Letzter Tag auf unserem Weg zum Tauchlehrer – und was für ein Tag! Die Teilnehmer hatten sich gegenseitig das Versprechen gegeben, auch beim letzten Tag noch einmal volle Konzentration und Leistung zu zeigen.
Heute stand die Rettungsübung auf dem Programm: Die Rettung eines verunfallten Tauchers aus der Tiefe. Für uns bedeutete es, Rettung aus 33 m auf eine Zwischenstufe von 18 m. Als Ort des Geschehens wurde das Felsentor als Tauchspot auserkoren – damit war unser letzter Prüfungstauchgang auch wieder ein Bootstauchgang.
Der Tauchlehrer von Dienst, Marvin, orientierte sich am heutigen Tag an den ausführlichen Ausführungen des TLvDs vom Vortag (danke Thomas ) – natürlich in seiner ihm eigenen Art und Weise „Don’t touch the running system“ und ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss – „Wir machen es genauso wie gestern“. Das Setzen auf Bewährtes war der Schlüssel zum Erfolg und die ohnehin angespannte Nervenlage wurde nicht durch neue Ideen strapaziert. Er ordnete die Truppe wie ein Dirigent sein Orchester und hatte damit den Schlüssel zum Erfolg in der Hand.
Axel erklärte uns in seinem Referat die Übung noch einmal ganz genau und unser Doc – der Taucharzt des Vertrauens – erklärte wie die Rettungsübung nach dem Verlassen des Wassers an Bord weitergehen sollte.
Nach den Briefings in den Gruppen und dem Anlegen der Ausrüstung, legten die Boote mit nur 6-minütiger Verspätung ab. Bei Kaiserwetter und ruhiger See erreichten wir den Tauchspot – ein perfekter Tag, an dem auch Petrus auf unserer Seite war, waren damit alle Rahmenbedingungen geschaffen um auch den letzten Prüfungstauchgang erfolgreich abzulegen.
Die Gruppen starteten zeitlich versetzt ins Wasser und begaben sich auf die Strecke. Durch das Felsentor ging es zunächst auf 40 m, und im Anschluss auf die festgelegte Zieltiefe. Die Gruppenführer waren sichtlich angespannt – verständlich bei so einer wichtigen und komplexen Übung – und dann ging es los: Die zu Rettenden sanken auf den Boden und mussten durch die Gruppen geborgen werden.
Mit voller Konzentration wurde als Team gearbeitet. Die „Verunglückten“ wurden auf 18 m verbracht und dort für eine Minute die Höhe gehalten.
Nach einer Übungsunterbrechung konnten wir uns kurzzeitig dem schöngeistigen Tauchen hingeben. Neben einem Conger und vielen bunten Fischen entdeckten wir auch eine violette Fadenschnecke und mehrere Leopardschnecken – echte Highlights für alle Naturliebhaber!
Kurz danach wurden wir wieder an den Sinn der der heutigen Übung erinnert – der zweite Teil der Rettungsübung stand an. Aus 5 m Tiefe wurden die „Verunglückten“ gemäß vorgeschriebener Aufstiegsgeschwindigkeit an die Oberfläche verbracht. Anschließend hieß es, den Verunfallten an Bord zu bringen – eine Herausforderung, bei der viele Teilnehmer merkten, wie man als Team richtig zusammenarbeiteten muss, um alles bewerkstelligen zu können. An Bord gab der Doc die Verletzungsmuster des Verunfallten bekannt und die Gruppen gaben alles, um den Verunglückten entsprechend der Möglichkeiten zu retten. Dies gelang in allen Gruppen und unser Doc war sichtlich zufrieden.
Nachdem alle Gruppen an Bord waren, verlegten wir zurück zur Basis. Die Briefings wurden besprochen und entsprechend ausgewertet. LAL Falko und die restlichen TL zogen sich zur Auswertung zurück und entließen die Gruppen vorerst in eine kurze Mittagspause. Doch pünktlich um 14:00 Uhr stand eine Wiederholung des HLW-Trainings durch Torsten auf dem Programm. In seiner gewohnt sympathischen Art, und mit viel Herzblut auf die richtige Durchführung auf die Übung legend, konnten alle nochmal ihr Wissen vertiefen – Franzi, die gute Seele des Lehrgangs, hatte „Anne“ perfekt vorbereitet und alle Teilnehmer konnten auch noch einmal ihre HLW-Skills beüben.
Damit war der letzte Prüfungstag offiziell beendet. Wir atmeten das erste Mal in der Woche komplett durch. Während einige Prüflinge die Zeit zum Entspannen nutzen, begaben sich andere noch einmal in die Unterwasserwelt Kroatiens. Die Gelegenheit, ohne Prüfungsdruck die Unterwasserwelt (inklusive Seepferdchen) von Sveta Marina zu erkunden war ein schöner Abschluss der Tauchgänge. Nach dem Aufklaren und intensiven Spülen und der Nachbereitung der Ausrüstung ging es zum Abendessen. Die Spannung war förmlich zum Greifen da – hatten wir bestanden oder nicht? Das war und blieb vorerst die große Frage!
Das TCDM-Haus hatte seine Terrasse für die Verleihungszeremonie entsprechend vorbereitet und ein paar Kaltgetränke in Reichweite positioniert. Leider mussten wir erfahren, dass nicht alle Teilnehmer den hohen Anforderungen an den Kurs gerecht werden konnten. Ein kleiner Schock für uns alle – so waren wir doch in den letzten Tagen als Gruppe zusammengewachsen. Da tut es gleich doppelt weh, aber ich bin mir sicher das auch diese angehenden TL den Kurs beim nächsten Mal bestehen werden.
Es zeigt aber auch, wie wichtig das Thema Ausbildung im VDST ist: Hier bekommt keiner etwas geschenkt!
Endlich war es soweit: In einer würdigen Zeremonie erhielten wir aus den Händen von Falko, Axel, Markus, Lukas und Torsten die heiß ersehnten Urkunden! Die Zeremonie lief nicht ganz ohne Tränen ab – die Last und Anspannung der letzten Tage fiel dem ein oder anderen Teilnehmenden wie in Stein vom Herzen. Danach gab’s kein Halten mehr: Neben den Kaltgetränken und vereinzelten Tanzeinlagen (da ist noch viel Luft nach oben!) ließen wir den Abend bei guten Gesprächen und mit einem fetten Grinsen im Gesicht ausklingen.
Fazit: Wie die beste Band der Welt schon sagte: Hip Hip Hurra alles ist wunderbar! – wir sind VDST-Tauchlehrer! Und das ist erst der Anfang!
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Falko, Axel, Markus, Lukas, Franzi und die vielen ungenannten Helfer im Hintergrund!
Mit einem kräftigem Flossenschlag
Thomas