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Umwelt

Wasserpflanze des Jahres 2014 – das Echte Seegras

Zur Eröffnung der "boot 2014" in Düsseldorf, gaben TSVÖ, SUSV und VDST die Wasserpflanze des Jahres 2014 bekannt. Damit und mit einer eigens für die Wasserpflanze des Jahres erstellten Postkarte geben die Sportverbände Wassersportfreunden und allen anderen Interessierten die Gelegenheit, sich mit dem "Grün" im Wasser zu beschäftigen. In diesem Jahr wurde das Echte Seegras (Zostera marina) ausgewählt und steht als Exempel für die Bedrohung vieler Wasserpflanzen, deren leises Verschwinden oft nur von Wassersportlern frühzeitig bemerkt wird und daher von der Öffentlichkeit meist unbemerkt bleibt.


Kinderstube und Lebensraum für Meerestiere

Das Echte Seegras ist Repräsentant für die wenigen Wasserpflanzen, die im Meer und Brackwasser vorkommen. Seegraswiesen haben eine wichtige Rolle als Kinderstube für eine Vielzahl von Meerestieren. Beispielweise die Gebänderte Grübchenschnecke (Lacuna divaricata), die Ostseegarnele (Leander adspersus) oder auch der Seehase (Cyclopterus lumpus) bewohnen diese Meereswiesen. "Der Zustand der Seegraswiesen ist ein sehr wichtiger Indikator für den ökologischen Zustand einer Küstenregionen", so PD Dr. Ralph Schill, Fachbereichsleiter Umwelt und Wissenschaft im VDST. "Intakte Seegraswiesen dämpfen die Tiden- und Wellenbewegung am Grund und haben dadurch Einfluss auf die Bodenstruktur. Sie bauen große Mengen pflanzliche Biomasse auf, wirken als Biofilter und haben eine wichtige Funktion bei der Stabilisierung der Küsten. Nicht zuletzt stellen sie einen wichtigen Lebensraum für Jungfische und viele weitere Meerestiere dar".

 

Biologie

Die diesjährige Wasserpflanze des Jahres kommt in der Ostsee, der Nordsee, dem Atlantik, dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer vor. Ihre Blätter haben eine Länge von 30 bis 150 cm, die Blattbreite beträgt 0,3 - 0,9 cm. Sie ist auf Kies, Sand- und Schlickböden bis 11 m Wassertiefe zu Hause, von grüner bis bräunlichgrüner Farbe und hat einen kriechenden, glatten Wurzelstock. Die Blattform ist linear mit runder Blattspitze. Ihren ökologischen Wert hat sie durch die Wurzelbildung, die hilft Sedimente zu binden sowie als Schutz-, Aufenthalts- und Aufwuchszone für viele Arten. Hohe Bestandsdichten erreicht das Seegras bereits im Brackwasser, so dass große Teile der Ostsee und vor allem die deutschen Küstengewässer einen optimalen Lebensraum darstellen.

 

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