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Umwelt

VDST und DEGUWA

"Denkmalgerechtes Tauchen" und "UW- Archäologie"

Die Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie e.V. (DEGUWA) wurde 1991 mit dem Ziel gegründet, Fachleute und Taucher im Bereich der UW-Archäologie zusammen zu bringen. Nach dem englischen Vorbild der Nautical Archaeology Society (NAS) aus Portsmouth wurde nicht nur das Konzept, sondern auch das Ausbildungsschema übernommen.  Die DEGUWA ist in Deutschland alleiniger Lizenznehmer der NAS. Auch die DEGUWA bringt zweimal jährlich die Zeitschrift Skyllis heraus und organisiert Tagungen mit internationalen Referenten.

Vor rund 15 Jahren haben der VDST und die DEGUWA den Spezialkurs "Denkmalschutz und Archäologie unter Wasser" entwickelt. Durch Angliederung an das internationale Ausbildungsschema der Nautical Archeaology Society (NAS) entspricht dieser Kurs dem NAS Part 1. Zusammen mit der Kommission für UW-Archäologie im Verband der Landesarchäologen der BRD (KUWA) enstand ca. 10 Jahre später der Einführungskurs "Denkmalgerechtes Tauchen" Dieser entspricht in der internationalen Anbindung dem NAS Introductary Course.  


Inhalte der Kurse

Der Spezialkurs Denkmalgerechtes Tauchen entspricht in Deutschland dem NAS-Intro. Den Teilnehmern wird gezeigt, welche Kategorien es an Fundplätzen gibt, warum diese so empfindlich sind und nicht berührt werden dürfen. Es werden zwei Tauchgänge an Denkmälern oder Ersatzdenkmälern durchgeführt und dabei auf die wichtigen Aspekte bei einem Tauchgang am Denkmal  eingegangen.

Das wichtige an diesem Kurs ist, das er von der Kommission für Unterwasserarchäologie, also der staatlichen Denkmalpflege, mit entwickelt wurde und somit in Zukunft wie eine Eintrittskarte für Tauchgänge an Denkmälern zu sehen ist.

Der Spezialkurs UW-Archäologie besteht aus zwei Tagen Theorie mit Übungen im Schwimmbad und einem Tag Praxis im Freiwasser. Die Teilnehmer erhalten eine Teilnahmebestätigung in Form eines Zertifikats. Der Abschluss des NAS 1 beinhaltet noch keine Qualifikation. Themen sind unter anderem:

  • Grundlagen in der UW- Archäologie
  • Geschichte
  • Fundplatzkategorien
  • Positionsbestimmung
  • Suchmethoden
  • Dokumentation: Foto, Video, Zeichen- und Vermessungsmethoden
  • Datierung
  • Konservierung
  • Tauchsicherheit bei UW- Arbeiten
  • Recht und Denkmalpflege
  • Verhaltenstipps, Fundmeldung
  • Beispiele in der UWA

Die DEGUWA bietet ausserdem für Fortgeschrittene die Kurse NAS 2 und NAS 3 an. Die Ausbildung zum NAS Part 4 kann jedoch nur in Großbritannien durchgeführt werden.


Der NAS 2 Kurs besteht aus der Dokumentation eines Objekts und dem Besuch von zwei Tagungen oder Kongressen. Bei der Dokumentationsübung werden neben der Positionsbestimmung Zeichnungs-, Vermessungs-, Foto- und Videotechniken geübt. Die Teilnehmer schreiben zum Abschluss des NAS 2 einen Prospektionsbericht (siehe Kasten Kriterien für die Anfertigung eines Prospektionsberichtes). Sie erlangen damit den Status eines Helfers in der UW- Archäologie.


Der NAS 3 Kurs besteht aus der so genannten "Field school". Die Teilnehmer erlangen durch Teilnahme an UW-Grabungen praktische Erfahrungen. Sie sammeln nach einem Punktesystem aus folgenden Themen weitere Erfahrungen:

  • Archäologische Grundregeln und Prinzipien
  • Fortgeschrittene Such- und Surveymethoden
  • Fortgeschrittenes Einmessen einer Fundstelle
  • Grabung und Dokumentation von Funden und Fundverwaltung
  • Photographische Dokumentation
  • Konservierung
  • Archäologische Methoden

Ziel ist es, die teilnehmenden Taucher zu kompetenten Helfern auszubilden. Hier endet die Ausbildung für Sporttaucher. Wer weiteres Interesse hat, an unterwasserarchäologischen Projekten mitzuarbeiten, sollte sich zum archäologischen Forschungstaucher ausbilden lassen.


Ein NAS 4 Kurs wird in Deutschland nicht angeboten. Der Abschluss ist die Bearbeitung und Publikation eines Denkmals. Diese Art der Ausbildung geht allerdings nur über einen Universitätsabschluss oder eine entsprechende Berufsausbildung.