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Umwelt

Die Äsche ist Fisch des Jahres 2011

Die Äsche - Fisch des Jahres 2011, Foto: Andreas Hartl

Als einen der elegantesten Fische unserer Flüsse haben wir zusammen mit dem Verband Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF), dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) die Äsche zum Fisch des Jahres 2011 gewählt. Mit der Auszeichnung soll auf die akute Bedrohung ihrer Bestände in unseren Gewässern und auf die Beseitigung der Ursachen hingewiesen werden. Infolge struktureller Beeinträchtigungen ihres Lebensraumes sind die Bestände der Äsche sehr labil und dadurch stark gefährdet.


Ein gewürzter Name

Der lateinische Name der Äsche Thymallus thymallus ist auf ihren charakteristischen Geruch nach Thymian zurückzuführen. Die Freude aller Gewürzliebhaber vergeht allerdings schnell, denn bei der Zubereitung büßt die Äsche ihren schönen Duft wieder ein. Als Speisefisch erfreut sie sich bei Anglern dennoch großer Beliebtheit. Dem wirtschaftlichen Interesse hingegen konnte sich die Äsche erfolgreich entziehen.


Mit Fahnenschmuck auf Beutezug

Bei einer Länge von einem halben Meter kann das Gewicht einer ausgewachsenen Äsche bis zu anderthalb Kilogramm betragen. In seltenen Fällen werden Äschen bis zu 70 Zentimeter lang und drei Kilogramm schwer.

Für das extravagante äußere Erscheinungsbild ist hauptsächlich die große und besonders prachtvolle Rückenflosse beim Männchen verantwortlich. Die sogenannte Fahne erfüllt den Zweck, in der Zeit der Eiablage den Weibchen zu imponieren. Für den Akt der Vermehrung sucht die Äsche im Frühjahr dann geeignete Laichplätze mit Sand-Kies-Sedimenten auf.


Die Bedrohung des Wohnzimmers

Die Äsche bevorzugt als Standfisch in ihrer Komfortzone kühle, klare und raschströmende Flüsse und Bäche. Zur Lieblingsmahlzeit der Äsche zählen vor allem Kleintiere wie Insekten und Bachflohkrebse. Bei den größeren Exemplaren stehen zuweilen auch Kleinfische auf dem Speiseplan.

Als äußerst sensibler Fisch reagiert die Äsche mit einem unmittelbaren Fluchtreflex auf Gewässerverschmutzungen. Vor rund 20 Jahren waren die Bestände aufgrund der schlechten Wasserqualität daher wesentlich beeinträchtigt und für die Äsche galt nur noch das Prinzip Hoffnung. Zwischenzeitlich hat die Sauberkeit der Gewässer wieder zugenommen und die Lage der Äsche hat sich etwas entspannt. Neues Gefährdungspotenzial und aktuelle Entwicklungen lassen die Äsche jedoch nicht zur Ruhe kommen.

Probleme für den Lebensraum verursachen nach wie vor Wasserkraftwerke: Stauraumspülungen, bei denen Faulschlamm in die Gewässer gelangt, lassen einen Zustand starker Verunreinigungen entstehen. Im Schwallbetrieb arbeitende Kraftwerke führen zu einer erheblichen tagesrhythmischen Störung der Wasserführung eines Fließgewässers in Form von schwankenden Wasserständen sowie regelmäßiger Trockenlegung weiträumiger Kiesflächen. Auch hier hofft die Äsche auf ökologisch intakte Flusslebensräume, um mit kontinuierlichen Reproduktionserfolgen dauerhaft ihre Art erhalten zu können. Insbesondere Renaturierungen von Gewässern dürfen als lebenserhaltende Maßnahme für die Äsche gelten.