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Über Uns

SCAPA 100

Vor etwas mehr als 100 Jahren, am 21. Juni 1919, befahl der Konteradmiral Ludwig von Reuter die Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte, die seit November 1918 in der natürlichen Bucht von Scapa Flow im Süden der schottischen Orkney-Inseln, einem britischen Marinestützpunkt, interniert war. Die meisten der 74 Schiffe sanken auf ihren vorgegebenen Ankerpositionen innerhalb von fünf Stunden nach dem Befehl zur Selbstversenkung.

Bis auf sieben Schiffe wurden bis Ende der 1930er Jahre alle Schiffe gehoben und ausgeschlachtet. Die auf dem Meeresgrund verbliebenen Schiffe sind bei Wracktauchern sehr beliebt und stehen mittlerweile unter Denkmalschutz.

Anlässlich des 100. Jahrestags finden in Scapa Flow viele Veranstaltungen, wie die gemeinsame einwöchige Expedition vom BSAC und VDST, statt. Unter der Leitung von Steffen Scholz werden vier VDST-Taucher diese Woche in Scapa Flow verbringen. Insgesamt 12 Taucher beider Tauchverbände tauchen gemeinsam in die Vergangenheit ab und erkunden die Wracks, die zunehmend verfallen. Zwischen den Tauchgängen sind ein Besuch des Kriegsgräberfriedhofs von Lyness sowie des Militärmuseums geplant. Während dieser Woche wird die MV Halton der Ausgangspunkt für Exkursionen unter wie über Wasser sein.

 

Text: Katja Paravicini / Foto: VDST


BSAC und VDST: Joint Venture zur Erstellung von 3D-Modellen der kleinen Kreuzer

Unser Expeditionsschiff MV „Halton“ steuerte als erstes Ziel das Wrack der SMS Cöln an, das auch nach 100 Jahren noch relativ gut erhalten ist. Aufgrund der Größe und der häufig schlechten Sichtweiten sind mehrere Tauchgänge durchzuführen, um einen Eindruck der Größe des Schiffes zu bekommen.

Dieses Wrack bekommt von Andy Hunt besondere Aufmerksamkeit. Er ist unser Kontakt für das für das Projekt BSAC und VDST im Rahmen von „Scapa 100“. Der BSAC sponsert die Erstellung eines 3D-Modells des Wracks, um die räumliche Lage und die Navigation am Wrack zu erleichtern. Dazu wird das Messverfahren „Fotogrammetrie“ eingesetzt. Bei dieser Technik sind viele ca. 2-minütige Videos von Details oder Artefakten des Wracks aus verschiedenen Perspektiven erforderlich, aus denen dann ca. pro Sekunde zwei Bilder entnommen werden. Mit Hilfe eines Programms werden anhand der Bilder Referenzpunkte definiert, die als Grundlage für die Berechnung der Oberfläche des Wracks dienen. Danach wird das 3D-Modell berechnet.

Andy beschrieb in seinem Briefing, welche Punkte bei der Erstellung der Videosequenzen zu beachten sind, die nach dem Tauchgang weiterbearbeitet werden. Wir sind schon etwas stolz an so einem Projekt beteiligt zu sein, denn wir werden filmen! Dafür stehen uns 4k-Paralenz-Kameras zur Verfügung.

Der zweite Tauchgang führte uns zum Wrack SMS Karlsruhe, ebenfalls ein kleiner Kreuzer, der allerdings stark zerstört ist. Die Sicht an der Karlsruhe war deutlich besser als am Vormittag an der SMS Cöln. 

 

Text: Katja Paravicini / Foto: VDST, Gerd Knepel, Derk Remmers


Nach 100 Jahren: Abtauchen zur Flotte der Kaiserlichen Marine

In Scapa Flow, einem Naturhafen im Nordosten Europas, lag die Deutsche Kaiserliche Flotte bestehend aus 74 Schiffe, seit November 1918 interniert. Der Befehlshaber, Konteradmiral Ludwig von Reuter, erhielt über die Friedensverhandlungen der Siegermächte keine zeitnahe Information, so dass er am 21. Juni 1919 die Selbstversenkung befiel, damit diese nicht in die Hände der Sieger fällt.

Viele der versenkten Schiffe wurden in den folgenden Jahren gehoben und/oder ausgeschlachtet. Die verbliebenen acht Schiffe sind bei Wracktauchern sehr beliebt. Allerdings nagt der Zahn der Zeit den Stahlkolossen, einst der Stolz des Deutschen Hochseeflotte. Anlässlich des 100. Jahrestags tauchen britische und deutsche Taucher gemeinsam an den Wracks in die Vergangenheit ab. Die Schiffe liegen in Tiefen zwischen 20 bis 48 m Tiefe auf dem Grund der Nordsee. Unter anderem sind wir an dem kleinen Kreuzer Brummer getaucht und mussten ob der Namensähnlichkeit an unseren Präsidenten Franz Brümmer denken.

 

Text: Katja Paravicini / Foto: VDST, Derk Remmers


Landgang

Bei einem Landgang zwischen zwei Tauchgängen kamen wir auf der Insel Hoy zum Kriegsgräberfriedhofs von Lyness, auf dem vermutlich die letzten Kriegsopfer ihre letzte Ruhestätte fanden. Eine Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Scapa 100“ in Hoy dokumentiert die Internierung der deutschen Flotte in Scapa Flow sowie ihre Selbstversenkung. Die anschließende Bergung der Wracks wird ebenfalls mit vielen historischen Bildern und Zeichnungen illustriert.

 

Text: Katja Paravicini / Foto: VDST