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Tauchausbildung

Ausbildung - Scientific Diving

Herkömmliche wissenschaftliche Arbeitsmethoden über Wasser unterscheiden sich oftmals wesentlich von den notwendigen Arbeitsschritten und dem Aufwand unter Wasser. Um zum Beispiel Proben in der Tiefe zu nehmen, Messungen unter Wasser durchzuführen oder eine systematische Fotodokumentation zu realisieren, bedarf es einer exakten Vorbereitung und entsprechender Instrumente für den Unterwassergebrauch.

Als mögliche Arbeitsbereiche kann man sich Geologie, Biologie, Archäologie, Chemie und verschiedene andere Gebiete vorstellen. Dabei ist Scientific Diving mehr als die Summe seiner Teile. Es geht über den Wunsch des bloßen "Fische-Bestaunens" hinaus und möchte entdecken, beobachten und forschen. Es geht um das bewusste Wahrnehmen von Zusammenhängen, Habitate nicht nur zu sehen sondern auch zu bewerten und eine wissenschaftliche Fragestellung mit Hilfe bestimmter Methoden zu beantworten.

Scientific Diving beginnt schon, bevor man eigentlich ins Wasser geht und Teamarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Am Anfang steht die Planung eines Arbeitstauchganges und die unterscheidet sich mitunter grundlegend von anderen Tauchgängen. „Plan your dive –dive your plan“ ist daher auch eine der wichtigsten Regeln. Außerdem sind die erhobenen Daten wissenschaftlich und fachübergreifend zu bewerten.

Für alle, die Freude an neuen Herausforderungen unter Wasser haben, kommt der Spaß hier nicht zu kurz. Der Fokus liegt jedoch immer auf der Erfüllung eines gesetzten Arbeitszieles. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche Arbeits- und Untersuchungsmethoden entwickelt, die dem wissenschaftlichen Taucher mit an die Hand und unter Wasser gegeben werden. Von Kartierungsgitter, über Dokumentationswerkzeuge bis hin zu speziell angepassten UW-Gehäusen für Messgeräte: für jedes Problem gilt es eine Lösung zu entwickeln.

Da das voll funktionsfähige Unter-Wasser-Labor bisher noch nicht marktreif ist, liegt ein besonderes Augenmerk auf den Probenahmetechniken. Ob Gestein, Sediment oder Biota ist eine Frage der Methodik. Zu näheren Untersuchungen muss oft Material an die Oberfläche gebracht werden. Wie dies funktioniert und was beispielsweise im Umgang mit einem Hebesack zu beachten ist, lernt der angehende Wissenschaftstaucher während seiner Ausbildung.


Ausbildungsmöglichkeiten

Die Ausbildung erfolgt in Kooperation mit deutschen Hochschulen, so bieten sowohl die Universität Freiberg als auch die Universität Stuttgart die Ausbildung zum wissenschaftlichen Tauchen an.


TU Bergakademie Freiberg

In Freiberg wird die Ausbildung auch für Externe in Form eines Blockkurses angeboten. Es muss jedoch ein akademischer Hintergrund gegeben sein. Die Voraussetzung zum Abschluss des Brevets ist mindestens CMAS ** (oder äquivalent). Die Ausbildung zum wissenschaftlichen Taucher kann jedoch bereits vorher beginnen.

In der Vorlesung „Aquatische Ökosysteme“ werden theoretische Grundlagen zu Probenahme, Dokumentation, Tauchgangsplanung u.v.m. gelegt und schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab. Während der Praxis im Schwimmbad werden die theoretischen Kenntnisse unter Wasser angewandt und geübt, um sie während der Tauchcamps im Senftenberger See sowie in der TANA bei Ammelshain unter möglichst realen Bedingungen zu testen.

Den Abschluss bildet eine zweiwöchige Tauchexkursion (derzeit Panarea, Äolische Inseln). Während dieser Zeit wird von jedem Taucher ein wissenschaftliches Thema bearbeitet und in einem Exkursionsbericht zusammengefasst. Der Taucher erhält nach erfolgreicher Teilnahme das Brevet CMAS Scientific Diver.

Weitere umfangreiche Informationen zur Ausbildung und den Teilnahmebedingungen sind auf der Homepage des SDC der TU Bergakademie Freiberg http://tu-freiberg.de/sdc zu finden.

 

Universität Stuttgart

In Stuttgart wird sie ausschließlich für Studenten der Universität angeboten und erfolgt als Teil des Moduls im Hauptstudium der Technischen Biologie. Dem Taucheranwärter werden Grundlagen der physikalischen Bedingungen des Tauchens sowie alle wichtigen medizinischen Zusammenhängen der hyperbaren Tauchmedizin. Da es sich um Arbeitstauchgänge handelt wird ebenfalls besonders auf eine lückenlose Tauchgangsplanung und –berechnung sowie eine Risikoanalyse eingegangen. Das wissenschaftliche Arbeiten umfasst grundlegende Methoden der Kartierung und Dokumentation unter Wasser.

Aber auch das Verständnis für die Interaktion zwischen Wetter, Ozeanografie und Tauchen als theoretische Basis ist unter anderem Teil der Ausbildung. Nähere Details sind im Modulhandbuch der Universität Stuttgart zu finden. Eine empfohlene Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs ist die abgeschlossene Ausbildung zum CMAS* (oder äquivalent).

 

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