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Umwelt

Natura 2000: GEMEINSAM FÜR NATUR UND LANDSCHAFT

Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Rahmen der Kooperation „Sport und Umwelt“ mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).
 

Natura 2000 und Sport

Natura 2000 ist ein Netzwerk aus Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union, welches das Artensterben in Europa verlangsamen soll. Viele der schützenswerten Gebiete dienen heute nicht nur dem Naturschutz, sondern auch der Erholung und werden sowohl touristisch als auch natursportlich genutzt. Mit dem „Projekt Natura 2000 und Sport“ wurden die Schutz- und Erhaltungsziele des Natura 2000-Netzwerkes mit den Ansprüchen der Erholungssuchenden in der kostenfreien Broschüre „Gemeinsam für Natur und Landschaft“ zusammengebracht. Denn das gemeinsame Anliegen der beteiligten Natursportverbände ist der Schutz von Arten, Biotopen und der Landschaft.

Informative Broschüre mit Musterlösungen

Die Broschüre vermittelt mit einer Sammlung an positiven, sportartenspezifischen Musterlösungen das Miteinander von Sport und Naturschutz in Naturräumen. Sie dient Beteiligten vor Ort als Hilfestellung und schafft Verständnis für Naturschutzgebiete. Vorurteilsfrei soll Sport nicht mehr pauschal als „Belastung“ oder das Sporttreiben in der Natur als grundsätzlich unbedenklich beschrieben werden. Geeignete Beispiellösungen zeigen, wie sich SportlerInnen und Naturschützer gemeinsam und frühzeitig an der Planung und Umsetzung guter Lösungen beteiligen können.



Das Projekt

„Konfliktvermeidung und Akzeptanzsteigerung“ war das Motto unter dem fünf Natursportverbände Musterlösungen für die Sportausübung in natürlichen Lebensräumen entwickelt haben. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) haben der Deutsche Aero Club e.V. (DAeC), der Deutsche Alpenverein e.V. (DAV), der Deutsche Hängegleiter-Verband e.V. (DHV), der Deutsche Kanu-Verband e.V. (DKV), die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN) und als assoziiertes Mitglied die Deutsche Initiative Mountainbike e.V. (DIMB) sowie das Kuratorium Sport und Natur e. V. unter Federführung des VDST seit 2006 ihre Erfahrungen gebündelt und nun erfolgreich in einer Broschüre zusammengefasst.

Die Natursportverbände nutzen mit dieser Broschüre die Gelegenheit, mit Erfahrungswerten aus bisherigen Lösungsansätzen informativ und umfangreich zu dokumentieren. Vielfältige Aspekte der Entwicklung von Regelungen in Natura 2000-Gebieten werden dargestellt, die sowohl den Schutz von Natur und Landschaft als auch eine befriedigende Sportausübung ermöglichen. Die „Musterlösungen“ werden als Katalog von Hilfestellungen zusammengefasst und können auch in Konfliktsituationen angewendet werden. Fast wie eine Zauberformel wirkt dabei ein Grundprinzip: Bei jeder Regelung ist die mildeste Form der Einschränkung anzuwenden, die ein Erreichen der Schutzziele in einem Gebiet gewährleistet.

„Das Zustandekommen der Broschüre ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Beteiligten offen und bereit waren, sich gegenseitig zu vertrauen“, blickt der Erste Vorsitzende des Kuratoriums Sport & Natur sowie VDST-Präsident Franz Brümmer zufrieden auf den Entstehungsprozess zurück. „Die Sportler haben erkannt, dass niemand ihnen das Zugeständnis abverlangen wollte, sich aus der freien Landschaft zurückzuziehen“.

Mit der Broschüre wird das freundschaftlich - pragmatische Miteinander zwischen Sport und Naturschutz vertieft: Die Sportverbände respektieren heute bereitwillig den Vorrang des Naturschutzes und die Naturschutzverbände sehen im Sport einen wichtigen Bündnispartner.

Die gemeinsame Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Broschüre finden Sie hier.

Gemeinschaftliche Konfliktlösungen

Durch diese Zusammenarbeit zwischen den Natursportverbänden, BUND, Kuratorium Sport & Natur, BfN und einem Fachbeirat konnten Konflikte gelöst werden, indem gemeinsam Probleme angegangen und Konzepte umgesetzt wurden. Die Vertreter des Naturschutzes formulierten die Grenzen für einen nachhaltigen Naturschutz, die Sportvertreter stellten sicher, dass Nutzungseinschränkungen für SportlerInnen nicht über das Unvermeidbare hinausgehen. Die gefundenen Lösungen stammen aus dem Erfahrungsschatz von Sport- und Naturschutzverbänden, die bereits seit vielen Jahren erfolgreiche Konzepte zur Lösung von Konflikten zwischen Naturnutzung und Naturschutz erarbeiten konnten.  Nun steht ein Handlungsleitfaden bereit, der ein konfliktarmes Sporttreiben innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten ermöglicht und die Umsetzung notwendiger Schutzmaßnahmen beschleunigt.


Fachbeirat des Projektes

Von rechts: Gerlinde Hoffmann (Reiterliche Vereinigung); Ulrich Clausing (Deutscher Kanuverband); Stefan Ott (BUND); Nicholas Mailänder (Kuratorium Sport und Natur); Ines Fleer (BUND); Jörg Ruckriegel (DAV); Franz Brümmer (VDST); Björn Klaassen (DHV); Michael Pütsch (BfN); Inge Egli (DOSB); Roland Bauer (Landratsamt Esslingen); Ralph Schill (VDST)

Es fehlen: Wolfgang Scholze (DAeC); Helmut Scharpf (BTE Hannover); Klaus Werk (BBN)