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Umwelt

Das Meer voller Plastik

Bild: David Cayless/Marine Photobank

Wie Plastik unsere Ozeane verschmutzt

Gerade uns Tauchern fällt es in den letzten Monaten immer mehr auf, nicht nur im weiten Ozean auch an den Küsten von beliebten Urlaubsorten finden wir immer mehr Plastikmüll im Meer.
Plastikmüll ist eine große Gefahr für unsere Meere, die Küsten und natürlich auch alle dortigen Lebewesen.

Mehr als 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll landen nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen im Jahr in den Ozeanen.
So treiben auf jedem Quadratkilometer der Wasseroberfläche bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Das ist jedoch nur ein kleiner Prozentsatz des Gesamtmülls, denn weit über 70 Prozent sinkt auf den Meeresboden und bleibt dort liegen, weitere 15 Prozent werden an den Küsten angespült.

Abgesehen davon, dass Lebewesen wie Fische oder Schildkröten die Teile verschlucken, ist Plastik nahezu unvergänglich und zersetzt sich nur über Jahrzehnte, manchmal über Jahrhunderte. Dabei gibt es aber ständig nach und nach kleinere Bruchstücke und Giftstoffe an die Umgebung ab.


Sportlicher Einsatz für weniger Müll auf unseren Tellern

"Plastikmüll vermeiden, einsparen oder wiederverwenden!", so lautete das Motto, mit dem wir beim JP Morgan Lauf 2012 in Frankfurt an den Start gingen. Mit diesem Motto und einem entsprechend gestaltetem Laufshirt wollten wir Aufmerksamkeit für das Thema bei den anderen 70.000 Teilnehmern des weltweit größten Firmenlaufs schaffen. Denn die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll birgt viele gravierende Gefahren nicht nur für Tiere, sondern auch für den Menschen.

Derzeit sind 260 Meereslebewesen bekannt, die biologisch nicht-abbaubares Plastikmaterial zu sich nehmen. Der Plastikmüll endet also nicht im Ozean, er landet inzwischen auf unseren Tellern. Die Nahrungskette schließt sich also beim Menschen.

Praxisbeispiele und Leitlinien

Im Rahmen unserer Aktion dekorierten wir einen Sonnenschirm mit allerlei exemplarischem Plastikmüll und Plastikpfandflaschen. Er stand stellvertretend für die 80.000 vom Veranstalter angebotenen Einweg-Pfandflaschen, die anschließend überall herumlagen. Angesichts dieser Müllproblematik statteten wir uns für den sportlichen Ausflug daher mit Stofftaschen, Pappgeschirr, Metallbesteck, Glas- und Mehrwegflaschen sowie wiederverwendbaren Bechern aus, um den eigenen Müll in Grenzen zu halten. Dadurch war ein direkter Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität möglich.

Die besten Tipps konnten wir aus unseren eigenen "Leitlinien für einen umweltverträglichen Tauchsport" ableiten. Dort heißt es, dass in allen natürlichen Lebensräumen, wo Sport ausgeübt wird, kein gravierender oder dauerhafter Schaden entstehen darf. Auch die Praxisbeispiele des Anfang 2012 herausgegebenen Flyers "Abtauchen - Sporttaucher für saubere Meere" sollten Tauch- und Natursportler bei ihren Aktivitäten immer einbeziehen. Für Sporttaucher gilt noch ein weiterer Merksatz, der im Tauchseen-Portal eine grundlegende Regel auf den Punkt bringt:
"Was man an den See mitnimmt, nimmt man auch wieder mit nach Hause!"
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Mehr Infos zum Thema

Gemeinsam mit dem NABU engagieren wir uns für eine saubere Zukunft der Ozeane und haben den Flyer "Abtauchen - Sporttaucher für saubere Meere" veröffentlicht. Er zeigt, wie insbesondere Plastikabfälle das sensible ökologische Gleichgewicht in den Meeren gefährden und stellt Umweltinitiativen von Sporttauchern und Naturschützern vor.

Download Flyer
Abtauchen - Sporttaucher für saubere Meere

Links zum Thema "Abfälle im Meer"
www.nabu.de/plastikmuell

www.oceanconservancy.org/our-work
www.unep.org/regionalseas/marinelitter

Bericht über die Erfolge der "Cleanup Days"
www.oceanconservancy.org/pdf/2011_Report