Apnoe-TL Prüfung 2019, Safaga

Den ersten Tag der Praxis-Prüfung zum Apnoe-TL begannen wir mit einem absoluten Novum.

In enger Zusammenarbeit mit der TL*- Praxisprüfung des Thüringer Landesverbandes führten wir die Vorbereitung und die Absicherung bei den Apnoe-Übungen, die die Geräte-TL-Anwärter in ihrer Prüfung absolvieren mussten, durch. Nach ausführlicher Einweisung durch die Basis und erfolgter Anmeldung erklärten Birgit und Anke prägnant und anschaulich die Grundlagen des Zeit – und Streckentauchens. Nachdem sie die theoretischen Aspekte beleuchtet hatten, ging es zu den praktischen Aspekten:  Unter fachkundiger Anleitung bereiteten die Geräte-TL-Anwärter die Bojen eigenhändig vor. Anschließend übten die Geräte-TL-Anwärter in Kleingruppen das Zeittauchen. Dabei überraschten sie sich selbst, mit welcher Leichtigkeit sie die Prüfungsleistung von 60 Sekunden dank der „Geheimtipps“ der erfahrenen Apnoisten erreichten. Im Anschluss ging es direkt wieder ins Wasser zum Streckentauchen. Vielleicht nicht in Rekordzeit, aber dafür in Teamwork bauten wir gemeinsam zwei Strecken auf. Jede dieser beiden Strecken bestand dabei aus zwei Bojen im Abstand von 25m, die in 5m Tiefe mit einem Seil verbunden waren. Bei dieser sogenannten Kombi-Übung taucht der Anwärter an einer der beiden Bojen ab, taucht an dem Verbindungsseil entlang und knüpft an der zweiten Boje angekommen, unter Wasser einen Palstek. Durch das beim Statiktauchen neu gewonnene Selbstvertrauen überraschte sich der eine oder andere Anwärter selbst damit, wie souverän sie diese doch recht komplexe Übung meisterten.

Nach der anschließenden (verdienten) Bio-Pause auf der Apnoe-Seite und pulstreibenden 1000m Streckenschnorcheln auf der Geräte-TL-Seite ging es an die letzte Übung für diesen Tag. Oleg und Jens demonstrierten sowohl Apnoe- als auch Geräte-TL-Anwärtern, wie man ein Seil zur zügigen und sicheren Rettung eines Tauchers von der Wasseroberfläche ans Boot einsetzen konnte. Im anschließenden Selbstversuch war zügig klar, dass diese Methode deutlich schneller als das einfache Abschleppen funktionierte. Dank der Zugkraft der Retter glitt der gerettete Taucher beinahe über die Wasserüberfläche.

Ein gelungener Tag und ein interessanter Pilot-Versuch. Für Anwärter beider Seiten ist die enge Zusammenarbeit eine lohnenswerte Erfahrung gewesen. Die einen durften stolz ihr gesammeltes Wissen und ihre Erfahrung weitergeben, die anderen profitierten von dem einen oder anderen Tipp zu Streckentauchen, Knotenkunde und Rettungsmethoden.

2. Tag Apnoe-TL-Prüfung

Sonntag, 29.09.2019 – Tag 2

Der Tag startete heute mit einer Yoga/Entspannungsübung, angeleitet durch unseren Mitstreiter Willi. Er führte uns über den Sonnengruß und progressive Muskelentspannung zu Lockerungsübungen. Der Tag ging dann mit einem guten Frühstück weiter.

Das Boot Fantasia stand für uns Apnoeisten und unsere Geräte-TL-Anwärter bereit und wir beluden die Transportkarren mit unserer Ausrüstung. Mit dabei drei Apnoebojen für folgende Aufgaben. Zunächst galt es die Geräte-TL Anwärter bei einem Apnoe-Tauchgang auf 10 Meter Tiefe zu unterstützen. Wir Apnoe-TL-Anwärter platzierten drei Bojen und setzten dann unser gemeinsames Briefing um. Ein Eingewöhnungstauchgang mit kurzen Optimierungshinweisen und dann den „scharfen“ Versuch, auf 10 Meter Tiefe vorzudringen. Alle konnten die geforderte Leistung erbringen und dann ihrem eigentlichen Handwerk – dem Gerätetauchen – weiter folgen. Wir Apnoetaucher waren also wieder unter uns und durften etwas für unsere Sicherheit tun. Auf unserem Plan stand eine Rettungsübung eines verunfallten Apnoetauchers aus 10 Meter Tiefe an. Alle konnten ihr Erfahrungswissen demonstrieren, in kürzester Zeit mit ausgestreckten Armen unter den Achseln des Verunfallten die Person an die Boje zu verbringen und dort zu fixieren. „Blow, Tap, Talk“ zu demonstrieren gelang ebenso gut. Wir hatten noch Zeit für eine „Intervallübung am Riff“ J : Rifferkundung in kleinen Gruppen. Auf 6-14 Meter bekamen wir Besuch von Medusen, Octopus, Kugelfisch, Barracudas, diversen Schwarmfischen und einer Muräne sowie jede Menge Sepias. Jedenfalls genossen alle die unverhoffte entspannte dreiviertel Stunde.

Zurück auf dem Boot gab es zunächst Mittagessen und etwas Ruhe und Entspannung. Dann wurde das „Hauptgericht“ des heutigen Tages serviert in Form einer Intervallübung. Viermal galt es die 15 Meter Tiefe zu erreichen für die Tauchenden – mit jeweils 60 Sekunden Oberflächenpause. Die Tauchgänge waren von Erfolg gekrönt, alleinig ein Taucher hatte beim letzten Tauchgang Pech mit dem Druckausgleich. Als alles und alle wieder auf dem Boot zurück waren und noch Zeit über war, wurde kurzerhand gemeinsam entschieden, dass wir gleich noch eine Zeittauchprüfung des morgigen Tages in der heimischen Bucht vorziehen. Nach Anlandung des Bootes und Versorgung des Materials zogen wir uns auch schon wieder um. Mit ausgeatmeter Lunge tauchten wir uns ein, um dann einen bis zu dreiminütigen Statik-Tauchgang abzulegen. Alle waren erfolgreich und konnten diesen Prüfungsteil abhaken. Besonderer Wert wurde auf die Partnersicherung gelegt.

Kurz geduscht und schon waren wir wieder beisammen, nun war es 18 Uhr. Wir besprachen den Tagesverlauf. Vorab aber durfte uns Willi mit einem Referat und praktischer Anleitung in die Knotenkunde einführen. Die TLvD (Anke) führte uns ihren Blick auf den Ablauf des Tages vor Augen, kleinere strukturelle Schwächen wurden benannt. Dann hatten die drei Gruppenführer das Wort und präsentierten die Arbeitsergebnisse aus ihren Teilbereichen. Schlussendlich nahmen wir uns in einer Fachdiskussion die vorgetragenen Analysen vor und erarbeiteten Lösungsmöglichkeiten. Ein weiterer Redebeitrag zum Thema Aufgaben eines Apnoe-TL im Breitensport beendete den von allen als sehr erfolgreichen und angenehm empfundenen Tag. Ein reichhaltiges Abendessen machte die Sache dann rund.

Verfasser: Armin Wunder

3. Tag

Vom „blog of the day“ zum „talk of the day“ – zu Einzelheiten jeweils später, da merkt man erst einmal, wie schnell sich bestimmte Dinge als völlig normal im Sprachgebrauch etablieren…

Gestartet wurde heute zusammen mit den Geräte TL Anwärtern sehr pünktlich, um einen guten Parkplatz am Riff zu ergattern. Wir waren immerhin das zweite Boot, das anlegte. Die Mienen unserer Apnoe TL Anwärter waren schon auf der Fahrt zum Riff immer bedenklicher geworden – ordentlich Wind und Dünung versprachen keine ruhigen Tauchgänge. Ausgerechnet heute sollte am Riff die 60m Strecke aufgebaut werden, die es in 5m Tiefe zu absolvieren galt. Wir ließen uns nicht abschrecken, bauten unsere Bojen auf neue Art und Weise zusammen (Vorfächer und Grundblei wurden mit schmalen Bändern an der Tiefenleine verknotet), die einen  hoffentlich riffschonenden Effekt versprachen.

Nach eingehendem Briefing durch unseren TLvD (Tauchlehrer vom Dienst) Birgit ging es ins Wasser.  Relativ hohe Wellen machten die nonverbale Kommunikation auf der Wasseroberfläche schwierig – das OKAY Zeichen musst auf einem Wellenberg so lange gehalten werden, bis der Teampartner 20m weiter, ebenfalls auf einem Wellenberg, es gesehen und mit OKAY quittiert hatte. Nach einigem Hin und Her stand die Strecke. Drei Sicherungen wurden strategisch günstig am Start, nach 20m und 40m Tauchstrecke positioniert. Dann ging es los für die Kandidaten – ein von Birgit in nächtlicher Kleinarbeit ausgeklügeltes System zeigte Wirkung. Zwei Kandidaten mussten die Übung wiederholen, die anderen absolvierten sie auf Anhieb. Nach anschließendem Streckenabbau ging es zur Mittagspause an Bord.

Spaghetti, Hackfladen, Reis und Salat genossen die einen weniger, die anderen mehr – Tieftauchen mit vollem Magen liegt nicht jedem.

Ein Highlight quasi zu High noon war ein Walhai, der ruhig seine Runden zog. Der gemütliche Planktonfresser wurde sofort erblickt und schnell ging es ins Wasser mit Maske und Flossen. Als ein Zodiak und drei weitere Boote eintrafen, entschlossen wir uns, das Wasser zu verlassen und uns auf unsere eigentliche Aufgabe zu konzentrieren: Nach dem Briefing für die angesagten 25m Tieftauchen ging es zur zweiten Session ins Wasser. Das Bojen-Setzen klappte in den mittlerweile eingespielten Teams problemlos, ebenso wie die Tauchgänge selber. Unsere Prüfer bzw. TL3-Anwärter gaben Tipps und standen uns mit Rat und Tat zur Seite.

Auf der Heimfahrt gab es Kaffee und Tee. Das Prinzip der Apfeltasche (Kleine rohe Apfelstückchen wurden separat zum Füllen von frittierten Teigtaschen gereicht) wurde heute nicht wieder geprobt, der heutige Kuchen war aber nach den Anstrengungen auch sehr lecker. Um 18 Uhr ging es zur täglichen Besprechung, zum „talk of the day“. Hier gab es ein Referat zum Thema „Streckentauchen im Freigewässer“, außerdem Feedback, Lob und Kritik. Nach anschließendem Abendessen suchten die müden Kandidaten zeitnah ihre Ruhe, um Kraft zu tanken für den morgigen Tag.

Anke Immelmann

4. Tag

Tag 4 : Tieftauchen unter Prüfungsdruck mit buntem Ausklang im ägyptischen Garten

Ziel des Tages: Tieftauchen und Tauchgebietserkundung am Tauchplatz Abo Soma. Bei einem schwachen Wind und der warmen Morgensonne Ägyptens hatte uns Manuel mit seiner Yogaeinheit die Bettsteife vertrieben. Energiegeladen und mit neu gelernten Asanas wurden wir von unserem Yogalehrer an den Frühstückstisch entlassen. Unser TLvD Armin führte uns nach der ersten Stärkung in den Tagesplan und die Gruppenaufteilung ein. Armin und Sally gehörten zur ersten Gruppe, die von Anke angeleitet wurde (Gruppe 1). Birgit führte die zweite Gruppe bestehend aus Willi, Manuel und Burkhi an (Gruppe 2). Gegen 9 Uhr legte das Boot mit Gerätetauchern und uns Apnoetauchern ab und brachte uns alle an den Tauchplatz mit dem Namen Abo Soma. Nachdem Armin den Ablauf besprochen und die beide Gruppenführerinnen ihre Teams gebrieft hatten, bereiteten wir uns alle mental beim Anziehen auf den Prüfungstauchgang „Tieftauchen auf 25 m“ vor. Schnell war die Prüfungsboje auf ca. 27 m gesetzt (Entfernung zum Boot ca. 30 m) und somit erstmal fertig für unser Eintauchen. Nicht weit (ca. 8 m, Richtung Boot) und entgegen der leichten Strömung setzte Gruppe 2 unsere Ausruhboje. Im rotierenden System durften alle Prüflinge hinab auf den Weg zur Schreibtafel auf 25 m tauchen, um in Schönschrift den eigenen Namen zu hinterlassen. Der Rückweg wurde von unseren Schatten, den TL***-Anwärtern Sven und Michael, gut bewacht und wir wurden ab der halben Tauchstrecke von unseren Tauchpartnern bis zur Wasseroberfläche gesichert. Am Ende des Tauchgangs hatten fast alle die Übung geschafft und der Bojenabbau schloss den Tauchgang ab.

Nach dem Mittagessen an Bord wurde das Nachbriefing gehalten und leitete die angenehme Mittagsruhe ein.

Am Nachmittag durften beide Gruppen das Tauchgebiet selbstorganisiert und ohne Schatten erkunden. Kofferfische, Flötenfische, Rochen und gartenähnliche Korallenformationen sorgten für einen erholsamen Ausklang des Tauchtages an Bord. Am Nachmittag rutschte ein Gerätetaucher unglücklich auf der Schiffstreppe aus und verletzte sich den Finger und erlitt Abschürfungen. Unsere Ärzte an Board reagierten sofort und versorgten den Patienten schnell.

Beim gemeinsamen Talk of the day wurde der gesamte Tag reflektierend ausgewertet und die nächsten Tauchgänge sowie unsere Prüfungsaufgaben, die Rettungskette und Erste Hilfe vorbereitet.

Sally Otto

5. Tag

Und wieder beginnt ein schöner Tag um 7.00 Uhr mit einer Dehnungsübung, diesmal von Birgit.

Es muss nicht immer Yoga sein! Die Übungen bereiteten uns perfekt auf den bevorstehenden anstrengenden Tag vor. Mehr als nur erstaunlich und daher schon zur Erheiterung aller, konnte Birgit bei Sally die Arme hinter dem Rücken in alle nur erdenklichen Richtungen drehen.

Nach dem Frühstück ging‘s wieder pünktlich um 9.00 Uhr mit dem Boot raus. Wir befürchteten, dass unsere komplexe und daher langwierige Rettungsübung ca. 3 Std. dauert, weswegen wir unser Essen getrennt von der Gerätetauchergruppe erst gegen 13.00 Uhr mit der Bootscrew vereinbarten. Hierbei sei erwähnt, dass das Essen, das die Jungs in der Miniküche auf dem Schiff jeden Tag zauberten, wirklich richtig gut schmeckte (für nur 4.-€). Und um es vorwegzunehmen, wir waren schon um 11.30 Uhr fertig, weil alles so gut geklappt hatte.

Wir arbeiteten in 2 Gruppen, eine 4er und eine 3er Gruppe, die durch die TL3 Anwärter (Michael und Sven) unterstützt wurden. Retten aus 15m, stabilisieren an der Boje und da kein Bewusstsein bei dem Taucher feststellbar sein sollte, erfolgte der Transport zum Schiff. Dort an Bord bringen über die Leiter unter zu Hilfenahme einer starken Leine (alles sehr anstrengend). An Bord wurde unter Thomas‘ Argusaugen die HLW demonstriert. Alles hat so toll geklappt, dass es regelrecht allen Spaß gemacht hat. Unterwegs kam uns eine schöne Schildkröte entgegen und wir wurden bei ihren Apnoeleistungen leicht neidisch.

An dieser Stelle kann schon mal festgehalten werden, dass unser Kursrevier perfekt gewählt wurde. Kurze Wege – ordentliche Unterkunft mit sehr gutem Essen – traumhaftes Wasser (Sicht/Temperatur) und eine wundervolle Unterwasserwelt. Unter diesen Bedingungen gehen die doch sehr anspruchsvollen Aufgaben schon mal leicht von der Hand.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen und Nachbriefing verteilten sich die ausgepowerten unauffällig auf dem Oberdeck und genossen die Entspannung. Entspannung ist ein Segen (Yogaweisheit)

Den Nachmittagstauchgang begingen wir in kleinen Gruppen, um Nemo und Dory „Hallo“ zu sagen. Die Ausbilder schonten die Kräfte der Anwärter für die letzten beiden Tage. (Die machen das alles wirklich richtig gut). Unsere Ausbilder erledigten derweil organisatorische Aufgaben.

Abends beim „Talk of the Day“ wurde der Tag analysiert und die positiven und negativen Erfahrungen angesprochen. Ein gelungenes Abendessen rundete einen weiteren Tag zur Apnoe TL Ausbildung ab.

Burkhi

6. Tag, der vorletzte Tag der Apnoetauchlehrer Prüfung

Der Endspurt der Apnoetauchlehrer Prüfung wurde mit einer Entspannungsyoga-Einheit eingeläutet.

Um 9 Uhr ging es dann das letzte Mal aufs Schiff. Am Riff Abu Soma Marina starteten alle gesammelt zur Prüfung der Intervallübung 4 mal 15 m tief tauchen mit 45 Sekunden Oberflächenpause. Gut organisiert und hoch motiviert verlief die Übung reibungslos, so dass in beiden Gruppen noch Zeit für Abnahmen oder Nachprüfungen blieb (Juhu, bei den Anwärtern, die auf Grund von Druckausgleichsproblemen an den Vortagen einige Prüfungen nicht absolvieren konnten, funktionierte der Druckausgleich wieder). Auch Abnahmen für den 4. Stern waren zu realisieren.

Nach dem Mittagessen wurde dann der Tauchplatz gewechselt. Für drei Apnoe-TL-Anwärtern/innen standen am Nachmittag noch die theoretische Prüfung bzw. ein Lehrgespräch auf dem Plan. Die verbleibenden fünf TL-Anwärter hatten die Möglichkeit das neue Tauchgebiet – das Riff der 7 Säulen – zu erkunden.

Ein traumhaftes Areal, das sich aus sieben riesigen, mit Korallen bewachsen und von Fisch überfluteten Fels-/Korallenformationen, die wie Säulen nah bei einander in die Höhe ragen, zusammen setzt.

Nach den Prüfungen hatten dann auch die drei Prüflinge noch Zeit für einen kurzen Sprung ins Wasser, so das alle den tollen Tauchspot genießen konnten.

Mit entspannten und glücklichen Gesichtern an Bord startete das Schiff dann zur letzten Rückfahrt für die Apnoe TL-Anwärter.

Beim „Talk of the day” wurde das Thema Atmung, was heute Morgen schon durch das Entspannungsyoga eingeleitet wurde, in einem Referat konkretisiert.

Nach einem durchaus positiven Feedback für den Tag und bestandenen Prüfungen wurde der Abend mit dem Abendessen abgeschlossen.

Birgit Wesemann

7. und letzter Tag

Der mittlerweile routinierte Beginn des Tages um 7 Uhr bot heute etwas für diejenigen, die sich früh morgens mit Bewegung schwer tun: Eine Traumreise. Untermalt von sphärischen Klängen, erzählte uns Armin eine wunderschöne Geschichte zum Atmen und Entspannen.

Nach dem Frühstück kam Abwechslung in unsere Routine: Die Tauchkisten und Bojen wurden in zwei kleine Busse verladen und ab ging es gen Coral Garden, südlich von Safaga gelegen. Nach halbstündiger Busfahrt wurden wir herzlich vom dortigen Basisleiter (Tom) begrüßt und bekamen eine Einweisung in die Örtlichkeiten über und unter Wasser. Für unsere Prüflinge stand heute 60m Streckentauchen auf dem Programm, inklusive Aufbau der Strecke. Da wir dieses vor einigen Tagen bereits unter widrigen Bedingungen üben durften, lief die heutige Prüfung gut organisiert, geordnet und unter Einhaltung des Zeitplanes für alle erfolgreich ab.

Das Mittagessen in Form von Pizza und Burgern bot Abwechslung, durch die lange Wartezeit aufs Essen geriet unser Zeitplan aber etwas unter Druck. Für den Nachmittag standen Nachprüfungen im Intervall bzw. in der 25m Tieftauchübung an, außerdem für alle das Thema „Gewässererkundung“, das später in einem Vortrag am heutigen praktischen Beispiel erläutert werden sollte.

Alle Prüflinge bestanden mit Bravour und zur Freude aller. Die Gewässererkundung wurde aufgrund der fortgeschritten Zeit nicht mehr durchgeführt. Der heutige Vortrag wurde anhand eines Tauchplatzes aus den vergangenen Tagen vorbereitet.

In chronologischer Form wurde der Vortrag von allen Teilnehmern abwechselnd vorgetragen.Nach Ankunft in der Basis wurden das Material ausgeladen und alles für den üblichen „Talk of the day“ vorbereitet.

Willi

 

Tag 8 der Apnoe Tauchlehrer Prüfung in Safaga, Ägypten Teil 1

Der heutige Tag begann anders als die anderen – wenn man wollte! Da das „Pflichtprogramm“ erledigt war, gab es heute die „Kür“: das morgendliche Yoga war freiwillig! Die Zeit wurde von einigen genutzt, genussvoll und ohne klingelnden Wecker länger zu schlafen.

Nach dem äußerst entspannten Frühstück (niemand machte sich Gedanken darum, ob das leckere Omelett beim Tieftauchen schwer im Magen liegen würde), gab es diverse Optionen, den Tag zu verbringen: Guten Kaffee außerhalb der Hotelanlage genießen, ein Sonnenbad nehmen oder einfach Schnorcheln gehen.

Unsere Geräte-Tauchlehrer-Anwärter organisierten eine abenteuerliche Quad-Tour durch die Wüste, an der einige der Apnoe-Tauchlehrer-Anwärter teilnahmen und staubbedeckt, durstig, aber höchst zufrieden zurückkehrten.

Die Schnorchel-Fraktion ließ sich in der Tauchbasis das Hausriff erklären und startete die Erkundung: Es gab mehrere Wracks zu bewundern, außerdem Fels- bzw. Korallenformationen mit diversen Bewohnern wie z.B. einer armdicken Muräne. Ergänzt wurde die Vielfalt durch Anemonenfische, Hornhechte und diverse andere größere und kleinere Flossenträger. Auf der Seegraswiese kurz vor dem Strand sorgte ein sehr zutraulicher Kofferfisch für Freude.

Um 18 Uhr startete die Bekanntgabe der Ergebnisse: Glücklich durften alle Anwärter Ihr Apnoe-Tauchlehrer-Brevet in Empfang nehmen. Nach der langen Zeit der Anspannung war die Freude riesengroß!

Anschließendes Grillen in der Strandbar, bei der sich alle frisch gebackenen Tauchlehrer mischten, beschloss diesen wunderbar entspannten Tag. Die vorab gestalteten T-Shirts wurden verteilt und für sehr schön befunden. Bei Wein und Bier, Cola und Wasser endete diese aufregende, anstrengende und doch so erfolgreiche Woche.

Wir bedanken uns aufs Herzlichste bei unseren Prüfern Ralf Hildebrandt und Thomas Delede, außerdem bei unseren TL3-Anwärtern Sven Gers und Michael Dietze!

 Anke

 

Tag 8 der Apnoe Tauchlehrer Prüfung in Safaga, Ägypten Teil 2

Der letzte Tag begann entspannend und fordernd zugleich. Burkhi führte durch eine Yoga-Stunde der besonderen Art. Stück für Stück, Übung für Übung bereitete er uns im Verlauf der Stunde so vor, dass wir Schluss letztendlich waghalsige Positionen wie die Krähe, bei der Hände und Unterarme gleich den Füßen einer Krähe das gesamte Körpergewicht in die Luft stemmen, oder sogar den Handstand einnahmen.

Einige nutzten den freien Tag ganz entspannt und befreit ohne Neopren-Anzug, Boje oder Prüfungsdruck zum Schnorcheln am Hausstrand.

Andere wählten das absolute Kontrastprogramm zum entschleunigten Gleiten durch das feuchte Element: Ausgerüstet mit stilechtem Wüstenkopftuch und Gelände-Quad rasten sie durch die karge Wüstenlandschaft. Mit schreiendem Motor flogen sie von Bodenwellen durchgeschüttelt über den heißen Wüstensand. Besonders Waghalsige taten dies sogar einhändig mit laufender Kamera in der freien Hand oder verließen die vorgesehene Formation, um natürlich Sprungschanzen aufzusuchen. Durch den aufgewirbelten Staub waren die Sichtweiten zwischenzeitlich deutlich geringer als im heimischen Baggersee.

In den kurzen Atempausen konnte sich die Expedition gar nicht sattsehen an so viel Sand, Stau und Steinen.

Das Vorabendprogramm hielt noch einmal schweißtreibendes Flow-Yoga mit gezieltem Training der Bauch- und Rückenmuskulatur bereit.

Anschließend war es an der Zeit, frisch geduscht und vornehm gekleidet die abendlichen Feierlichkeiten im Strand Café zu begehen. Im Wechsel wurde jeweils ein Geräte- und Apnoe-Tauchlehrer-Anwärter nach vorne gebeten, um ihm bzw. ihr feierlich Urkunde, Taucherpass und Geschenke zu überreichen. Die Prüfer ließen es sich nicht nehmen, in diesem Moment kurz und prägnant die speziellen taucherischen und charakterlichen Qualitäten der frisch gebackenen Tauchlehrer hervorzuheben. Besonders langen und lauten Applaus ernteten die ***-Tauchlehrer beider Lager anlässlich ihrer bestandenen Prüfung. Nicht nur das reichhaltige Barbecue-Buffet der gelungenen Abschlussfeier sondern auch die köstliche Verpflegung und der exzellente Service des Orca Village Teams wurden gegenüber Leiterin Ernie gelobt und mit Applaus belohnt.

Manuel

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