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Tauchausbildung

Freitag, 03.07.2015

Nach spannenden Minuten am Gepäckband, das glücklicherweise doch alle Gepäckstücke ausgespuckte, konnten wir dem Fahrer beim Tauchtaschentetrisspiel zuschauen. Unglaublich, aber alle Taschen fanden Platz.

Die Fahrt von Antalya nach Kaş wird von allen Teilnehmern zur sichersten und längsten Busfahrt ever gekürt.  Dank der vorsichtigen Fahrweise des Busfahrers, brauchte am Begleitfahrzeug nur ein Reifen gewechselt werden.  Gegen 2.30 Uhr konnten die Zimmer bezogen werden, um Kraft für den nächsten Tag zu tanken.


Samstag, 04.07.2015

20Kaş 09.30 Uhr, Sonne satt, fast kein Seegang: optimale Tauchbedingungen, mit Aussicht auf eine Prüfungswoche mit Urlaubsflair.
Nach einer kurzen und knackigen Instruktion seitens der BAL Theo Konken und der Tauchbasenchefin Hanne Bahnsen konnte die Ausfahrt zur ersten Übung starten. Hierbei durften wir ca. 1000 m Sightseeing schwimmenderweise an der Steilküste zurücklegen.
Gestärkt durch ein hervorragendes Mittagessen, dass die Bootscrew zauberte, ging es zum ersten Tauchplatz „Canyon Wreck“.

Eingeteilt in 5 Gruppen tauchten wir durch einen Canyon, an einer Grotte vorbei zu dem Wrack eines Baumwollfrachters, der ca. auf  40 m liegt. Die ein oder anderen begegneten bereits Rochen, Schildkröten, Hornhechten und vielem Kleins.....,, deren Artenbestimmung uns Franz Brümmer fachmännisch näher brachte. 

Nach gemeinsamen Abendessen neigt sich auch dieser Tag schon dem Ende entgegen. Wir freuen uns auf morgen und holen das Schlafdefizit der Anreise nach.


Sonntag 05.07.2015

Auch heute wieder bestes Tauchwetter. Hervorragende Bedingungen für den ersten 40+ Tauchgang, bei dem ein Aufstieg unter Wechselatmung am Riff entlang geübt wurde.
Hierbei konnten neben der Übung auch die schöne Steilwand, der ein oder andere Zackenbarsch in den Wandspalten und Schildkröten beobachtet werden.  Dank unseres Biologen Franz  Brümmer wurden auch genauestens wieder die kleinsten Riffbewohner begutachtet. Hierzu zählten beispielsweise solitäre und koloniale Seescheiden, Bohrschwämme, Feuerwürmer, Nacktschnecken und Seesterne.

Vor einem deliziösen Mittagsessen wurde für den zweiten Tauchgang die sogenannte Berndsteinbucht angefahren. In den nächsten Tauchgang wurde, unter interessanten Strömungsverhältnissen, eine Rettungsübung in Vorzeigequalität eingebaut.

Neben einer erfolgreichen Übung bestaunten wir auch hier diverse Goldmakrelen auf der Jagd, einige große Zackenbarsche und jede Menge im Sand spielende Neoprenfische. Theo Konken kündigte anschließend im Wort zum Sonntag den Tauchplatz für den nächsten Tag an.....die sogenannte Bärenarsch-Höhle.......Fortsetzung folgt


Montag 06.07.2015

Willkommen im Bärenarsch...oder in anderen Worten einer der bisher besten Tauchplätze der Woche.  Der Weg dorthin führte uns durch eine große Öffnung im Riffdach bis auf 40 m Tiefe und anschließend entlang einer Steilwand, an deren Fuß sich uns nach etwa 70 m eine große finstere Höhle auftat. Mit bereits einigen Minuten Dekompressionspflicht wurde das Innere der Höhle mit ihrer atemberaubenden Atmosphäre erkundet. Die Höhlenexploration beschränke sich aufgrund des limitierten Luftvorrates (12 Liter Flaschen) leider auf die ersten 30 m. Alle Teilnehmer sind sich einig: Wir hätten gerne noch mehr Zeit zur Erkundung des Bärenarschs gehabt.

Nach kurzer Fahrt und gestärkt durch ein Mittagessen konnten wir zum zweiten Tauchgang des Tages überschreiten: Die Fuchsjagd bei Strömung. Unter Ausnutzung jedwedem Strömungsschattens und in tiefster Gangart zwischen kleinen Canyons wurde auch diese Übung entsprechend der Bedingungen erfolgreich gemeistert. Auf den Tauchgang folgte auch heute wieder ein biologischer Exkurs in die Artenvielfalt der Unterwasserwelt mit Franz Brümmer. Hierzu gehörten u.a. reguläre und irreguläre Seeigel, Federsterne, Schlangensterne, Seescheiden – also bis auf die Seegurken die gesamte Vielfalt der Stachelhäuter.. Am Beispiel des Seeigels lernten wir den typischen Aufbau eines Stachelhäuters kennen und die Laterne des Aristoteles – den Kauapparat des Seeigels mit selbstschärfenden und nachwachsenden Zähnen. Dazu die Bedeutung der Seegraswiese (Posidonia oceanica, Neptunsgras) als Sauerstofflieferant, Kinderstube für Fische und Sedimentfalle.

Morgen wird es dann richtig „ernst“, denn der erste scharfe Prüfungstauchgang steht auf dem Plan.


Dienstag 07.07.2015

Nach erfolgreich absolviertem Frühstück stand Apnoe Tieftauchen auf dem Plan.
In Summe sind wir 130 m abgetaucht und 130 m wieder aufgetaucht. Diese Aufgabe haben wir im Team auf 13 Köpfe verteilt und erfolgreich gemeistert.


Im Anschluss durften wir am Tauchplatz ÜC Kaya ein altes Boot der Küstenwache betauchen.
Es gab außer dem Wrack auch noch Schildkröten und alte Amphoren zu sehen.
Die Aufgabenstellung dieses Tauchgangs war das Auffinden des Tauchbootes zum Ende des Tauchgangs. Es kamen alle zurück, somit haben die Aufgabe alle gelöst!

Das Mittagessen war wie immer sehr gut und hat uns Kraft gegeben am Nachmittag die DC3 zu betauchen. Die DC3 ist ein alter „Rosinenbomber“ (Flugzeug), auch im Innenraum kann diese besichtigt werden, was wir alle getan haben.



Nach dem Verlassen des Wracks durfte jeder Teilnehmer noch die Rettungsübung vorführen. Die Ausbilder wollten uns in die Irre führen und wir mussten den Heimweg finden (J), was mehr oder weniger allen gelang. Nebenbei sei erwähnt, dass uns viele schöne Schildkröten begleitet haben. Dass dies der erste Prüfungstauchgang war hat uns nur gering gestört........

Im Anschluss an den zweiten Tauchgang haben wir noch großangelegtes Rettungsszenario durchgespielt. Es galt drei vermisste Gerätetaucher zu orten und  an Bord zu retten.  Hierfür wurde das Oberdeck besetzt um Ausschau zu halten. Des weiteren wurden Schnorcheltaucher entsandt, um von der Oberfläche zu suchen.  Nach der Ortung wurden die Taucher durch Gerätetaucher gerettet. Aufgrund der Tatsache, dass wir keine vollen Tauchflaschen mehr hatten, haben die Taucher weitere Tauchgeräte als Stage getragen, um genug Luftvorrat dabeizuhaben. Dies hat sehr gut funktioniert, hat sich ein bisschen angefühlt wie ein LKW bei Gegenwind. Diese Aufgabe wurde vom ganzen Team gut gemeistert.

Nach dem Abendessen hielt Franz einen unglaublich interessanten Vortrag über das europäische Mittelmeer. Seine Entstehung, Unterschiede des westlichen und östlichen Beckens, heimische Flora und Fauna sowie Neozoa und Neophyten. Seinen Vortrag rundete Franz mit Filmen über einen Fangschreckenkrebs und einen Pistolenkrebs ab. Danke für die interessante Vorstellung! Wir fangen an die Biologie zu verstehen und zu lieben.

Außerdem hatten wir heute einen Gast, Stefan Goetz Ausbildungsleiter der Deutschsprachigen CMAS Schweiz der uns auch beim Tauchen begleitete.

Wir freuen uns auf den zweiten Prüfungstag.


Mittwoch 08.07.2015

Der zweite Prüfungstag: Ausbilder beißen nicht

Mit wesentlich weniger Nervosität gingen wir heute den zweiten Prüfungstag an. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und jeder Handgriff beim Beladen und Überprüfen der Gerätschaften sitzt. Die vereinzelt vorhandene Prüfungsangst ist nach dem ersten erfolgreichen Tauchgängen vom gestrigen Tag verfolgen – Ausbilder beißen eben nicht.

Unser erster Tauchgang brachte uns zum vielbeschriebenen „fliegender Fisch“. Ist der Name Programm? – Sobald man die Oberflächenströmung überwunden hatte, konnte man die umherschwimmenden Schildkröten und Zackis entspannt beobachten. Die Übung Wechselatmung auf 40m+ funktionierte bei jedem Team tadellos. Beim Austauchen war jedoch wieder festhalten in der Strömung angesagt. Damit hatten wir uns das Mittagessen an Bord verdient – wie immer köstlich und gesund! Die Mittagspause gestaltete sich etwas ausgedehnter, da Franzi und Chrissi noch ihre Medizinprüfung abzulegen hatten. Nun haben unsere TL1-Anwärterinnen alle ihre notwendigen theoretischen Voraussetzungen – herzlichen Glückwunsch von der gesamten Gruppe!

Danach ging es endlich wieder ins Wasser, denn die Sonne ist heiß über die Mittagsstunden. Letzte Aufgabe für diesen Tag: Orientierung nach natürlichen Gegebenheiten, wie Sonnenstand, Topographie oder Bewuchs. Dabei sollte man sich nicht von Wrack, Zacki, Schildkröte, Muräne oder Zylinderrose ablenken lassen. Manche Tauchgruppen haben den Tauchplatz etwas ausführlicher besichtigt und nutzten das Mavi-Taxi!

 

Donnerstag 09.07.2015

Der heutige Prüfungstag stand im Licht einer ganz besonderen Aktion im Sinne der Meeresbiologie. Hierfür fuhren wir den neuen Tauchplatz Gürmenli Ada an, um uns dort genauer mit den Lebensräumen der in den letzten Tagen behandelten Meeresbewohnern zu beschäftigen. Die Tauchgruppen zogen also bewaffnet mit Schreibtafeln und UW-Kameras los, um in unterschiedlichen Tiefen die Bestände an Pflanzen und Tieren zu dokumentieren. Anschließend wurden die Beobachtungen fachmännisch von Franz Brümmer ausgewertet und analysiert. Eine derartige Aktion wurde erstmalig bei einer Tauchlehrerprüfung des VDST durchgeführt und löste bei allen Teilnehmern durchweg große Begeisterung aus.

Nach dem Mittagessen fuhren wir den bereits bekannten Tauchplatz Üc Kaya an, um dort einen Aufstieg ohne Flossenbenutzung aus 35 m Tiefe zu üben. Die unter Wasser entstandene Kollektivmeinung: „Wrack rechts liegen lassen“ bescherte uns den ersten wracklosen Wracktauchgang der Woche.....Hauptsache die Übung hat gestimmt! ;-)



Freitag 10.07.2015

Fast sind wir Tauchlehrer...Nur noch ein Prüfungstauchgang steht auf dem Plan. Die Nervosität hält sich aufgrund der positiven Ergebnisse der letzten Tage in Grenzen. Auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer wurde eine erneute Exploration der bereits bekannten Bärenarsch-Grotte beschlossen. Auf uns wartete also ein weiterer Tieftauchgang mit Luftmanagement.
Nachdem alle wieder entspannt und glücklich zurück auf der Mavi waren, verkündete Theo, nach dem Briefing und der Rücksprache mit den Ausbildern, dass alle Teilnehmer bestanden haben!
Es folgte der traditionelle Arschbombenwettbewerb, der allen viel Spaß, aber auch ein den ein oder anderen blaue Fleck einbrachte. Entspannt, erleichtert und mit einem Schuss Euphorie wurde die Gelegenheit für einen anschließenden Spaßtauchgang am Canyon-Wrack genutzt.

Bei Sonnenuntergang, Panorama Ausblick aufs Meer und nach einem hervorragenden Abendessen können alle Teilnehmer ihre Urkunden in den Händen halten. Außerdem gibt es ein Jubiläum zu feiern...Theo ist 100...mal bei einer TL Prüfung dabei gewesen

TL1-Absolventen: Franziska Vinzens, Christin Müller, Michael Peternel, Ralph-Walter Müller
TL2-Absolventen: Heidi Völkel, Thomas Kempf, Christian Eckert, Marcel Weiler, Harald Ochsmann, Rainer Hajduczek, Oliver Kreft, Jan Volz
TL3-Absolventen: Rainer Tegenkamp

Prüfer: Theo Konken, Rainer Kuffemann, Karen Ackermann, Norbert Wotte, Klaus Cepl
Arzt: Andreas Stadtler

Die Teilnehmer bedanken sich bei allen Prüfern für eine interessante, lehrreiche und bestens organisierte Prüfungswoche. Weiterhin möchten wird unserem VDST Präsidenten Franz Brümmer einen besonderen Dank für die spannenden meeresbiologischen Exkurse aussprechen. Außerdem danken wir Hanne Bahnsen und ihrer Crew für die hervorragende Tauchbasenlogistik und Seemannschaft.




Impressionen