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Umwelt

Das Dichte Laichkraut ist Wasserpflanze des Jahres 2012

Postkarte Dichtes Laichkraut (Quelle: J.C. Sepp)

Mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) zusammen haben wir das Dichte Laichkraut zur Wasserpflanze des Jahres 2012 gekürt. Damit soll auf die starke Gefährdung der Pflanze aufmerksam gemacht werden. In Deutschland gilt sie als eingebürgerter Neophyt und bietet Fischen ein gutes Versteck.

Wie in jedem Jahr möchten wir mit dieser Bekanntgabe und einer eigens für die Wasserpflanze des Jahres erstellten Postkarte Sporttauchern sowie Wassersportfreunden die Gelegenheit geben, sich intensiver mit dem "Grün" im Wasser und auf der Wasseroberfläche zu beschäftigen. Dieser Anlass bietet den drei nationalen Tauchsportverbänden die Möglichkeit, vorsorglich auf das leise Verschwinden bedrohter Wasserpflanzen hinzuweisen.

Die vollständige Postkarte können Sie herunterladen, wenn Sie rechts auf das Bild klicken.


Schutz und Versteck zugleich

Das Fischkraut bietet Schutz für Jungfische und gute Verstecke für Räuber (Foto: A. Mrkvicka)

Das Dichte Laichkraut (Groenlandia densa; früher Potamogeton densum) oder Fischkraut ist eine ausdauernde Wasserpflanze. Sie bevorzugt kühle, langsam fließende, unverschmutzte und nährstoffarme Gewässer in Lagen von 150 bis 1.000 m. Vorkommnisse von Dichtem Laichkraut sind selten. Größere Bestände bildet es zumeist in geringeren Wassertiefen. Seinen Namen verdankt das Laichkraut der engstehenden, länglichen Beblätterung und den oftmals dichten, flächendeckenden Beständen. Dadurch bietet es sicheren Schutz für Jungfische und gute Verstecke für Räuber.


In der Welt zu Hause, in Deutschland bedroht

Das Verbreitungsgebiet des Dichten Laichkrautes reicht von Europa, über Kleinasien und Nordwestafrika. Es wird also entweder als einheimische Wasserpflanze oder als eingebürgerter Neophyt wie in Deutschland beschrieben. Die stärkste Bedrohung stellt die Wasserverschmutzung dar. Das Dichte Laichkraut ist stark gefährdet, unterliegt aber keinen weiteren Schutzbedingungen. In Deutschland gibt es nur noch in neun Bundesländern ein bis maximal drei Vorkommen. Ursache dafür ist die ausbleibende Neubildung von Altwassern.


Wasserpflanze mit Bodenhaftung

Die paarweise den Stängel umfassenden, scheinbar gegenständigen Blätter. (Foto: A. Mrkvicka)

Das Dichte Laichkraut vermehrt sich hauptsächlich vegetativ. Oft kann man am Stängel weiße Nebenwurzeln erkennen. Es kommt zu Wind- und Wasserbestäubung. Die Früchte sind dünnwandig und haben einen hakenförmig gebogenen Schnabel. Als Hydrophyt ist sie eine Wasserpflanze, die im Boden verankert ist und die Photosynthese ganz unter Wasser betreibt. Daher bildet das Fischkraut auch keine Schwimmblätter aus. Die Pflanze wird bis zu 50 cm hoch und blüht von Juni bis August. Der Stängel ist dicht mit eiförmig bis länglich-lanzettlichen Blättern besetzt. Die Blätter haben keine Blattscheide und umfassen paarweise den Stängel. Der Blütenstand ist ein- bis dreiblütig.


Zusatzinformationen zur "Wasserpflanze des Jahres 2012"

In den letzten Jahren hat immer der Förderkreis Sporttauchen e.V. die "Wasserpflanzen des Jahres" ausgewählt. Seit 2011 haben das jetzt die nationalen Tauchsportverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz als gemeinsame Aufgabe grenzüberschreitend übernommen. Der private Betreiber der Homepage www.foerderkreis-sporttauchen.de steht in keinem Zusammenhang mit dem früheren, ehrenamtlichen Förderkreis Sporttauchen e.V., hat aber eigenständig als inoffizielle "Wasserpflanze des Jahres 2012" den Gewöhnlichen Wasserhahnenfuß benannt. Daher besteht hier die Gefahr der Verwechslung.