei: der Aufstieg ohne Flossenbenutzung. Tatsächlich hat alles gut geklappt, nur das Wiederfinden des Bootes nach einem Blauwasserabstieg fiel uns nicht leicht, aber wir lernen ja noch. Gesehen haben wir jedenfalls eine Menge: Barrakudas, Rochen und Zackenbarsche en masse.

Die Mittagspause und der zweite Teil des Tages standen ganz im Zeichen der Sicherheit. Theo hat sein Versprechen gehalten und uns in die Knotenkunst eingeführt, alle haben wie wild geknotet und geübt, sich verknotet und geflucht, aber am Ende haben alle erfolgreich die wichtigen Kniffe zum Einbinden in die Rettungsleine oder zum Einbinden eines Bewusstlosen umgesetzt.

Also: ab zum zweiten Tauchgang und zur Rettung eines bewusstlosen Tauchers in Vorführqualität.


Wir haben vor allem festgestellt, dass die einzelnen Anwärter unterschiedliche Vorbildung in der Vorführqualität hatten, von der rein technischen Demonstrationen bis hin zur schauspielerischen Höchstleistung war alles dabei. Aber unsere Ausbilder haben uns noch einmal gezeigt, worauf es ankommt und wie wir einheitlich eine Rettung demonstrieren, am Ende beherrschten wir es alle gut. Somit verlief auch der  5. Vorbereitungstauchgang gut und auch touristisch großartig, mit Engelhaien und Barrakudas.



Wer dachte nach dem 2. Tauchgang des Tages sei Feierabend, der hatte sich geirrt. Nach der Rückkehr zur neuen Basis ging es am Bootssteg wieder ans üben. Wie bekomme ich einen verunfallten Taucher ohne Gerät nun an Bord oder auf den Steg? Ganz im Sinne des Tagesmottos „Rettung naht!“ stürzten sich alle mit Feuereifer in die Übung, Anwärter flogen ins Wasser, Ausbilder leiteten an, Rettungsschlingen flogen hinterher. Vor allem unsere TL 3-Anwärter Gerd, Jan und Udo waren hier gefordert, sie haben uns gezeigt, wie man jemanden rückenschonend und unfallfrei ins Schlauchboot zieht und wie man jemanden mit Rettungsschlinge auf den Steg befördert. Oft genug waren sie selbst  das „Opfer“.

So ging ein schöner Tauchtag lehrreich zu Ende. Mit dem Ausblick auf den ersten Prüfungstauchgang morgen Nachmittag gehen wir alle mit dem guten Gefühl, uns zumindest gegenseitig retten zu können, in den wohlverdienten Feierabend…

Eyleen Kroll


4. Tag „Und täglich grüßt das Murmeltier“

Nach einem entspannten Frühstück versammelten wir uns auch heute wieder gut gelaunt und voller Erwartung an der Basis. Das Wetter war uns nicht ganz so wohlgesonnen wie gestern, doch das schreckte uns nicht ab. Auf dem Programm stand dasselbe wie gestern, doch heute mit der Besonderheit, dass unser zweiter Tauchgang unser erster Prüfungstauchgang werden sollte. Entsprechend aufgeregt waren alle. Um dieser Anspannung entgegen zu wirken, hatte Theo eine super Idee und eröffnete uns noch vor dem ersten Tauchgang eine Planänderung für morgen: Early- Morning- Apnoedive um 7 Uhr! Danach soll das gewohnte Tauchprogramm folgen. Alle waren begeistert.

Der erste Tauchgang führte uns wieder zum Blauwasserabstieg nach El Mirador und El Portal, bei guter Sicht und wenig Strömung entdeckten wir wieder einen großen Rochen und viel Fisch.



Die Bootscrew hat uns perfekt abgesetzt, sodass die Orientierung für alle Gruppen gut zu meistern war. Ein neues Element war die Fuchsjagd, die alle Gruppen gut bewältigten. Unsere Ausbilder gaben uns wieder wertvolle Tipps zur Umsetzung der Übungen und zum Umgang mit der Boje in Vorbereitung auf den ersten Prüfungstauchgang am Nachmittag.

Nach der Mittagspause ging es dann auch, genau wie gestern, an den zweiten Tauchgang: Demonstration der Rettung eines verunfallten Tauchers in Vorführqualität und anschließendes Verbringen des Verunfallten an Bord. Nach der gestrigen Schulung durch unsere Ausbilder gelang uns diese Übung gut und in der gewünschten Vorführqualität. Der Atlantik belohnte uns mit viel Fisch und einem schönen Engelhai. Insgesamt lief der erste Prüfungstauchgang für alle befriedigend. Die Anwärter waren natürlich gespannt auf die Notenvergabe und es gab selbstverständlich nach dem eigentlichen Nachbriefing noch etliche weitere Briefings, doch alle konnten zufrieden sein.

Nach unseren Tauchgängen und den Nachbriefings planten unsere TL-3-Anwärter mit uns noch den Ablauf für das morgige Apnoe-Special, sodass das Frühstück nach dem ersten Tauchgang gesichert sein sollte. Wir werden sehen und sind gespannt auf unseren 2. Prüfungstag.


5. Tag „Atemlos“

Heute begann unser Tag früh, schon vor der ersten Morgendämmerung herrschte an der Basis reges Treiben. Unsere TL-3-Anwärter haben die Apnoe-Übungen für uns vorbereitet: Streckentauchen startete um 6:45 Uhr. Alle, auch die Ausbilder, waren etwas müde, doch nach den ersten Runden im kühlen Nass waren alle voll dabei. Die 25 Meter Streckentauchen mit abschließendem Palstek waren für alle Anwärter kein Problem. Danach hieß es anrödeln und ab zum ersten Tauchgang. Das Tieftauchen fand unter erschwerten Bedingungen bei auflaufendem Wasser und ordentlich Welle direkt an der Boje statt, doch auch das meisterten alle Beteiligten problemlos. Aber schließlich hatten wir auch ein Ziel, denn Frühstück gab es nur bis halb elf!

Nach dem Apnoe verlief der 2. Prüfungstauchgang wieder für alle befriedigend, die Bedingungen waren durch Strömung und getrübte Sicht nicht ganz einfach, aber wir alle sind inzwischen gut eingetaucht und durch unsere Ausbilder vorbereitet und so lief auch der Tieftauchgang mit Knoten- und Matheaufgaben auf 40 Metern und anschließendem Luftmanagement gut. Letztlich lechzten alle, Ausbilder wie Anwärter, nur nach Kaffee und Frühstück. Und tatsächlich, pünktlich um viertel nach 10 waren alle beim Frühstück und stolz, schon so viel geleistet zu haben. In den entspannten Nachbriefings mit vollem Magen und den wieder sehr schönen Eindrücken der Tauchgänge wurden die gelungenen und weniger gelungenen Momente des Tauchgangs gemeinsam mit den TL-3-Anwärtern (jetzt Co-Ausbilder) besprochen und bewertet.

Nach diesem schwungvollen Start in den Tag und einer entspannten Mittagspause ging es an den zweiten Teil des Tages, der 3. Prüfungstauchgang wartete auf uns. Das Orientieren ohne technische Hilfsmittel haben wir in den Vorbereitungstauchgängen ja schon geübt, deshalb verliefen die Tauchgänge super und alle genossen die besseren Bedingungen: gute Sicht, wenig Strömung, viel Fisch,  Rochen und Schnecken.

Wer jetzt jedoch dachte damit sei genug geschafft für heute, der irrte. Ganz nach dem Tagesmotto „Atemlos“ gingen wir nach dem Nachbriefing noch gemeinsam mit unserer Ärztin Dr. Heike Gatermann der Frage nach: Was machen wir mit einem verunfallten Taucher, der nicht mehr atmet? Sehr praxisnah wurden Fragen zum Verhalten bei Tauchunfällen geklärt und natürlich auch praktisch unser Wissen zur HLW und Ersten Hilfe getestet.


So geht jetzt mit der untergehenden Sonne wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende, alle sind geschafft und müde, aber stolz auf die bewältigten Aufgaben und voller Erwartung, was unsere Ausbilder morgen für uns geplant haben.

Eyleen Kroll


6. Tag „Endspurt“

Der heutige Tag begann für uns wie gewohnt, ein reichhaltiges Frühstück und dann ab zur Basis.

Alle waren in ausgelassener Stimmung, denn heute war unser letzter vollständiger Tauchtag. Auch die Ausbilder waren gut gelaunt, bei sonnigem Wetter und wenig Wind waren die Bedingungen sehr angenehm. Trotzdem waren auch heute wieder zwei Prüfungstauchgänge zu bewältigen.


Zunächst stand der Aufstieg unter Wechselatmung noch einmal auf dem Programm, die Gruppen suchten sich mit ihren Ausbildern einen schönen Platz aus, so wurde heute am El Mirador und El Tazar getaucht. Inzwischen sind wir gut eingespielt und die Übungen klappten reibungslos, was die sowieso gute Stimmung weiter hob. Nach den Übungen genossen alle Tauchgruppen die Schönheit des Atlantiks: frei schwimmende Engelhaie, Kolbenanemonen, Gespensterkrabben, Muränen und Zackenbarsche wurden bestaunt. In den Nachbriefings und der anschließenden Benotung reflektierten die Ausbilder und Co-Ausbilder wieder gemeinsam mit den Anwärtern die Stärken der Tauchgänge und beleuchteten auch verbesserungsfähige Teile. Nach fast einer Woche funktionieren wir als ein gutes Team zusammen.


Nach einer etwas kürzeren Mittagspause ging es direkt an den zweiten Tauchgang. Als Übung stand das Abtauchen ohne Maske auf dem Programm, dazu hielt unser TL-3-Anwärter Udo uns ein Kurzreferat, um die Schwierigkeiten und Sicherungsaspekte noch einmal zu beleuchten. Nach dieser Einweisung meisterten alle Anwärter die Aufgabe problemlos und konnten sich danach auf den touristischen Aspekt des Tauchgangs konzentrieren.


Beim abendlichen Ausklang an der Basis wurde so manch einer von der Tatsache überrascht, dass heute schon Freitag ist und morgen früh der letzte gemeinsame Prüfungstauchgang ansteht. Wir sind fast etwas wehmütig, aber noch bleibt uns ein Tag und ein letzter Tauchgang, bei dem wir alle noch einmal zeigen wollen, dass wir das Zeug zum TL1/2/3 haben!


7. Tag „Wenn‘s am schönsten ist, soll man aufhören“

Heute war es soweit, der letzte Tauchgang erwartete uns. Alle genossen noch einmal die Routine: Frühstück, ab zur Basis, Tauchsachen fertig machen, Gruppeneinteilung diskutieren, Briefing vor dem Briefing und dann auf das Referat warten. Die Stimmung war ausgelassen, das Wetter super, und alle waren auch schon etwas traurig.

Unser letzter Tauchgang sollte ein anspruchsvoller, dekompressionspflichtiger Tieftauchgang werden, und unsere Ausbilder hatten wieder zwei schöne Plätze für uns rausgesucht: La Pyramide und El Mirador. Alle haben noch einmal gezeigt, was in ihnen steckt, und die Tauchgänge liefen reibungslos. Der Atlantik verwöhnte uns noch einmal mit Bonitos, Barrakudas und Korallen, und unser Bootsführer drehte mit uns am Ende noch einmal eine schnelle Ehrenrunde mit dem Schlauchboot. Insgesamt war es ein gelungener letzter Tauchgang.


Zurück an der Basis eröffnete uns Theo, dass alle Anwärter die praktische Prüfung bestanden haben! Das hob die Stimmung noch weiter an. Einige von uns schlossen den Tag mit einem Spaßtauchgang ab und konnten neben Schnecken und Zackenbarschen auch ein Engelhaipaar beobachten.

Am Abend feierten Ausbilder und frischgebackene TL 1/2/3 gemeinsam die erfolgreiche Prüfung und genossen die entspannte, kollegiale Atmosphäre. Die TL- Anwärter hatten sich natürlich einige Späße für ihre Ausbilder ausgedacht: pantomimische Darstellungen, spontane Kurzreferate und lustige Anekdoten der Woche rundeten das Abendprogramm ab. Natürlich gab es auch noch kleine Geschenke für die Ausbilder, vor allem aber auch für Volker, den Leiter der Basis Deep Blue Diving, und seine Crew, die uns die ganze Woche toll unterstützt haben.

Insgesamt war es eine lehrreiche, spaßige, anstrengende und aufregende Woche, die wir sicher nicht vergessen werden. Doch man soll aufhören, wenn es am schönsten ist…

Eyleen Kroll