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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Weiterbildung auf Menorca

Vom 1. bis 8. Juni 2014 findet wieder das Ausbilderseminar zur Spezialkurs-Abnahmeberechtigung “Sporttauchen in Meeresgrotten” statt, in diesem Jahr auf Menorca in Spanien

Hier aktuelle Bilder und Berichte von dieser Veranstaltung


Grottentauchen auf Menorca: das Jahr der Veränderungen

Beliebter denn je, gibt es beim Grottentauchen mit Theo und Paul in 2014 eine ganze Menge Veränderungen. Nein, Theo und Paul haben sich nicht scheiden lassen! – Und ja, die beiden haben Nachwuchs bekommen: mit Volkmar Lehnen ist ein erfahrener Höhlentaucher und Ausbilder im Team, um die zunehmende Nachfrage an dem Erfolgskurs zu bewältigen.

So beständig das Ausbilderteam ist, so flexibel und ideenreich sind sie bei der Suche nach neuen, interessanten Grottentauchplätzen. Und die haben sie mit der Basis Poseidon von Helge Rübsamen auf Menorca bestens ausgewählt. Nach dem theoretischen Einstieg in das Grottentauchen im Hotel Bahia mit Blick auf die malerische Cala Santandris ging es am Montagnachmittag gleich zum ersten Tauchplatz, wo der „Helicopter“ – auf der Stelle drehen - und der Frogkick geübt wurden. Da war schon ganz schön was los unter Wasser, denn die 3 Gruppen mit je 5 Tauchern durften nicht durcheinander geraten. Aber das hatten die erfahrenen Ausbilder schon in der Theorie angesprochen. „Wir müssen aufpassen, dass sich die Gruppen unter Wasser nicht vermischen, was wir mit speziellen Zeichen erreichen können,“ bemerkte Paul, woraufhin von Theo spontan die Lösung kam: „Also ich nehme immer einen Regenschirm mit ...“

Den werden wir wohl bei schönstem Wetter auch unter Wasser nicht benötigen, hofft euer Tauchberichterstatter Roland. Hasta luego und bis morgen dann aus Menorca ...


Menorca´s schönster Tauchplatz

In einem wahren Labyrinth mussten sich Dienstagmorgen die Grottentaucher um Volkmar, Paul und Theo am Tauchplatz Punta Quintera zurecht finden. War es doch nicht ganz so einfach, sich in dem Wirrwar aus Canyons, Durchbrüchen und Verbindungsgängen zu orientieren und zurück zum Schiff zu finden. Und nach dem Tauchgang konnten auch wir nur bestätigen, was Basisleiter Helge Ruebsam bereits vor dem Tauchgang mit einem Glänzen in den Augen verkündete: “Dies ist mein Lieblings-Tauchplatz hier auf Menorca!”

Vor 35 Jahren erlernte Helge das Tauchen auf Menorca und seitdem hat ihn die Freiheit unter und über Wasser nicht mehr los gelassen. So verwundert es nicht, dass sich Helge und Erich Wasserfallen getroffen haben und schnell einig wurden. Der Schweizer leitet das Bahia, 1983 als erstes Strandhotel Menorcas gegründet, mit viel Liebe und suchte für seine Tauchbasis Poseidon einen Tauchlehrer und Basisleiter. Nun ist Helge bereits seit 6 Jahren hier und entdeckt von Anfang Mai bis Ende Oktober mit 25 bis 40 Tauchern jeden Tag aufs Neue die Schönheiten der Unterwasserwelt Menorcas, die sich fast mit einem Schweizer Käse vergleichen lässt. 20 Tauchplätze, die überwiegend an der Westküste liegen, mit Highlights wie dem Pont d´en Gil, dem Barakuda Riff, dem Cala Cigona oder dem Wrack der Malakoff, gilt es zu entdecken.

Der symphatische Mittfünfziger liebt die Natürlichkeit der Insel und die gleichzeitig schroffe Unberührtheit. Taucher und gleichermaßen Nichttaucher finden hier noch Orte der Ruhe fern vom Massentourismus. Ein idealer Platz also für ein besonderes Seminar wie das Grottentauchen. Mit dem Nachmittags-Tauchgang am Sa Cova de Cap de Banos führten uns Theo, Paul und Volkmar in eine wunderschöne Grotte, die nichts zu wünschen übrig ließ, was man von einem Spezialkurs Sporttauchen in Meeresgrotten erwarten würde.

Mit strahlendem Sonnenschein von Menorca verabschieden sich für heute eure Grottentaucher.


Europa´s größte Unterwasser-Grotte

Am Mittwochmorgen war es soweit: Halbzeit und gleichzeitig ein neuer Höhepunkt. Wir tauchten in die größte Unterwasser-Grotte Europa´s, dem Pont d´en Gil. Gigantisch, dieses Wunder der Natur in seiner vollen Pracht (neoprene-)hautnah erleben zu können. Sehr anschaulich im wahrsten Sinne des Wortes wurde heute eines der wichtigsten Ziele des Spezialkurses Sporttauchen in Meeresgrotten, das “sichere Erlebnis-Tauchen”, von unseren Ausbildern und dem Basisleiter umgesetzt. Die Fahrt mit dem Boot dorthin war schon ein kleiner Vorgeschmack auf die Gewalten der Natur, hatten wir doch eine ganz schöne Welle zu überstehen. Aber Bootsführer Helge brachte uns sicher an den Ausgangspunkt unseres einzigartigen Tauchabenteuers. Der Rückweg war zwar nicht leichter, die Glückseligkeit des erlebten Tauchgangs jedoch ließ Vieles um uns herum einfach vergessen … :--))

Mit voll aufgeladenen Hauptlampen, zusätzlichen Backup-Lampen und gut gefüllten Tanks schnorchelten wir erst einmal vom Ankerplatz zum Einstieg, der nach Durchtauchen eines gigantischen oberhalb der Wasseroberfläche befindlichen Torbogens auf ca. 12 m Wassertiefe lag. “Der Einstieg ist so groß, dass sogar unser (… 12 m langes …) Boot quer durchpassen würde,” beschrieb Helge das riesengroße schwarze Loch, in das wir uns hineinwagen wollten. Nur wenige Meter in die Grotte getaucht, gelangten wir in eine riesige Kaverne, die durch ihre zahlreichen Stalagtiten, Stalagmiten und Stalagnaten mehr einem gigantischen Dom gleicht. In der großen Luftblase aus Frischluft aufgetaucht, nehmen wir den Atemregler aus dem Mund, schieben die Tauchmaske nach unten und bewundern mit immer noch offenem Mund dieses Naturwunder.

In ganz frühen Zeiten lag die rd. 250 m lange Grotte am Steintorbogen Pont d´en Gil im Nordwesten Menorca´s einmal oberhalb der Wasseroberfläche. So konnten die zahlreichen pittoresken Stalagtiten (die sich durch nach unten laufende kalkhaltige Tropfen bilden), Stalagmiten (da bildet sich der Stein von unten nach oben durch die auf eine Stelle fallenden Tropfen) und die Stalagnaten (das sind zusammengewachsene Stalagtiten und Stalagmiten) entstehen. Im Laufe der Zeit und mit steigendem Meeresspiegel überflutete die Grotte und ist heute eine der schönsten und größten betauchbaren Grotten der Welt. Wie soll man etwas so Atem raubendes realitätsnah schildern? Nein, das ist einfach unbeschreiblich. Nicht unmöglich ist aber, dieses Abenteuer selbst zu erleben. Und am Besten mit Theo, Paul und Volkmar im nächsten Jahr, wenn ihr schnell genug bei der Anmeldung seid … :--))

Der Nachmittag mit dem Betauchen einer Grotte und eines Canyons am Punta Quintana sowie der Rettungsübung eines Tauchers mit dem langen Schlauch beendete einen ereignisreichen Grotten-Tauchtag auf Menorca.

Buenos noches und süße Träume von traumhaften Grotten wünscht euch euer Traumtaucher (nicht –tänzer) Roland.


El Faro leuchtet uns den Weg!

Die längste Bootsfahrt bisher hatten wir am Donnerstag zu unserem ersten Tauchplatz. El Faro, der Leuchtturm an der Südspitze Menorca´s, erwartete uns zu einem weiteren spannenden Tauchgang. Nach rd. 40 Minuten relativ ruhiger Fahrt bogen wir am Faro um die Ecke und wussten: dieser Tauchplatz hat es in sich und einige Überraschungen zu bieten. Denn nun wurde die See etwas unruhiger und auch der Magen von so manchem Tauchkollegen erinnerte sich schmerzhaft an das schmackhafte Frühstück von vor 2 Stunden.

Wer die Tauchplatzbeschreibung verstanden hatte, schaffte es auch nach kurzer Zeit zu dem ca. 15 m tiefen Sandflecken, auf dem wir einige Rochen beobachten konnten. Immer wieder fasziniert es, mit welcher Eleganz sich diese Tiere trotz Strömung fortbewegen und uns wird klar, welches Bild wir wohl in dieser Situation für den gemeinen Rochen abgeben müssen. Allzu leicht fiel uns das Tauchen dort nicht, kachelte die Strömung doch ganz schön um die Ecke des Leuchtturms, der ja nicht ohne Grund seinen Platz hier gefunden hatte. Einem Wunder gleich landeten wir trotz recht heftiger Stromung direkt vor der Grotte, deren Namen wir nun verstanden hatten: das UFO ! – Groß genug um unsere gesamte Gruppe mit in den Hyperraum zu befördern, tauchten wir hinein und wer seine Tauchlampe ausgestellt ließ konnte einen überirdischen Blick in die unendlichen Weiten des (Unterwasser-) Weltraums genießen. Schnell mussten wir uns jedoch zurück beamen, wartete doch der Rest der Gruppe auf die weiteren Herausforderungen unseres morgendlichen Tauchgangs. Diese stellten sich auch prompt in Form einer heftigen Gegenströmung ein: komisch, immer kommt die Strömung von vorne und gegen mich, denke ich noch während mir der Schweiß in meinen Nass-Tauchanzug rinnt - oder war es etwas anderes ?


Blaue Grotte in voller Pracht

Wenn ihr einmal 20 Taucher mit Tränen in den Augen sehen möchtet, hättet ihr nur heute mit uns zur Blauen Grotte fahren müssen. Unser letzter Tauchgang mit Helge Ruebsam und den 3 Musketieren Theo, Paul und Volkmar führte uns zu einem letzten Highlight Menorcas, der Blauen Grotte. Nicht etwa weil der Insel die spektakulären Tauchplätze ausgehen. Nein, gar nicht, aber leider neigt sich unser Seminar zum Sporttauchen in Meeresgrotten bereits dem Ende zu.

In voller Fahrt – nein, natürlich nicht, das tun nur Piraten … :--)) –, eigentlich nur ohne Anker zu setzen, springen wir gruppenweise vor dem Einstieg ins Wasser. Spätestens beim Eintauchen in die Blaue Grotte kommt jedem Taucher die Erleuchtung zur Namensfindung: Die Grotte hat in der Felsendecke ein großes Loch, durch welches Tageslicht die Grotte erhellt und man mit Blick nach unten zum Grottenausgang ein wunderschönes blaues, fast unterwasser-überirdisches Licht erblickt. Geblendet und beschwingt von diesem Anblick, tauchen wir ab in 2 weitere Grotten und setzen unseren Tauchgang nach Verlassen der Blauen Grotte in Richtung Südwesten, also grob Richtung Tauchbasis, fort. An der Wasseroberfläche begleitet uns Helge mit dem Boot, um uns zum Ende des Tauchgangs wieder alle einzusammeln.

Während wir noch die eine oder andere kleinere Grotte entdecken und wildentschlossen so manchen Durchgang durchtauchen, ist unser Spezialkurs schon zu Ende. Wehmütig tauchen wir an der Poseidon auf und fahren ein letztes Mal auf heute spiegelglatter See zur Tauchbasis.

Während der Rest des Tages von jedem Teilnehmer ganz unterschiedlich verbracht wird, treffen wir uns am späten Nachmittag noch zu einem weiteren wichtigen Ausbildungsteil, dem Legen der Orientierungsleine wie es beim Höhlentauchen üblich ist. Dies ist ein besonders interessanter Abschnitt in der Ausbildung des Grottentauchens, gehört es doch eigentlich in den Bereich des Höhlentauchens, gibt aber uns allen Einblicke in die Möglichkeiten einer weiteren Ausbildung etwa zum Höhlentauchen. Mit verbundenen Augen hat jeder einmal die Möglichkeit, der von Volkmar gelegten Leine zu folgen und spürt dabei, dass es nicht so ganz einfach ist, sich in völliger Dunkelheit einem “so dünnen Nichts” anzuvertrauen.

Abends treffen wir uns ein letztes Mal gemütlich und lassen das Erlebte noch einmal Revue passieren. Dass wir uns da auch eine kleine Überraschung für unsere 3 Musketiere ausgedacht haben, darf ich leider nur an dieser Stelle andeuten … :--))

Wer nun Lust bekommen hat, geheimnisvolle Grotten zu entdecken und dabei sicher zu lernen, eine ganz besondere Form des Erlebnistauchens auch als Kurs anzubieten, dem kann ich nur Eines raten: schnellstmöglich bei Paul Mai anmelden !!!

Ein letztes Mal grüßt euch mit einem herzlichen Adios von Menorca

Euer Roland