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Umwelt

Fisch des Jahres 2015: Huchen

Fisch des Jahres 2015: Huchen - Hucho hucho (Linnaeus, 1758)

Der Huchen (Hucho hucho) wurde für das Jahr 2015 vom Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) gemeinsam mit dem Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) zum Fisch des Jahres 2015 gekürt. „Der Huchen gehört zu den zahlreiche Fischarten in unseren Fließgewässern, die durch den Verbau von Flüssen oder durch Gewässerverschmutzung stark bedroht sind.“, erklärt VDST-Umweltreferent und Biologe PD Dr. Ralph O. Schill. „Als Donaufisch, steht er aber auch stellvertretend für alle anderen europäischen Wanderfische, die in dem mit 2.900 Kilometern zweitlängsten Strom Europas leben, der zehn Länder durchfließt. Renaturierungs- und Schutzmaßnahmen müssen hier dringend grenzübergreifend stattfinden.“


Der Huchen – einer der größten heimischen Raubfische

Der Huchen lebte ursprünglich weit verbreitet in kühlen, schnell fließenden und sauerstoffreichen Zuflüssen der Donau. Mit über einem Meter und 50 Kilogramm gehört er ausgewachsen zu den größten Süßwasser-Raubfischen. Erst mit 4-5 Jahren wird er geschlechtsreif. Im zeitigen Frühjahr werden dann in Kiesbetten flache Gruben geschlagen, in die dann die Eier gelegt werden. Nach 25-40 Tagen schlüpfen die Fischlarven und ernähren sich in den ersten Jahren von kleinen Wirbellosen. Sie können bis zu 20 Jahre alt werden.

Als einer der größten heimischen Vertreter aus der Familie der Lachse (Salmoniden) ist die natürliche, ursprüngliche Verbreitung des Huchen in Deutschland auf das Einzugsgebiet der Donau beschränkt, weshalb er auch als „Donaulachs“ bezeichnet wird. Für die Art besteht ein sehr hohes Risiko, dass sie in unmittelbarer Zukunft in der Natur ausstirbt. Für die starke Gefährdung sind die Überfischung der letzten Jahrzehnte, die Gewässerverschmutzung und vor allem die Gewässerverbauung verantwortlich. Daher wird der Huchen in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „gefährdet“ geführt. Im Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention) wurde er in den Anhang III aufgenommen, der solche schutzbedürftigen Tierarten enthält.

„In den letzten Jahren gab es viele Besatzmaßnahmen, um den eleganten Fisch wieder in unsere Flüsse zurück zubringen“, so Schill. „Doch solange geeignete Lebensräume nicht durch eine konsequente Renaturierung geschaffen werden, hat der Huchen, der als Wanderfisch große Distanzen zurücklegt, keine Chance wieder in unsere Gewässer zurückzukehren.“


Verbau und Regulierung von Flüssen bedrohen nicht nur den Huchen

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Huchen in der Donau noch bis weit oberhalb Ulm und in den Donauzuflüssen wie Isar, Lech und Regen anzutreffen.  Aber bereits 1881 gab es Hinweise auf die starke Behinderung der Wanderungen von Huchen durch die Errichtung von Wehren. Durch den mittlerweile starken Verbau und die massive Regulierung der Donau und ihrer Nebenflüsse sind die Wander- und Fortpflanzungsmöglichkeiten des Huchens so stark eingeschränkt, dass eine erfolgreiche Fortpflanzung und damit das Überleben in vielen Flussabschnitten nicht mehr möglich ist. Mit dieser Situation steht der Huchen stellvertretend für zahlreiche Fischarten unserer Fließgewässer.


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