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Umwelt

Die Wassernuss ist Wasserpflanze des Jahres 2011

Postkarte Wassernuss

Leise verschwinden viele gefährdete Wasserpflanzen aus der Unter- und Überwasserwelt. Mit der Wahl zur Wasserpflanze soll es nun die Gelegenheit geben, sich intensiver mit den "grünen" Lebewesen im Wasser und auf der Wasseroberfläche zu beschäftigen und auf die Notwendigkeit ihrer Existenz aufmerksam zu machen.

Als voreiszeitliches Relikt mit kulturhistorischer Bedeutung haben wir die Wassernuss (Trapa natans) zusammen mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) zur Wasserpflanze des Jahres 2011 gewählt.

Die Wassernuss gilt in Deutschland, der Schweiz und in Österreich als stark gefährdet und ist in vielen Gebieten vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.

Die vollständige Postkarte können Sie herunterladen, wenn Sie rechts auf das Bild klicken.


Leckerer Imbiss für Mensch und Tier

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie aus Seen geerntet und in guten Jahren sogar an die Schweine verfüttert. Gemahlen wurden sie auch in der Fischzucht verwendet. Seit der jüngeren Steinzeit diente die Wassernuss wegen ihres essbaren Kerns auch dem Menschen als Nahrungsmittel. Der Kern der Nuss enthält bis zu 20% Stärke.


Bunter Werdegang einer Wasserpflanze

Während die Schwimmblätter zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr noch olivgrün gefärbt sind, verändern Sie später im Jahr ihre Farbe in violettbraun. In der Blütezeit im Sommer bilden sich über Wasser große, weiße Blüten, aus denen sich die namensgebenden Steinfrüchte entwickeln, die dann nach Erhitzung essbar sind.


Eigenschaften der Eintagsfliege erschweren den Überlebenskampf

Aus der Wassernuss sprießt nur ein einziges Mal ein Trieb und gehört damit nicht zu den mehrjährigen Wasserpflanzen. Wird also beispielsweise der aus der Nuss kommende Triebstängel einmal von einem Fisch abgefressen oder knickt der Trieb um oder reißt ab, stirbt die Pflanze.


Den Feinden schutzlos ausgeliefert und auf fremde Hilfe angewiesen

Die Wassernuss, Quelle: Heinz Huber/VDST

 
Gefährdet ist die Wassernuss heutzutage hauptsächlich durch Baumaßnahmen wie Flussbegradigungen, die Wasserverschmutzung und Ablagerungen von Trübstoffen. Fehlen Tiere, wie beispielsweise Schwäne, Gänse, Biber, Fischotter und andere Tiere, die die Wassernüsse sammeln und in andere Gewässer transportieren, kann sich die Wassernuss nicht verbreiten. Es kommt hinzu, dass die Wassernuss ruhige beziehungsweise stehende Gewässer liebt und die Nüsse daher auch kaum von einer Wasserströmung davon getrieben werden. Als die Flüsse noch nicht begradigt waren und ruhig dahin flossen, war die Wassernuss besonders in den Auen noch eine sehr stark verbreitete Pflanze.

Mit der Wahl der Wassernuss zur Wasserpflanze des Jahres möchten die nationalen Tauchsportverbände von Deutschland, Österreich und der Schweiz nun in diesem Jahr ganz besonders die Wahrnehmung dieser schützenswerten Pflanze fördern und auch einen grenzüberschreitenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Denn was im Grunde nur Sporttaucher und andere Wassersportfreunde registrieren, könnte wohl sonst der breiten und interessierten Öffentlichkeit verborgen bleiben.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.wasserpflanze-des-jahres.org.