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Tauchausbildung

Impressionen Tauchlehrer-Prüfung - Fuerteventura August 2015

Hallo liebe Tauchausbilder/innen und die, die es noch werden wollen! Natürlich dürfen auch alle anderen Interessierten mitlesen.

Wir freuen uns, euch auch dieses Mal wieder die aktuellen News von der VDST-TL-Ausbildung und -prüfung bieten zu können.


Erster Tag

Nach einer teilweise hungrigen Anreise (Verpflegung im Flieger nur bis Reihe 9 , der Rest hatte einfach verloren) sind wir abends in dem überraschend weitläufigen Barcelò Castillo Beach Resort  auf Fuerteventura angekommen. Bei einem gemeinsamen Abendessen konnten wir uns gegenseitig kennen lernen.  Die Teilnehmer der Prüfung setzen sich aus 5 TL 2 - Anwärtern, 4 TL 1 - Anwärtern, 3  Prüfern und einem Doktor zur medizinischen Unterstützung des Teams zusammen. 2 Gäste begleiten uns während dieser Woche. Vertreten sind die Landesverbände TLN, LTV TH, BLTV, BTSV und der WLT.

Der erste Tag begann mit einer Einführung durch Theo in die Abläufe und Erwartungen an die Prüfungsteilnehmer. Durch einen der Leiter der hervorragend organisierten Basis "Deep Blue Diving" - Volker - wurden wir in den Basisalltag eingewiesen.

Erste Übung und gleichzeitig Eingewöhnung in das Blaue Wasser des Atlantiks waren die 1000 m Schnorcheln mit ABC Ausrüstung. Super organisiert konnten wir zügig danach unseren ersten "Gewöhnungstauchgang" beginnen. Bestandteile des Tauchgangs waren Bleicheck, Check des Wasser-Nase-Reflexes und das Aufsuchen einer Tiefe von 5m ohne technische Hilfsmittel. Dabei sind uns Geißbrassen, Zackenbarsche, Trompetenfische, eine Warzenschnecke und andere Schönheiten der lokalen Unterwasserwelt begegnet. Gegen Ende des Tauchgangs begrüßte ein Rochen Theo hier zurück auf Fuerteventura.


Zweiter Tag

Bei typischen Bedingungen für Fuerteventura - immerhin 6°C- 7°C kälter als aktuell in Deutschland, aber dafür sonnig - starteten wir in den zweiten Tag der Praxisausbildung. Der TLvD Torsten versorgte uns mit allen nötigen Informationen für den Ablauf des Vormittages. Dazu gehörten auch die gezeitenbedingten Strömungsverhältnisse an den geplanten Tauchplätzen El Tazar und El Mirador.

Im ersten Tauchgang des Tages konnten wir bei wechselnden Strömungsrichtungen - je nach Tiefe und Riffausrichtung - unsere Fähigkeiten bei der Wechselatmungsübung unter Beweis stellen. Die Übung wurde unter Beachtung des Grundverlaufes durchgeführt, so dass wir trotz der Strömung zu unserem geplanten Ziel zurück tauchen und die Fischwelt beobachten konnten. Zur Übung haben wir am Ende des Tauchgangs unsere Bojen gesetzt - mit einem Spezialauftrag von Theo - unter Nutzung der Luft aus unseren Jackets. Die erfahrenen Bootsführer flogen mit uns förmlich über die Wellen zu den Tauchplätzen und Zurück - ein zusätzliches Highlight des Tages =).

Die Oberflächenpause nutzten wir, das Verbesserungspotential unserer Ausrüstungen auszuloten. Zur Vorbereitung unseres 2. Tauchgangs am Tag - Rettungsübung - gab es einen kurzen Exkurs in die Knotenkunde zum Retten eines verunfallten Tauchers mit nützlichen Tipps von Theo.

Unser TLvD Josef klärte die organisatorischen Dinge für den Nachmittag. Zum 2. Tauchgang sind wir zu den Tauchplätzen Anfiteatro und Barranco gefahren. Neben der Übung kam auch das Sightseeing nicht zu kurz. Abschluss des Tauchgangs bildete das Abschleppen eines verunfallten Tauchers bis zum Boot. Die Fahrt in den Hafen wurde von fliegenden Fischen begleitet.

Schlussendlich versammelte sich die Teilnehmertruppe, um den zweiten Praxistag in geselliger Runde in diesen Zeilen Revue passieren zu lassen.


Dritter Tag

Wie jeden Tag trafen wir uns nach dem gemeinsamen Frühstück um 10 Uhr an der Basis. Heute lernten wir etwas über Tauchtheorie und die reale Praxis dazu, es stand der Aufstieg ohne Flossenbenutzung aus großer Tiefe an. Unser TLvD Daniel bereitete uns auf die von der Basis befürchtete starke Strömung vor, wonach explizit Tauchplätze ausgewählt wurden, die einen potenziellen Strömungschatten bieten sollten. Nach den entsprechenden Gruppenbriefings ging es mit zwei Booten hinaus zu unseren Tauchplätzen El Muellito bzw. La Emboscada. Am Anker angekommen wurden wir mit den harten realen Tauchbedingungen des Atlantiks konfrontiert - keine Strömung =)! Die Tauchplätze waren also perfekt ausgesucht. Entsprechend problemlos konnten wir die vorgegebene Zieltiefe von 40m aufsuchen und mit der Übung beginnen. Während des Aufstiegs wurden wir von einem Schwarm jagender Zackenbarsche überrascht. Zum Ende des TGs haben wir den Sicherheitsstopp im "Freiwasser" an unseren Bojen verbracht.

Auf der Heimfahrt demonstrierte uns der Skipper, wie schnell 200 PS ein Schlauchboot bewegen können - die Frisur saß.

Nach einer verkürzten Mittagspause starteten wir um 14 Uhr am Hausriff in die zweite Runde. Unser TLvD Jens legte für uns als Einstieg den phantastischen Freiwasserpool der Tauchbasis fest. Von dort aus konnten wir direkt zum Hausriff hinaus tauchen. Übungsinhalt des Tauchgangs war die Fuchsjagd -  Simulation einer Luftnotsituation und anschwimmen eines Tauchers von hinten aus 15 m Entfernung. Während des Tauchgangs entdeckten wir neben den üblichen Fischen am Riff zahlreiche Seehasen, andere Nacktschnecken, einen Oktopus, Sepia und sogar Seepferdchen.

Begleitet wurde der Tauchgang von einem Paparazzo, der für zukünftige VDST Lehrunterlagen ein paar schöne Fotos schoss. Wir freuen uns auf die Ereignisse der nächsten Tage - bleibt gespannt, Fortsetzung folgt...


Vierter Tag

Es wird ernst...

Am Vormittag fand der letzte Vorbereitungstauchgang statt. Wir wurden vom Boot im Blauwasser ausgesetzt und mussten den freien Abstieg kontrolliert in mehr als 40m Tiefe stoppen. Während über Wasser noch Wind und Wellen nicht jedermanns Sache waren, erschwerte uns nun die Strömung den Rückweg zu den Ankerbojen.

Nicht jedes Ohr wollte einen schnellen Abstieg mitmachen, so dass eine Gruppe gleich um einen ganzen Tauchplatz weiter versetzt wurde. Damit war die seltene rote Koralle, für die unsere Ausbilder ihre gesamte Fotoausrüstung mitgenommen hatten, in unerreichbare Ferne gerückt. Dies gelang (selbstredend unabsichtlich) nur der Gruppe ohne Fotoausrüstung, die dann auch noch zum Ende des Tauchgangs beim Boje-Setzen in Strömung Erfahrungen sammeln konnte.

Das Übungsziel - Rückkehr zum Boot mit gleichmäßig 50bar Restdruck - wurde von allen Teilnehmern erreicht.

Am Mittag startete dann die Vorbereitung des ersten Prüfungstauchgangs. TLvD Stephan musste als erstes verkünden, dass der Tauchplatz und die Boote noch von anderen Gästen der Basis angefahren worden sind, deren Rückkehr abzuwarten war. Die Zeit nutzte Theo, um den Bewertungsschlüssel für die anstehenden Prüfungen vorzustellen.

Schon bei den Briefings der Tauchgruppen zeigte sich, dass alle unter der Prüfungssituation besonders konzentriert vorgehen wollten. Die Anspannung lockerte sich ab dem Einstieg ins Boot umso mehr, je näher wir dem Tauchplatz kamen. Hier zeigte sich, dass wir aus den Vorbereitungstauchgängen und den Hinweise unserer Ausbilder einiges gelernt haben: das Tarierungsverhalten beim Hinterhertauchen war weitgehend kritikfrei und auch beim Setzen der Boje fanden wir bessere Positionen als zuvor.

Fazit für die weiteren Prüfungstauchgänge: Das Briefing muss immer strukturiert, kurz und prägnant sein, ohne nötige Informationen zu vergessen. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team, bei dem die Organisation und Abläufe über wie unter Wasser schnell und gut funktionieren (müssen). Im Wasser bleiben uns viele Bekannte treu - Rochen, Seehasen, Tunfische, Barrakudas, Sardellen, Zackenbarsche, Oktopusse, zurückstechende Seeigel - jede Menge Sand und Felsen sowie das ein oder andere Grünzeug und natürlich der weite, offene Atlantik.



Fünfter Tag

2. Tag, gespickt mit Prüfungsaufgaben...

Der erste Prüfungstauchgang des Tages führte uns an die Tauchplätze El Mirador und El Piramida. Aufgabe war ein Freiwasserabstieg ohne Grundsicht auf 40+ m Tiefe. Dort sollte eine Luftnotsituation simuliert werden und unter Wechselatmung ein Aufstieg entlang des Grundverlaufs durchgeführt werden. Als zusätzliche Schwierigkeit musste der Weg zum Ankerplatz anhand der Felsformationen und der Tauchplatzbeschreibung erkannt und wiedergefunden werden. Gleichzeitig war ein souveränes Auftreten der Gruppenführer gefordert, um trotz der vielen Aufgaben Spaß beim Tauchen zu vermitteln. Als i-Tüpfelchen setzen wir am Ende des Tauchgangs unter Wechselatmung die Boje. Der aufgefrischte Wind der letzten Tage erschwerte uns den Einstieg in die Boote durch den hohen Wellengang.

Zur Mittagspause gab Jens als TLvD des Vormittags seine Aufgaben an Daniel für den Nachmittag ab. Die beiden sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Prüfungstages.

Die Prüfungsaufgaben des Nachmittags drehten sich um das Thema Retten und Transport. Der Tauchgang führte uns auf 30m, um dort eine Rettungsübung in Vorführqualität zu demonstrieren. Den Weg bis zur nächsten Übung im Tauchgang sollten wir mit dem Vermitteln von Spaß am Tauchen füllen: Beim Springen von Strömungsschatten zu Strömungsschatten sowie dem Durchtauchen von Felsspalten und Driftabschnitten wurden wir von Schwärmen von Zackenbarschen und einigen Geisterkrabben argwöhnisch beäugt. Den Tauchgang beendeten wir mit dem Retten eines verunfallten Tauchers aus 5m Tiefe incl. dem Abschleppen bis zum Boot.

Zurück an der Basis wurden die letzten Rettungsschritte: Anschwimmen eines bewusstlosen Tauchers, Abschleppen und Verbringen ins Boot und schließlich Transport des Verunfallten ans Land wurden in verschiedenen Varianten durchgeführt. Zusätzlich wurden Themen wie die Rettungskette, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Sauerstoffversorgung, stabile Seitenlage und Schocklage in wechselnden Rollen praxisnah geprüft. Dabei haben sich alle Teilnehmer richtig ins Zeug gelegt und kamen kräftig ins Schwitzen.

Zum Abschluss des Tages wurden die Tauchgänge in den Nachbriefings kritisch analysiert und durch die Prüfer bewertet. Auch morgen werden wir uns wieder in die Fluten stürzen und uns den Herausforderungen des Atlantiks stellen. Bleibt am Ball...


Sechster Tag

Ein auffrischender Wind blies bereits am frühen Morgen durch die Blätter der Palmen. So kündigte sich schon vor dem Sonnenaufgang ein rauer Tag auf See an.

Die Berichte einer zurückkehrenden Tauchgruppe bestärkten unsere Hoffnungen auf einen Drifttauchgang - sie hatte wegen der Strömung mit einem einzigen Tauchgang vier Tauchplätze durchquert. Auch bei diesen Bedingungen muss ein TL des VDST einen sicheren Tauchbetrieb gewährleisten können.

Die Aufgabe des ersten Tauchgangs war es, eine situationsgerechte Planung inkl. Luftverbrauchsberechnung und Ausweichplan zu erstellen. Prüfungsbestandteil sollte ein Tieftauchgang mit eingebautem Tauchen ohne Maske an geeigneter Stelle sein. Zusätzlich wurde die Anforderung gestellt, dass alle Mitglieder der Gruppe mit gleichem Luftvorrat von 50 bar den Ausstieg erreichen. Trotz aller Erwartungen hielt sich die Strömung während unserer Wasserzeit in Grenzen.

Die vielen Übungen hielten uns nicht davon ab, einige Bewohner des Atlantiks zu beobachten, besonders hervorzuheben ist eine Schildkröte. Auch ohne Maske konnte man diese noch gut erkennen - die Übung wurde natürlich für die Betrachtung unterbrochen.

Die hohen Wellen, der Stress bei den Teilnehmern und die kräftige Sonne hinterließen ab dem Nachmittag ihre Spuren - die ersten krankheitsbedingten Ausfälle (Aussetzer für den Nachmittagstauchgang) veränderten die Planung für den Nachmittag. Unsere TLvD Annie und Jens hatten den Tag über dementsprechend alle Hände voll zu tun und organisierten den Tauchbetrieb wieder hervorragend.

Im zweiten Tauchgang mussten wir unsere Orientierungsfähigkeit ohne Nutzung technischer Hilfsmittel unter Beweis stellen. Die Prüfer führten die Tauchgruppen in der ersten Hälfte des Tauchgangs in ein recht unübersichtliches Gebiet mit vielen Felsblöcken, Spalten und Durchbrüchen. Die zweite Hälfte musste durch die Tauchgruppe selbst geführt werden. Ziel war die sichere Durchführung des Tauchgangs mit einem zeit- und dekogerechten Erreichen des Ausstiegs. Besonderes Highlight des Tauchgangs war ein Schwarm großer Bonitos und die Bergung eines verlorengegangenen Tauchcomputers einer Gruppe vom Vormittag. Das Profil dieses Wiederholungstauchgangs forderte unsere Erfahrungen bezüglich Luftmanagement und Gruppenführung.

Anschließend brachte uns Volker sicher und sanft vom Tauchplatz über den aufgewühlten Atlantik bei strahlendem Sonnenschein und frischem Wind zurück zur Basis. Wir sind gespannt auf die Herausforderungen des letzten Prüfungstauchgangs morgen Vormittag. Surft weiter auf unserer Welle und bleibt im Boot...


Letzter Tag

Auch am letzten Tag der Prüfung gibt es wieder herrlichen Sonnenschein. Ein mäßiger Wind hält die Wellen am Leben und allen Teilnehmern ist die Anstrengung der letzten Tage anzusehen... Weitere krankheitsbedingte Ausfälle sind zu verzeichnen, was zusätzliche Stressmomente bei den Betroffenen hervorruft. Gleichzeitig ist aber auch eine Entspannung der gesamten Stimmung aller Anwesenden zu spüren.

Unser TLvD Robert hatte in den letzten Tagen bereits Vorbereitungen für unsere Abschlussfeier heute Abend getroffen und stellte uns die genauen Details vor dem Tauchgang vor. Beim Ablauf des Tauchbetriebes konnte er auf das mittlerweile eingespielte Team bauen und die Vorbereitungen zum Prüfungstauchgang gingen sehr routiniert von statten.

Angefahren wurden die Tauchplätze La Emboscada und El Mirador. Beide waren bereits allen Teilnehmern bekannt. Prüfungsinhalt war das Zusammenführen vieler bisher durchgeführter Übungen: perfektes Tarierverhalten, Tieftauchen, Gruppenführung, Orientierung, Boje setzen während des Luftmanagements und nicht zuletzt das Vermitteln von Spaß am Tauchen!

Nach getaner Arbeit kehrt nun eine deutlich spürbare Ruhe in das Team der Teilnehmer ein. Die Prüfer haben sich erneut, wie jeden Tag, zurückgezogen, um das Geleistete zu bewerten. An dieser Stelle einen ganz großen Dank an unsere Ausbilder Theo Konken, Tanja Ringelmann, Manfred Malm und Dr. Bernd Cronjäger! Sie haben während der letzten 7 Tage nicht nur unsere Leistungen bewertet, sondern uns auch viel über das Tauchen und die Ausbildung von Tauchern beigebracht.

Für die hervorragende Vorbereitung und Organisation der gesamten Ausbildungswoche danken wir von Herzen dem ganzen Team der besten Tauchbasis im Atlantik - "Deep Blue Diving" auf Fuerteventura!

Uns bleibt noch ein Tag für Tauchgänge ohne Prüfungsstress, den leider nicht alle Teilnehmer (krankheitsbedingt) nutzen können.

Update: 21:14 Uhr, die Abschlussparty ist im vollen Gange! Denn alle Teilnehmer haben Grund zum Feiern =)... Auch die Teilnehmer, die nicht an allen Prüfungstauchgängen teilnehmen konnten, haben durch ihre guten Leistungen in den Vorbereitungstauchgängen überzeugen können. Vier neue VDST TL 1 (Fabian Hofmann, Daniel Kapusi, Volker Feige, und Jens Jebramcik) und fünf neue VDST TL 2 (Annie Plöger, Robert Barten, Torsten Pohlig, Josef Gattingen, Stephan Finn) werden zukünftig ihre Vereine tatkräftig unterstützen.