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Umwelt

Der Bodensee – Lebendiger See 2016

Der Bodensee erhält die Auszeichnung „Lebendiger See des Jahres 2016“ als nachhaltige und vorbildhafte Modellregion, die durch viele Initiativen für umweltverträglichen Tourismus, ökologische Landwirtschaft und Bioenergie geprägt wird. Verliehen wird sie durch das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland, in welchem der Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) Mitglied ist.

 

Als einer von 45 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besuchte auch der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) am 18. April den Festakt „Bodensee – Lebendiger See 2016“. In Friedrichshafen diskutierten die Teilnehmer über Erfolge und aktuelle Herausforderungen rund um den Bodensee. Dieser war am 22. März, dem Weltwassertag, zum „Lebendigen See 2016“ durch das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland ernannt worden. „Die Bodenseeregion hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften entwickelt“, so Marion Hammerl, die Präsidentin des Global Nature Fund. Das klare Wasser, eine große Artenvielfalt und eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch gehören heute zum Bodensee dazu. Der See versorgt rund 4,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser, lockt mit seinen Natur- und Kulturschätzen jährlich viele Millionen Touristen und entwickelt sich konsequent zu einer nachhaltigen Modellregion auch dank der wachsenden Anzahl an Initiativen für umweltverträglichen Tourismus, ökologische Landwirtschaft und Bioenergie. Dies gibt es nicht umsonst. Bis in die 80er Jahre war der See durch die dauerhafte Nährstoffanreicherung als „stark verschmutztes" Gewässer klassifiziert, mit stinkenden Algenrasen im Sommer. Mehr als 3,5 Milliarden Euro wurden in den Bau von Kläranlagen investiert und eine konsequente und erfolgreiche internationale Politik zur Verbesserung der Wasserqualität umgesetzt.

 

„Der Bodensee lockt jedes Jahr viele Sporttaucher nach Baden-Württemberg. Dort werden denkmalgerechte Tauchgänge vom VDST angeboten um auf den Schutz der versunkenen Kulturgüter aufmerksam zu machen“, so Ralph Schill, Umweltreferent im VDST. „Ob mit amerikanischen Zebramuscheln und Süßwasserschwämmen bewachsene Steilwände oder Flachwasserbereiche mit Armleuchteralgen und darin tanzende Schwebegarnelen aus dem Schwarzen Meer - die Flora und Fauna unter Wasser ist im Bodensee faszinierend.“

 

Das „Schwäbische Meer“ steht heute vor weiteren Herausforderungen. Grenzüberschreitende Raumplanung und Reduzierung der Flächeninanspruchnahme in der dicht besiedelten Region, Naturschutz und umweltfreundliche Mobilität, erhebliche Belastungen des Sees durch zahlreiche Touristen und Tagesausflügler während der Hochsaison: das sind einige der Aufgaben, für die eine Lösung noch gefunden werden muss. Auch die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind am und im Bodensee spürbar und werden zukünftig nicht ohne Auswirkung auf die Wasserqualität und die vielseitige Nutzung bleiben.

 

 

www.globalnature.org/LebendigerSee2016