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Umwelt

Der Wasserschlauch (Utricularia) ist Wasserpflanze des Jahres 2015

Der Wasserschlauch (Utricularia) wurde vom VDST gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) zur Wasserpflanze des Jahres 2015 gekürt. „Begegnet einem der Wasserschlauch auf einem Tauchgang, dann schwebt meist ein unauffälliges Pflanzengeflecht an einem vorüber“, erklärt VDST-Umweltreferent und Biologe Dr. Ralph O. Schill. „Erst beim genaueren Betrachten erkennt man die vielen kleinen Fangbläschen mit denen das Grün zu einer tödlichen Falle für viele kleine Wassertiere wird.“

 

Die artenreichste Gruppe der fleischfressenden Pflanzen

Weltweit gibt es 220 Wasserschlaucharten (Utricularia), davon sind sieben bei uns heimisch. Diese im Wasser lebenden Blütenpflanzen wachsen in stehenden und sehr langsam fließenden Gewässern mit geringem Nährstoffgehalt. Wasserschlaucharten besitzen meist keine echten Wurzeln, sie schweben frei im Wasser. Einige Arten, die in fließenden Gewässern vorkommen, bilden Wurzeln aus, um sich am Grund verankern zu können.

 

Kleinere Tiere tappen in Sekunden in die schnellste Pflanzenfalle

Der Wasserschlauch besitzt kleine Fangbläschen, die wie eine Saugfalle funktionieren. Wenn kleine Tiere, wie beispielsweise Wasserflöhe, diese Bläschen berühren, öffnen sie sich und die Tiere werden innerhalb weniger Millisekunden in die Falle gesaugt. Drüsenhaare im Inneren scheiden dann Verdauungsenzyme ab und die Tiere werden verdaut.

Gegen Ende des Herbstes bilden sich die fleischfressenden Pflanzen zurück und überleben die kalten Monate in einer Art Winterschlaf. Die grüne Blattfarbe verändert sich in eine tiefbraune. Mit den ersten Frühlingsstrahlen aktivieren sich die Fangbläschen wieder – und die gefährliche Zeit für Kleintiere beginnt von neuem.

 

Gefährdet und vom Aussterben bedroht

Der Verkannte Wasserschlauch (Utricularia australis) gilt als gefährdet und der Gewöhnliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) wird als vom Aussterben bedroht eingestuft. Insbesondere die Zunahme an Nährstoffen, besonders an Phosphor- und Stickstoffverbindungen in den Gewässern aber auch die Trockenlegung von Feuchtbiotopen hat in den letzten Jahrzehnten zum starken Rückgang dieser Arten bei uns geführt.

Weiterführende Links

www.botanik-bochum.de/html/jahrbuch/2015/Pflanzenportraet_Utricularia_australis_vulgaris.pdf